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täuben

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MeckWB
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4 in 3 Wb.
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Eintrag · Mecklenburgisches Wb.

täuben Part., trans., intrans., Subst., Verb

Bd. 7, Sp. 49
Wossidia täuben täuwen, -ö- aufhalten, warten: 'teufen' (1712) Kohf. Hg. 10, 3; töfen Mantz. Ruh. 3, 55; teuwen N. Monschr. 5, 274; täuwen, -ö- Mi 93a; tü·bm Jac. 1, 117; flekt.: Präs. täuw, täuwst, täuwt, täuben, Imperat. täuf, täuw; Prät. täuwt(e); Part. Prät. täuwt, Lautformen vgl. D. WA. 19, 12. 1. trans. a. Spr. a. jem. auf-, fest-, gefangenhalten: 'dat de ... heren ... nicht ghehyndert edder ghetovet werden' (1394) UB. 22, 428; 'dat men dessen ... dar up (wegen Einbruchverdachts) mit rechte tuvede bette to Wolters tohskumpst' (1426) Beitr. Rost. 4, 1, 28; 'erhe schultlude ... tho schutten unnd tho thovenn' (Pol.Ord. 1516) Jb. 57, 284. b. etw. anhalten, beschlagnahmen: '(er) heft gegrepen des borgermesters sone ... unde heft em getovet II voder soltes' (1448) Jb. 17, 341; 'de rente ... behynderen unnd thoven' (1513) 12, 363. c. wahrnehmen: '(die Zahl der Handwerker beschränken,) up dat se ... or (ihr) ampt diste stadliker to tuvenn hebbenn' (1513) Jb. 57, 168. 2. intrans. a. verweilen, bleiben, ausharren: 'wy ... geven den ... ratmannen unde ... borgern ... dat rume buten der stad ..., dar to tovende reddeliken' (15. Jh.) UB. 5, 29; 'Jacob du schalt töfen in aller duvel name' (Bannformel; 1570) Bartsch 2, 9; täuf still! bleib still sitzen Wi; hei (der Junge) täuwt nich up 'n Hüker hat keine Ausdauer zum Schusterberuf RoRostock@KühlungsbornKühl; dor künn keen Minsch täuben in dat Hus in dem Spukhaus Schw; dei Knecht täuwt nich hält seine Dienstzeit nicht durch Jac. 1, 117; bei einem harten Herrn töben keen Lüd' Wi; wenn man ne Katt köfft hett, möt man sei in 'n Speigel kiken laten, denn täuwt sei ihrer läuft nicht fort WaWaren@RöbelRöb; Rdaa: dor (auf magerem Schwein) täuben gor kein Lüs' up WaWaren@Groß GievitzGGiev; wo is 't mœglich, dat dei Kluck nich bi dei Farken täuben will, is extra dortau köfft WiWismar@PoelPoel; dei Fru hett hier ok nich mihr täuben künnt mußte sterben PaParchim@DobbertinDobb; von Sachen: de Tafel (Wandfeld beim Fachwerkbau) föl ümmer wedder rut, dee wull nich täuben halten WiWismar@JörnstorfJörnst; bi 'n hüpen Schäpel würd' so väl Kuurn upmäten, as up 'n Schäpel täuwt liegen blieb SchöSchönberg@GrevesmühlenGrev; Butter bei großer Hitze täuwt nich up 't Brot schmilzt weg WaWaren@RogeezRog; Rdaa.: einer Frau mit zerrissenen Strümpfen täuwt kein Wull uppe Hacken RoRostock@KühlungsbornKühl; em täuben de Knöp nich mihr er muß heiraten ebda; wenn dat Geld keinen Vörmund hett, denn täuwt dat nich es zerrinnt Ribn; bestehen bleiben, dauern: De schreeben Schrift möht töwen, Dat Schnakkend iß man Schien Babst 3, 162. b. warten: 'dar nha thovet he VI wecken' (1513) Jb. 57, 175; drei Dag' täuben RoRostock@RibnitzRibn; 'Wultu töven, So machstu doen' Laur. in Nd. Jb. 11, 147; 'Töff hier, ick gah un hal et dy' (1740) Kohf. Hg. 26, 3; töf man! warte nur! Mantz. Ruh. 3, 55; töw mal! oft am Beginn des Erzählens oder in einer Erzählpause StaStargard@NeubrandenburgNBrand; Prügeldrohung: täuw, di wi'ck krigen! Ro; up dat Tuten täuben: S. Neum. Märchenfrau 194; zu einem ungeduldigen Kind: hest kein Täuben lihrt? SchwSchwerin@PinnowPinn; Rdaa.: dor (auf ein Schiff) ward up täuwt es ist überfällig RoRostock@WustrowWustr; dor (auf bessere Verhältnisse) kœnen wi woll up täuben, œwer nich up hungern GüGüstrow@GülzowGülz; Ausruf beim Kartenspiel: töf, Pap, wist mi dat Gör versöpen! StaStargard@GrammertinGramm; Deutung des Fuchsgekläffs beim Verfolgen eines Hasen: täuw, täuw, di heff 'ck bald fat't RoRostock@HeiligendammHDamm; des Rufs der Hofglocke: Täuw nich lang', Herr ward bang'! GüGüstrow@GülzowGülz; von Fahrzeuggeräuschen: das Auto sagt täuf, täuf, die Lokomotive schit di wat Pa; im Volksreim: Wer (welches junge Mädchen) nich töben kann, Möt nähmen, wat he krigen kann, Oewerst wer töben kann, Kriggt toletzt 'n gollen Mann Günth. Hs. Mit auffälliger Syntax: täuw mi! warte auf mich PaParchim@WulfsahlWulfs; töf di! warte! Nd. Kbl. 16, 36. c. zurückstehen (zugunsten von): ehr (vernarrter Eltern) Kind is ehr Herrgott, dor möt alles för täuben RoRostock@DierhagenDierh; (die Mutter) täuwt för ehr Kinner Jac. 1, 117. — Subst. Zss. vom Imperat. (zu 2 b): Täufman Motorrad (1932) PaParchim@SteinbeckSteinb; Töftöf desgl. StaStargard@NeustrelitzNStrel, doch vgl. Töfftöff; Töwtöw Bootsmotor RoRostock@WarnemündeWarn; Täuftäuf Prügelstock Wo. Sa.; koll. Schläge Ro. Verb. Zs. aftäuwen. — Mnd. tven. — Br. Wb. 5, 91; Dä. 488b; Da. 224a; Kü. 3, 441; Me. 5, 140.
4111 Zeichen · 123 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Täuben

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Täuben , verb. regul. act. taub machen, in welchem Verstande es sowohl eigentlich als figürlich nur in dem zusammen gese…

  2. modern
    Dialekt
    täubenPart., trans., intrans., Subst., Verb

    Mecklenburgisches Wb.

    täuben täuwen, -ö- aufhalten, warten: 'teufen' (1712) Kohf. Hg. 10, 3; töfen Mantz. Ruh. 3, 55; teuwen N. Monschr. 5, 27…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit taeuben

16 Bildungen · 1 Erstglied · 11 Zweitglied · 4 Ableitungen

Zerlegung von taeuben 2 Komponenten

tau+ben

taeuben setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

taeuben‑ als Erstglied (1 von 1)

taeuben als Zweitglied (11 von 11)

abstäuben

DWB

abs·taeuben

abstäuben , abstergere: den tisch, die schuhe, das buch abstäuben; die alten stunden stäuben sich ab. J. Pauls unsichtb. loge 3, 180 . auch …

anstäuben

DWB

ans·taeuben

anstäuben , leviter pulvere aspergere, leicht bestäuben: die flügel des schmetterlings sind unten mit gold angestäubt; man thut nur einige s…

aufstäuben

DWB

auf·staeuben

aufstäuben , wie bei Plautus pulverare, intransitiv: die weite laufbahn stäubte, wie wolken, auf. Klopstock 1, 102 ; es stäubt gewaltig auf,…

ausstäuben

DWB

aus·staeuben

ausstäuben , pulverem excutere, dann auch, was das folgende, investigare: steubeten und spüreten unerschrocken alle tritt und spuren aus. Ga…

bestäuben

DWB

bes·taeuben

bestauben , bestäuben , pulvere conspergere, nnl. bestoven, der umlaut schwankend wie in glauben gläuben und ähnlichen, weshalb sich kein in…

betäuben

DWB

betäuben , exsurdare, obstupefacere, bei Stieler beteuben, mhd. betouben: sît als ungeloubet stêt der walt, wâ nement die vogele dach? dâ si…

durchstäuben

DWB

durch·staeuben

durchstäuben , 1 1. untrennbar, mit staub erfüllen, durchdringen. durchsteuben Stieler 2124 . jener ( der nordwind ) fleugt, wie die fluren …

übertäuben

DWB

ueber·taeuben

übertäuben , v. , vereinzelt ohne umlaut: übertauben, übertaubt ( hist. volkslieder 4, 431 L.; B. Waldis psalter 75 a ). 1 1) trans., durch …

verstäuben

Pfeifer_etym

vers·taeuben

Staub m. ‘(aufwirbelnde) feine Schmutzteilchen’, ahd. stoub (um 1000), mhd. stoup, stoub (germ. *stauba-) und (mit anderer Bildungsweise) mn…

Vertäuben

Wander

ver·taeuben

Vertäuben Vertöub mi nit, oder i gibe kei Milch, seit d' Geiss. – Sutermeister, 42. Taub, tob = zornig, toll und rasend; Täubi = Zorn, Tollh…

zerstäuben

DWB

zers·taeuben

zerstäuben , verb. , zu stäuben ( th. 10, 2, 1099); 1) eig. nur trans., a) in staub verwandeln und zerstreuen, z. b. wellen: M. Hartmann sch…

Ableitungen von taeuben (4 von 4)

betäuben

DWB

betäuben , exsurdare, obstupefacere, bei Stieler beteuben, mhd. betouben: sît als ungeloubet stêt der walt, wâ nement die vogele dach? dâ si…

enttäuben

DWB

enttäuben , surdum facere, betäuben: der riese schlug Goffroi so gar stark auf seinen helm, dasz Goffroi schier von dem ton und schall des s…

ertäuben

DWB

ertäuben , surdum facere, obtundere, turbare, betäuben: mhd. sô wirt diu sêle ertaupit. Diemer 349, 4 ; nhd. und alle menschen ertäubt er mi…

Vertäuben

Wander

Vertäuben Vertöub mi nit, oder i gibe kei Milch, seit d' Geiss. – Sutermeister, 42. Taub, tob = zornig, toll und rasend; Täubi = Zorn, Tollh…