Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Vagant
Vagant
Vagabund m. ‘Landstreicher, Herumtreiber’. Im Dt. zuerst (vereinzelt) Vagabundus m. (1600), entsprechend einer mlat. Substantivierung von spätlat. vagābundus Adj. ‘umherschweifend, unstet’, gebildet zu lat. vagārī ‘umherschweifen, -streifen, -ziehen, unstet sein’; vgl. lat. vagus ‘umherschweifend, -streifend, unstet, ungebunden’ (s. vage). Darauf beruhendes mfrz. frz. vagabond m. (zuvor Adj., vgl. aprov. vagabon Adj.) wird um 1700 ins Dt. entlehnt (Vagabond, Plur. Vagabonden), aber bereits im 18. Jh. an die lat. Form angeglichen. – vagabundieren Vb. ‘als, wie ein Vagabund leben, umherziehen, ruhelos, rastlos leben’ (Anfang 19. Jh.); vgl. gleichbed. mfrz. frz. vagabonder. Vagant m. ‘umherziehender Sänger, Spielmann, fahrender Student, Schüler’ (1. Hälfte 16. Jh.), häufig im Plur Vaganten, zu lat. vagāns (Plur. vagantēs), Part. Präs. von lat. vagārī (s. oben); schon früh übertragen auf Umherziehende aller Art, oft abschätzig im Sinne von ‘Landstreicher’ (2. Hälfte 16. Jh.). Seit der 2. Hälfte des 19. Jhs. historischer Terminus für die fahrenden Leute (Schüler, Kleriker, Sänger) des 12./13. Jhs.; dazu Vagantendichtung f., Vagantenlied n. (2. Hälfte 19. Jh.).