lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

Stumpen

mnd. bis Dial. · 12 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

PfWB
Anchors
15 in 12 Wb.
Sprachstufen
3 von 16
Verweise rein
37
Verweise raus
56

Eintrag · Pfälzisches Wb.

Stumpen m.

Bd. 6, Sp. 765
Stumpen m.: 1. allg. 'Stumpf, Stummel, Rest von etwas, kleine Menge', Stumbe (šdumbə) [verbr., Bernhard 157 Bertram § 186 Christmann Kaulb 60, 92 Lambert Penns 145 Krämer Gal 210]; Dim. Stimbelche (šdimbəlχə) [KU-Kaulb LU-Alsh], Stimbel (šdimbəl) [SOPf]; Dim. Pl. Stimbelcheʳ (šdimbəlχəʳ) [LU-Alsh]; Zs.: Arm-, Besen-, Blech-, Bollmehl-, Tabaks-, Draht-, Finger-, Griffel-, Gutlicht-, Kraut-, Schwanz-, Suckel-, Unschlittstumpen, -stumpfen. Doch brennt emol en alti Schaier, / Do brennt se ab bis uf de' Stumpe! [Schandein Ged. 188]. RA.: De St. drin hun 'verärgert reagieren' [Thielen So rerre mer 113]. — 2. stummelartige Reste. a. 'ein (allein stehender, hohler) Zahnstummel im Mund' [mancherorts, NPfGV 5/1933]; Dim. Stimbelche [KU-Kaulb]; Zs.: Zahnstumpen. En St. isch stähⁿ gebliwwe [GH-Kand]. Der hot noch so paar Stumbe em Maul [FR-Bockh]. — b. 'verstümmeltes Körperglied (Arm, Finger)' [HB-Kirrbg PS-Erfw, Juner 83]; Dim. Stimbelche [KU-Kaulb]. Mit soim ääne Stumbe vun Bää steht er am Berch [Kröher Lyoner 145]. Volksgl.: Wammer'n Glied abnemme loßt un mer hot noch arije Schmerze im St., is verleicht es abgenumme Deel net grad im Grab [Fogel Beliefs Penns Nr. 596]. — c. 'kupierter Hun- deschwanz', Stumbe [ZW-Käshf Marthh RO-Ebbg Schweisw KL-Baalbn Neukch PS-Busbg Gersb KB-Kriegsf LA-Birkw BZ-Albw Dierb GH-Max'au]; Dim. Stumbel [BZ-Hermbghf]. — d. 'Baumstumpf' [verbr., Juner 83 Kamm 64 Wilde 294]; Dim. Stimbel [Kamm 63]; Dim. Pl. Stimblich [Kamm 63/64]; Zs.: Band-, Baum-, Tannen-, Eichen-, Weidenstumpen, -stumpfen; Syn. s. Baumstorzen. De Baam es ab, 's steht nore noch de St. [KU-Kaulb]. Un all der Pälzer Herrlichkeet / Kee Stumpe iwwrig losse dät [Münch Werke II 277]. Schneid Resle, schneid Resle, loß Stimple (Dim. Pl.) steh, / wannd Mädle verheirat sin, sinse nimmi so schä [Bergz (Kamm 120)]. RA.: vum St. eweg 'radikal, völlig' [NW-Hardbg]; um der St. dresche (schwätze) 'um eine Sache drumherum reden' [Beam Penns 90, 97]. Er hot's am St. abgelägelt 'Der Verbrecher hat alles geleugnet' [LA-Gommh]. a. 1768: Stumpfen, die nach und nach von denen unterthanen zum häuslichen gebrauch außzumachen seind [Kurpf. 1648/8 (NW-Wachh)]. — e. 'der alte, ausgehauene dürre Weinstock' [NW-Haardt]; WKW 5. — f. 'abgeernteter Tabakstock' [BZ-O'hs]. — g. 'Zigarrenrest, Zigarettenstummel' [KU-A'glan ZW-Hengstb NW-Weidth BZ-Dernb, Juner 83]; Stimbelche [LA-Venn]; Zs.: Zigarren-, Zigarettenstumpf(en). — 3. vom Menschen. a. 'kleiner, auch dicklicher Mensch, kleines Kind' [allg., Andre 125 Bayer Hackm. 69 Bernhard 157 Glass 100 Glass Klutzkopp 107 Höh 158 Juner 83 Kühn Hamet 137 PfId. 139 Otterstetter 240 NPfGV 3/1926 18 Thielen 109]; klääner St. [Wilde 294]. KR.: Rechewerrer, mach mich groß, / bin e kleener Stumbe [BZ-Annw]. De Hannesmann es en de Brunne g'fall, / Ich hab's g'hört plumpse / Hab gemaant, 's wär en großer Mann, / Un do war's en Stumpe [FR-Hettldh, LU-Alsh BZ-Dernb Gal-Dornf]; vgl. Stumpsen. Doch's Pederle, de lausig Stumbe [Pfälzer Art und Sinn 1. 12. 1933]. Fingerspiel: Des is de Daume, der schirrelt die Praume, / der lest se uf, / der traat se heem, / de kleeⁿ Stumbe fresst se all alleeⁿ [KL-Samb, KU-Bedb]. Beim Schwingen eines Kindes an den Armen: Leichtes, leichtes Schäfel, / Schweres, schweres Klötzel, / 's isch emol e Mann in de Brunnetrog g'falle, / hab gement, 's wär e großer Mann, / War 's e kleener Stumbe [Der Wasgau-Bote 8/1934]. — b. Schimpfw. für einen kleinen, dicklichen Menschen [KU-Schmittw/O KL-Wörsb, Kühn Schnitze I 257]. — c. Kosename, Neckname für einen kleinen Kerl; dau St.! [KU-Reiffb NW-Deidh]. Kumm her, meiⁿ kläänes Stimbelche [LA-Venn]. — d. 'ein einarmiger Mensch' [FR-Tiefth]. — 4.a. 'Zigarre, die an beiden Enden stumpf angeschnitten ist; oft billige Sorte' [Andre 125 Bernhard 157 Braun Lääsebuuch 197 Glass 100 Hussong 148 Juner 83 Thielen 109]. Un hat die stärkschde Rothänncher raache känne un die Villinger Stumbe [Kröher Lyoner 52]. Die Buwe raachen Stumbe [Räder Bitzler 27]. — b. 'kurze Tonpfeife' [GH-Zeisk]; vgl. Gips 2 a, Kloben II 1 b. Der St. war eine beliebte Pfeife; vor Gebrauch umwickelte man die Pfeifenröhre mit Zwirn, damit man sie mit den Zähnen festhalten konnte [GH-Zeisk]. — 5. 'halb gefüllter Sack', Stumbe [NW-Deidh Haßl Spey Juner 83 Schmitt Billh. 172 Thielen 109 Wilms Alph. 52 Steinmetz ]; Dim. e Stimbel [SOPf], '1/3 oder 1/4 Sack Getreide' [Bayer Hackm. 69]; vgl. Stummel 5 b; e St. Grumbeere [KU-A'glan NW-Haßl Spey]; e St. Mehl [NW-Dürkh Juner 83 L. Meyer in: Sunndag 28/1965]. Lumpe, Eise - Eise, Lumpe, / do e Sack voll, dort e Stumpe [Burgey Keschte 54]. Volksbr.: Wenn der letzte St. Grumbeere ausgehackt wird, gibt's den Herbstbraten 3 [PS-Erfw Hintwdth]. — 6. 'Restmenge von etwas'; e Stimbelche Dim. [KU-Heinzhs]; vgl. Stummel 5 a; e Stimbel Weiⁿ [LA-Venn]. Do schweiwelt schun e'Fäßche her: / 's muß aus bis uf de Stumpe! [Schandein 75]. RA.: 'm Lümbel 's Stümbel 'Dem besten Weintrinker den Rest' [Wilde 263]. a. 1787: Wan er dan angenommen ist, so soll ihm einer von den Altgesellen das erste Mal zutrinken und sagen: gesundtheith Bruder Bursch halt dich frisch, worauf der jung Bursch daß Glaß biß auf den stumben austrinken Muß Bey straf einer Maß Wein [A. Becker in: PfW 7/1906 NPfGV 1912 S. 79]. — 7. 'der Schwanz des Hasen' [LA-O'hochstdt]; vgl. Hasenpritsche 1 a und K. 188. — 8. 'die Nase' [LA-Roschb]. Kinderspiel: Gebschde mer des Stimbelche her!, sagt man zum Kind und greift nach seiner Nase [FR-Bockh]. — 9. 'ein abgenutzter Besen' [LA-Venn]. — 10. 'das untere dicke Ende einer Roggengarbe' [LA-Altd Arzh]. — 11. 'ein totes Eisenbahngeleis' [Wilms Alph. 52]. — 12.a. 'ein sichelähnliches Gerät zum Kürzen von Gras' [Krämer Gal 211]; vgl. Stump1. — b. 'ein altes, abgenutztes Messer' [BZ-Dernb]. — 13. 'Beinbekleidung'. a. 1537: Ein Hirschen par hosen mit leberfarben wullin stempffen [Spey-TreudInv.]; DWb X, IV, 439 Stumpf, Stumpen 'Beinkleidung'. — 14. 'Stoß' [LU-Opp]. Er hot mer e St. gewwe, daß ich schier hing'falle bin [LU-Opp]; vgl. Rand2, Stump, Stumper, Stumpes. RA.: Ich will em emol e St. gewwe 'Ich will ihn durch einen Tip für eine Sache gewinnen' [LU-Opp]. — 15. Neckname für die Bewohner von KU-Erdb, Stumpe [KU-Erdb Seebach Volkshumor 33]; für die Bewohner von KU-Bosb [KU-Jettb]; vgl. Tabak(s)stumpfen 2. — 16. FlN, a. 1330: oben an der stumpen stucke [Lam 1 108v (NW-Deidh)]. — Rhein. VIII 933/34; Lothr. 510 Stumpe, Stump; Els. II 596; Kluge-Seebold22 711.
6527 Zeichen · 169 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    stumpensw. V.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    stumpen , sw. V. nhd. „stumpfen“, stumpf werden, stumpf sein (V.) Hw.: vgl. mhd. stumpfen E.: s. stump (1) W.: s. nhd. s…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    StumpenDer

    Campe (1807–1813) · +3 Parallelbelege

    † Der Stumpen , — s, Mz . gl. s. der Stumpf .

  3. modern
    Dialekt
    Stumpen

    Elsässisches Wb. · +7 Parallelbelege

    Stumpe n [ʿStùmpə S. O. Mütt. Barr Bf. Molsh. Illk. NHof Str. Z. Zinsw. N. Rothb. Ingw. Lorenzen Wh. ; ʿStûpə Sulzern ; …

Verweisungsnetz

62 Knoten, 71 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 6 Hub 1 Kompositum 47 Sackgasse 8

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit stumpen

26 Bildungen · 21 Erstglied · 3 Zweitglied · 2 Ableitungen

Zerlegung von stumpen 2 Komponenten

stum+pen

stumpen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

stumpen‑ als Erstglied (21 von 21)

Stumpen I

SHW

Stumpen I Band 5, Spalte 1603-1604

Stumpen II

SHW

Stumpen II Band 5, Spalte 1605-1606

Stumpenloch

SHW

Stumpen-loch Band 5, Spalte 1607-1608

Stumpenrod

SHW

Stumpen-rod Band 5, Spalte 1607-1608

Stumpenaxt

PfWB

stumpen·axt

Stumpen-axt f. : 'eine schwere, lange Axt', dient vor allem dem Spalten von Baumstümpfen, Stumbeaxt (šdumbəagsd) [ BZ-Dernb ]. Rhein. VIII 9…

Stumpende

RhWB

stump·ende

Stump-ende (s. S.) Rip, Rees n.: Stammende des gefällten Baumes; E. des Halmes, Strohbauschs.

Stumpeneichen

RhWB

stumpen·eichen

Stumpen-eichen -ompənęχən Prüm ; -eχən, –ejən  Malm , Pl. -χər n.: 1. kleines, lustiges Musik- od. Gesangsstück als Zugabe bei der Kirme…

Stumpennäsel

ElsWB

Stumpe n näsel n. Stumpfnäschen Str. ‘Muess myni Ohre dnoh un ’s Stumpenäsel butze’ Hirtz Ged. 171. — Schweiz. 4, 802.

Stumpennickel

PfWB

stumpen·nickel

Stumpen-nickel , Stumper- m. : 1. 'wer gerne stößt', Stumpeʳnickel (šdumbəʳnickel) [ BZ-Dernb ]. — 2. 'der kleine Finger', nur im KR. zum Fi…

Stumpensack

ElsWB

stumpen·sack

Stumpe n sack m. Sack, der keinen Hektoliter Getreide hält Dü. ; vgl. Stumpe n .

Stumpensüffer

PfWB

stumpen·sueffer

Stumpen-süffer m. : 'wer die Reste aus Gläsern trinkt', Stumbesiffer [NPfGV 8/1934]; Syn. s. Trinker , Säufer . —

Stumpentann(en)

Idiotikon

Stumpentann(en) Band 13, Spalte 76 Stumpentann(en) 13,76

Stumpenwasser

PfWB

stumpen·wasser

Stumpen-wasser n. : 'Wasser, das sich in einem Baumstumpf gesammelt hat', Stumbewasser [ Lambert Penns 145]. Volksmed.: Wäsch Warze mit St. …

stumpen als Zweitglied (3 von 3)

Krǖzstumpen

Idiotikon

Krǖzstumpen Band 11, Spalte 461 Krǖzstumpen 11,461

Mülstumpen

Idiotikon

Mülstumpen Band 11, Spalte 461 Mülstumpen 11,461

Ableitungen von stumpen (2 von 2)

zerstumpen

RhWB

zer-stumpen: etwas ver-, zerstossen Neuw .

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „stumpen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 15. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/stumpen/pfwb?formid=S12241
MLA
Cotta, Marcel. „stumpen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/stumpen/pfwb?formid=S12241. Abgerufen 15. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „stumpen". lautwandel.de. Zugegriffen 15. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/stumpen/pfwb?formid=S12241.
BibTeX
@misc{lautwandel_stumpen_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„stumpen"},
  year         = {2026},
  howpublished = {lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern},
  url          = {https://lautwandel.de/lemma/stumpen/pfwb?formid=S12241},
  urldate      = {2026-05-15},
}