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stachelschwein

nhd. bis spez. · 11 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

stachelschwein n.

Bd. 17, Sp. 402
stachelschwein, n. 11) eine in Afrika und Indien einheimische, dann auch in Europa verbreitete gattung von säugethieren, mit langen, starken, schwarz und weisz geringelten stacheln, die es durch besondere muskeln aufrichten und niederlassen kann; an das schwein erinnert es höchstens durch seine grunzende stimme. auch dornschwein, stachelthier, hystrix (cristata). Nemnich, vgl. Oken 7, 776—784. obwol das thier gelegentlich im mittelalter erwähnt wird (Heinrich I. von England besasz eins, s. A. Schultz f. leben2 1, 452), ist das deutsche wort erst im 16. jahrh. nachzuweisen, vgl. Weigand 2, 789: das stachelschweyn bei Frisius nomencl. (1556) 53b, s. ebenda; hystrix Maaler 383a; umb die gegend der statt Scasse inn Tartareien, sind der stachelschwein gar vil, und so man jhnen daselbs nachjaget, ... spreussen und schütten (sie) alszdenn jhre belge hefftig auff, und schiessen mit jhren stacheln beide den menschen und hunden gar grausam unnd gewisz zuo. Heyden v. Dhaun Plin. (1565) 181 (bei der abbildung steht: hystrix. porcus spinosus. stachelschwein); dornschwein, stachelschwein, stachelsaw, meerschwein, histrix, animal ex marinorum genere, corpore maior et longioribus aculeis. Henisch 734, 62; porc espic Hulsius 305b; der igel und das stachlichte stachel [dorn] schwein hat an statt der haar stacheln. Comenius sprachenth. 206; hystrix Corvinus fons lat. 652a; stachel-schwein, n. riccio, porco-spino ò spinolo. Kramer dict. 2, 900a; histrix Stieler nachsch. 29a. Frisch 2, 314b, s. ferner Woyt gazophylac. 442. Adelung. Krünitz 167, 634—640. in nd. form: stackel-swijn, sax. histrix. Kilian. (sonst nl. gewöhnlich ijzer-, auch stekelvarken, in der Burensprache ysterfark.) — nicht selten in der neuern litteratur: weder das stachelschwein noch die fledermaus sind schön, so zweckmäszig auch ihre theile gebildet sind. Sturz 1, 223; wenn das stachelschwein drohen will, so treibt es den wald seiner kiele auf, man vernimmt dabei ein rauschen, viel zu stark, als dasz es aus dem aneinanderschlagen der vielen hornspiesze erklärt werden könnte, das thier vermag luft in die röhren dieser organe zu treiben, um durch den windsbrautähnlichen ton den feind zu schrecken. Vischer auch einer 2, 171 (dazu: stachelschweinrauschen 173); das stachelschwein. noch zeigt uns die natur ein thier, das einem igel ziemlich gleich, un[d] das nicht weniger als jener an spitzen stacheln wunderreich. Brockes 9, 297. als wirtshausschild: an einer stange war ein groszes stachelschwein über der thüre herausgesteckt als schild. 'da sind wir' sagte Martino, 'wie glaubt ihr, dasz dies vornehme gasthaus heisze?' 'zum stachelschwein!' sagte ich. ... und Martino sagte: 'ihr denket so zärtlich ungefähr wie euer schild, das stachelschwein'. Brentano 4, 246. ferner im vergleich: entsetzlicher anblick! meine haar' sträuben sich empor, ich muss aussehen wie ein stachelschwein. Raimund 2, 243 (alpenk. u. menschenf. 1, 14); du (dichter) magst die andern faxen machen, ich (Musa) lief're die realen sachen, dann wird aus unserm mein und dein ein lustspiel, wie ein stachelschwein. Hebbel 1, 312 Werner (diam. prol.). dann auch übertragen: 'ach sohn, ach lieber sohne mein, was bringst mir für ein stachelschwein?' — 'es ist fürwahr kein stachelschwein, es ist die herzallerliebste mein.' wunderh. 1, 130 Boxberger. 22) miszbräuchlich wird stachelschwein auch auf den igel angewendet, der ähnliche stacheln hat, vgl.: 'stachelschwein ist eine benennung, welche unrichtig dem igel gegeben wird; da stachelschwein doch ein ganz anders thier ist.' Heynatz antibarb. 2, 440. so bei Jablonski 314b (igel, stachelschwein: erinaceus, porc-epi, herisson). Woyt gazophylac. 330. preusz. stachelschwein, nd. -schwîn, gemeiner igel, erinaceus europaeus. Frischbier 2, 359a. 33) eine art stachelschnecken, auch spinnen-, distelkopf, murex tribulus. Nemnich.
3888 Zeichen · 78 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Stáchelschwein

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Das Stáchelschwein , des -es, plur. die -e, ein vierzehiges vierfüßiges Thier, welches einem Schweine gleichet, nur daß …

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Stachelschwein

    Goethe-Wörterbuch

    Stachelschwein [bisher nicht online publizierter Wortartikel]

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Stachelschwein

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Stachelschwein , lat. hystrix , Gattung Säugethiere aus der Ordnung der Nager ohne Schlüsselbein, der Körper mit langen,…

  4. modern
    Dialekt
    Stachelschweinn.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Stachel-schwein n. : 1. 'hier nicht heimisches mit langen Stacheln besetztes Säugetier (Hystrix cristata)', aus dem Schu…

  5. Sprichwörter
    Stachelschwein

    Wander (Sprichwörter)

    Stachelschwein 1. Ehe du andere Stachelschwein schimpfst, so greif zuvor auf den eigenen Distelkopf. 2. Er ist wie ein S…

  6. Spezial
    Stachelschwein

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Sta|chel|schwein (Hystricidae) n. (-[e]s,-e) ‹zool› porcel da ficiuns m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit stachelschwein

8 Bildungen · 8 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von stachelschwein 2 Komponenten

stachel+schwein

stachelschwein setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

stachelschwein‑ als Erstglied (8 von 8)

stachelschweinig

DWB

stachel·schweinig

stachelschweinig , adj. einem stachelschwein ähnlich; bei den preuszischen holzhändlern von holz, das stark mit ästen besetzt ist, besonders…

stachelschweinstein

DWB

stachel·schweinstein

stachelschweinstein , m. ' steinartige körper, welche sich im magen und in der gallenblase der stachelschweine finden ( lapides hystricini )…

stachelschweinstil

DWB

stachelschwein·stil

stachelschweinstil , m. : kürzlich habe ich Val. Rose's Anacreonteen für's centralblatt angezeigt — mit einigen bemerkungen über Rose's unar…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „stachelschwein". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 17. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/stachelschwein/dwb?formid=S38756
MLA
Cotta, Marcel. „stachelschwein". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/stachelschwein/dwb?formid=S38756. Abgerufen 17. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „stachelschwein". lautwandel.de. Zugegriffen 17. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/stachelschwein/dwb?formid=S38756.
BibTeX
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