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unhöflich

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

unhöflich adj. adv.

Bd. 24, Sp. 1062
unhöflich, adj. adv. , gth. v. höflich. mhd. unhovelich, -lîche. mnd. unhovelik(en). mnl. onhovelijc, -like; nl. onhoffelijk. an. úhœfligr, aschwed. ohöveliker, schwed. ohöflig, n. uhøflig, entlehnt aus dem mnd., angelehnt an høve. Staub-Tobler 2, 1036 f. Follmann 519b. onheiferlech lux. 316b. vgl. ungehöflich (Fischart Eulensp. 162 u. Hauffen zu 160 u. 15, 28), unhöfisch, -hübsch. 11) gth. v. höflich 1: im schreiben an einen könig soll man nicht frembde, ungebreuchliche oder unhöffliche reden brauchen S. Gessner betrachtung des psalters J 5b; G. Freytag 10, 36. im wortspiel mit hof: Micrälius 3, 409, Butschky Pathmos 11 u. ö. 22) gth. v. höflich 2/3, ungesittet, ungezogen, unfein, roh, grob, plump, derb u. dgl.: unhoflich narren S. Brant narrensch. 110a (von disches unzuocht), 14 (dazu die erläuterung 5 ff.); Scheit Grobian. 8 u. ö.; Lehman florileg. 4, 206 (schelte); wäscher Kirchhof wend. 2, 149, holtzblock Guarinonius 149, barbar D. v. d. Werder ras. Rol. 49; eltern Moscherosch insomnis cura 88 ndr.; riesen ... die alle ... übermütig und ohnhöfflich zu seyn pflegen Bastel v. d. Sohle Don Kichote 17 (syn. wild, frembd, ungezogen Luther bibel 1, 526 W., pewrisch, unfreundlich Barth weibersp. R 6b, unAertig Fischart lob d. lauten 438 u. dgl.; Alberus 91a; insolent Belemnon bauern-lex. 93); unhöfflichs geperds Eberlin v. Günzburg 3, 230; Dannhawer catechism. 1, 59; Hohberg georg. 1, 190; sitten Scheit Grob. 9 ndr.; feder, reden u. s. w. adv.: Luther 7, 667, 18 W.; Sirach 18, 18; Thomasius ernsth. gedancken 3, 56. unhöfliche instrument ungeschlachte, primitive Franck weltb. 217a. stärker unanständig, gemein, ekelhaft: bossen Nas antipap. 4, 250b; zoten Zesen verm. helikon 1, 199; sich unheeflich uffihren pedere (vgl. unanständig II 3) Brendicke Berlin 187a; ebber unheflich inlade jemanden bedeuten leck mich im a. Follmann 519b. grob steigernd: Grimmelshausen 2, 29, 2 Keller; dazu mnl. onhovesch injuriosus wb. 5, 772. selten anerkennend: Sterz. spiele 10, 433, 442. schriftsprachlich veraltet. 33) wie unfreundlich 2, unchristlich 3, ungeschickt 7, ungeschlacht 7 u. ä. zur steigerung neigend: wo es e. f. u. ernst wäre und nicht so unhoflich loge, dasz ... Luther briefe 2, 285 De Wette; Philad. Regius luther. wunderzeichen (1524) A 3b; Weise erzn. 4 ndr.; pol. redner 727; Fouqué bildersaal 2, 237; ach Blücher, ach was denkst denn du? du schlägst ja gar unhöflich zu! Ditfurth volksl. d. preusz. heeres 116. heute nach 4 verstanden. 44) gth. von höflich 4; vgl. unartig A 6: ich hab kein edlen (mag ich jehen) so peurisch und unhöfflich gsehen, der für jungfraw gieng oder ried, doch in kein reverentz thet H. Sachs 12, 530, 24 Keller; Schweinichen 185; El. Charl. v. Orleans 1, 125; Eschenburg beisp. 5, 433; sie sind unausstehlich u.! H. Beck schachmaschine 10; u. werden Göthe IV 19, 377, 19 W.; Nestroy 2, 252; v. thieren Göthe Faust 2426; vom tod Abr. a St. Clara mercks Wien 40; Iffland 5, 62; vom häscher Raupach dram. werke ernster gattung 13, 167; wie unartig sp. 192, 4 b β, unfreundlich sp. 586, ungeschlacht sp. 487, 4 von witterungserscheinungen maler Müller 1, 290; Hebbel I 1, 364; aufführung Möser 2, 84, anmaszung, ausdrücke u. s. w. es ist recht u., die natur der dinge zu bemühen Brentano 5, 320; unhöfliche höflichkeit Eichendorff 2, 145. adv.: u. stören Buchholtz Herkuliskus 12; es steht u., wann man ... Weise erznarren 129; es läszt u., dasz ... Bürger 366. ins unhöfliche verfallen Forster 3, 397. heute gegen grob abgegrenzt Eberhard syn. 4, 295; u., grob, plump, ungeschliffen, ungehobelt Stosch 2, 506; auch unartig (sp. 194) ist stärker (vgl. Auerbach bei Sanders 1, 775a u. das verhältnis bei kindern u. erwachsenen). für immodest Spanutius 283, undiscret 290 (Apinus 287, sprachverderber 17, Schupp 89), incivil Spanutius, Campe, malhonnet Apinus, impoli Kinderling, Campe. Pansner schimpfwb. 73b. 55) höflich 5 entsprechend, unangemessen, unpassend, unangebracht, ungehörig, unschicklich, ungeschickt u. dgl., in älteren wb. durch infacetus, insulsus, illepidus, illiberalis, ineptus wiedergegeben; 'in rechten unbillig, ungebräuchlich, unanständig, wider recht, gute sitten u. löbliche gewohnheiten' Zedler 49, 1630: deshalb hat mans nit für unhofflich geacht, das der saw für ire weiszheit das leben geben sey Eppendorff Plinius 8, 85; wiewol es eim u. ist dise ding erzelen Pinicianus Scanderbeg 61b; schertz Fr. Wilhelm sprichw. f α 302; med. maulaffe 74; sprichwort Harsdörffer gespr. 1, K 6a; liederchen Gottsched schaubühne 2, 139; unhöfliches umreiten der adlichen als ungebetene gäste Zedler 49, 1630; in n. spr. (Weise kl. leute 94, Herder 22, 211, Freytag 11, 52) nach 4 umgedeutet. nit unhofflich haud illepide Steinhöwel Äsop 250; haud inscite Franck moriae enc. 20, 6. etwas unhoflichs oder unschickerlichs Wilw. v. Schaumburg 202. veraltet. 66) gth. v. höflich 6: u., keine nutzbaren mineralien enthaltend Veith bergwb. 514; unhöfliche gebäude, da die stollörter mangeln Jacobsson 8, 53a. vgl. unartig sp. 191, 2, unart 178. —
5111 Zeichen · 182 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    2. Unhöflich

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    2. Unhöflich , -er, -ste, adj. et adv. der Gegensatz von 2 Höflich, abgeneigt, andern in seinem Betragen gegen sie dieje…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    unhöflich

    Goethe-Wörterbuch

    unhöflich [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. modern
    Dialekt
    unhöflich

    Mecklenburgisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    unhöflich das hd. Wort: de Kierl wir gor tau unhöflich Ro Ribn ; im Mnd. wie unhœwsch; 'Dat is unhoveliken dan' Red. Ost…

  4. Sprichwörter
    Unhöflich

    Wander (Sprichwörter)

    Unhöflich Lieber unhöflich als überlästig. – Eiselein, 601; Simrock, 10706; Braun, I, 4677.

  5. Spezial
    unhöflich

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    un|höf|lich adj. (unmanierlich) zënza manira, zënza cherianza, püch valënt, grou (groi, groia).

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit unhoeflich

2 Bildungen · 2 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von unhoeflich 2 Analysen

un- + hoeflich

unhoeflich leitet sich vom Lemma hoeflich ab mit Präfix un-.

Alternativen: un-+hoef+-lich

unhoeflich‑ als Erstglied (2 von 2)

unhȫflichêⁱt

MNWB

unhoeflich·eit

° unhȫflichêⁱt ( vnhoͤfflicheit ), f. : Ungesittetheit , Unmanierlichkeit, „Inurbanitas, inciuilitas , vnhoͤfflicheit ” (Chytr. 581).

unhöflichkeit

DWB

unhoeflich·keit

unhöflichkeit , f. , gth. der höflichkeit, mangel der h. mhd. unhovelîcheit Lexer nachtr. 385 . lux. 316 b . nl. onhoffelijkheid. dän. uhøfl…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „unhoeflich". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 9. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/unhoeflich/dwb
MLA
Cotta, Marcel. „unhoeflich". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/unhoeflich/dwb. Abgerufen 9. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „unhoeflich". lautwandel.de. Zugegriffen 9. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/unhoeflich/dwb.
BibTeX
@misc{lautwandel_unhoeflich_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„unhoeflich"},
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  howpublished = {lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern},
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