ungewöhnlich,
adj. adv. ,
gth. v. gewöhnlich.
wie ags. (ungewunelîc, -lîce, -wynelîc)
und ahd. (ungauuonlihho
insolite ahd. gl. 1, 187, 15)
bezeugung lehren, früher als sein gth. entwickelt (
wird man sich doch erst am ungewöhnlichen des gewöhnlichen bewuszt)
; mhd. ungewon(e)lich,
adj. (
adv. fontes rer. Bohem. 3, 19, Tauler
pred. 98, 17
V.)
; mnd. unbewonelik
ungewohnt, ungewöhnlich, mnl. ongewoonlijc, -like;
nl. (
veraltet) ongewoonlijk;
altschwed. ovanliker;
schwed. ovanlig;
dän. usædvanlig; onggeweinlech
lux. 316
a; Schmidt-Petersen
setzt 149
b ungiwönelk
an. ungewonlichen,
adv. (Tschudi
chron. 1, 78; Maaler;
s. gewöhnlichen)
veraltet; im übrigen s. zu den formen gewöhnlich. II. '
unbewohnbar, unwohnlich'
; vgl. Riederer unter ungewohn,
ags. ungewunlîc, ungewunigendlîc
und mnl. ongewoontlijc
solitudinarius: R. ... enthielt sich in den ungewonlichen velsen Stumpf
chron. 318
a; wir sehen
das sehr viel land auff erden ungewöhnlich und ungebawet sein Faber
thes. 372
a; in den ungewohnlichsten wildtnussen Guarinonius 952; 10.
veraltet. IIII. '
der gewohnheit oder dem gewöhnlichen widersprechend, nicht gemäsz.' (
mnl. auch '
ungewohnt'
mit persönlichem subj. und abh. infinitiv; wb. 5, 756.
vgl. var. zum ackermann a. B. 2, 7,
hs. K.) II@11)
gth. v. gewöhnlich II 1. II@1@aa)
prädicativ; mit näheren bestimmungen: das ist Habacuc gebet und gesang, zu trost den Jüden gemacht, aber mit seer verbrochenen worten, die uns Deutschen ungewonlich sind Luther 19, 435
W. (
collectiv); wan es dir dan ungwonlich (
individuell) war, was schiltst dus dan so hOenisch gar? Fischart
kehrab 225
H.; es ist mir so u., eine angelehnte würde öffentlich zu behaupten Bettine
Günderode 1, 260; wie in verliebten gedichten nicht u.
vern. tadl. 1, 223; bei Herder 16, 511; in zeiten, wo I. A. Cramer
nord. aufseher 1, 85; brauchen wir zum gewöhnlichen ... deswegen so viel kraft ..., weil für den eigentlichen menschen nichts ungewöhnlicher ... ist als armselige gewöhnlichkeit? Novalis
Athenäum 1, 2, 79;
mit abh. satz oder inf.: nach dem es ungewonlich war, das sich die 48 regenten mit den kirchen bekummerten Luther 18, 234, 27
W.; auch miszbilligend: ich finde es u. (
auffallend), dasz sie ...; diewil aber die ttsch sprach damalen nit gemein brchig und ungewonlich was ze schreiben Tschudi
chron. 1, 102; Lohenstein
Arm. 2, 53
a; um meine sachen nicht gar zu u. zu machen Logau 444; dies wort ist u. geworden Campe;
ohne nähere bestimmungen: die orthographie meiner copie ist u. Göthe 41, 1, 229, 10
W.; accept ist u.
handwb. d. staatswiss. 3, 28; dasz mulattinnen von jeder denkbaren fruchtbarkeit nicht u. (
selten) seien Peschel
völkerk. 9. II@1@bb)
beim attributiven gebrauch sind die bedeutungsunterschiede i. a. entwickelter. II@1@b@aα) '
ungewöhnlich, weil ungewohnt';
individuell: und füllten sich also mit dem ungewonlichen wyn Stainhöwel
ber. fr. 175; fasten Lehman 3, 120; ein eigener, dem natürlichen menschen ungewöhnlicher zustand Göthe 22, 316, 7
W.; diese ungewöhnliche heiterkeit der tödtlich kranken Schiller 1, 168;
collectiv: mit ongewonlichem gesang in der pfarkirchen W. Königstein
tageb. 101; es war aber solcher stall an einem ungewöhnlichen orthe, darzu man nicht viel wandert B. Hertzog
schiltw. E v; jenem künstler, der ... auch die ungewöhnlichsten gegenstände ... zu behandeln versteht Börne 2, 87;
allgemein objectiv: zu ungewonlicher zyt, an ungewonlicher statt Riederer d III
a; weg Göthe 24, 67, 7
W.; bei einem nicht mehr ungewöhnlichen ereignisz Ebner-Eschenbach 4, 268;
mit näheren bestimmungen: eine in Schweden ungewöhnliche sache Chemnitz 2, 10; hier Lohenstein
Ibrahim 4; bey uns Ayrenhoff 6, 82, 29
u. s. w. II@1@b@bβ) '
rechtlicher gewohnheit nicht gemäsz, unerlaubt': auch sollen wir khain ungewonliche steur nicht auflegen (1342) Brandis
landesh. v. Tirol 55; tod Füetrer
Bayr. chron. 123; gesetz A. v. Eyb
sp. d. sitten O IV
a; lere B. v. Chiemsee 9; weeg und steeg, kaufmanschaft, zeit, hörner
öst. weist. 6, 24, 17
u. o.; 10, 118, 21; 115, 1; 1, 284, 23; 195, 23
u. s. w.; anno 643 war C. ... auff ein new ongwonliche weisz keyser erwelt S. Franck
chron. Germ. (1538) 62
a;
abolita ungewonlich ding Melber a 2
b; richterstul Lohenstein
Arm. 1, 19
b; richter; ein schulen sonst ungewöhnliches recht Nicolai
reise 2, 323; verfassung Niebuhr
röm. gesch. 1, 263; gewinn
handwb. d. staatswiss. 7, 602; '
regulär': die gewöhnlichen und ungewöhnlichen kosten der schiffahrt
handelsgesetzb. § 621, 2.
der normative begriff dringt auch auszerhalb der rechtsspr. durch: ein ungewönliche odder unvolkomene quint
M. Agricola
mus. choralis (1533) D I
b;
von krystallen F. Th. v. Schubert
verm. schr. 4, 203; laufbahn G. Keller 2, 140; begann ich ja die ersteigung von einer im Karwendel - gebirge überhaupt ungewöhnlichen seite H. v. Barth
kalkalpen 442.
vgl. ζ. II@1@b@gγ) '
ungebräuchlich, unüblich',
sowohl von veraltetem wie von gewagt neuem: lut des nachvolgenden briefs, den ich von der alten ungewonlichen ttschen art ze schriben diss orts ingestellt hab Tschudi
chron. 1, 172; habit Grimmelshausen 4, 610, 6
Keller; die ungewöhnlichsten griffe Mattheson
kl. generalbaszschule 220; veraltete und ungewöhnliche wörter wieder aufleben zu lassen Gottsched
d. neueste 8, 36; fügungen Schönaich
ästh. 109, 8
K.; einem in Rügen ganz ungewöhnlichen worte E.
M. Arndt 1, 72;
auf diesem heute nicht mehr ungewöhnlichen wege
zeitung. II@1@b@dδ) '
vom gewöhnlichen abweichend, selten, neu, darum nicht leicht zu deuten, unerklärlich, merkwürdig, auffallend, bemerkenswerth': wiewol dis evangelium ein ungewonlich predigt ist fur die einfeltigen Luther 15, 798, 14
W.; woher ... dieses ungewöhnliche trawren käme Zinkgref
apophth. (1628) 166; solche seltene und ungewöhnliche extra ordinari glücks-stücke Grimmelshausen 2, 329, 22
Keller; licht Weise
erznarren 46
ndr.; geräusch Holtei
vierzig j. 1, 42. der endzweck seines ungewöhnlichen aufenthalts bei uns Göthe 22, 301, 14
W.; dinge .. die von einer weit ungewöhnlicheren art sind Bode
Thom. Jones 1, 18. II@1@b@eε) '
seltsam, wunderbar, übernatürlich, unheimlich, grauenerregend, fürchterlich': sy ... gewar wurden an dem hymel ains ungewonlichen sterens
heil. leben wintert. (1471) 150
b; wann es was ein solchs ungewondlichs edels ding allen die das sahen
legend d. h. v. Francisci (1512) n 8
b; gestalt Luther 23, 10
W.; menschen S. Franck
s. gewöhnlich
sp. 6630; thier Wirsung
artzneyb. 704
d; was ungewohnlich und übernatürlich ist, das schreckt leut und vieh Petri Z z 5
a; gesang
des geistes Grimm
sagen 1, 56. II@1@b@zζ) '
regelwidrig, verunstaltet, abnorm, irregulär' (
vgl.β): er sey blind, lahm, mit einer seltzamen nasen, mit ungewöhnlichem gelied
3. Mos. 21, 18; lufft S. Franck
chron. Germ. (1538) 177
a; bluten Wirsung (1588) 119 d; schwärtze Sebiz
feldb. 115; arten
Rein. Fuchs (1650) 375; eine ungewöhnliche begebenheit in der natur Chr. Wolff
v. gott 340; jeden ungewöhnlichen geistigen zustand Arnim 8, 44. II@1@b@hη) '
ungereimt'
: absurdus Diefenbach
gl. 6; ungeschmackte ungewohnliche reden Moscherosch
cura 136
ndr.; geberden Chr. Weise
überfl. ged. 181
ndr., vgl. städtechr. 2, 149
unter unchristlich 2
sp. 404; einige vielen paradox und u. scheinende fragen Arnold
ketzerhist. 19.
veraltet oder zum farblosen euphemismus verblaszt. II@1@cc)
adv.: ahd. gl. 1, 187, 15; das di iuncfrowen manlich daz ros retin ungewonlich
Fontes rer. Bohem. 3, 119; ausforschen
paraclesis C 4
a; beschatzen Tschudi
chron. 1, 78; wenn die hunde so u. und gräszlich heulen Prätorius
phil. colus 94; weinen Hoffmannswaldau-Neukirch 3, 222; ungewöhnlich hat der schlaf Hermanns glieder eingenommen Schönaich
Hermann 16; verlängern Wieland
Ag. 1, 22; färben Göthe
gespr. 8, 353; brauchen Kinderling
rein. 412; so schweift der andere (
J. Paul) überall aufs ungewöhnlichste aus Gervinus
gesch. d. d. dicht. 5, 204;
vgl.auf ungewöhnliche weise Stilling 3, 222; O. Jahn
Mozart 3, 124; auf ungewöhnlichem (
ζ) wege Pückler
briefw. 1, 340; ungewöhnlicherweise. II@1@dd)
substantiviert: was ungewönlichs sehen Barth
weibersp. Z VI
a; etwas übernatürlich- und ohngewohnliches Cario
hall- u. thonkunst 142; nichts ungewöhnlichs Lehman 1, 129; nichts ungewöhnlichers Zinzendorf
Socrates 19, 88; das ungewöhnlichste Lessing 3, 12 (
Nathan I 2, 223); das ungewöhnliche einiger redensarten Laroche
Sternheim vorr. xvii. II@22)
gth. v. gewöhnlich II 2,
steigernd, '
auszergewöhnlich, auszerordentlich'
; vgl. ungemein II.
mystik (
vgl. Tauler
pred. 98, 25, 17
V. unten und c)
und romantik sind in unserm falle nicht entscheidend maszgebend gewesen, wie für gewöhnlich
sp. 6631
angenommen ist; sondern die steigernde bed. ist organisch aus der erfahrung hervorgegangen, dasz das auszerordentliche, bedeutende, insofern es selten ist oder sich nicht oft wiederholt, dem gewöhnlichen und gewohnten widerspricht. vgl. das verhältnis des seltenen zum bedeutenden bei Göthe 23, 33
W. unter gewöhnlich
sp. 6632.
rein formal steigernd wird u.
kaum, fast immer bleibt noch etwas von der bed. II 1
übrig, woraus sich erklärt, dasz der superl. (die ungewöhnlichste wirkung
u. ä.)
noch nicht recht eingebürgert ist (
eher im wortspiel wie bei M. v. Ebner-Eschenbach
unten, oder im gs. bei Schiller
unter a)
und lieber durch umschreibung (eine ganz, recht, durchaus ... ungewöhnliche wirkung)
ersetzt wird. vgl. gewöhnlich
sp. 6630.
zum übergang: ein ungewöhnlicher feyertag
solemnis et status dies festus Frisch 2, 456
a; sie that ihn nicht an gwonlich pein, sondern ... Holtzwart-Fischart
flöhh. 846
s. gewöhnlich
sp. 6619; mit ungewonlichem lust zum essen und trincken Gäbelkover
artzneyb. 2, 33; schein Weckherlin 1, 226, 18; ein ungewöhnlich werck gebiehrt auch ungewohnte ehren J.
V. Pietsch 243; wenn jemals ... eine auszerordentliche freude eine ganz ungewöhnliche wirkung hervorzubringen vermögend gewesen Gottsched
d. neueste 2, 77; eine ungewöhnliche erschütterung der seele Schiller 4, 164; kraft Körner 2, 75; gedanken (
ironisch '
erhaben über die gedankenwelt des schulmeisters') Immermann 2, 113; zusammenspiel (
wegen seiner vollkommenheit) O. Jahn
Mozart 3, 10; einnahmen 4, 144; alter Roszmäszler
wald 204; üppigkeit Allmers
marschenb. 1, 2, 107; gewicht Bücher
arb. u. rhythmus 156
2. grosz (stark
u. ä.)
und u.
verbinden sich, ohne dasz eins das andere überflüssig machte: diser groszen ungewonlichen troste Tauler
pred. 98, 25
V.; die Gallier haben ein grosz ungewonlich pfund wöllen haben Stumpf
chron. 153
a; Spangenberg
Henneb. chron. (1599) 110; auf irgend einen ungewöhnlichen und groszen gegenstand Zimmermann
eins. 1, xiii; ein groszes und ungewöhnliches wohlwollen G. Keller 4, 41.
miszbilligung ist nicht ausgeschlossen, und negative ausdrücke werden ebensogut gesteigert als positive: ungewöhnliche (
übertriebene) ehre hat betrogen oder wil es noch thun P. Winckler 2000
gedancken (1685) H x
a; diesem hasse verdankte das übrige gesindel ungewöhnliche nachsicht Holtei
erz. schr. 5, 124; eine unerträgliche, ungewönliche sonnenhitze Kramer (1702) 2, 840
b; eine ungewöhnliche last Bodmer
samml. crit. p. schr. 1, 15; pfuscherei, unklarheit, unfähigkeit
u. dgl. II@2@aa)
attributiv; von sachen; am reinsten bei zahl- und maszbestimmungen und solchen begriffen ausgeprägt, die für sich schon hohe eigenschaft, einen hohen grad, etwas hervorragendes bezeichnen z. b. einem helden der Saracenen ungewonlicher grOesz S. Franck
chron. Germ. (1538) 73
a; J. P. Hebel 2, 25, 17
B.; massen konsumirten weines Gaudy 13, 84; grad von einsicht Jhering
geist 2, 1, 30; digniteten Nas
antip. 1, 80
a; stärk Abr. a St. Clara
mercks Wien 66; vollkommenheit Mörike 3, 20; glanz (
übertragen) Nitzsch
d. stud. 245; aufschwung Liebig
chem. br. 1, 102; wichtigkeit Bismarck
pol. red. 4, 144.
von personen nicht alt und früher durch nicht gewöhnlich (
s. d. sp. 6631, 6633), kein gewöhnlicher
u. s. f. ersetzt: die philosophische muse ist auch darin ein ungewöhnliches weib, dasz sie ohne empfindlichkeit ist Justi
Winckelmann 2, 2, 109; auch der ungewöhnlichste mensch ist gehalten, seine ganz gewöhnliche schuldigkeit zu thun
M. v. Ebner-Eschenbach; der gewöhnliche bürger findet nämlich, wenn er den versuch wagt, das meiste, was bei uns gedruckt wird, noch zu hoch, die ungewöhnlichen (
gesellschaftlich und wirtschaftlich aus der masse heraustretend, honoratioren) aber, die in reichthum und üppigkeit leben, stellen selbst den versuch nicht an Steub
wand. 54.
unterscheide ein ganz ungewöhnlicher
und ein etwas ungewöhnlicher gelehrter (II 1 b
δ—
ζ).
von persönlichen eigenschaften: der mensch besitzt den ungewöhnlichsten charakter oder keinen Schiller 5, 2, 297. II@2@bb)
prädicativ: der zulauf war u. Schiller 3, 583; er mochte thun oder lassen, was er wollte, alles wurde als u. und nobel ausgelegt G. Keller 5, 27. II@2@cc)
das adv., bes. zur begriffssteigerung bei adj., part.-adj. und adv. wird erst seit dem 17.
jh. üblich (
älteres z. B. spise ... die ist so ungewonliche ssze Tauler
pred. 98, 17
V. scheint nicht rein steigernd [
vgl. van einigher onghewoonliker zoetheit
mnl. wb. 5, 757], der seln ungwönlich stolz unart Schade
sat. 1, 127
adjectiv; auch später ward u.
oft nicht als blosze steigerung empfunden z. b. der sommer war sehr und u. heisz Göthe IV 8, 254
W.; an u. treibender bewegung Schiller 12 135): .. wurd er gantz ungewöhnlich froh Hoffmannswaldau-Neukirch 7, 9; es ist u. heisz, kalt Kramer (1702) 2, 1323
a; hart Wieland
Ag. 2, 205; viele Schleiermacher II 4, 159; wenig Fontane I 5, 123; ein u. hoher schaden
bgb. 254, 2; ein ihr u. zugethanes mädchen Heinse 2, 202; u. angestrengt Ranke 1, 320; belebt G. Keller 2, 76; u. gewöhnlich Hanslick
unter gewöhnlich
sp. 6632. II@2@dd)
substantiviert: des weisen stolz befriedigt sich nur im ungewöhnlichen Klinger
neues theater 2, 117; das ungewöhnliche und auszerordentliche Gervinus
gesch. d. d. dicht. 5, 175; mittelmäszigkeiten ... zu deren bildung das ungewöhnlichste geschehen war 5, 412.
die üblichsten begriffsverwandten bilden ihrer stärke nach die reihe: auszerordentlich, auszergewöhnlich, ungewöhnlich, ungemein. Sanders
syn. (1882) 38. —
dazu ungewöhnlichkeit, f., gth. der gewöhnlichkeit.
mhd. ungewonlichkeit
schlechter brauch, unsitte Jelinek 770;
mnl. ongewoonlijcheit
dissuetudo, ohne belege;
schwed. ovanlighet;
dän. usædvanlighed.
vgl. ungewohnheit:
inusitatio unübung, daz man sich nit übt, ungewonlichkeit,
qua quis non exercet se in Christo voc. pred. (1486) O 7
b,
vielleicht auf ungiwoniheite
der Bamberger beichte 143, 34
Steinmeyer licht werfend; veraltet. was zu letzt die gebräuchlichkeit oder u. belanget ... Prätorius
Blockesb. verr. 293;
insolentia Stieler, Dentzler; wie würde die blosze u. der sache aufmerksam machen! Wieland I 2, 451; diesem wetter, dessen u. ihn ... fesselte Hippel
kreuz- u. querz. 1, 234; zu so speziellen bildern regt das trio durch die u. an R. Schumann 1, 293;
concret eine u. Bahrdt
gesch. s. lebens 2, 151; jede u. Fr. L. Jahn 1, 137; der pförtner, schon überbeschäftigt mit ungewöhnlichkeiten, muszte nicht wenig erstaunt sein, einen mann hinauszulassen, den er nicht herein gelassen hatte Laube 2, 163. —