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unkraeftig

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

unkräftig adj. adv.

Bd. 24, Sp. 1106
unkräftig; adj. adv. , gth. von kräftig. ahd. unkreftîg, mhd. unkreftec, ags. uncræftig, an. úkröptugr, -ligr, as. unkraftag, mnd. unkreftig, -krechtich, mnl. oncrachtich, nl. onkrachtig. ohnkräftig neben u. im 16./17. jh., von Kramer (1702) 2, 104c verworfen. unkrefftigklich Frisius, Maaler, Dentzler, veraltet. mhd. unkrefteclîche. unkräft (1575) Staub - Tobler 3, 789 wie ohnmächt neben ohnmächtig. vgl.kraftlos, schwach, ungewaltig, unmächtig. 11) gth. v. kräftig 1, physisch: a) da ward der track gar unkreftig heil. leben winterteil (1471) 150a (veraltet mit erläuterndem gen.: so erlammet desz ein mensch und würt u. seiner glider Keisersberg evangelibuch 149c); ich war nunmehro weit unkräfftiger als eine fliege insel Felsenburg 2, 394; den unkräftigen greis Zschokke 25, 291; ein kleiner mann, nicht u. gebaut Gutzkow zauberer 5, 166; u. werden von kräften kommen Bettine dies buch 1, 63; zum streit u. Rückert 12, 218; die n. spr. neigt dazu, u. auf leblose dinge einzuschränken; Weigand syn. 3, 678. wer ist je so unkräfftiger natur Fischart ehzuchtb. 219, 21 H.; im unkräftigen alter Hoffmann v. Fallersleben 7, 314; 'arm, gering' (veraltet): das unkrefftig, dri haller wert stetlin Wittenberg Dietenberger vermanung (1523) g 3a. wie unkraft 1 medicinisch (veraltet): schweyssbaden ... machet unkrefftig zuo fleyschlicher begirt Ryff sp. der gesundheit 93a; besinnungslos b. d. liebe 392b; substantiviert Francisci lusthaus (1676) 1443; zeugungsunfähig Kramer (1700) 1, 841a; Olearius verm. reisebeschr. 318; u. zum ehestande Stieler 1022; infirm, u., schwach Spanutius 292; der unkrefftigen versuchung seines leibs Alexius Bresnicer regiment wieder die pestilentz (1552) A zb. b) unkräftige, dünne, matte striche u. dgl. c) kleinere und unkrefftigere frücht Parac. 1, 916 A, kräuter Sebiz feldb. 24, lufft Parac. 2, 502, Hohberg georg. 3, 5b, wasser Herr feldb. 32b, strahlen (übertragen) Thümmel reise 2, 175, gewicht Rivius Vitruv 638, Wieland I 1, 227; u. verhallen G. Freytag 11, 241. d) ie schwecher und unkrefftiger .. das brot darvon werden muosz Ryff sp. d. gesundheit 49b; weine Chr. Fr. Schulz reise eines Livländers 6, 301, fleisch Parac. 2, 312 A, Gengenbach 415 G., Oken naturg. 6, 263. mit einschlag von 2 e (vgl. kräftig 6): samen Ryff anatomi G 1b, salz Schade sat. 3, 22, Hippel lebensl. 1, 327; ignavus succus unkrefftig, schwach, das kein tucht nit hat Frisius 644a; alter, verlegener, unkräfftiger, selbstverfälschter dinge der apotheker Moscherosch ges. 644; Hohberg georg. 1, 207; verdorbene waaren nennet man alle diejenigen, welche verdorret, .. schimmlich und unkräfftig seyn Marperger kaufm. magazin 1299; Schedel waarenlex. 1, 110; gift Frisius 625b, arznei Rollenhagen froschm. E 8a, abführungsmittel Bode Montaigne [] 1, 222, pflanzen allgem. d. bibl. 11, 230; medicinisch u. Oken naturg. 2, 384 u. s. w. 22) gth. v. kräftig 2: a) wenn ich unkrefftig bin, so bin ich am krefftigsten (cum infirmor, tunc potens sum 2. Cor. 12, 10) Luther 10, 146, 5 W.; ein unkräftiger mann in der hand des gebietenden weibes Herder 29, 651; Olearius rosenthal 103; Lafayette spielte den humanern und darum unkräftigern Luther Laube 8, 98. ein schwaches und unkräfftiges gemüth Lehman florileg. 3, 454; die unkräftige individualität Hegel I 7, 272, kriegsmacht Ranke 8, 16, regungen 28, 475, leben G. Freytag 14, 120, vielseitigkeit Nietzsche 1, 503 u. s. w.; u. wühlen Herder 15, 384. die hoffnungsbaue machten endlich den gewerkenbeutel matt und u. mittheilungen d. hist. ver. f. Steiermark 37, 181. schwächlich, tatenlos: ein leeres, unkräftiges wohlgefallen de la Motte Guion leben vorr. x 6b; moral Zinzendorf Berliner reden f. männer 268. b) wo mans (das wort gottes) aber nicht treibet, so wirds bald vergessen und unkreftig Luther 171, 27, 31 W., lehre Zinkgref apophthegm. (1628) a 5, wiederholungen J. A. Ebert an Bürger 2, 446 Strodtmann; gleichwol werden die simplicia .. bedeutungsleer und u. Gerstenberg litbr. 7, 48, 13 ndr. c) unsre nordische phantasie je kurzgespannter und unkräftiger, desto unruhiger regt sie ihre flügel Herder 22, 253; nicht unkräftige religiöse bedürfnisse d. literaturzeitung 33, 851; das unkräftigste Nietzsche 5, 48. d) eine helle, flaue und unkräftige art Winckelmann 1, 266; farbenspiel Herder 15, 354; Solger Erwin 1, 114; der schweizerhütte, welche zu matt und u. dasteht Göthe IV 27, 353 W. e) irritus Frisius 735b, s. unbeschieszlich sp. 341; inanis Frisius 669a: mönchischer und menschlicher trost unkrefftig Luther 16, 350 W.; Albertinus Luc. königr. 59, 29 L.; mittel Schupf schr. 420; J. J. Engel 2, 37; Hafner lustsp. 2, 329; unkräftig zieht, wie schaaren der cicade, dein flehen durch die luft G. Freytag 3, 256 (Fabier 5, 1); vom zauber und zauberischen Wieland Lucian 4, 209; Musäus volksm. 1, 19; Kotzebue 27, 54; unkräftig ist allhier der wasser wunderkraft Weichmann poesie d. Niedersachsen 4, 414 (vgl. 1). oft mit bed. 3 sich kreuzend (vgl.unkraft 7): die leer Christi u. zu machen Zwingli schr. 1, 256; Herder 17, 212; unkrefftiger schlusz Luther 16, 128 W.; Kant 8, 50; beweis Hulsius (1618) 2. 37a; ein unkreftigs gebett Hedio chron. 312b; entschuldigung Schweinichen 161; und halten desz babstes bann für ein fulmen brutum und unkräfftigen donnerschlag Sandrub kurzw. 39 ndr.; antiquare ... ein altes und altershalben unkräfftiges und untüchtiges ding verwerffen, abschaffen Corvini fons 61; wenn die lange gewohnheit diesen argwohn nicht vorlängst u. gemacht hätte vern. tadl. 1, 234; Nicolai Noth. 1, 32; klagen u. machen Herder 24, 24; unkräftige schwüre der treue Gellert 3, 61; alle seine bitten und vorstellungen blieben u. Campe. f) das blosze erste anschauen ist viel zu unkräfftig, den wolff seine böse art zu nehmen J. G. Schmidt rockenphilos. (1706) 1, 302; Lenz 3, 138 Tieck; A. W. Rehberg kl. schr. 17; vgl.zu allem guten u. Görres 3, 200. g) einem .. innerlich unkräftigen zustande Göthe II 6, 27 (zur morphologie). 33) gth. von kräftig 3 im rechtlich - geschäftlichen sinne (veraltet): der gemelt alt brieff ward in der ablosung unkrefftig Riederer rhetor. l 6b; in kurtzen jaren sinð uff gestanden ... unkrefftige gesatz geber Eberlin v. Günzburg 1, 164 ndr., wo es darüber geschehe, so soll es uncreftig und unpündig sein Nürnb. ref. (1564) 214a; alle concilien zu ändern, bundlosz, unkräfftig, nichtig und von unwürden zu machen Fischart binenk. 47a; was er deszhalben vornehmen wird, soll alles null und nichtig und unkräfftig sein Menantes n. briefe (1723) 602: v. testament B. v. Chiemsee 88; Frischlin (1586) 238b; Hulsius-Ravellus 379b; Wiederhold 390b; Stieler 1022; ehe Ziegler Banise 413, zeugnis Thomasius gedancken (1720) 2, 54, amt Liscow vorr. 44, zusagen [] Möser 2, 123; es erklärte die austheilung der exemplare für u. und gesetzwidrig L. Meister kurze geschichte (1789) 22. adv.: u. confirmiert Opel-Cohn 284, verordnet Lohenstein Arm. 2, 604a. Sattler phras. 285. infirmiren, u. machen Apini gl. n. 289. beweis-, rechtsunkräftig (Fichte 6, 104). mit unterscheidung von ungültig: um den ... ergangenen sentenz, wo nicht gleich ungültig, doch u. zu machen Stephani lustsp. 178. —
7267 Zeichen · 207 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Unkräftig

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Unkräftig , -er, -ste, adj. et adv. der Gegensatz von kräftig, keine Kraft habend oder äußernd, mit einem geringen Neben…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    unkräftig

    Goethe-Wörterbuch

    unkräftig [bisher nicht publizierter Wortartikel]

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit unkraeftig

3 Bildungen · 3 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von unkraeftig 3 Analysen

un- + kraeftig

unkraeftig leitet sich vom Lemma kraeftig ab mit Präfix un-.

Alternativen: un-+kraft+-ig unkraft+-ig

unkraeftig‑ als Erstglied (3 von 3)

unkräftigen

DWB

unkraft·igen

unkräftigen , verb. , gth. v. kräftigen. ahd. unchreftigôn; vgl. DWB unkräften . gth. v. kräftigen 3: das wir an diesem unseren briffe also …

unkräftigkeit

DWB

unkraeftig·keit

unkräftigkeit , f. , mangel und gth. der kräftigkeit. ahd. unchreftigî. physisch wie unkraft 1: unkreftikeit ( infirmitas ) Trebn. psalm. 40…

unkräftigung

DWB

unkraeftig·ung

unkräftigung , f. : infirmatio, schwechung, unkräfftigung notariatb. 62 a . s. DWB unkraft 6. —