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vaeterlich

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

väterlich adj.

Bd. 25, Sp. 32
väterlich, adj. , dem vater eigen, dem vater gemäsz, ags. fæderlîc, neuengl. fatherly, altn. föðurligr, schwed.n. faderlig, ahd. faterlih, mhd. vaterlich, meist mit umlaut veterlich, mnd. vaderlik, in den glossarien der übergangszeit vaderlich, vederlich, vaterlich, veterlich, väterlich, vätterlich, vatterlich vetterlich Dief. 168b. 416c. 417a; letztere formen auszer vaderlich finden sich auch nhd. 11) dem vater zugehörend, zustehend: damit er sich darbei .. des unterscheidts zwischen den französischen kriegstractamenten und seiner väterlichen küche täglich erinnern könte. Simpl. 4, 343 Kurz; herr Esau, unser nachbahr, der erbe zum väterlichen königreiche und priesterthum. Weise comödienpr. 80; er ist des marquis sohn, den jugendliche ausschweifungen aus dem väterlichen hause vertrieben. Lessing 7, 77; besonders von innern eigenschaften und empfindungen: (die weisheit) fand den gerechten .. und lies jn feste sein, wider das veterlich hertze gegen den son. weish. Sal. 10, 5; derhalben vielgeliebter sohn mein ernstlich vätterlich begeren und ermanen an dich ist. Fischart Garg. (1590) 410; also machet es auch die unbesonnen jugend, wann sie sich nicht mehr unter der ruthe der vätterlichen zucht, sondern ... in der lang erwünschten freiheit befindet. Simpl. 2, 146, 17 Kurz; wie schlimm er sein väterliches gewissen verwahren würde, wenn .. Weise erzn. 82 neudruck; ich vermache diese väterliche liebe ihnen und Arabellen. Lessing 2, 87; meine ehre und mein ganzes väterliches ansehen beruht darauf, dasz sie nichts davon erfährt. 2, 462; die gesetzgebende, richterliche und vollziehende macht, die drei hauptzweige der väterlichen gewalt. Wieland 25, 247; ist das kindliche dankbarkeit gegen väterliche milde? Schiller hist.-krit. ausg. 2, 22; ich habe grosze lust mein väterliches züchtigungsrecht an dir noch einmal auszuüben. Kotzebue theater (1840) 10, 235; darumb ich fürgenumen hab meim erstgebornen sun zu gebn dem Esaw vetterlichen segen ... H. Sachs 1, 20 (1, 93, 4 Keller); so auch von gott gegenüber Christus: got sune zartvon edler art aus väterlichem hertzen. Wackernagel kirchenl. 2, 850; du väterliches liechtes glantz (abglanz des väterlichen lichtes). 3, 121a. 22) vom vater stammend und (durch erbschaft) in meinen besitz übergegangen: patrimonium, das vätterlich erb Dasyp. 173d; väterlich erbgut Stieler 931; die keiserlich majestad hette daruber ... ine von der lantvogtije zu Elsas, sin vetterliche erbe ... entsatzt. Janssen reichscorr. 2, 269; wir wollen ehe sterben, denn etwas wider unser veterlich gesetz handeln. 2 Macc. 7, 2; o wolt gott das du entledig von der ehre ... ettwan von einer pfrund oder deinem vetterlichen erb dich halten mochtist. Luther sendschr. 7 neudr.; so grob und unbesunnen hab ich jn nicht gehalten, das er sein veterlich wapen ... solte dem narren in seinen rotz und schnodel drucken. werke 6, 31; Schimmers bruder hatte die väterlichen [] güter allbereit angenommen. Felsenburg 1, 364; weil er ein mittel sieht, ihnen wieder zu dem gröszten theile ihres väterlichen vermögens zu verhelfen. Lessing 1, 238; flüchtete sich und seine kunstsachen auf sein väterliches landgut. Thümmel 6, 197; mittel, die ihm erlaubten seinen antheil an dem kleinen väterlichen vermögen zum gröszten theile noch der mutter anheimzustellen. Gutzkow ritter3 1, 134; als aber unsre faust mit könig Bochars hülff im väterlichen reiche den räuber überfiel. Lohenstein Sophon. 6, 167; (das buch) ist ja so der tochter ganzes väterliches erbe. Lessing 2, 335; ich will ihn schlagen oder nicht sitzen auf dem väterlichen thron. Tieck 1, 247; und der müde landmann eilt der ruh seiner väterlichen hütte zu. Matthisson (1825) 1, 47; in ähnlicher weise von dingen, die der vater zwar nicht als eigenthum besessen aber doch benutzt, genossen hat und die auf mich übergegangen sind, väterlich ist hier oft gleich vaterländisch (vgl. lat. patrius): alles entzückt mich an ihm und vor allem der entschlusz, in seinen väterlichen thälern sich selbst zu leben. Lessing 2, 133; und endigte zuletzt mit dem entschlusz, seine lage auf einmal und so ganz zu verändern, dasz er nicht blos das väterliche haus, sondern auch die väterliche stadt verliesze. Engel Lor. Stark 39; nur einen guten morgen vom angesicht der väterlichen sonne. Göthe an frau v. Stein (von Frankfurt aus) 1, 240; (mein kopf) ist ein bessrer, für den väterlichen himmel mehr gemacht; das spür ich ja. Lessing 2, 285; es (das weib) liesz sich ehedem in väterlicher stadt und hier zu Grosz Berlin im eignen wagen fahren. Karschin ged. 172; mit heiszen thränen wirst du dich dereinst heim sehnen nach den väterlichen bergen. Schiller hist.-krit. ausg. 14, 310. 33) übertragen, der handlungsweise des vaters vergleichbar. 3@aa) vom verhältnisse älterer zu jüngeren: er hat gar nahe mer freuntlichs willens, dann bei seinen allernechsten, so im wenig mit sipschaft verwandt, befonden, insonderheit bei graf Eitelfriderrichen von Zollern. der hat im allen vetterlichen willen erzaigt, hat sich sein auch wamit er künde angenomen. Zimmer. chron. 3, 39, 8; (ein pfarrer sagt dem Simplicissimus) mein getrewer und väterlicher raht wäre. Simpl. 1, 326 Kurz; ich verwandle die liebe, die ich gegen das tugendhafte fräulein hegte, in eine väterliche zärtlichkeit. Rabener sat. (1752) 3, 321; versagen sie mir, gnädiger herr, bei diesen zweifelhaften umständen ihren väterlichen rath nicht. 3, 294. 3@bb) häufig vom verhältnisse höherstehender zu niedrigstehenden, z. b. vom fürsten zu den unterthanen: ew. kurfürstl. gn. wolten ein auge veterlicher sorge auff diese sache haben. Luther 1, 7; eine regierung, die auf dem prinzip des wohlwollens gegen das volk als eines vaters gegen sein kind errichtet wäre, d. i. eine väterliche regierung, wo die unterthanen ... sich blos passiv verhalten sollen, .. ist der gröste denkbare despotismus. Kant 5, 384; wil von den sorgen singen, von väterlicher treu, die euer hertze trägt. Opitz 3, 91. 3@cc) gern von gott oder Christus gesagt: ain liecht der vetterlichen glori. Keisersberg granatapfel (1511) F 4h; ach vätterliche lieb, was sol ich thon, empfach ich dich nit, so wee mir. E 2a; hilff, das dein veterlicher name nicht umbsonst oder felschlich uber uns genennet werde. Luther 1, 326b; hie sehen wir die veterliche trew, das er uns ja nicht lesset, ob wir gleich sünder sind. 4, 30; er fraget nach des armen blut und helts in vätterlicher hut. H. Sachs 1, 54 (1, 230, 13 Keller); ach gott, ist des unglücks kein end ausz deiner vätterlichen hend. 2, 1, 5 (6, 38, 19 Keller); und nun dein vatterliche gnad versprochen hat uns allen dy edlen wuniclichen stat. Wackernagel kirchenl. 2, 1167; du schepffer aller dinge, du vetterliche krafft. 3, 46b; der höchste lebet ja, es wallet sein gemüthe noch für barmherzigkeit und väterlicher güte. Opitz 1, 1; gott entbrennet im gemüte nie so hefftig auff ein land, dasz nicht väterliche güte stets dabei werd eingewandt. S. Dach 656 Öst.; [] (gott) der endlich unser joch zerschmeist und dessen väterliche zucht die wohlfahrt unsrer seele sucht. Gönther 1, 11. 3@dd) adverb, sehr häufig in dieser bedeutung: aber das ist eine überschwengliche gnade, wenn er so freundlich und veterlich redet. Luther 4, 144; allen in gemein vätterlich zusprechen. Fronsperger kriegsb. (1596) cxlib; ich konte greiffen, wie mich der liebe gott hiebevor .. vor diesem unmenschen nicht allein väterlich bewahret ... Simpl. 1, 438 Kurz; wir dancketen gott im himmel, dasz er uns so vätterlich erhalten und ans land gebracht hatte. 2, 222, 19; dasz er mich so väterlich vor andern viel 1000 menschen versorget. 2, 238, 30; wenn der pfarrer aus dem nächsten dorfe .. sich des zerlumpten buben nicht väterlich angenommen. Spielhagen 17, 150; wiewol dich got hat durch sein wort so väterlichen heimgesucht. H. Sachs 1, 53 (1, 229, 12 Keller); wie väterlich er noch behüt sein volck durch sein grundlose güt. 1, 59 (1, 251, 7 Keller); der du die sünd und missethat, die dein volk vor begangen hat, hast väterlich verziehen. P. Gerhard 8, 5 Gödeke.
8082 Zeichen · 158 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Väterlich

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Väterlich , -er, -ste, adj. et adv. 1. Dem Vater gehörig, von demselben herrührend; ohne Comparation. Das väterliche Gut…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    väterlich

    Goethe-Wörterbuch

    väterlich [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. modern
    Dialekt
    Väterlich

    Elsässisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    PfWB Väterlich [Fætərleχ Wh. ] n. das väterliche Vermögen: dër hat sin V. in e i m Jo h r verklop f t ghāt. Ähnl. Mütter…

  4. Spezial
    väterlich

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    vä|ter|lich adj. 1 patern (-s, -a) 2 (des Vaters) dl pere.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit vaeterlich

31 Bildungen · 4 Erstglied · 25 Zweitglied · 2 Ableitungen

Ableitung von vaeterlich 2 Analysen

vater + -lich

vaeterlich leitet sich vom Lemma vater ab mit Suffix -lich, mit Umlaut-Wechsel.

Alternativen: vat+-er+-lich

vaeterlich‑ als Erstglied (4 von 4)

Väterliche Gewalt

Meyers

vaterliche·gewalt

Väterliche Gewalt ( Patria potestas ), der Inbegriff der Rechte, die dem Vater bezüglich der Person und des Vermögens seiner noch nicht selb…

väterlicherseits

DWB

vaeterlich·er·seits

väterlicherseits , adv. von des vaters seite her: ich stamme also väterlicher und mütterlicher seits von florentinischen bürgern ab. Göthe 3…

väterlichkeit

DWB

vaeterlich·keit

väterlichkeit , f. 1 1) art und weise eines vaters. mhd. vaterlîcheit, fähigkeit vater zu werden: nû prüevet, wie man vaterlîcheit verstân s…

vaeterlich als Zweitglied (25 von 25)

altväterlich

DWB

altvater·lich

altväterlich , dasselbe, doch nur in gutem sinn: Niebuhr hatte altväterliche eifersucht für die ehre seiner landschaft. Niebuhr kl. schr. 1,…

beichtväterlich

DWB2

beicht·vaeterlich

beichtväterlich adj. : 1751 (der) das nöthige dabey in einem besondern briefe beichtväterlich erinnert Urlsperger ehrenmahl 12. 1861 doch ve…

freundväterlich

GWB

freund·vaeterlich

freund-väterlich Zusammenschr (John); Ableitung von ‘Freund’ u ‘Vater’ Empfiehl mich deinem freundväterlichen Wirth [ GHLNicolovius in Bln ]…

fürstväterlich

DWB

fuerst·vaeterlich

fürstväterlich , adj. väterlich als fürst oder auch wie einem fürsten zusteht. eine fürstväterliche gesinnung haben. Davon ein gleichlautend…

glückväterlich

DWB

glueck·vaeterlich

glückväterlich , adj. : vielleicht litt er ... an der unfähigkeit zum stillen, glückväterlichen gefühl ( glücksgefühl des vaters, empfindung…

gottväterlich

DWB

gottvater·lich

gottväterlich , adj. u. adv. , im anschlusz an gottvater 3: und nehm auch diese schönheit in mein reich und stehe vor mir selbst in deinem s…

Großväterlich

Campe

grossvater·lich

Großväterlich , adj . u. adv . dem Großvater gehörig, in seinem Wesen gegründet, von ihm herkommend. Großväterliche Rechte, Meinungen. Die g…

groszväterlich

DWB

groszvater·lich

groszväterlich , adj. , was dem groszvater eignet, von ihm kommt, zu ihm gehört: helt er, dieweil sein kind noch unmündig, den gebrauch sein…

hausväterlich

DWB

hausvater·lich

hausväterlich , adj. und adv. : dieser milde, gutmüthige und hausväterliche Ludwig Philipp. Heine 9, 45 ; hielt der redliche pfarrer von Grü…

Menschenväterlich

Campe

menschen·vaeterlich

○ Menschenväterlich , adj . u. adv . einem Menschenvater eigen, gemäß, in seiner Empfindung und Gesinnung gegründet. »Fühlen, wie schauerlic…

mildväterlich

DWB

mild·vaeterlich

mildväterlich , adj. und adv. : er wolle aus mildväterlicher hand mir ehestens einen ergebigen wechsel wider übersenden. Butschky kanzl. 272…

Schwiegerväterlich

Campe

schwieger·vaeterlich

Schwiegerväterlich , adj . u. adv . dem Schwiegervater gehörend, wie auch, einem Schwiegervater gemäß, nach Art eines Schwiegervaters. »Dami…

stiefväterlich

DWB

stiefvater·lich

stiefväterlich , adj. , von stiefvater; seit dem 15. jh. bezeugt: stieffvaderlich vitricus Diefenbach 624 a ; styffveuterlich vitriceus ebda…

treuväterlich

DWB

treu·vaeterlich

treuväterlich , adj. : aus sonderbahrer treuväterlichen lieb und affection (1662) Diefenbach-Wülcker 876 . —

überväterlich

DWB

ueber·vaeterlich

überväterlich , adj. u. adv. , steigernd zu väterlich: ein ... überväterliche, übermütterliche ... himmlische liebe Ph. Nicolai teutsche sch…

unväterlich

DWB

unväterlich , adj. adv. , gth. zu väterlich 3: solch tyrannischer und unväterlicher vater Luther 15, 165 W.; unväterlicher, freveler gewalt …

Urgroßväterlich

Campe

urgrossvater·lich

Urgroßväterlich , adj . u. adv . dem Urgroßvater eigen, eigenthümlich, einem Urgroßvater angemessen, von ihm herrührend ; wie auch nach Art…

vorväterlich

DWB

vorvaeter·lich

vorväterlich , adj. , den vorvätern zugehörig, in ihrer art und weise. fehlt noch bei Adelung und Campe : auffallend aber ist es, dasz bey d…

wahlväterlich

DWB

wahlvater·lich

wahlväterlich , adj. , von dem vorausgehenden wort gebildet: walväterlicher gewalt. justinianischer instituten warhaffte dolmetschung durch …

Ableitungen von vaeterlich (2 von 2)

unväterlich

DWB

unväterlich , adj. adv. , gth. zu väterlich 3: solch tyrannischer und unväterlicher vater Luther 15, 165 W.; unväterlicher, freveler gewalt …

urväterlich

GWB

urväterlich [bisher nicht publizierter Wortartikel]