TÎCHE TEICH TICHEN setze ins werk, versuche, fördere. — außer dieser bedeutung, deren zusammenhang mit den folgenden dunkel ist, scheint das wort eine noch ursprünglichere sinnliche gehabt zu haben. nach Gr. 4,336 galt es vielleicht zunächst nur von der langsamen bewegung des tanzes; oder bedeutete es zuerst vorwärts gehen, kommen? ob das goth. deigan
nhd. bilden, formen mit goth. gadik
nhd. gebilde (Ulfil. wb. 43 ) zu vergleichen ist, bleibt dahin gestellt. vgl. auch Karajan über Heinrich den Teichner s. 88.
— die lebenden daʒ tichen (: stichen) daʒ die tôten wâren tôt
Herb. 7900. daʒ hât er getichen
ins werk gesetzt Frl. FL. 20,26. wer mir
eʒ (
vgl. Gr. 4,335) mit den vînden hiute hilfet tîchen
Gudr. 1389,3. wieʒ Gîsel dâ mit tanze tîchen sol
Nith. 30,2 (
MS. 2,83. b) wie si eʒ teichen ûf dem wal
Ottok. 158. stolze magde, ir sült ein niuweʒ (
ein neues lied anheben) tîchen
Nith. 52,3. die vogel singent wunneclîchen ir gesanc, went in aber tîchen (alsô weln si eʒ tîchen
MS. H. 3,229. b) den sumer lanc
das. 50,2. dâ wider lâʒent nahtegal dar tîchen (
ihre stimme erschal len)
das. 52,1. 2. büße. vgl. baier. deichen
nhd. büßen, vergüten Schmeller 1, 351. dâ sis (siʒ
MS. H. 2,19. a) ân ende mit jâmer muosen tîchen
MS. 2,15. b. etlîcher sîner bôsheit teich
MS. H. 3,240. a. 3. gehe gemächlich vorwärts. baier. deichen
lat. tardo passu incedere Schmeller 1,351. schweiz. tîchen
nhd. schleichen, lauern; vgl. dîchen suggredi Pictor. gât er gemach, sô tichet er
Ls. 3,328. vgl. 336.