trappeln,
vb. ,
erst im 16.
jh. in gebrauch kommendes iterativum und deminutivum zu traben
und trappen,
in vielen bedeutungen synonym mit trippeln,
dessen nebenform treppeln
von der umgelauteten form träppeln
nicht zu unterscheiden ist. form: im anlaut erscheint fast durchweg, auch in nd. dialekten, t;
nur im rheinischen und im hochalemannischen begegnet die media; rheinisch u. oberhessisch auszerdem bb
für pp: drabbeln
rhein. wb. 1, 1428: dräbbelen Christa
Trierer ma. 70; drabbele Crechelius
oberhess. 288; dræppele Baumgartner
ma. des Berner seelandes 93, draple Seiler
Basler ma. 83
b.
das gelegentliche b
in obd. maa., besonders im schweizerischen, beruht auf erweichender wirkung des l: trablen
häufig bei Gotthelf (
s. u.); träble Friedli
Bärndütsch 6, 637; drĕblə Fischer
schwäb. 2, 320;
hier, wo sich für traben
weitgehend die intensivform trappen
durchgesetzt hat, sind also die b-
und pp-
formen in umgekehrter richtung geschieden. synkopierte formen ohne erweichung begegnen: traplen Höniger
narrenschiff 173;
buch d. liebe 220
a; treplen Elis. Charl. v. Orleans
briefe 447
Menzel; daneben erscheinen schreibungen, die auf öffnung der ersten silbe hinweisen: trapeln Fischart
Domin. (1571) d 4
b; träpeln Schrader
dtsch.-frz. 2, 1375, trapele Hentrich
Eichsfeld 16;
anderseits häufig die dreisilbige form trappelen
und träppelen.
für den umlaut gibt Geiler v. Keisersberg
buch d. sünden des munds (1518) 40,
lexikalisch Henisch (1616)
den ältesten beleg; in den heutigen maa. conzentrieren sich die umgelauteten formen besonders aufs alemannische, auf Sachsen und Thüringen und auf einige teile des bairischen sprachgebiets: Birlinger
wb. z. volkstüml. aus Schwaben 26; Fischer 2, 320; Schmidt
id. Bernense 66; Baumgartner
Berner seeland 61, 93; Henzen
Freiburg 74; Ch. Schmidt
els. 68
a; Martin-Lienhart 2, 762;
dann Hertel
Thür. 246 (
vgl. schon Stieler 2299); Albrecht
Leipz. 224. 221; Müller-Fraureuth 1, 239;
schlieszlich Schöpf
tirol. 755; Hügel
Wien. 166; Lexer
kärnt. 69 (
diese bairischen dialekte haben treppeln).
rheinisches drebbeln (
rhein. wb. 1, 1428)
dürfte aufhellung aus dribbeln
sein. nach Stalder 1, 297
sind in der Schweiz die umgelauteten und umlautlosen formen auch in der bedeutung getrennt, indem trappelen
wie trappen
die intensivierte, träppeln
die deminutive bedeutung zeigt; nach Fischer 2, 230
liegt träppeln
in der bedeutung zwischen trappeln
und trippeln (
s. u.). —
gerundete form dröpeln
zeigt Stainhöwel
Äsop (
s.C 2 b).
erweiterungsbildungen: trapperln Unger-Khull 163; träpperlen Martin-Lienhart 2, 762; trepperln Anzengruber
ges. w. 3 (1890) 261. —
im übrigen ist das wort fast in allen maa. lebendig. auszerhalb des deutschen lebt das wort im friesischen und holländischen: trapeli Möller
Sylt. 276; trappelen de Bo
westvlaamsch 1021 /22; trappelen
kleine stappen maken Sicherer-Akveld
hoogd.-nederl. 1257;
met de voeten op grond stampen van Dale 2, 1791.
bedeutung und gebrauch: gegenüber seinem grundwort vertritt trappeln
bedeutungsschattierungen bzw. -erweiterungen in dreierlei richtung: es drückt einmal das intensivere oder lautere, dann das iterative und frequentative, schlieszlich das deminutive in der bewegung aus. am häufigsten liegt ihm die iterative bedeutung zu grunde, während bei trappen
und noch mehr trappsen
das intensive, bei trippeln
das deminutive moment in den vordergrund tritt. II.
weit überwiegend intransitiver gebrauch. I@AA.
trappeln der pferde. I@A@11)
das verbum malt gegenüber traben
oder laufen
das vielfältige und rasch aufeinander folgende, weniger das besonders starke geräusch des laufens; man spricht fast nie vom trappeln
eines pferdes, sondern durchgehends vom trappeln
mehrerer pferde: das getümmel des wagens vnd daz traplen der pferdt Höniger
narrensch. (1574) 173
b; in diesen verliebten gedancken stöhrte den printzen das trappeln zweier pferde Chr. Fr. Hunold
d. europ. höfe liebes- u. heldengesch. (1709) 297; er legte das ohr auf die erde und vernahm ein trappeln wie von rosseshufen Musäus
märchen 1, 82
Hempel: doch plötzlich klingt das horn, es klingt der kriegeswagen, die rosse trappeln rings, es klirren pfeil und schwert E. Schulze
sämtl. poet. werke (1827) 2, 35; der roszhändler liesz die braunen trablen, trotten, füsze aufheben Gotthelf
käs. (1850) 320; er hört ... das trappeln der rosse und den gleichförmigen tritt der marschierenden colonnen A. v. Droste-Hülshoff 2, 378
Cotta; die pferde trappelten mit krampfhaften beinen, sie strauchelten P. Rosegger
schriften (1895) III 9, 46.
mit poet. subjectsverschiebung: aber horch! was trappelt? stille, stille! horch! o himmel! seines rappen trab! Goeckingk
lieder zweier lieb. (1779) 37. I@A@22)
seltener im sinne des aufstampfens: calcitrare (15.
jh. md.) Diefenbach 89
b; dass sie mit irem stampffen und traplen jemandts erweckten
buch d. liebe (1587) 220
a; ... als man das trappeln einiger pferde hörte, die vor dem hause stille hielten Joh. Mich. v. Loen
d. redliche mann am hofe (1740) 53. I@A@33)
vereinzelt als specielle gangart oder bestimmte bewegung: die Sybariten lehreten ihre ross ... mit den vorderen fszen feine liebliche weisen treiben vnd dazuo mit den hinderen schenckeln trepelen Heyden
Plinius (1565) 211; jetzt hatte der roszhändler sich wieder gefaszt, machte seine ausstellungen, gab bedenken von sich, liesz trablen, trotten, füsze aufheben und wie die verschiedenen proben alle heiszen, welche von kundigen angewendet werden Gotthelf
käserei i. d. vehfreude 381
Bartels. I@A@44)
der reiter ist nur gelegentlich subject; dann mit einem bestimmten nebensinn: er, wenn er kaiser wäre: auf hohem rosz mit güldenem sattel ritte er seinen säuen nach, und sechs grafen müszten hinten drein trappeln P. Rosegger
sonnenschein (1902) 264;
nach Heyse
hdwb. 3, 1258
wird trappeln
obd. auch für '
einen kurzen trab reiten'
gebraucht. mit verschiebung der grammatischen zugehörigkeit: wie prächtig zieht die reuterey mit trappelndem geräusch vorbey Triller
poet. betrachtg. (1750) 4, 315;
vom ganzen heerestrosz, mit unbestimmtem subject: und, beim Pluto, mir scheints als käm er herauf — denn es regt sich und trappelt in seinem lager Grabbe 3, 429
Blumenthal. I@A@55)
in factitiver bedeutung '
zum traben bringen': die pferde vor den fenstern der liebsten trablen Gotthelf
käs. (1850) 326. I@A@66)
vom pferdespiel, von kindern gesagt, wenn sie beim pferdespiel sich vergnügen Martin-Lienhart 2, 762. I@BB.
von andern tieren: und da das kalb die mutter, die kuhe, nicht vermercket, trappelt es in der kammer Kirchhof
wendunmuth 2, 141
lit. ver.; nicht anders siehts aus, als wenn ein kerl in der messe seine hunde und affen ... mit der peitsche vor sich her ... auf zwei beinen hält, und es ihnen mit derben schlägen gesegnet, wenn ... sie lust kriegen, einmal à leur aise auf allen vieren zu trappeln Göthe I 38, 74
W., gern bei unpersönlichem subject mit der nüance des gespenstischen, vgl. auch unten C 3: auf dem hausboden trappelte und schlich es so schauerlich und gespenstig, dasz es schwer hielt, den beruhigenden glauben an katzen festzuhalten;
deminutiv, synonym mit trippeln
in ablautender verbindung: sie pfeifen und rappeln (
die mäuschen), sie trippeln und trappeln in kisten und schränken, auf tischen und bänken Hoffmann v. Fallersleben
ges. schr. (1890
f.) 2, 179.
intensiver gebrauch, mit dem sinne des plumpen, schwerfälligen: er warf das bärenfell in eile über den kopf ... und kreiste nun auf allen vieren wie ein leibhaftiger bär. wie nun das weib näher kam, richtete er sich auf und trappelte brummend auf sie zu L. Aurbacher
ein volksbüchl. (1835) 222. I@CC.
vom menschen: I@C@11)
selten, und zwar, da fast nur lexikalisch belegt, überwiegend dialektisch, ist der intensive gebrauch, wobei das akustisch starke und laute betont wird: non festinato quidem gradu, sed tamen cum strepitu quodam incedere, pedes calcando subinde motare Stieler 2299;
stark und plump, schwerfällig gehen Stalder 297;
ein getös mit den füeszen machen J. G. Estor
rechtsgelahrtheit, 3.
theil: oberhess. wb. (1767) 1421;
mehr oder weniger hart auftreten Sartorius
Würzburg 126;
schallende kurze tritte machen Brendicke
Berliner wortschatz 184;
störend hin und her gehen Christa
Trier 70; dargegen die holtzschuher knecht, die trappeln vnd han ein geschrey Fischart
St. Dominic. 137
Kurz; etlich han holtzschuch an den fssen meinen sanct Peter ms auffschliessen, wenn er sie hOeret trapeln weit, so solt er gleich da sein bereit
ebda (1571) D 4
b; hast du wohl fahren und trappeln gehört? Fr. L. Jahn 1, 447
Euler; doch welch ein getümmel drauszen? ... nun, das trappeln, das rufen, das streiten wird warlich immer ärger L. Tieck
schrift. (1828) 3, 4; es rasselte von fahrzeugen, es trappelte und klirrte von unsichtbaren kolonnen ganz in der nähe (
im felde vor einem angriff) Paul Alverdes
Reinhold (1931) 35.
eine gewisse intensivierung liegt auch in fällen vor, wo das ungeschickte, plumpe gehen gemalt wird: frühmorgens das alte weib stand auf, zog an sich lang und trappelt drauf zu dienstvolks betten und tappt hinauf Herder 25, 512
Suphan (
schottisches bettlerlied),
oder wo dies moment nicht mehr auf die art des gehens selbst sich bezieht, sondern trappeln
geradezu den sinn von '
im unrechten moment kommen'
annimmt: ich war nur in der wahl noch uneins, welchen (
hasen) ich erlegen sollte, und da ich im begriff war, loszudrücken, kommen sie daher getrappelt E. T. A. Hoffmann
bei Funck
erinnerungen aus m. leben (1836) 1, 43. I@C@22)
am häufigsten in iterativem und frequentativem sinn: wiederholt, hörbar und in menge auftreten Müller-Fraureuth 1, 239;
wiederholt mit den füszen treten Doornkaat-Koolman 3, 431;
mit kurzen schritten auf- und niederlaufen Schmidt
westerwäld. 262;
damit zusammenhängend die betonung der schnellen bewegung: mit kurzen kleinen schritten eilfertig gehen Schmeller-Fr. 1, 672;
geschwind laufen Schrader
dtsch.-frz. 2, 1375;
schnell kurz auftreten Hertel
Thür. 246;
wiederholt und schnell mit den füszen auftreten Liesenberg
Stieger ma. 91; se trapelt goot foort Strodtmann
Osnabrück 250;
dazu träbeli,
n., kind, mädchen, das schnell und munter davon läuft Stalder 297.
auch mit subjectsverschiebung: nur die vier beine trappelten immer vorwärts Bettine
frühlingskranz (1844) 125; aber dann, mit einem mal, tausend trappelnde schritte, voller hast
Schmidtbonnbuch (1927) 182. I@C@2@aa)
allgemeines: hin- und her- oder herumlaufen: ich war so müde von viellen reden undt treplen, dasz ich in der commedie entschlieff Elisabeth-Charlotte
briefe (1716
bis 1718) 447
Holland; da träppelt er rum und kann das maul nicht finden (
läuft auf und ab und weisz nichts zu reden) B. Auerbach
schrift. (1892) 11, 197;
noch allgemeiner, mehr übertragen: dein trepplen und ungeberden auf der cantzel (
unruhiges gehabe) J. Andreae
widerl. C. Vetters (1589) 22; Stelzhamer 1, 228
Rosegger; Stalder 508. I@C@2@bb)
in bestimmten situationen und aus äuszeren (
körperlichen)
ursachen; z. b. vom gehen auf der treppe: durch schnelles gehen über die treppe ein getöse verursachen Schöpf
tirol. 751; so bald aber nur die baronne gehöret, dasz ihr herr die treppe hinunter getrappelt war Schnabel
d. i. irrgarten d. liebe herumtaum. kav. (1738) 85; er hörte die kinder die treppe hinunter trappeln
Schmidtbonnbuch (1927) 119;
von der schildwache: in dem vorsale, auf der schildwache trappeln
scalpitare Matth. Kramer (1702) 2, 1114
c;
bei kälte und frost: für kälte trappeln
scalpitare, traballare ebda; ich sah aber auch auf dem schülerchor in den winkel, wo ich trappelnd mit den füszen oft gestanden, um mich des frostes in den zehen zu erwehren W. Harnisch
mein lebensmorgen 14
Schmieder; zeichen der krankheit: habt jr aber kein zeichen, dar by jr erkennen mügent, wann jn die kranckheit an wölle stossen. Nedius antwurt, herr ja, wann er vmbsich hin vnd her sehen würt, vnd mit den füsten vff die taffel klopffen, vnd mit den füszen tröpeln vnd seinen stuol, daruff er sitzet, vf hebet, so kompt die taubsucht an jn Stainhöwel
Äsop bei Wackernagel
lesebuch2 1, 1058.
bei körperlichem bedürfnis: hat eine purgatz einbekommen, die wircket gegen morgen sehr, dasz er es nicht kondt halten mehr ... fand aber kein recht ort dafr, dieweil verriegelt war die thr, da trAeppelt er herumber lang, vnd war jm mit dem plunder bang Fischart
Eulensp. 12495;
hierzu auch, entweder mit syntaktischer verschiebung oder in factitivem gebrauch: mein vatter aber schlug mich darumb, wann ich mein nestel dergestalt auffthat, ob mich auch schon ein angstscheiszige leibsnot bestund, oder ein trAeppelende scheisz anstiesz Fischart
Garg. 458
ndr. I@C@2@cc)
aus innerer ursache, als ausdruck oder begleiterscheinung bestimmter affecte (
gern herum trappeln);
unentschlossenheit: mein vater der ist gar wunderlich, der träppelt so rum und drückst und will halt nicht an die sach (
sich in die versicherung einschreiben) B. Auerbach
dorfgesch. (1871) 3, 137;
angst: du träpplest daher, wie wenn du über kein
en gänsdreck schreite
n könntest Fischer 2, 320; ... dasz er (
der meszpfaff) nun auff die eine seit, bald an eine andere seite der tafel oder desz altars träppelt als ob er den schlüssel verlohren hab Fischart
bienenkorb (1588) 173
a;
ärger: da ... tante Lehne und Lotte ... mir gute lehren gaben, sprang ich ... auf und trappelte so, dasz der kahn ... schwankte Bettine
Göthes briefw. m. e. kinde (1835) 2, 77; er treppelt vor wut Martin-Lienhart 2, 762;
ungeduld: meine hände prickelten mir; ich kratzte die tische, trappelte stampfend herum, und nahe war mir das weinen Göthe I 50, 257
W.; die geht nicht so wie gemeinhin die dirnen, sie zepperlt nit mit den füszen, als wollt sie sich mit dem ein auf den andern treten, auch trepperlt s' nit, als krieget s' wechselweis die unruh in ein von beiden L. Anzengruber
werke (1890) 3, 261; er gaukelt und schaukelt, er trappelt und zappelt auf dem stuhle hin und her H. Hoffmann
Struwwelpeter 18.
gern vom ungeduldigen hin- und herlaufen der kinder, was zu dem deminutiven gebrauch überleitet. I@C@33)
deminutiver gebrauch (
hier gern synonym die ablautend-allitterierende formel trippeln—trappeln): dreble
mit vielen kleinen schritten auftreten Fischer 2, 320;
schnelle kleine schritte machen wie ein kind Albrecht
Leipz. 224;
ähnlich Unger-Khull 163; Jungandreas
schles. zeitwortbildg. 41;
parvis passibus incedere Schmidt
idiot. Bernense 66;
kleine zitternde schritte machen Delling
bayr. id. 1, 132;
in kleinen schritten springen Birlinger
wb. d. volkstüml. a. Schwab. 26;
vgl. noch Baumgartner
maa. d. Berner seelandes 93; Überfelder
kärnt. 75
u. s. w.; man gibt den kindern nicht, so lange sie ungeduldig mit den füszen trappeln, sondern erst, wenn sie fein stille geworden sind W. Beyschlag
aus d. leben eines frühvoll. 1
2, 136; Mädi trug sein herzkäferchen, das kleine Vreneli, an der schönen sonne herum, stellte es auf den boden, liesz es träppeln und stampfen J. Gotthelf
ges. schrift. (1855) 3, 185; trippeln, trappeln als ein poppen (
vom eislauf) Memel
lust. gesellsch. (1657) 409.
mit anderm subject: kindersohlen trappelten hinter ihm
Schmidtbonnbuch (1927) 192.
gern auch von zwergen gesagt: es trippelten, trappelten zwerg um ihn her, die klipperten, klapperten, rappelten sehr Fr. Schlegel (1846) 10, 57; eine colonne Marseiller ... trappelten heran, als habe der könig Edwin seinen berg aufgethan und das muntere zwergenheer ausgesendet Göthe I 33, 308
W. dann von weibspersonen, die einen affectierten, zierischen gang haben Stalder 297;
vgl. auch Albrecht
Leipz. ma. 224
a;
hiermit eng verwandt die verwendung beim tanzen: der trappeltanz, bei welchem die tanzenden anfangs in langer kette schreiten, dann trappeln, ist im Vogtlande ... gebräuchlich Böhme
gesch. d. tanzes (1886) 205;
die bedeutung tanzen auch in der gaunersprache s. v. Train
choch. losch. 126
a. I@C@44)
in verbindung mit dem deminutiven gebrauch steht die bedeutungsnüance des leisen, heimlichen gehens, bei der ein onomatopoetisches moment fühlbar mitspielt: und eine weile danach kam es über den steg geträppelt ... sie gingen nach dem weiszen häuschen — rauber suchen L. Anzengruber 4, 154; aft suech i um d' händt (
taste ich nach den händen der mutter), an ieds kind waisz, warum. daweil trebeln ma furt (
tappen wir im dunkeln herum), gögn dö stockfinsta stubn. Fr. Stelzhamer
ausgew. dicht. (1884) 2, 152. I@C@55)
ein ähnliches moment des geheimnisvollen oder unheimlichen macht trappeln (
ebenso wie trappen)
zu einem typischen wort für die bewegung von traum- und zaubergestalten und von gespenstern, hier gern mit unpersönlichem subject: (
der traum von der flasche) da merkt ich, die flasche sei vollgestopft bis zum rand, bis zum kork von gesellschaft, bunter das schwirrt, hüpft, trappelt hinauf und hinunter Immermann 11, 105
Boxberger; hunderttausendweise trappelts her wie dunkle wolkenbänder (
das totenvolk, '
das in ungeheurem zuge hoch von grat zu grat musz wandern') G. Keller (1889) 10, 188;
mit innerem object als verstärkendem factor: trippelt, trappelt tritt und trott rund um unsern zauberpott, werft hinein den hexenplunder Bürger 303
Bohtz (
Macbeth 4, 1); kaum hatte er das wort ausgeredet, so trappelte es auf der treppe und dem boden und siehe, die sechs schimmel standen oben alle beisammen Grimm
dtsch. sagen (1891) 1, 226; ... klopfte an die fenster und ächzte und stöhnte in den winkeln, oder gab sich mit einem dumpfen fall und schnellem laufen und trappeln auf dem dachboden kund W. Raabe
schüdderump (1870) 35. I@C@66)
in gegensatz zu diesem gebrauch steht die nur gelegentlich lexikalisch belegte bedeutung des langsam oder gemütlich gehens: Christa
Trier 70; Baumgartner
maa. d. Berner seelandes 61; Friedli
Bärndütsch 6, 637. I@DD.
die speciellere bedeutung des stampfens und tretens (
mit präpositionaler verbindung)
zeigt den übergang zu transitivem gebrauch: oft auf etwas treten Hennig
preusz. wb. 278; Frischbier 2, 408
; mit dem fusz auf die erde stampfen als zeichen der ungeduld: ein schumacher ... den verdrosz es gar übel, er stund lang also zuo treplen Keisersberg
sünden des munds (1518) 40,
vgl. Martin-Lienhart 2, 762; Wilhelm preszte die lippen fest zusammen und träppelte mit den füszen rasch auf den boden B. Auerbach
dorfgesch. (1871) 4, 179;
auch von tieren: wer sich vor einem wildschwein niderlegt, auff demselben tritt es und trappelt J. C. Dannhawer
catechismusmilch (1657) 2, 184. IIII.
weit seltener, doch in mehrfacher bedeutung liegt transitiver gebrauch vor: II@11)
factitivum zu traben;
nur schweizerisch bezeugt: trăble
soviel wie traben machen Friedli
Bärndütsch 1, 270; Felix war kein gardeoffizier, welche es ... lieben, ihre pferde vor den fenstern ihrer liebsten zu trablen Gotthelf
ges. schrift. (1855) 20, 362. II@22)
treten, stampfen, in mehrfacher anwendung, besonders alemannisch: nun ist bibendum, nun pede libero zu trappelen tellus Fischart
Garg. (1590) 180; mit schafen einen acker träpplen Fischer 2, 320; dörf min bueb us dr schul bli
ben, er muesz heu trepple
n Martin-Lienhart 2, 762;
wasser treten ebda; kraut treten Fischer 2, 320; trauben träppeln O. Wildermuth
ges. werke 4, 280; die orgel träpplen Fischer 2, 320;
rassenhunde stämpferle, träppele
vor jedem '
bezug'
ihr doch immer bereites bett zurecht Friedli
Bärndütsch 6, 38;
begatten vom menschen Hansel
Straszb. volksreime 358
b,
vgl. Martin-Lienhart 2, 762;
von der begattung der hühner, enten, gänse Fischer 2, 230; der hahn treppelt die hühner A. v. Klein
dtsch. provinzialwb. (1792) 2, 195; mir müe
ssn dein
n hohn metze
n, er ist o
nfange
ns ze alt, er kann nimm
er trepple
n Martin-Lienhart 2, 762;
in übertragenem sinne '
kujonieren': und warte das Täschli nur, bis er (
unser junger herr) einmal sei, was er sein werde, dann wolle er dasselbe trabeln, dasz es wisse, was trabeln sei Gotthelf
geldstag (1846) 165. IIIIII.
das verb hat, zumal im alemannischen sprachgebiet, zahlreiche composita neben sich, z. b. herumtreppeln (
aus langeweile); eintreppeln
durch trippeln zusammenpressen (
z. b. sauerkraut); austreppeln
die körner aus den hülsen bringen: früejer hän d' ochse d gerst usgetrepplt; vertreppeln
verstampfen: er het im garten alles verträppelt Martin-Lienhart 2, 762
f.; vortrablen: einem kauflustigen wird ein pferd vortrablet; eine neue erfindung, einen einfall, eine idee vortrable
in erläuternder und gewinnender weise zur anschauung bringen Friedli
Bärndütsch 1, 270.