üppiglich,
adj. adv.,
dasselbe wie üppig.
mhd. üppeclich, -lîche.
im nhd. veraltend. noch Kramer (1702) 2, 1219
c führt es auf. zum umlaut s. üppig.
von alten formen, die noch frühnhd. erscheinen, seien erwähnt üppenklich Carbach
Livius 1
b; Fründ
chronik 136;
schweiz. schauspiele des 16.
jhs. 1, 199
B.; üppiglichen
histori v. d. k. stat Troia (1499) 37
b; Keisersberg
bilger 71
c; J. Arnd
nachfolge Christi (1631) 128. a)
adj.: den tempel ... wider machen mit üppiklichen und wunderlichen sachen
passionsspiele a. Tirol 90
Wackernell. (üppig 2,
eitel, schwindelhaft); üppig 4 a
entsprechend: nit erzaig dich üppiclich Hätzlerin 251; Mangold
marckschiff (1596) c; von üppiglichen dingen so wil ichs heben an Hans Heselloher
bei Uhland
volksl. nr. 249, 1; vil leicht sich geit zu solicher zeit ain schnöder streit von üppiglichen knaben
ebenda 11, 12;
nach Neidhart 20, 3: wegen seines üppiglichen sanges Gervinus
gesch. d. d. dicht. 1, 318.
wie üppig 4 c: er ist ü.,
deditus voluptati Apherdianus (1601) 184. b)
adv.; üppig 2
entsprechend: uppigklich (
frustra) seet ir den samen
erste d. bibel 3, 452, 47
K.; 4, 270, 6
K.; 5, 85, 49
K.; du solt den namen deines gottes nit üppiklich nennen ..., so es nit not thuot
der ew. weisheit betb. (1518) 178
a;
kirchenordnung f. Braunschweig (1569) 382; darnach ... eilet er (
Cincinnatus) zuo einem pfluog, gleich hett er die zeit nicht wol angelegt, sondern ü., in der er nit zu acker gangen, verzert Kirchhof
wendunmuth 1, 27
Ö.; und wil von jedermenniglich sein thun und lassen uppiglich (
sine causa) gelobet und gebillicht han Hayneccius
Hans Pfriem 14
ndr.; und hast uppiglich lieb solche ding, welche der h. apostel für kaht gehalten hat J. Lorichius
von weltlicher eitelkeit verachtung (1586) 151; die zeit u. verlieren Weckherlin 1, 280
F.; u. schwören Tschudi
chron. 2, 57;
inaniter upeklich Diefenbach
n. gl. 212
a.
wie üppig 4 a: sie ... ü. sprach Arigo
decam. 397
K.; 581
K.; wann die burger werden rich, so leben sie gar uppiglich gein irem rechten heren
histor. volksl. 1, 170
Liliencron; D. ... sehr rumorisch und uppigklich ... redt Xylander
Polybius 196;
pompose, presumptuose Diefenbach
gl. 446
c; 457
c.
wie üppig 4 b: ich hab vil unrechts und ü. gewürkt A. v. Eyb
spiegel d. sitten (1511) e 3
b; dadurch ich göttlich gebot yppigklich und sträflich übertretten hab Luther 10, 2, 428
W.; du solt nicht töden zornigklich, dein ee nicht brechen üppigklich Joh. Conrad von Ulm
bei Ph. Wackernagel
kirchenlied 5, 354. üppig 4 c
entsprechend; lascivement Hulsius-Ravellus (1616) 392
a: do hat sich gfgt zuo meiner frouwen unser herr landtvogt üppigklich und warb umb sy so frAefenlich
schweiz. schauspiele des 16. jhs. 3, 81
B. weh allen, welche sich des fleisches freud ergeben und in der lustseuch üppiglich gleich wie die heyden leben Gesenius-Denicke
bei Fischer-Tümpel 2, 442;
wie üppig 4
α: die (
söhne) hatten nit acht zuo behalten das richtum irs vatters, sunder das ü. zuo verzeren A. v. Pforr
b. d. beispiele 21
lit. ver.; L. Jud
Erasmus ep. z. Timotheo (1521) c c c 1
a; Schaidenreiszer
Odyssea (1537) 7
a; Wickram 2, 77
B.; Feyerabendt
ungarische chron. (1581) 40
a; gott hat mich zwahr ernehret, doch was er mir bescheret, ist üppiglich verzehret Rist
himml. lied. 4, 258; dann kein buolerin mag sich üppiklicher oder unschamhaftiklicher bescheiden oder zieren dann sie iezund die muoter gottes ... formieren Schade
sat. 2, 26; ... den nach meiner meynung sein kreuz und leiden mehr gewitzigt haben sollte, als seine dirnen so ü. herauszukleiden Bode
Thomas Jones 2, 111; ü. leben Gotthelf
geld u. geist (1852) 76. —
ebenso veraltet üppisch, adj. adv., nebenform zu üppig.
mhd. üppisch, uppisch (
Hiob 12309
Karsten), oppisch Diefenbach
gl. 468
a. a)
adj.: sulch oppisch andtwert (1442)
acten d. ständetage Preuszens 2, 391, rede, wort Lindener
katzipori 162
L.; C. Spangenberg
mansfeld. chron. (1572) 273
b; magd Mathesius 2, 41
L. (üppig 4 a).
wie üppig 4 b: uxores, die goth nicht forchten, dy gantz uppisch und weltlich warn Luther 9, 398
W.; wann sie (
d. malerei) von gottlosen und uppischen schändlich miszbrauchet wird Harsdörfer
geschichtspiegel (1654) 320.
wie üppig 4 c: du solt nicht ehebrechen ..., enthalt dich uppischer, schnöder wort 2
ältesten katechismen 54
ndr.; üppische liebe, fragen Harsdörfer
gesprächsp. 5, N n 3
a; 6, C c 4
a. b)
adv. wie üppig 4 a: e. chf. g. sehe doch, wie gar üppisch bruder Ludder sich gibt Eck
bei Luther 1, 159
b Jena; u. anschauen Lindener
katzipori 113
L., abweisen
F. Rhot
Jesus Sirach (1587) 1, 57
b; man weis sich nicht uppisch, grob, unfreundlich, eurisch und peurisch genugsam gegen den dienern des wortes zu stellen Mathesius
katechismus 75.