Tīd f. [allg.] 1.1. Zeitpunkt, eng begrenzter Zeitraum; bestimmter Moment im Verlauf der Ereignisse. Dä rechte Tied rechtzeitig (Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. Gladbeck@BoyerBo). ’t rechte Wark to rechte Tiet (Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@VredenVr). Jeden Titt jederzeit (Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. Gladbeck@ErleEr). Bui der Tuit bzw. bui Tuien rechtzeitig (Kr. ArnsbergArn Wa): Mak, datte bui Tuien ferrig bist! (Lippe WWB-Source:219:OesterhOesterh). Komm bi der Tīt no Hūs! (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl). Buuten de Tied außerhalb der Zeit,
z.B. außergewöhnlich spät (WmWb). Von Tuit an seit dieser Zeit, dieser Stunde (Kr. HalleHal Kr. Halle@BrockhagenBh). Füor Tieden einst, vormals (Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. Gladbeck@HalternHa). Teo’r Tuit jetzt (Lippe WWB-Source:219:OesterhOesterh || mehrf.). Tau jede Tied jederzeit (Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. Gladbeck@DattelnDa || mehrf.): He kann to jedder Tied wat iätt’n (Kr. TecklenburgTek Kr. Tecklenburg@MettingenMe). Teo glüiker Tüit zu gleicher Zeit, gleichzeitig (Kr. DetmoldDet Kr. Detmold@IstrupIs). Te rächter Teit rechtzeitig (Kr. Unna u. die krfr. Stadt HammUnn Kr. Unna u. die krfr. Stadt Hamm@HilbeckHi). Ümme düösse Tiut Jors zu dieser Jahreszeit (Kr. HalleHal Kr. Halle@BrockhagenBh). Üm de Tīt, wo de Ūlen flaiget (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl). Up Tied kaommen rechtzeitig, pünktlich (Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@StadtlohnSt). Op Teïd un Stunne genau zur vereinbarten Zeit (Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@IserlohnIs). Up’m säcker Tit zu einer bestimmten, verabredeten Zeit (Kr. Borken u. die krfr. Stadt BocholtBor Kr. Borken u. die krfr. Stadt Bocholt@GemenkrücklingKr). — Ra.: Vön Tied to Tied ab und zu, gelegentlich (Kr. TecklenburgTek Kr. Tecklenburg@MettingenMe || mehrf.). — Sprichw.: Bai nit küemet tau rächter Teït, dai matt iäten, bat iäwerig blitt (Kr. ArnsbergArn Kr. Arnsberg@HagenHg || mehrf.). Kümmest diu vör der Tüit, kümmest diu gewisse nich teo late (Kr. DetmoldDet Kr. Detmold@IstrupIs). Küemmet Tejt, küemmet Root (Kr. ArnsbergArn Kr. Arnsberg@HagenHg || mehrf.); ... un Ploge dobui (Kr. HalleHal Kr. Halle@BrockhagenBh || mehrf.); wieder Tied, wieder Rot kommt Zeit, kommt Rat (Kr. TecklenburgTek Kr. Tecklenburg@DreierwaldeDr || mehrf.). Wenn dä Tidt kömmt, dann kömmt ock de Noth (Ennepe-Ruhr-KreisEnr WWB-Source:126:HolthausHolthaus). Alles hiät sinne Tied, blouß et Flouhfangen nit (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@Gegend LüdenscheidLs || mehrf.). Sorgen vor de Tied, Sorgen in de Tied un Sorgen nao de Tied, dat bünt twee Sorgen te vull (Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@VredenVr). Fief Minuten vüer dä Tied es dä gröttste Pünktlichkäit (die krfr. Städte Bochum, Herne u. WattenscheidBch die krfr. Städte Bochum, Herne u. Wattenscheid@LaerLr). Me maut de Soat ter rächten Tied streuen (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@Gegend LüdenscheidLs || mehrf.). Alles tau siner Tid, oawer Flöihe fangen mat me, wann se emme bitt (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@Gegend LüdenscheidLs || mehrf.). Saiggen teo der Tuid un maiggen, wenn et ruip alles
[]zu seiner Zeit (Kr. HerfordHfd Kr. Herford@GohfeldGo). — Sagw.: Kömmt Tīt, kömmt Rōat, sach de Vatter; owwer nit Hīerōat, sach de Dochter (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl). — 1.2. richtiger, geeigneter Zeitpunkt, etwas zu tun. Et es Tīt (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl || mehrf.); et wät Tied (Kr. TecklenburgTek Kr. Tecklenburg@MettingenMe || mehrf.). Et wödd hooge Tied eilt sehr (WmWb || mehrf.); allo, et is de högste Tied (Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@AsbeckAb). Use Hiärguot weït immer, wann ’t Tied es (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@ImmeckeIm || mehrf.). Et was Tied, dat de Kauh stuorw, et Fauer was oppe (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@Gegend LüdenscheidLs). Et wät Tīt föä klaine Kinner ins Bett zu gehen (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl). Et wodd Tied van Schnien Zeit der Heuernte (WmWb). Et wodd Tied van Rogge-Säien Anfang Oktober (WmWb). Wenn dat Mest no scharp is, dann is et no Tid to’t Snīen (Kr. TecklenburgTek Kr. Tecklenburg@LienenLi). Wenn de Sünne beginnt de sacken, dann wet Tiet te packen auf die Feldarbeit gemünzt (Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@VredenVr). Et wärt Tüit, datt wüi an de Kartuffeln goht (Kr. DetmoldDet Kr. Detmold@IstrupIs). Et wärt Tüit, datt diu in’t Holt geuhst ins Bett gehst; bist überflüssig (Kr. DetmoldDet Kr. Detmold@IstrupIs). — Sagw.: Nu es et Tiet, sagg de Junge, do flitschen he de Döör rut, as de Va’er de hölterne Hand kreig (die krfr. Städte Bochum, Herne u. WattenscheidBch die krfr. Städte Bochum, Herne u. Wattenscheid@HerneHe). — 1.3. Zeitpunkt des Todes. Wann dä Tied do es, maut auk dä Mann do sien das Fürchten vor dem Tode hilft nichts (die krfr. Städte Bochum, Herne u. WattenscheidBch die krfr. Städte Bochum, Herne u. Wattenscheid@LaerLr || mehrf.). — 1.4. Zeitpunkt der Geburt. De Sogge häff ähre Tied bekommt Ferkel (WmWb). Se stǟit koat vöä de Tīt ist hochschwanger (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl || mehrf.). Iawer de Tuit gon (bes. von Kühen) nicht an dem berechneten Tage, zu der natürlichen Zeit gebären (Kr. HalleHal Kr. Halle@BrockhagenBh). — 1.5. Uhrzeit (oft in direkten oder indirekten Fragesätzen). Wiu Tuit ïes et? wieviel Uhr ist es, wie spät ist es (Kr. SoestSos WWB-Source:256:SchmBSchmB || mehrf.). Wu is de Tit? (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@AltenrheineAr || mehrf.). Wecke Tīt es et? (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl || mehrf.). — Ra.: De Teyt wïeten sich auskennen (KkWb): Ïek woit dao kein Tuit ane verstehe das nicht (Kr. SoestSos Kr. Soest@AmpenAm). Nu wēt ick, wat de Tit is nun weiß ich Bescheid (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@AltenrheineAr). Kr. BielefeldBie nachtschlaopende Tied nachts, wenn man eigentlich schläft (Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. Gladbeck@HervestHv || mehrf.). — 2. Zeitraum; Zeitabschnitt, Zeitspanne. Siene Tied is ümme von der Lebens-, Urlaubszeit (Kr. TecklenburgTek Kr. Tecklenburg@MettingenMe || mehrf.). Mine erste Tîd meine Jugendzeit (Kr. TecklenburgTek Kr. Tecklenburg@LengerichLe). Suine Tuit was de hiär war vorbei, er wurde alt (Kr. SoestSos WWB-Source:256:SchmBSchmB). Hä hïet sinne Tīt üm seine Strafe verbüßt (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl). De Deern häff ähre Tied üm
z.B. ihre Lehre, Pflichtzeit (WmWb). Tïen Johr sind ne lange Tied (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@OesterauOa). Van Tuit vor einiger Zeit, vor Kurzem (Kr. SoestSos WWB-Source:256:SchmBSchmB). Vör geriumer Tüit vor einiger, nicht genau bestimmter Zeit (Kr. DetmoldDet Kr. Detmold@IstrupIs). Vör ’ne kuotten Tied göng ’t em (dem Verstorbenen) noch guett (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@WettringenWt). In Tīt van niks in ganz kurzer Zeit (Ennepe-Ruhr-KreisEnr Ennepe-Ruhr-Kreis@SchwelmSw). Hei dreuf in der Tuit de Süege
trieb gerade die Schweine auf die Weide, als es passierte (Frbg.) (Kr. SoestSos Kr. Soest@SieveringenSi). In deï Tit (in dieser Zeit) flütt no ’ne Masse Water dür den Rhin (Kr. TecklenburgTek Kr. Tecklenburg@LeedenLd || mehrf.). Et is nao fröh in de Tit (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@AltenrheineAr). Lāter inn’e Teït später (Kr. BürenBür Kr. Büren@AnreppenAn). In geriumer Tüit in einiger Zeit (Kr. DetmoldDet Kr. Detmold@IstrupIs). In
[]Teït van drāi Jr binnen 3 Jahren (Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@KesbernKb). Met Tuin bzw. met Tuit bald, beizeiten (Kr. HalleHal Kr. Halle@BrockhagenBh). Mett’n kotte Tiet (nach kurzer Zeit) wöiert (wurde) et ouk oll lechter (Kr. LübbeckeLüb Kr. Lübbecke@ArrenkampAr). Seit langer Tid seit langer Zeit (Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. Gladbeck@BoyerBo). Seit kotter Tied seit Kurzem (Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. Gladbeck@BoyerBo). Ümme’n Tüt nach einer Weile (Kr. BrilonBri Nf): Dat sall ’e woull ümm’e Tuit (bald) wuier lecken wenn man jmdm. sagen will, dass er irgendetwas wohl bald übersteht (Kr. SoestSos Kr. Soest@AmpenAm). Hei mot up ne bestimmte Teit vürreisen muss ins Gefängnis (Frbg.) (Kr. BürenBür Kr. Büren@HerbramHb). — Ra.: De meße Tit gewöhnlich (Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. Gladbeck@BottropBp || mehrf.): De geuht de meisten Tüit lamm bei ihm ist immer das Geld knapp (Kr. DetmoldDet Kr. Detmold@IstrupIs). — Sprichw.: Et es biätter, ’ne Tied fett as alltied mager man muss nehmen, was sich anbietet, darf nicht immer auf bessere Zeiten warten (die krfr. Städte Bochum, Herne u. WattenscheidBch die krfr. Städte Bochum, Herne u. Wattenscheid@LaerLr || mehrf.). Je hilliger de Tejt, je glursker (zorniger, wütender) de Duiwel (Kr. ArnsbergArn Kr. Arnsberg@HagenHg). — 2.1. Schwangerschaft, Trächtigkeit. De Koh häff ähre Tied üm hat das Ende der Tragzeit erreicht (WmWb). — 2.2. Menstruation. Se häff ähre Tied (WmWb). — 3.1. Verfügbare Zeit. Wo es de Tīt blīem’m? (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl). Heu hät seovell teo kürn, datt för de Arböjj keune Tüit blifft (Kr. DetmoldDet Kr. Detmold@IstrupIs). Em wät de Tied lank hat Langeweile (Kr. TecklenburgTek Kr. Tecklenburg@MettingenMe). Teït un Weïle wärd moi lank (Kr. WarburgWbg Kr. Warburg@NeuenheerseNh). Ick häw Tiet (Kr. CoesfeldKos Kr. Coesfeld@OsterwickOw); ek hewwe jets keïne Tīt (Kr. MindenMin Kr. Minden@StemmerSt). Se dro osse (sobald) wü Tüet hätt, besoiket wü düe (dich) (Kr. LemgoLem Kr. Lemgo@SchwelentrupSw). Dat häff noch wall Tied (WmWb). Ick häwwe nich Tuit to’n Kacken von jmdm., der es immer eilig hat (Kr. HalleHal Kr. Halle@BrockhagenBh). Ek he känne Tīt, da ’k mi de Nāse putse (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl). — Ra.: Hä ha känne Tīt mä bekam Angst; lief fort (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl). De dött de Tied detoo ist langsam, bes. im Arbeiten (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@WettringenWt). He häff sik Tied laoten hat etwas ohne Überstürzung getan (WmWb). Sik Tīt neäm’m sich ohne Übereilung, Überstürzung mit jmdm., etwas beschäftigen (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor Wl): Dä nimmt sick dä Tuit isst langsam, mit Appetit (Kr. HerfordHfd Kr. Herford@HerfordHf). Niehm dej Tejt un nit et Liäwen! zu einem Autofahrer (Kr. ArnsbergArn Kr. Arnsberg@HagenHg). Hei stielt diam Biuer den Läon un uesen Hiärgott de Teïd aff ist ein Faulpelz (Kr. Unna u. die krfr. Stadt HammUnn Kr. Unna u. die krfr. Stadt Hamm@HilbeckHi || mehrf.). De Tuit vedrol’l (vertrödeln) (Kr. HöxterHöx Kr. Höxter@SandebeckSb). De Tīt verkwāsen (mit Plaudern vergeuden) (Ennepe-Ruhr-KreisEnr Ennepe-Ruhr-Kreis@BöllingBö). Tieds genoog, wi versöömt nix! immer mit der Ruhe (WmWb). — Sprichw.: Wei nie Tuit hiät, is ower nit immer de Fluitigste (Kr. LippstadtLst Kr. Lippstadt@WestereidenWe || mehrf.). Wä ümmer Tiets genaug hät, kömmt nümols te laate iron. (die krfr. Städte Bochum, Herne u. WattenscheidBch die krfr. Städte Bochum, Herne u. Wattenscheid@LaerLr || (ähnl.) mehrf.). Wer keine Tied tau’m Etten hett, dei hett ock keine Tied tau’m Starben (Kr. MindenMin Kr. Minden@IlserheideIh). Luie, dai kaine Tejt hett, daut am wennigsten (Kr. ArnsbergArn Kr. Arnsberg@HagenHg || mehrf.). Tuit es Geld un better osse Geld (Lippe WWB-Source:219:OesterhOesterh). Gudd Wark will Tied häbben gut Ding will Weile haben (WmWb || mehrf.). Tot’t Äten un Starwen mutt’t Tied häbben (Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@VredenVr). Tied gewunnen, viell gewunnen (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@Gegend LüdenscheidLs || mehrf.). Aolles brukt sine Tid up Ärden, un wat nich is, dat kann no
[]wärden (Kr. TecklenburgTek Kr. Tecklenburg@LeedenLd). Allet hät seine Tied, dä Tied oawer stäiht in Guodes Hand nur nicht ungeduldig werden, es wird doch alles gut und richtig (die krfr. Städte Bochum, Herne u. WattenscheidBch die krfr. Städte Bochum, Herne u. Wattenscheid@LaerLr). Spore in dä Tied, dann hässe in dä Naut (die krfr. Städte Bochum, Herne u. WattenscheidBch die krfr. Städte Bochum, Herne u. Wattenscheid@LaerLr || mehrf.); ..., dann hiäs’te in d’r Näot — immer näo nix (Kr. ArnsbergArn Kr. Arnsberg@HagenHg). — Sagw.: Ek hewwe kaine Tīd män, sag de Voss, dō sōig (sah) hä deän Jäger kommen (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor WWB-Source:252:SchleefSchleef || mehrf.). — 3.2. von bestimmten Umständen geprägte Zeitspanne. De Tieden bünt nich gudd (WmWb). Et sind slechte Tīen (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@ImmeckeIm). Väi hät boise Täiten (Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@HemerHe). Bei den schlechten Teien im vörigen Johrhundert gawte et in me Dorpe viele Berelers (Bettler) (Kr. BrilonBri Kr. Brilon@RixenRi). In de stille Tied (Fasten- und Adventszeit) wodde nich trout (WmWb). De Bur föhrt in natte Tied (bei Nässe) up Sundag Heu in (Kr. Borken u. die krfr. Stadt BocholtBor Kr. Borken u. die krfr. Stadt Bocholt@RamsdorfRd). — Ra.: He kiekt drin as de düere Tied macht ein trauriges, unzufriedenes, enttäuschtes Gesicht (Ennepe-Ruhr-KreisEnr Ennepe-Ruhr-Kreis@HattingenHt || (ähnl.) mehrf.). — Sprichw.: Boa de Lüh gerrat in Striet, es füör de Avkoaten de beste Tied (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@LüdenscheidLü). Dei eine luet up biätere Tit’n, dei ännere mäk sei biäter (Kr. TecklenburgTek Kr. Tecklenburg@MettingenMe). Bewahr en düerer Tied us trüh, Hähguott, vüer Muer- un Timmerlüh! in schlechten Zeiten keine Neuanschaffungen (Ennepe-Ruhr-KreisEnr Ennepe-Ruhr-Kreis@HerdeckeHd). — Sagw.: Et es lǟider ne gesunne Tīt, sach de Aptǟiker to’m Dokter (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl). Et sün schlechte Tieten, sag dä Aftheker, käin Minsch wiärd krank (die krfr. Städte Bochum, Herne u. WattenscheidBch die krfr. Städte Bochum, Herne u. Wattenscheid@LaerLr || mehrf.). Slechte Tīn, sach de Dauengrēäwer, nümms well daut gōan (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl). Et ies fiär ues ne guere Tejd, saggte de Dokter tau’m Awetaiker un Däoengriäwer (Kr. ArnsbergArn Kr. Arnsberg@HagenHg). De Tieden wöcht ümmer schlechter, sagg de Kraih, dao wuaor de Galgen affbruaocken (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@KatenhornKa || ähnl. mehrf.). Et sind schraoe Tuien, de Äöle (Aale) sind wahne schriäf (dünn, mager), sag de Voß, däo ha’ hai ne Schluike (Regenwurm) fangen (Kr. SoestSos Kr. Soest@AmpenAm). — 4. größerer Zeitraum innerhalb der geschichtlichen Entwicklung; Epoche. Dat is de Tied west van Neggentienhundert um 1900 (WmWb). Dômôls woöan dat ock näo anna Tuin (Kr. HerfordHfd Kr. Herford@GohfeldGo). De Tieten bünt de west das ist vorbei (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@OchtrupOc). Dä Tīn sind weäst, wo me Speck unner de Eärappeln dōa (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl || mehrf.). Dat wassen noch Tieden! (WmWb). In wat föör Tied lääw wi eegentlik! wie spät ist es (scherzh.: Wortspiel mit ‘Uhrzeit’) (WmWb). In allen (alten) Teien sammeleren sik in Breilen im Frohjohre de Schaulejungens un togen dör de Stadt (Kr. BrilonBri Kr. Brilon@RixenRi). — Ra.: Met de Tied gaon sich der Entwicklung, den jeweiligen Verhältnissen anpassen, fortschrittlich sein,
z.B. den Hof modernisieren (WmWb). He is mett de Tied nich mettkuemmen ist jmd., der am Alten hängt, von der alten Welt ist (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@RheineRh). — Sprichw.: Jede Tied häff äre Tied (Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@StadtlohnSt). So ännert sick de Tieten (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@OchtrupOc). Go mit de Tiet, män kiek auk mol trügge, dann findst du in’t Liäwen alltiet ’ne Brügge (Kr. TecklenburgTek Kr. Tecklenburg@DreierwaldeDr). — 5. Zeit als flüchtige Erscheinung. De Tīt vegǟit, un gedōan es niks (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor
[]Wl). De Tied geht vöbi; ähr me sik versütt, is me ault (Kr. TecklenburgTek Kr. Tecklenburg@MettingenMe). — Ra.: Met’e Tīt allmählich, nach und nach (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl || mehrf.): Dat es met’e Tīt sau komm’m (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl). Met de Tuit kümmt olles an dän Dag mit der Zeit kommt alles an den Tag (Kr. HalleHal Kr. Halle@BorgholzhausenBo). — 6. das diesseitige Leben im Gegensatz zur Ewigkeit. Iut der Tuit gōn sterben (Kr. SoestSos WWB-Source:256:SchmBSchmB || mehrf.). Ut de Tied kaommen sterben (Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@StadtlohnSt || mehrf.). — 7. Personifizierte Zeit. Dä Tied brenget dä Rausen, sä brenget auk riepen Roggen Mahnung zur Geduld (die krfr. Städte Bochum, Herne u. WattenscheidBch die krfr. Städte Bochum, Herne u. Wattenscheid@LaerLr || mehrf.). Dat sall de Tuit wuol lären besonders die schweren Zeiten sind gute Lehrmeister (Kr. SoestSos WWB-Source:256:SchmBSchmB || mehrf.). Du laiwe Tīt! Ausdruck der Verwunderung, des Schreckens oder Mitleids (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl || mehrf.); och, diu loeiwe Tuid! Seufzer, Ausruf (Kr. HerfordHfd Kr. Herford@GohfeldGo || mehrf.). — 8. In konjunktionellem Gebrauch; nur in Sprichww.: Tied de Nod is Koken Brod (Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@VredenVr || mehrf.). Tiet de Naut ätt ’m auk Stuuten statt Braut scherzhaft, wenn es etwas Besonderes gibt,
z.B. Kuchen oder Braten, dann isst man dies auch allein (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@WettringenWt || mehrf.). ⟨Pl.: ›Tīden‹, ›Tīten‹, ›Tī(e)n‹. — In manchen Wendungen scheint das Genus nicht
f. zu sein: Tieds genoog (WmWb); jeden Titt (Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. Gladbeck@ErleEr), mett’n kotte Tiet (Kr. LübbeckeLüb Kr. Lübbecke@ArrenkampAr), ümme’n Tüt (Kr. BrilonBri Kr. Brilon@NiedersfeldNf), up’m säcker Tit (Kr. Borken u. die krfr. Stadt BocholtBor Kr)⟩ ¶ WWB-Source:238:RhWbRhWb 9,745: Zeit; WWB-Source:207:NdsWbNdsWb 12,120: Tīt; HnVwb 4,789: Zeit. Zus.:→
Admes~, Ames~, Āneke~, Āneke-mōders~,
Är~, Arne~,
Awend~, Awend-eªten~, Awend-mal~,
Bān~,
Bedde-gans~, Beste-fāders~,
Binnen~,
Blāgen~,
Blöie~,
Blō¹men~, Bō¹k-weiten~,
Bō²nen~, Brak~,
Brī~,
Brūd~,
Bū~,
Bukke~,
Bürger~, Buᵉter~,
Dāges~, Be-denk~, Na-denk~,
Dē¹nst~,
Dē¹nst-gans~, Diᵉmers~, Drinkens~, Ūt-drīwens~, Eªtes~,
Fasten~, Fēsper~,
Folge~, Freªdens~, Frīers~,
Frō~, Frō-jares~,
Frō-stükke~, Af-gans~,
Grō²te-bō²nen~,
Gründer~,
Heªge~, Hengers-mal~,
Heªrwest~, Höi~,
Hǖr-gans~,
Hūs-mans~,
Immet~,
Īs~,
Jar~,
Jung-wichter~,
Kinder~,
Kirk~,
Koffi~,
Koffi-drinkens~,
Kōrn~,
Krīges~,
Lǟr~,
Legge~,
Lē²k~, Lenten~,
Leªwe~,
Mäier~,
Mal~, Bī-mal~,
Market~, Meier~,
Middāges~,
Mīge~,
Moªrgen~,
Nacht~,
Nacht-mes~,
Nacht-slapens~,
Nīe~, Nō¹nen~, Ōster~,
Pap~,
Passiōns~, Pinke~,
Pissens~, Prōste-mal~,
Rammel~, Rants~,
Reidens~,
Rolle~,
Sad~,
Säie~, Schap-scheªre~,
Schiᵉmer~,
Schō¹l~, Schō²n~,
Schummer~,
Up-stans~, To¹wer~,
Wē²en~,
Wē¹de~,
Wīle~,
Wiᵉsen-mäier~, Wurtel-wē¹de~.