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stichelei

nhd. bis sprichw. · 7 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

stichelei f.

Bd. 18, Sp. 2706
stichelei, f. 1) zu sticheln 1, dass. wie stichrede (s. d.), ebenfalls teils ernst, teils harmlos-humoristisch gemeint: lexik. zuerst bei Adelung 4, 367 und Jagemann (1799) 2, 1163; liter. vereinzelt bereits seit anfang des 17. jh. bezeugt: wer aber ein gutes gewissen hat, und dennoch solche stichelei hören musz, der tröste sich des exempels Jesu Christi V. Herberger hertzpostilla (1613) 1, 296; der vortrag dienet schon, sagst du, zur sticheley, auff dasz der gerne lacht, damit belustigt sey H. v. Hoffmannswaldau bei B. Neukirch auserl. ged. (1697) 1, 214; häufiger gebraucht erst seit dem 2. drittel des 18. jh., doch fehlt das wort völlig bei Klopstock, Lessing, Schiller, Herder, Wieland; Göthe gebraucht es nur spärlich: von der natur war er mit einem scharffsinnigem, auffgewecktem, aber dabei zur stichelei, und anzüglichen reden geneigtem geiste begabet J. B. Scheibe freimüth. gedanken (1732) 176; spöttereyen und sticheleyen, die ich von meiner schwägerin anhören musz Miller Siegwart (1777) 2, 390; während des ganzen spieles wurden nichts als wechselweise sticheleyen angebracht Sonnenfels (1783) 1, 227; erst mit den romantikern geht es in den allg. sprachgebrauch ein, wo es sich schlieszlich an die stelle des älteren stichrede setzt: ich kann mich nicht enthalten dieses lied für eine stichelei auf das grab meiner schwester in Osmanstädt zu halten Cl. Brentano briefw. m. S. Mereau 1, 43; auf der jagd selbst hatte (ich) kein sonderliches glück ..., worüber auch viele sticheleien von den bedienten aushalten muszte Tieck schr. (1828) 9, 274; der pfarrer ... liesz einige verblümte sticheleien über meine aufführung laufen Gotthelf ges. schr. (1855) 5, 245; über mein verhältnis zu Elise muszte ich mir die unwürdigsten sticheleien gefallen lassen Hebbel tageb. (1903) 1, 383; dann kamen ewige zänkereien unter den weibern, anonyme briefe, verdeckte sticheleien H. v. Kahlenberg familie Barchwitz (1902) 13; schlieszlich wurde er weder mit vertraulichkeit noch mit sticheleien belästigt Hans Grimm volk ohne raum 1, 338; formelhaft: sticheleien und miszreden Göthe I 26, 105 W.; neckereien und sticheleien Hoffmann v. Fallersleben ges. schr. (1890) 7, 133; verbale fügung jmdm. sticheleien geben: sie zog auf die verschwendung los und gab ihrem mann verschiedne sticheleyen J. M. Miller briefw. dreier akad. fr. (1778) 1, 240; seit ende des 18. jh. insbes. von literar. kritik: (Lessings abhandlungen sind) sticheleyen auf Ramler unter dem artikel von Batteux Hamann schr. (1821) 3, 19; die kleinmeisterlichen sticheleien auf Bel und Gottsched verdienen keiner weiteren erwähnung Bahrdt gesch. s. lebens (1790) 1, 320; man versäumt (in den neueren aufklärungsschriften) fast keine gelegenheit, wo sich nur irgend eine stichelei auf mich anbringen liesze Tieck schr. (1828) 10, 349; Winckelmann rächte sich ... durch sticheleien im neapolitanischen geschmack Justi Winckelmann (1866) 2, 1, 203. 2) vereinzelt zu sticheln 1 b, fortgesetztes stechen mit spitzem instrument, bes. nadeln: dieses kleine höllisch spitze ding (die nadel), von dessen ewigen sticheleien mein rechter zeigefinger eine art von hornhaut bekommen hat Rosegger waldheimat 2, 69. s. auch stichlerei u. sp. 2720. 3) ebenfalls selten zu 1stich A 1 a 'nicht ernst zu nehmende art des fechtens': übrigens ist die ganze fechterey (das kritische hin und her wegen eines theaterstücks von Iffland) eine pure sticheley, wobey so wenig herauskommt als beim ganzen plunder Zelter an Göthe in: briefw. (1833) 1, 66.
3531 Zeichen · 67 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    SticheleiDie

    Campe (1807–1813) · +2 Parallelbelege

    Х Die Stichelei , Mz. — en . 1) Das Sticheln; besonders in uneigentlicher Bedeutung, und ohne Mehrzahl. 2) Eine Stichelr…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Stichelei

    Goethe-Wörterbuch

    Stichelei [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. modern
    Dialekt
    Sticheleif.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Stichelei f. : 1. 'Näh- oder Stickarbeit mit vielen kleinen Stichen', Stichelei [ KU-Schmittw/O BZ-Dernb ]. — 2. 'das fo…

  4. Sprichwörter
    Stîchelei

    Wander (Sprichwörter)

    Stîchelei Das kommt von deinen Sticheleien, sagte das Mädchen zu ihrem Schatz, als ihr das Kleid zu eng wurde.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit stichelei

1 Bildungen · 1 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von stichelei

stichel + -ei

stichelei leitet sich vom Lemma stichel ab mit Suffix -ei.

Zerlegung von stichelei 2 Komponenten

stiche+lei

stichelei setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

stichelei‑ als Erstglied (1 von 1)

sticheleisen

DWB

stiche·leisen

sticheleisen , n. , ein pfahleisen, eiserner, an einem ende mit einem eisernen kolben versehener stab, mit dem löcher in den boden gestoszen…