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trödeln

nhd. bis spez. · 8 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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11 in 8 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

trödeln vb.

Bd. 22, Sp. 778
trödeln, vb. seit dem 16. jh., herkunft unbestimmt, in der bedeutung 3 wohl denominativ zu trödel, m., s. dort sp. 772. der stammvokal zeigt in der schriftsprache meist ö, wie auch in fast allen mundarten. im ostmd. ist entrundung des ö eingetreten, vgl. z. b. tredeln Göpfert erzgeb. 40; Kleemann nordthür. 23c; Liesenberg Stiege 91. neben ö hat die schriftsprache in der bedeutung 3 im ostmd. des 16. und 17. jh. -eu-, -ei- (s. u. 3 und treudel, treidel neben trödel oben sp. 772), lexikalisch: trödeln, trendeln, treideln bei Kramer teutsch-ital. 2 (1702) 1187b. reste noch in ostmd. mundarten, doch auch in der bedeutung 2: treideln 'langsam arbeiten' Knothe nordböhm. 185; tredeln, treideln 'trödeln, langsam sein' Jecht Mansfeld 114a; druidel 'sich mit nebendingen aufhalten, schachern' Regel Ruhla 178. bedeutung und gebrauch. 11) 'hin und her drehen': trödeln 'die reife (in denen die wachslichte hängen) herumdrehen' Brosenius technologie (1806) 1, 270. in den mundarten: trödeln drehen Seiler Basler ma. 85; trödeln unebene fäden spinnen Stalder 1, 306; trodlen ungleich spinnen Birlinger schwäb.-augsb. 125; Schmid schwäb. 136; tröddeln rollen Mensing 5, 165. 22) 'zaudern, zögern, unentschlossen sein', wohl aus dem begriff des langsamen hin und her bewegens herausentwickelt, vgl. rheinisch drödeln langsam gehen, zögern rhein. wb. 1, 1503 sowie auch trendeln; heute die hauptbedeutung des wortes: Graeter war etwas vergeszlich und trödelte gerne, wenn aufgebrochen werden sollte (1797) Wieland bei Böttiger litt. zustände und zeitungen 1, 213; das vorsichtige trödeln führt zu nichts H. Laube ges. schriften (1875) 10, 173; im freyen und lieben mag eylen wohl gelten wer trödelt und tändelt, bedencket zu viel Chr. Fr. Henrici gedichte (1727) 1, 432; 'sich in die länge ziehen': trödelt sich die sache in die länge, dann verschliesze ich herz und sinn A. Feuerbach an die mutter (1859) 1, 651; von schleppendem gesang, langatmiger dichtung, vgl. s. v. trödelhaft: der geschmack war nur bei solchen leuten ..., die etwa einmal in Italien waren, woselbst sie ein trödelndes gesänge ... eingenommen hatte J. A. Scheibe crit. musicus (1745) 6; die älteste poesie der Deutschen war kurz, die lieder der kirchenväter kurz und bündig, das trödeln kam von den handwerksstühlen her Herder werke 16, 227 S. 'sich ohne ziel bewegen, schlendern': wir trödelten so sacht ein paar stunden zwischen ziemlich unbedeutenden bergflächen hin Immermann werke 10, 22 B.; es trödelten ein paar kinder zu ihren füszen A. Stifter werke (1901) 2, 205. 33) mit trödelwaren handeln, wohl denominativ von trödel 2 gebildet, vgl. tändeln von tand, auch 2trendel und 2trendeln. 3@aa) eigentlich trendelen, trödelen, treideln scrutaria vendere, propr. circumferre merces minutas et portatiles Stieler (1691) 2309; trödele res inveteratas ago Steinbach (1734) 2, 861; trödeln 'alte sachen, kleider und dergleichen verkaufen' Kindleben stud.-lex. (1781) 211: der mann muszte nunmehro auf die burschenstuben trödeln gehen Leipziger avanturieur (1756) 1, 188; einem manne, der mit altem gerümpel trödelt Chr. Fr. Weinlig briefe über Rom (1782) 1, 44; die öchslein und eslein von zinn, mit denen sie trödeln Fr. Hebbel werke 8, 290 Werner; (die judenwörter) rühren aus dem gemeinen umgang mit dem schachernden, wuchernden, trödelnden, fleischschächenden volke her J. Grimm kleine schriften (1864) 6, 197. scherzhaft oder im affect als wegwerfende benennung jeder art des handeltreibens: ich sehe sie (meine söhne) im geiste schon sitzen und schreiben, und rechnen, laufen, handeln und trödeln Göthe 23, 135 W.; bleibt friede, so lege ich mich wieder auf die bücher; bisher lagen die bücher auf mir, und ich trödelte mit almanachen Göschen an Böttiger (1810) 240; ein mensch, der sich mit schachern und trödeln abgibt B. Auerbach schriften (1892) 17, 96. in älterer sprache bis zum 18. jh. im anschlusz an trödel 2 b auch vom käufer gesagt, 'auf dem trödel einkaufen': junge weiber wollen sich immer gern des trödelns und partirens anmaszen, was sie sehen, das wollen sie haben J. Zader breutigams ehrenkrantz (1606) 186; man beschuldigte die alten frauen sonderlich dieser fehler, dasz sie ... gerne tendelten, trödelten Leipziger spectateur (1723) 195. 3@bb) schon früh uneigentlich; wie treudel, trödel (s. oben sp. 773) öfter in der potemik der reformationszeit für gewinnsüchtiges ausnutzen geistlicher werte: wie schendtlich sie mit der messen gehandelt und getreudelt haben Luther w. 31, 1, 31 W.; dasz sie deine geistlichen gesänge dir zum lobe ausschryhen und ausdreutellen H. Reinhold reime dich (1673) 51; das ausbieten dieser (sünden-) vergebung durch trödelnde mönche Schlosser weltgeschichte (1815) 11, 335. ähnlich auf beschäftigung mit geistigen dingen bezogen: der mensch, dessen äuszere organe durch sinnliche beschäftigung gestärkt ... werden, soll der nicht schärfer denken, sich muthiger entschlieszen ... — als derjenige, der mit spekulativer weisheit getrödelt hat? Merck ausgew. schr. 186 Stahr; die gelehrsamkeit ist ein kümmerlich handwerck, wo man wie ein jude trödeln oder die ekele suade eines krautweibes haben musz J. G. Hamann schriften 2, 180 Roth. 44) 'tratschen, ausschreien', wohl im anschlusz an die bedeutung 3 entstanden: ein mensch hats seit einigen tagen ausgetrödelt, dasz sie ein findling wären Schöpfel Thomas Irrgarten (1777) 225; er leiht mir ein geneigtes ohr, ihm darf ich meinen gram vertrödeln Kotzebue dramatische werke (1827) 8, 269. 'zanken', vgl.trödel 3: trödeln chikanieren G. Hotz zusammenstell. (1889) 44; vgl.trödeln soviel wie kreteln Reinwald Henneb. 1, 169.
5677 Zeichen · 103 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    1. Trödeln

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    1. Trödeln , verb. reg. act. welches nur in einigen Gegenden für ziehen üblich ist. S. Adelung Treideln .

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    trödeln

    Goethe-Wörterbuch

    trödeln [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. modern
    Dialekt
    trödelnschw.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    trödeln schw. : wie schd., treedle [ LA-Wey ]; vgl. trendeln . Südhess. I 1747 ; Rhein. VIII 1381 ; Els. II 742 .

  4. Spezial
    trödeln

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    trö|deln vb.intr. la trá en lungia, la trá fora, fugné (fügna), lagné (lagnëia).

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit troedeln

5 Bildungen · 1 Erstglied · 1 Zweitglied · 3 Ableitungen

troedeln‑ als Erstglied (1 von 1)

trödelnahrung

DWB

troedel·nahrung

trödelnahrung , f. , handel mit alten sachen: herr Schnips, ihr solld wohl die trödelnahrung treiben, aber ihr sollt nichts gestohlenes kauf…

troedeln als Zweitglied (1 von 1)

vertrödeln

DWB

vert·roedeln

vertrödeln , v. , erst in neuerer zeit belegt, fehlt auch noch den wb. des 16. u. 17. jahrh.; ältester beleg bei Bastel v. d. Sohle ( s. u. …

Ableitungen von troedeln (3 von 3)

enttrödeln

DWB

enttrödeln , extricare, filatim solvere, wozu man auftrifeln, auftrieseln, austrieseln, auftrösen halte, auch ahd. trâdo fimbria erwäge, meh…

Ertrödeln

Campe

Ertrödeln , v. trs. 1) Auf dem Trödel sich verschaffen. Geräthe, Kleider ertrödeln. 2) Durch den Trödel erwerben. Vermögen ertrödeln. Das Er…

vertrödeln

DWB

vertrödeln , v. , erst in neuerer zeit belegt, fehlt auch noch den wb. des 16. u. 17. jahrh.; ältester beleg bei Bastel v. d. Sohle ( s. u. …