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tuffel

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

tuffel

Bd. 22, Sp. 1546
tuffel, tüffel, m., pantoffel. herkunft und form. das wort ist nd. kürzung von pantoffel (s. teil 7, sp. 1425/6), neben toffel (teil 11, 1, 1, sp. 630), das im nd. seltener begegnet, dafür im hd. verbreitet ist; vgl. Schmeller-Fr. 1, 590; Fischer schwäb. 1, 622; Martin-Lienhart ds. 2, 657b. der versuch Vasmers in rocznik slav. 3 (1910) 254/55, die kürzung als fortlassung des ersten kompositionsgliedes eines volksetymologisch aus pantoffel umgedeuteten bandtoffel (vgl. die entsprechende bildung bundschuh) aufzufassen, ist unnötig ebenso wie die annahme Knutssons zs. f. slav. philologie 4 (1927) 883/90, der das abgestoszene erste glied als nd. pand 'stück, fetzen' deutet; bei wörtern fremder herkunft begegnet auch sonst starke verkürzung (vgl. entsprechend 3tüffel). in den na. maa. ist tuffel belegt bei Hupel Lief- u. Esthl. (1795) 242; Doornkaat-Koolman 3, 442; brem.-ndsächs. 5 (1771) 120; Deiter Hastenbeck 22, 151; Flemes Kahlenberg 20, 371; Frederking Hahlen 146; Schambach Götting. 236; Damköhler Nordharz 197; Sprenger Quedlinb. in: nd. jb. 30, 28; Liesenberg Stieger ma. 141; als tüffel Dähnert plattdt. wb. (1781) 497; Mi Mecklenburg 95; Schütze Holst. 4 (1806) 286; Mensing schlesw.-holst. wb. 5, 196 -98; Prignitzer volksbücher 51 (1923) 19; Danneil altmärk. 228b; Jellinghaus Ravensberg 153; entrundet Teuchert neumärk. in zs. f. dt. maa. (1910) 240. das mnd. wort wurde in die skandinav. sprachen, schwed. toffel: n. tøffel, älter toffel Falk-Torp 1314; Hellquist3 1199, und ins slaw. entlehnt: obersorb. tufle, tofle; ndsorb. tofjel; mundartl. poln. dyfla; russ. tuflja 'leichter, vornehmer damenhalbschuh' Bielfeldt dt. lehnwörter im obersorb. (1933) 277/78; polab. tefflí. duffli, pl., 'pantoffeln' Rost sprachreste d. Draväno-Polaben im Hannöverschen 37; 142. bedeutung und gebrauch. der pantoffel war ursprünglich ein besonders leichter, bequemer schuh aus stoff oder leder, der von den Byzantinern aus kork hergestellt wurde; daher humanistengriech. παντόφελλος 'ganzkork', das altgr. und anscheinend auch mgr. nicht belegt ist; zudem müszte es als entlehnung aus mundartl. griech. überlieferung it. *pandofilo lauten, s. Meyer-Lübke 6208. er wurde zunächst nur von vornehmen getragen, s. Seiler kultur 2, 246; das russ. hat diese ursprüngliche verwendung bewahrt. in Deutschland büszt er immer stärker den charakter des vornehmen schuhwerks ein und wird später für gewöhnlich aus holz hergestellt. diese entwicklung spiegelt sich in der literarischen bezeugung deutlich ab: so schalen ock die dienstmegede ... die sidenen linten vnd tripen tuffeln afleggen vnd ... an der tripenen tuffeln stede auer gude durhaftige ledderscho edder tuffeln dragen (1570) stralsundische chron. 3 (1870) 450 Zober; idt scholen ock keine dienstmegede golt an den tuffeln, samitt an den kragen, keddele an den rocken ... dragen (vor 1572) bürgersprachen d. stadt Wismar 337 Techen; dat unglücklyckste deel (von samt) verdömet is dartho, dat idt den megden wert tho tüffeln edder scho, darmit se in den dreck bet an de enckeln lopen, wen se vam pludermarckt und schrangen etwas kopen Lauremberg nd. scherzged. (1652) 2, v. 730; alle de kaisers un de königen de legen vor ehr (papst) up de kne un küßden ehr den tüffel Ph. O. Runge hinterlass. schr. 1 (1840) 434; de een op steweln un mit hot un stock, ... de anner kehm in tüffeln mit en pip Klaus Groth Quickborn (1853) 163; de schauster hadd en en'n planlaken äwer de warkstäd deckt, hadd sick tüffeln antreckt un satt nu mit 'ne lang' pip an den aben un tügt sick en kraus bier Fr. Reuter w. 7, 455 Seelmann. nur ausnahmsweise begegnet das wort in schriftsprachlicher umgebung: ich bin auff eine zeit daheim zur hochzeit geladen worden, hatte auch das glück, dasz ich bey eine jungfrau, een gladde deeren, sagen die unsrige, zu sitzen kommen ... dasz sie alsobald aus dem kosthause nach hause zurannte, als ob der feind hinter ihr wäre. nimmt mich wunder, dasz ihr die tuffeln nicht von den füszen gefallen, wiewohl ich glaub, dasz die beschmierte tuffeln voller koth und die rothe strümpffe sehr beschmieret worden gepflückte finken (o. o. u. j.) 111; dem buchbinder nimmt er die 'tüffeln' weg ... während solcher scherze musz der ehrsame handwerksmeister in den stiefeln des scharfrichters sitzen, die dieser mitleidig ihm geliehen hat Storm s. w. 8, 62 Köster. für gewöhnlich ist sein auftreten an nd. sprachgebrauch geknüpft: so ok ein meister were, de samtkop vorkopen wolde als by gulden tale, de schall de tuffelen nicht van sick leveren (1525) ältere zunfturkd. von Lüneburg (1883) 171 Bodemann; windel-bänder,kinder-doock,tuffeln,uhlckens, piecken, mützen (1726) meckl. hochzeitsged., nr. 20, 4 Kohfeldt; da murrt un gnurrt dat murmeldeert; se rümpt de näs' un dreit den steert; ja vaken kriegt ji knüffel mit ehrem spizen tüffel J. H. Voss s. ged. (1802) 2, 162; dat wohrt ok nich lang', dunn latschten de beiden ollen up ledderne tüffel mit ehr in de stuw' herinne Fr. Reuter w. 2, 44; 7, 111 S.; un denn keem en paar witte barföt in holten tüffeln dat steile öwer hindahl Klaus Groth ges. w. (1893) 4, 12; alles weer wul stöwi, awer witt und drög, sogar de leddern tüffeln ebda 3, 14; un makte mine gangort nah, so gaut as dat in hölten tüffel (sic!) geiht Heinrich Seidel ges. w. (o. j.) 4, 173. vgl.tüffeln, tuffelmacher, tuffenmacher.
5377 Zeichen · 135 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    TuffelDer

    Campe (1807–1813) · +3 Parallelbelege

    † Der Tuffel , — s, Mz. — n , im N. D. der Pantoffel, Toffel.

  2. modern
    Dialekt
    Tuffel

    Rheinisches Wb.

    Tuffel s. Kartoffel.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit tuffel

9 Bildungen · 2 Erstglied · 6 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von tuffel 2 Komponenten

tuf+fel

tuffel setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

tuffel‑ als Erstglied (2 von 2)

tuffel als Zweitglied (6 von 6)

g(e)stuffel

Idiotikon

g(e)stuffel Band 10, Spalte 1462 g(e)stuffel 10,1462

Heu(w)stuffel

Idiotikon

Heu(w)stuffel Band 10, Spalte 1412 Heu(w)stuffel 10,1412

pattuffel

KöblerMnd

pat·tuffel

pattuffel , M. Vw.: s. pantüffel L.: Lü 272a (pattuffel)

Ableitungen von tuffel (1 von 1)

tuffele

KöblerMnd

tuffele , M. Vw.: s. tüffel