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unsterblichkeit

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

unsterblichkeit f.

Bd. 24, Sp. 1423
unsterblichkeit, f. , gth. der sterblichkeit, ἀθανασία, immortalitas. mhd. unsterbelîcheit; mnd. unsterflicheit; mnl. onsterfelijcheit; nl. onsterfelijkheid. zur wortgeschichte s. unsterblich, zu den formen sterblichkeit. in ä. spr. standen für den begriff immortalitas insbes. die bildungen an. údauðleikr, m., ahd. untôtheit, untôdigî, mhd. untôdeme, untœdemlîcheit, untœticheit, untœtlîcheit zu gebote. vgl. nhd. ungestorbenheit. 11) unsterblich 1 entsprechend, als nichtmetaphysische eigenschaft. a) im versicherungswesen nichtsterben: so wird, wenn das absterben rascher, mit stärkerer intensität vor sich geht, als es der tafel entspricht, wenn also übersterblichkeit anhält, die todesfallversicherung ungünstig beeinfluszt sein ... gerade umgekehrte wirkungen würde u. äuszern E. Czuber wahrscheinlichkeitsrechnung 2, 322; unsterblichkeitsgewinne Manes versicherungslex. 914. b) wie unsterblich 1 a: hatt er alsbaldt .. die unsterbligkeit verlohren Paracelsus (1616) 2, 675; unstärbligkeit wünschen Frisius 869b; mnl. wb. 5, 949; J. G. Schmidt rockenphilosophie (1706) 2, 246; der baum des lebens im paradiese ein gewächs physischer u. Herder 12, 17; des leibs u. Rückert 10, 510; äpfel der u. Fouqué zauberring 1, 185, kost der u. J. H. Voss antisymb. 2, 37, stein der u. Hufeland kunst d. m. leben zu verlängern 17; zusammensetzungen: unsterblichkeitstrank J. Grimm mythol. 269, -wasser R. Köhler kl. schr. 1, 367; von thieren: vom adler .. wölcher denn nicht zur u. erneuwert wirt Heyden Plinius (1565) vorrede 3b. c) unsterblich 1 c entsprechend: dise (kinder) sind ... des vattern ... immerwirigkeit und u. Garg. 97 ndr.; es giebt eine gewisse u. im königthum Dahlmann gesch. v. Dänemark 3, 230; wie Goethe genosz er (Michelangelo) im alter die u. seiner jugend H. Grimm Michelangelo 1, 56. von naturgegenständen: wodurch er gleichsam denn das pflantzenreich mit einer art unsterblichkeit beschencket Brockes ird. vergnügen 4, 270; die blumen, die dem leben starben, die kränze der verblühten zeit bewahrt im zauber ihrer farben die sprache der unsterblichkeit (dativ) Steigentesch in F. Schlegels deutschem museum 1, 7; athanasia u., tanacetum vulgare, unsterblichkeitskraut Schlechtendal-Hallier 29, 208; 206; einer von diesen forschern hat den humus als den keim der u. angesehen Wimmer gesch. d. d. bodens 202. d) unsterblich 1 e entsprechend, etwas erbeigenes: habe ich ... beschlossen ... diss ... buch der balley Francken ... zur ewigen gedechtnusz in unterthenigkeit als ein unsterbligkeit zu zu eignen Joachim Lochner im vorwort (1573) zu H. Sachs 18, 5, 30 G.; veraltet. 22) wie unsterblich 2 als metaphysische eigenschaft oder solcher zustand. a) allgemein: denn dis verwesliche mus anziehen das unverwesliche und dis sterbliche mus anziehen die unsterbligkeit 1. Cor. 15, 50; sich nunmehr in der u. befinden Kramer (1702) 2, 964c; ich kann also gott, freiheit und u. ... nicht einmal annehmen, wenn ... Kant 3, 18, 34 ak. ausg.; u. beweisen Göthe 3, 109 W. als tochter gottes Pfeffel poet. versuche (1812) 8, 6. bilder für die u. das ei J. Prätorius philosophia colus (1662) 170, die lotosblume Ritter erdkunde 1, 711, der phönix u. a. zusammensetzungen zahlreich; z. b. unsterblichkeitsargument D. F. Strausz 6, 85, -behagen R. Wagner 3, 211, -drang Bettine dies buch gehört d. könig 1, 38, -glaube Jean Paul 11/14, 436, -lehre allg. d. bibl. 113, 536, -lehrer Gutzkow 12, 76, -läugner 7, 417, -lüge W. Jordan schaum 215, die unsterblichkeitsgläubigsten D. F. Strausz 6, 21 (unsterblichkeitahndung Sonnenberg bei Campe). b) von gott, göttern, engeln, teufeln (unsterblich 2 a—c): ihme (dem gottmenschen) ist fleisch und geist alles eins, darzu die sterblichkeit und u. J. Böhme 6, 90; v. engeln Ringwaldt christl. warnung c 1a; die u. Satans; C. verhaiszt Ulyssi unsterblichait Schaidenreiszer Odyssea (1537) 21a; J. H. Voss Od. 89 B. c) von menschen: H. Sachs bei Ph. Wackernagel kirchenlied 3, 70; der mensch soll an u. glauben, er hat dazu ein recht, es ist seiner natur gemäsz Göthe gespräche 7, 5 B.; für die gesamtheit der unsterblichen wesen Klopstock Messias 1 (1799), 378. d) von ... unsterblikait der seelen Schaidenreiszer Odyssea (1537) vorr. 4a; Göthe gespr. 7, 5 B.; eine persönliche u. der seele Mommsen m. gesch. 2, 413. e) er ... verwandelt on unterlas uns, die seele ynn gerechtickeit, den leib ynn unsterblickeit (glorificiert ihn) Luther 23, 255 W. f) die u. des stoffes Büchner kraft u. stoff 17; Lange gesch. d. materialismus 377. 33) unsterblich 3 entsprechend, vom nachruhm: also hoch haben si die arbeit gehalten, dasz si inn unsterbligkeit zuogemessen L. Zoleckhofer vilvaltige beschreibung (1564) 70; Klopstock oden 1, 86, 7 M.-P.; dreiundzwanzig jahre, und nichts für die unsterblichkeit gethan! Schiller 5, 203 G. (Dom Karlos 2, 2). zusammensetzungen häufig; z. b. unsterblichkeitsfieber A. E. Brachvogel Friedemann Bach 1, 130, -kandidat O. Müller Bürger 1, 20, -kolossalgedichte H. Heine 3, 358 E., -kranz Kretschmann 5, 368, -schwindel H. Leuthold gedichte 172 Schurig, -späher (Klopstock) Musäus physiognom. reisen 2, 76, -tempel Jean Paul 32, 105 H. diese alle haben hernoch den nammen der unsterbligkeit uberkommen Parac. 2, 316 B H.; den weg zur u. bahnen theatrum amoris (1626) 304; jedem verdienst ist eine bahn zur u. aufgethan, zu der wahren u. meine ich, wo die that lebt Schiller 9, 99 G.; dem tempel der ehr, der tugend und unsterbligkeit Schupp schr. (1663) 79; im hause der u. Opitz 3 (1690), 141; in das buch der u. versetzen Chemnitz schwed. krieg 2, 4 vorr.; den kranz der u. Herder 27, 171; die götter geben ihm den becher der u. zu trinken Heinse 3, 384 Sch.; (von kardinälen) sich das roth der u. auflegen 3, 267 Sch.; einer eiteln unsterbligkeit des nachruhms Lohenstein Arm. 1, 78b; papierne u. Hippel lebensläufe 1, 241, literarische Bremser 123, wenig beneidenswerthe D. F. Strausz Schubarts leben 1, xv. concret (vgl. unten 5): schöner preisz für euren schweisz in der feldschlacht, dasz ihr jetzt in gymnasien lebet und eure u. (euer unsterbliches) in einem bücherriemen mühsam fortgeschleppt wird Schiller 2, 29 (räuber 1, 2); mit dem durchgang durch die Peterskirche fing der ritter den schönen lauf durch die u. (Roms unsterbliche herrlichkeiten) an Jean Paul 24, 80 R.; Napoleons sterbliche u. zu bergen Gutzkow 7, 191; eine u. im keim erdrücken Hebbel I 1, 63. 44) die intensive bed. des adj. unsterblich (4) kommt im subst. nur sehr undeutlich zur erscheinung: beseligend fluten elysische gluten ... unsterblichkeitswonnen und schöpfrische lust Hamerling 2, 56; vgl. unsterblichkeitsgewisz Lenau 159 B. vieles bleibt begrifflich verschwommen: es hat edle freunde in der welt gegeben, und ich suchte mir einen für die u. (ewigkeit?) Schiller 1, 60; wie deines leibs gliedmaszen unsterblichkeit ausdrücken Platen 2, 174. 55) der plur. ist individuell; nach bed. 3: dahero bleibet ihm der kunst unsterblichkeiten und ein berühmter nahm Neumark fortgepflanzter lustwald (1657) ehrenverse 15; für kett und schmach, die ihr ihm lieszt bereiten, gibt euren namen er unsterblichkeiten A. Grün 3, 205; nun schauten mit allen ihren unsterblichkeiten die engel Klopstock Messias 8, 247 (mnl. wb. 5, 949, bed. 2); spottend: die jüngsten unsterblichkeiten (berühmtheiten, bed. 3) Hebbel I 11, 282; wo die unsterblichkeiten durch kleine wochenblätter auf grauem löschpapier gemacht werden Gutzkow 7, 284. es giebt doch drei unsterblichkeiten (arten der u., überirdische, unterirdische, ewigwirkende) Jean Paul bei Campe.
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Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Unstêrblichkeit

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Die Unstêrblichkeit , plur. inus. die Eigenschaft, da ein Ding unsterblich ist.

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Unsterblichkeit

    Goethe-Wörterbuch

    Unsterblichkeit [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Unsterblichkeit

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Unsterblichkeit , die persönliche Fortdauer des Menschen im Jenseits. Der Glaube daran ist eine unmittelbare Thatsache d…

  4. Sprichwörter
    Unsterblichkeit

    Wander (Sprichwörter)

    Unsterblichkeit Unsterblichkeit erwirbt man nicht im Federbette. Lat. : Non venit ex molli vinida fama toro.

  5. Spezial
    Unsterblichkeit

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Un|sterb|lich|keit f. (-) imortalité (-s) f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit unsterblichkeit

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Ableitung von unsterblichkeit 3 Analysen

un- + sterblichkeit

unsterblichkeit leitet sich vom Lemma sterblichkeit ab mit Präfix un-.

Alternativen: un-+sterblich+-keit unsterblich+-keit

unsterblichkeit‑ als Erstglied (3 von 3)