Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Träne f.
Träne f.
Träne f. aus dem Auge als Tropfen austretende Flüssigkeit. Ahd. trahan m. (9. Jh.), mhd. trahen, (kontrahiert) trān m. ‘Träne, Tropfen’, asächs. (Plur.) trahni ‘Tränen’, mnd. trān ‘Träne, Tropfen’, auch ‘aus Meeressäugetieren oder Fischen gewonnenes Öl’ (s. Tran), mnl. traen, nl. traan beruhen auf einem alten u-Stamm germ. *trahnu-, ie. *drak̑nu- ‘Träne’. Da vergleichbare Bildungen wie griech. dákry (δάκρυ) ‘Träne, Harz’, daraus entlehnt alat. dacruma (weitergebildet zu lat. lacrima) ‘Träne’, air. dēr, abret. dacr sowie das unter Zähre (s. d.) behandelte Substantiv ie. *dak̑ru- voraussetzen, ist vielleicht von ie. *drak̑ru- ‘Träne’ auszugehen, woraus die vorgenannten ie. Formen dissimiliert sind. Vgl. ferner ohne konsonantischen Anlaut aind. áśru ‘Träne’, lit. ãšara ‘Träne’ (aus ie. *akru-, wenn nicht aus Vermischung mit einem anderen Wort hervorgegangen). Zum Komplex vgl. in: Glotta 50 (1972) 291 ff. Frühnhd. trene f. (15. Jh.), nhd. Thräne (17. Jh.), Träne (18. Jh.) ist eine durch Kontraktion aus dem Plur. mhd. trahene, trehene entstandene Form, die als femininer Sing. angesehen und zu der ein neuer schwacher Plur. frühnhd. trenen, nhd. Tränen gebildet wird. – tränen Vb. ‘Tränen absondern’, ahd. trānen (um 1000), mhd. trahenen, trehenen, trānen, trēnen; vgl. frühnhd. trähern ‘weinen’.