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unvermögen

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

unvermögen n.

Bd. 24, Sp. 2064
unvermögen, n., mangel des vermögens (s. vermögen 1) und sein gs.; ohne plural. zu den formen s. vermögen, mögen. nl. onvermogen; schwed. oförmga. mhd. unvermügen Tauler pred. 251, 12 V., sonst unvermügelîcheit, -mügentheit, ebenso mnl. onvermogelijchheit, -mogentheit. vgl. unvermögenheit, -möglichkeit. a) nichtkönnen, unfähigkeit, mangel an befähigung: das gelubd schleuszt ausz den fall des unvormogens Luther 10, 1, 1, 695 W.; die wolwissenheit meines unvermögens S. v. Birken ostl. lorbeerhayn 40; bey aller der manckfaltigkeit unserer kräfte ..., vermögens und unvermögens Butschky Pathmos 8; bewusztsein des eigenen unvermögens J. G. Forster 3, 498; maler Müller 2, 274; wie die deutsche litteratur sich aus dem u. plötzlich zur höchsten höhe schwingt Scherer lit.-gesch. 20. geistiges, künstlerisches u. Schopenhauer 3, 369 Gr.; H. Brunn kl. schr. 2, 188. ausz u. Xylander Polybius (1574) 418. u. zu Kant 3, 31 ak. ausg.; Göthe gespräche 6, 354 B.; bgb. 275, 2. m. gen. des subjects: ihres verstandes u. Harsdörfer gesprechspiele 1, K 5b; u. der natur, nachahmer Scheibe crit. musicus 1018; Gerstenberg schlesw. literaturbr. (lit. denkm. 30) 258. m. gen. der nähern bestimmung, worauf sich das u. bezieht: das u. der befolgung der idee Kant 7, 342 H.; des ausdrucks, vollbringens Bräker 2, 202; Göthe 41, 1, 59 W. m. inf. und zu: zeige dessen u. an, eine festung ... zu erhalten Kirchhof militaris disciplina 196; Chr. Wolff gedanken v. gott (1720) 124; Jean Paul Titan 5, 132; ein u., sich anders zu geben, als sie war O. Ludwig 1, 174. es folgt ein abhängiger satz mit dasz: nun bekenne ich zwar gern mein u., dasz ich wünschen möchte, mit seinen lobserhebungen verschont zu seyn Chr. Weise polit. redner (1677) 172. mit abh. satz: da muszte A. sein u. bekennen, er könte ihnen das nicht geben Herberger Jesus Sirach 492b. für die unfähige person: dem u. die larve abreiszen F. Schlegel d. museum 2, 260. von sachen untauglichkeit: seine (des Ikarus) flügel, deren u. er ... hätte bedenken sollen Neumark palmbaum (1668) 78; des mistes Hohberg georgica 2, 18; aus u. seiner thränendrüsen Jean Paul 7/10, 180 H.; das u. des oberkiefers Göthe II 8, 275 W. b) von körperlichen zuständen: ob es von euers leibs unvermugen geschehen ist kurfürst Johann bei Luther 32, xvii W.; du sihest wol mein alter und u. b. d. liebe (1587) 335b; mein unvermögen weisz, dasz ich kein Atlas bin J. Chr. Günther (1735) 780; insbes. impotenz Kinderling, Campe; Nemnich lex. nosolog. (1801) 17c; Höfler krankheitsnamenb. 418b: ich endlich ausz unvermügen der narrenpossen gantz überdrüszig ward Grimmelshausen Simplic. 307 Kögel; Archenholz England u. Italien 1, 1, 109; Varnhagen v. Ense tageb. 3, 289; rechtsalt. 14, 613; ein sperling auf dem nächsten baume, voll buhlerischer brunst und schalkheit, schalt dieses paars (turteltauben) verliebte ruhe für schläfrigkeit, frost, unvermögen J. N. Götz (1785) 3, 114. c) im geistlichen sinne: angesehen unser unvermügen und blödikeit Keisersberg granatapfel (1510) H 3d; auf das die verstockte blindheit sich erkennen müste und ir eigen unvermügen und nichtigkeit zum guten müste fülen Luther vorr. auf d. a. testament 7, 310 B.; 10, 3, 345 W.; 23, 542 W.; H. Sachs 5, 113, 6 K.; M. Weisze bei Ph. Wackernagel kirchenlied 3, 231; Zinzendorf Socrates (1732) 65; gedichte (1766) 266; ist das innige gefühl eigenen unvermögens gebet? Fr. v. Baader 11. 206; H. Laube 5, 117. d) mangel an geldmitteln, an wohlhabenheit; zahlungsunfähigkeit: das die armen unvermügens halb nit rechtlos gelassen werden sollen tirol. weisth. 4, 635, 38; yemand seines armuts und unvermögens selbs spottet J. Agricola sprichw. (1534) Q 7a; das er schier alle versetzte ambte, schlossere und stete wider ablost und den stifte aus dem unvermogen herfur rucket L. Fries würzb. chron. 355; Schweinichen denkwürdigk. 80 Ö.; der ... feld- und durchzuge, über welchem ... das land ... zu einem betrübten u. gebracht were Micrälius Pommerland (1640) 5, 299; ein cavalier, der unvermögens wegen ohne einen diener zu reisen genöthiget wird, ist sehr übel daran W. B. v. Tschirnhausz 133; sie müssen es lediglich meinem u. zurechnen, wenn ich dieses mal nicht mehr als beygehende 25 th. senden kann Lessing 17, 361 M.; Schiller briefe 1, 210 J.; Iffland 2, 280; viele (hatten) ... aus u. ... die zahlung verweigert Ranke s. w. 15, 196; im unvermögensfalle Gaudy 5, 77; hwb. d. staatswiss. 32, 69. ähnlich: eine neue gefahr erwuchs der offenbarwerdung ihres unvermögens (man bestellte eine 2. flasche wein, sie hatte aber nur eine) G. Keller 8, 31. —
4615 Zeichen · 165 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Unvermögen

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Das Unvermögen , des -s, plur. car. der Mangel des Vermögens, d. i. der Kräfte allerley Art. Das Unvermögen ist der gewö…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Unvermögen

    Goethe-Wörterbuch

    Unvermögen [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Unvermögen

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Unvermögen , s. Impotenz ; vgl. Zeugungsvermögen; U. im rechtlichen Sinn, s. Unmöglichkeit .

  4. modern
    Dialekt
    Unvermœgenn.

    Mecklenburgisches Wb.

    Unvermœgen n. Unvermögen: Unvermägen Müll. Reut. 145 b .

  5. Spezial
    Unvermögen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Un|ver|mö|gen n. (-s) imposcibilité (-s) f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit unvermoegen

2 Bildungen · 2 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von unvermoegen

un- + vermoegen

unvermoegen leitet sich vom Lemma vermoegen ab mit Präfix un-.

Zerlegung von unvermoegen 2 Komponenten

unver+moegen

unvermoegen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

unvermoegen‑ als Erstglied (2 von 2)

unvermögenheit

DWB

unvermoegen·heit

unvermögenheit , f. , zustand des unvermögens, mangel an vermögenheit ( s. d. ) und ihr gth.; vgl. das part. adj. unvermögen und unmögenheit…

unvermögentlich

DWB

unvermögentlich , adj. , gs. zu vermögentlich; Hulsius (1618) 2, 118 a ; 192 a ; Schottel haubtspr. 369 : sein schwach und unvermögentlich a…