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tuff

nhd. bis Dial. · 6 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
7 in 6 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

tuff m.

Bd. 22, Sp. 1544
tuff, m. , loses, groszporiges, leichtes gestein vulkanischer herkunft. ursprünglich ein oskisches wort, vgl. Ernout-Meillet dict. etym. de la langue latine (21939) 1043; von daher lat. tōfus, tūfus; aus dem südital. tufo, tufu ist nhd. tuff entlehnt Kluge 15812; Meyer-Lübke roman. etym. wb. 8764. das ältere deutsch kennt nur die zusammensetzung tuffstein (s. d.) in verschiedenen formen und tuft (s. d.). das wort tritt seit dem ausgang des 17. jhs. auf, zunächst meist in gelehrter anlehnung an die lat. form als toff Stieler (1691) 2347 (unter tug); Ludwig t.-engl. (1716) 1990; Steinbach (1734) 2, 821; der bröckliche tof J. H. Voss georgica (1789) 2, 214; der schartige tof ders. Virgil 1 (1799) 185; aus leichthangendem tof ders. Ovid 1 (1798) 155. sehr bald setzt sich die vom beginn des 19. jhs. allein gültige form durch; anfänglich häufig ohne doppelkonsonanz geschrieben: um Göttingen wächst über die gute schwarze bauerde je über 3 jahre ein tuf, der gebrochen werden musz, um die darunter liegende bauerde zu nützen Popowitsch versuch (1780) 580; vulkanischer tuf A. G. Werner gebirgsarten (1787) 22; die gänge ..., deren anlage der tuf der römischen hügel sehr erleichtert Niebuhr m. gesch. (1811) 3, 361; wird dieser vulkanische tuf von der asche allein zusammengesetzet, so heiszt er ungemengt Zappe mineral. handlex. (1817) 3, 195; doch meist mit klarem, die vokalkürze bezeugendem ff.; zum siebenden ist disz der führnehmesten ursachen eine (für die aufgabe von bergwerken), dasz sie nicht mehr am halt oder metail seyn, und obwohl anfänglich die gänge mächtig und reich gewesen, so sind sie doch, wenn sie in die tuffe kommen und über funfzig lachter abgesuncken, arm und geringen halts worden J. B. von Rohr kompend. haushalt. bibl. (21726) 550; das merkwürdigste war mir ein menschenschädel, der gleichsam aus gelbbraunem tuff von sehr dichtem, festem bruch ... besteht J. G. Forster s. schr. (1843) 3, 24; dieser stein (traszstein) ist aber nichts anderes als der tuff der Italiener Kant w. 9 (1839) 272; aërolith, eine art von feinkornigen grauem tuff mit wenigem eisen und eisenkies Göthe III 3, 19 W.; die erde, welche aus der verwitterung des vulcanischen tuffes entsteht, ist sehr fruchtbar Oken naturgesch. 1 (1839) 526; ihre mauern bestehen nicht aus plumpen granitblöcken, sondern aus einem lederbraunen, sehr porösen tuffstein; die sage geht, die alten Wurster hätten ihn aus Schottland geholt und für jede ladung gerste, die sie hingebracht, als rückfracht tuff genommen H. Allmers marschenb. (31900) 323; ein gutes bild geben auch die einschlüsse der tuffe bei Weimar, die die blätter bieten von eichen, buchen C. Schuchhardt Alteuropa (1935) 8; ein pfad lockte zwischen felsen in eine schlucht hinein ... efeuteppiche hingen über den tuff herunter H. Carossa in: dtsche beitr. (1947) 502; den Römern war die eigenschaft dieser vulkanischen tuffe wohl bekannt festschr. f. Chr. Eckert (1949) 31; gelegentlich auch in der dichtung begegnend: ein grab in weichen tuff gehauen Pfeffel poet. versuche (1802) 3, 80; iris und ranunkel blühn im weidendunkel, wo durch tuff die quelle schäumt Matthisson schr. (1825) 1, 150; jezt in den saal, aus geriefeltem tuf und löchrichtem bimstein, trat er hinein J. H. Voss Ovid 2 (1798) 94; noch gibt uns kunde tief unten im tuff das schaufelgeweih, das der riesenhirsch, einst und der elch abwarf Scheffel ges. w. 5, 216 Proelsz. selten wird bildhafte verwendung gewagt: (vom schnee) da sind schon die dächer voll flockigem tuff Martin Greif ged. (21881) 187. das wort ist sogar in die maa. Süddeutschlands gedrungen; vgl. Fischer schwäb. 2, 106; Schöpf Tirol 773; Schmeller cimbr. wb. 178a; vgl. 1tuft; tugstein. zusammensetzungen: tuffablagerung Ritter erdkde (1822) 1, 46;
3791 Zeichen · 81 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Tuff

    Campe (1807–1813) · +2 Parallelbelege

    Tuff , der Tuffstein, s. Tof .

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Tuff

    Goethe-Wörterbuch

    Tuff [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Tuff

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Tuff , lockerer Absatz aus Wasser (wie Kalktuff, Kieseltuff, Kreidetuff), ferner ursprünglich in Form von Asche, Sand od…

  4. modern
    Dialekt
    Tuff

    Rheinisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Tuff tuf, Pl. -i- (Mosfrk), -y- [ tofə Kref-Oppum ] m.: Knuff, Stoss, Hieb; enem ene T. gen; du kris Tüff Allg.; Oəvends…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit tuff

77 Bildungen · 75 Erstglied · 0 Zweitglied · 2 Ableitungen

tuff‑ als Erstglied (30 von 75)

Tuffstein

SHW

Tuff-stein Band 1, Spalte 1807-1808

tufftaff

Idiotikon

tuff-taff Band 12, Spalte 499 tuff-taff 12,499

tuffart

DWB

tuff·art

-art Oken naturgesch. 1 (1839) 526 ; Hegel w. (1832) 10, 2, 330 ;

tuffartig

DWB

tuff·artig

-artig J. G. Forster s. schr. (1843) 2, 436 ; A. v. Humboldt kosmos (1845) 1, 243 ; in anderer bedeutung s. 2 tuff;

tuffbruch

DWB

tuff·bruch

-bruch Göthe IV 38, 38 W.; C. Schuchhardt Alteuropa ( 3 1935) 15;

tuffech

LothWB

tuff·ech

tuffech [tùfeχ D. Si. ] adj. u. adv. Meist in der Vbdg. tuffech wârem drückend warm, schwül. — lux. 445; baier. 1, 590 toffig, tüffig heftig…

tuffel

DWB

tuf·fel

tuffel , tüffel , m., pantoffel. herkunft und form. das wort ist nd. kürzung von pantoffel ( s. teil 7, sp. 1425/6), neben toffel ( teil 11,…

tuffeln

RhWB

tuff·eln

tuffeln schw.: 1. tuf- tuscheln Düss-Stdt . — 2. a. tyf-, einen t., ihn knuffen, stossen, ohrfeigen Ess-Altenessen . — b. tuf- Nachlaufen sp…

tuffen

DWB

tuffen , vb. , von frz. étouffer; vgl. 2 tuffig; ' mit der faust prügeln '; Stalder schweiz. id. 1 (1812) 324 ; bad. wb. 1, 587; niederdrück…

tuffenmacher

DWB

tuffen·macher

tuffenmacher , m. , handwerkerliche berufsbezeichnung für den hersteller von tüffen ( s. o. tüffe); sonst auch kleinbinder ( s. teil 5, sp. …

tufferde

DWB

tuff·erde

-erde Kramer-Moerbeek (1768) 348 c ; Werfel geschw. v. Neapel (1931) 197 ;

tuffeⁿ I

Idiotikon

tuffeⁿ I Band 12, Spalte 637 tuffeⁿ I 12,637

tuffeⁿ II

Idiotikon

tuffeⁿ II Band 12, Spalte 638 tuffeⁿ II 12,638

tufffels

DWB

tuff·fels

-fels Gregorovius wanderj. i. Italien 4, 55 ; Ritter erdkde (1822) 18, 645 ;

Tufffink

RhWB

tuff·fink

Tuff-fink tufeŋk Klevld in Rees-Crudenbg Brünen ; du- Emmerich m.: Buchfink.

Ableitungen von tuff (2 von 2)

Tuffe

RhWB

Tuffe vereinz. WMosfrk in WSaarbg , WBitb , in May-Stdt , Sieg-Birk tuf, Pl. -fən, zu frz. touffe f. ‘Busch, Büschel’ f.: 1. Aufbauschung an…

vertuffen

DWB

vertuffen , v. , mildern, ausgleichen: die sauren gewächse haben kraft abzukühlen, zusammenzuziehen, durchzutringen und zu zertheilen, ..., …