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Üppig

nhd. bis spez. · 10 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
10 in 10 Wb.
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Üppig

Bd. 4, Sp. 954
Üppig, -er, -ste, adj. et adv. ein sehr altes Wort, welches aber ehedem in verschiedenen, jetzt nicht mehr gangbaren Bedeutungen gebraucht wurde. Es bedeutete, 1. * Stolz, hoffärtig, eitel, und nach einer sehr nahe verwandten Figur, auch prächtig. Diese Bedeutung, welche allem Ansehen nach eine der ersten ist, ist[] noch im Schwedischen üblich, wo yppig, sowohl stolz, als auch prächtig, und zwar letzteres in gutem Verstand bedeutet; Dän. hyppig. 2. * Träge, müßig; vermuthlich eine Figur der vorigen Bedeutung, so fern die Trägheit sehr oft eine Folge des Stolzes und der Neigung zur Pracht ist. In dieser Bedeutung kommen uppig, ubig und das Hauptwort Uppigi schon bey dem Kero vor, der es durch otiosus und Otiositas erklärt. 3. * Eitel, d. i. weder Werth noch Dauer habend, ingleichen geneigt, solchen Dingen einen ungebührlichen Vorzug zu geben; eine eben so alte Bedeutung, welche nach eben der Figur von der ersten gebildet ist, nach welcher auch eitel in beyden Bedeutungen gebraucht wird. Iro herza ist uppig, Notker, eitel, vanus. Nicht wolt euch neigen nach den üppigen Dingen man sy sein üppig, Sam. 12, 21, in einer alten Bibel von 1483. In einer andern Augsburgischen Bibel von ungefähr 1477 heißt es 1 Mos. 17, 8. sie hat gemachet üppig mein Gelübd. Ich mag wol sin von gouches art Vnd iage ein uppekliche vart, Reinmar der Alte; ich jage eine eitle, vergebliche Fahrt. In ähnlicher Bedeutung wurde es ehedem auch für unheilig, profanus, gebraucht, und alsdann dem heiligen entgegen gesetzt, wovon Frisch ein Beyspiel aus einer alten handschriftlichen Bibel-Übersetzung anführet. Doch in allen diesen und andern ähnlichen Bedeutungen ist es veraltet, und üppig bedeutet jetzt nur noch, 4. dem feinern Grade des sinnlichen Vergnügens zum Nachtheil des vernünftigen (in der engern Bedeutung) ergeben, und darin gegründet, da denn dieses Wort von dem ungebührlichen oder unmäßigen Hange zu solchen sinnlichen Vergnügungen aller Art gebraucht wird. Üppig in Kleidern, in Essen und Trinken, im Genuß des andern Geschlechtes u. s. f. seyn. Ein üppiges Leben führen. Ein üppiges Gastmahl, wo ein Überfluß ausgesuchter Speisen herrscht. Eine üppige Person, welche ihren Hang zur feinern Sinnlichkeit in der Kleidung u. s. f. äußert. 5. In engerer Bedeutung wird es in manchen Gegenden auch für wollüstig gebraucht, so fern es ein glimpflicher Ausdruck für unzüchtig ist. Ein üppiges Weibesbild. Üppige Worte, Geberden. Sich üppig kleiden, auf eine zur Wollust reitzende Art. In welcher Bedeutung es doch im Hochdeutschen wenig mehr gebraucht wird. Anm. Die meisten Wortforscher haben bey Ableitung dieses Wortes auf das Vorwort auf, Nieders. up, gerathen, welche Form auch in den Ableitungen über, übrig und oben befindlich ist, nur in der Erklärungsart sind sie nicht alle gleich glücklich gewesen. Das nächste Stammwort ist noch im Schwedischen übrig, wo yppa, erheben, heben, ist; im Isländ. ist yppa, anfangen, eigentlich anheben. Davon bedeutet ypper, figürlich, vortrefflich, und nach einer andern nahe verwandten Figur ist yppig, stolz, prächtig, wovon sich die folgenden Bedeutungen sehr leicht herleiten lassen. Stolz, Hoffarth, Superbus, u. s. f. gründen sich auf ähnliche Figuren. Um deßwillen bedeutet auch üppig nicht bloß den Hang zu den sinnlichen Vergnügungen überhaupt, sondern nur zu den feinern, ausgesuchtern, kostbaren, wie ein Stolzer oder Prächtiger sie zu wählen pflegt.
3403 Zeichen · 51 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Üppig

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Üppig , -er, -ste, adj. et adv. ein sehr altes Wort, welches aber ehedem in verschiedenen, jetzt nicht mehr gangbaren Be…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    üppig

    Goethe-Wörterbuch

    üppig [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. modern
    Dialekt
    üppig

    Mecklenburgisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Wossidia üppig reichlich: wenn de Dracht üppig is U. Imm. 1, 6; as de Seelüd' üppig wiren als es viele Seeleute gab Ro R…

  4. Sprichwörter
    Ueppig

    Wander (Sprichwörter)

    Ueppig Wer nit üppig will geacht sein, der sol nit öppige Geberden haben. – Geiler, Seelenparadies, 226 a .

  5. Spezial
    üppig

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    üp|pig adj. 1 abondant (-nc, -a) 2 (reich) rich (ric, rica) 3 (von Haaren, Pflanzen) ciatadü (-s, -da), spës (spësc, spë…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit ueppig

13 Bildungen · 3 Erstglied · 9 Zweitglied · 1 Ableitungen

ueppig‑ als Erstglied (3 von 3)

üppigen

Lexer

upp·igen

üppigen swv. BMZ tr. für nichtig, für ungültig erklären Ad. 929 1324;

üppigkeit

DWB

ueppig·keit

üppigkeit , f. , subst. zum vorhergehenden adj.; ahd. uppîgheit neben uppâ, uppî, uppe, uppeheit vanitas; mhd. üppecheit, üppekeit, üppikeit…

üppiglich

DWB

ueppig·lich

üppiglich , adj. adv. , dasselbe wie üppig. mhd. üppeclich, -lîche. im nhd. veraltend. noch Kramer (1702) 2, 1219 c führt es auf. zum umlaut…

ueppig als Zweitglied (9 von 9)

aufschnüppig

DWB

auf·schnueppig

aufschnüppig , auffahrend oder schnippig, schnippisch? zenkisch, aufschnüppig, bös und murret. H. Sachs I, 447 d ; unbescheiden, hertmeulig,…

klüppig

ElsWB

klüppig [klepik Scherw. ] Adj. Adv. dicht gedrängt.

schüppig

RhWB

schu·eppig

schüppig Adj.: 1. -eb-, brätsch. breitränderig, vom Hut Bitb-Mettend . — 2. a. -eb-, e sch. Gesicht ein zum Schmollen, Weinen verzogenes Ges…

stüppig

RhWB

stüppig Adj.: 1. ib- eigensinnig OMosfrk in Koch , Kobl , May , Neuw-Datzeroth . — 2. -yp- a. stuppig 2 b; he es st, — sieht st. us, mat e s…

thauüppig

DWB

thau·ueppig

thauüppig , adj. : ( gras, ) das da thauüppig aus der erde dringet. Arnim 1, xxii.

treibhausüppig

DWB

treibhaus·ueppig

-üppig : durch die herabgelassenen vorhänge fiel ein reichgelber, treibhausüppiger schein P. Hille ges. w. 357 ;

überüppig

DWB

ueber·ueppig

überüppig , adj. u. adv. , steigernd zu üppig: o mann ( von ) Athen, ich sich euch ze sein überüppig durch alle ding ( Luther : allzu abergl…

wildüppig

DWB

wild·ueppig

wildüppig , adj. , wildwuchernd: die wildüppige vegetation Gaudy 5, 92 .

Ableitungen von ueppig (1 von 1)

geüppigen

DWB

geüppigen verb. , verstärktes üppigen ( s. d. ), vereinzelte bildung der kanzleisprache, die die zusammensetzungen mit dem präfix länger fes…