springer,
m. zu springen,
verb. 11)
von personen, einer, der springt, sprünge macht, entsprechend springen,
verb. 1: springer,
saltator Dief. 509
a; springer,
saltator Stieler 2105; springer,
saliens, saltator. Steinbach 2, 646. 1@aa)
einer, der kunstvolle und ansehnliche sprünge zu thun vermag, ohne jedoch diese kunst als eine gewerbsmäszige auszuüben: wohlan, ... hast du uns deine gewohnheit gezeigt, so versuch' es
auch mit unserm brauch. führt den springern die rosse heran. Freytag 8, 28; zuerst wurden zwei rosse neben einander gestellt, kopf an kopf und schweif an schweif. die springer traten zurück und schwangen
sich mit kurzem anlauf hinüber.
ebenda; für ehrenwerther als ein springer gilt bei uns der mann, der seine narben vorn am leibe trägt. 34;
entsprechend in der turnersprache, vgl.: solche (
wörter) wie: springen, springer, springel — fechten, fechter, fechtel, hiebfechtel, stoszfechtel — sind schon durch ihre ableitung verständlich und gerechtfertigt. Jahn 2
1, 18
Euler; dem angesicht der muntern Britten stellt sich mit kühn und schnellen schritten ein unbekannter springer dar, es überrascht, o wie verwegen! sein umschwung über blosze degen die vor verwundrung stumme schaar. Lichtwer 154; der springer steigt auf das gerüste, man wünscht, als ob er springen müszte, ihm glück zu der gewissen gruft. 155; springer
im germanischen heere (
mit beziehung auf Tacitus Germ. 6
und Caesar bell. gall. 1, 48): was gehörte aber nicht
dazu, um solche springer, die sich mit ofnen augen in den todt stürzten, zu bilden? wie muszten die sehnen und muskeln dieser kerle von kindesbeinen an gewöhnt und gestärket seyn. Möser
patr. phant. 4, 14; diese springer waren aber auch nur in der ersten linie, und die edelsten jünglinge der nation. 15;
wol mit beziehung auf diese kampfessitte auch sonst von kämpfern: da rief der alte mit heiserer stimme: 'wo säumt der vortänzer? die springer harren.' Freytag 8, 204,
wo zugleich der kampf als ein kultustanz im dienste des gottes aufgefaszt wird, vgl. unter 1,
b. auch als fester beiname, so Ludwig der Springer,
landgraf von Thüringen: einige legenden von der heiligen Elisabeth, dem sagenhaften sprung Ludwigs des Springers. Freytag
verm. aufs. 1, 373.
in sprichwörtlicher verwendung: die hohen springer brechen den hals,
i più alti saltatori si fiaccano il collo. Kramer
dict. 2 (1702), 890
c; junger springer, alter steltzer,
giovane saltatore, vecchio zappatore. ebenda; junger springer, alter stelzer. Simrock 9785.
vgl. auch: jene (
die in eins fortlaufenden schriften) erfordern einen gesetzten, immer gleichen schritt; dieser verlangt mit unter sprünge: und selten ist ein hoher springer, ein guter ebner tänzer. Lessing 10, 175.
bildlich gewendet: wie schwer steigt sich's hinauf die gedankenhöhen und hinab die tiefen, wenn immer ein gedanke sich auf den andern türmt und plötzlich kollernd wegrollt. es bedarf da eines festen steigers und kecken springers. Auerbach 3, 240; es sitzt keine krone so fest, so hoch, der muthige springer erreicht sie doch. Schiller 11, 213;
entsprechend: springer,
ein offizier, der im avancement schon ältere kameraden überspringt. Horn
soldatenspr. 84. 1@bb) springer
im kultus: springer,
d. h. junge männer schwingen sich mit ihren mädchen über das Sonnwendfeuer hinweg, um sich und die geliebte im kommenden jahre vor unheil zu schützen. vgl. Reinsberg-Düringsfeld
das festliche jahr2 234; den (
vom johannesfeuer) ungesengten springer kommt diesz jahr kein fieber
an. Leoprechting
aus dem Lechrain 183; springer,
theilnehmer an der springprozession zu Echternach: bezahlte springer
und die schar der wallfahrer springen
unter den klängen einer bekannten melodie jedesmal einige schritte vor und dann wieder etwas zurück, so dasz sie fast drei stunden brauchen, um die nur wenig entfernte pfarrkirche zu erreichen. vgl. hessische blätter für volkskunde 2, 138. 1@cc) springer,
als ihre kunst gewerbsmäszig betreibende leute, bezeichnung einer klasse der fahrenden: springer,
bassator Dief. 69
c; springer,
schironomon. voc. opt. 32, 37; springer,
ludio, ludius, saltator. Maaler 382
a; dantzer, täntzer, hupffer, springer,
saltator. Henisch 647, 62; gauckler, springer, der sich schwinget, der vil seltzame possen mit den händen treibt, oder den moriskentantz tantzet,
ventilator, chironomus et qui saltationem gesticulatoriam gestat. 1373, 36; pürczlär, gaucklär und springer.
quelle bei Schm.
2 2, 703; springer, der seltzame sprünge thut,
faiseur de saubre saults, chi salta su la corda. Hulsius (1616) 304
b; springer,
gesticulator, circulator, petaurista. Stieler 2107; ein künstlicher springer, kunstspringer, luftspringer,
saltarino, ballarino, maestro saltatore. Kramer
dict. 2 (1702), 890
c; springer, ... der sich mit seinen springen ums geld sehen läszt, ein lufftspringer,
petaurista, diversis saltibus vibrans corpus in aere. Frisch 2, 309
b;
vgl. auch kunstspringer,
m. theil 5, 2728
und luftspringer,
m. theil 6, 1263; unser bischof seind gastfrei, dann sie haben vil hofgsindt, nemlich springer, ringer, fechter, lutenschlaher, trometer und des leichtfertigen volks nur gar vil. Schade
sat. u. pasqu. 3, 180, 15; wer sich aber gen yderman mit hübschen worten und künsten wil erzeigen, der wird gehasset gleicher weys als geschicht mit den fechtern, springern, hoffierern und andern behenden leuten. Albr. v. Eybe
ob einem manne sey zu nemen ein eelichs weyb oder nit 85
a; eine grosze gesellschaft seiltänzer, springer und gaukler, die einen starken mann bei sich hatten, waren mit weib und kindern eingezogen. Göthe 18, 141. (
von ballettänzern:) das ballet, von elender erfindung, ward im einzelnen ausgepfiffen, einige treffliche springer und springerinnen jedoch ... wurden weidlich beklatseht. 27, 115; swer di schrift versten kan eben der vindet kunk Davides harpfen clank und wie manic springer vor im sprank in gotes dinste, so er got lobte.
renner 5872;
vgl. dazu oben unter b. im besonderen von seiltänzern: springer, der auff einem sayl springet,
joueur de soupplesses. Hulsius (1616) 304
b; dem springer, so auff dem sayl geet ist begönnt bis sonntag schul zu halten. (
Nürnberg i. j. 1506),
d. städtechron. 11, 700,
anm. 3; dahinter (
hinter den planken) muszten sich die schaulustigen halten, dasz innerhalb der ganze raum frei bleibe für die fastnachtsspiele, sowie auch für die fremden tänzer und springer, welche ihr groszes seil ganz in der mitte querüber vom rathhaus aufgespannt hatten. Mörike
erzähl. 231; nachdem der ganze mummenschanz ... langsam herumgekommen ... war, ... bestiegen die springer und tänzer das seil. 237; nun aber zum beschlusz der gauklerkünste erschien im bergmannshabit, mit einer halben larve vor'm gesicht, ein neuer springer, ein kleiner stumpiger knorp; ... alsbald beschritt er das seil ohne stange. 239.
als allgemeinere bezeichnung: 'springers
nennt der geringe mann im allgemeinen die seiltänzer, positurenmacher, pferdekünstler in den buden und kleinen spektakeln.' Schütze
holst. idiot. 4, 178. 1@dd)
auf die bedeutung springer '
gaukler'
u. s. w. geht wol die verwendung in der gaunersprache zurück: springer,
bezeichnung eines gauners, auch in der zusammensetzung scheinspringer,
m. dieb, der bei tag stiehlt. Avé-Lallemant 2, 121. 1@ee) springer,
ein soweit herangewachsenes kind, dasz es auf die gasse laufen kann. Crecelius
oberhess. wb. 2, 802. 22)
von thieren. 2@aa)
vom pferde. springer,
in sprüngen dahinsetzendes rosz: springer,
equus admissarius et sternax, assultim ingrediens, saltum in sublime cogens. Stieler 2105; springer,
saltatore, saltarino, it. cavallo tale. Kramer
dict. 2 (1702), 890
c; einen mutigen springer tummeln,
maneggiare un fiero (
cavallo)
saltatore. ebenda; nenne die namen (
der pferde), o muse. der wilde Centaurus, ein springer, leicht auf zierlichen schenkeln, er wiehert der gräfinn entgegen. Zachariä 307 (
Phaeton 2, 42); es flogen die rosse eilend einher (
über die meeresfläche), und ohne zu netzen die ehernen achsen; zu den schiffen brachten ihn bald die flüchtigen springer. Stolberg 12, 5; (
vom Pegasus:) galoppiren auf dem springer, reiten ihn zur tränk, nennen sich gar hohe sänger. Schiller 1, 245.
im besonderen: springer, auf der reitschul ein pferd, das lufftspringe thun kan,
equus sussultor, worauf die so recht reiten wollen, sich im gewicht halten lernen. Frisch 2, 309
b; springer heisset ein pferd, das nach erfordern ordentliche sprünge macht, welche in balotaden, croupaden, und capriolen unterschieden werden.
öcon. lex. 2785.
vgl. Jacobsson 4, 237. Eggers 2, 961; springer,
equus succussor. Steinbach 2, 646. 2@bb)
auch sonst von sprungtüchtigen thieren gebraucht: dann rief er den hasen und sprach: 'geh hin, lieber springer, und hol mir von dem brot, das der könig ist.'
brüder Grimm
kinder- und hausmärchen 60; jüngst sah' ich einen frosch, wie wir spatziren giengen, durch das bethau'te gras in gröster eile springen: die kinder waren gleich schnell hinter ihm darein, den feuchten springer zu erhaschen. Brockes 1, 123;
von einem leoparden: siehe, welch ein sprung! — der springer hat des toten arm erfaszt. Freiligrath 1, 155. 2@cc)
als feste benennung: 2@c@aα)
verschiedene fische heiszen springer,
vor allem der delphin, delphinus delphis. Nemnich 1, 1389,
und der thunfisch, scomber thynnus. 2, 1259;
auch der blaufelchen (
eine salmenart)
im vierten jahre, während er im dritten gangfisch,
m. (
s. theil 4, 1, 1, 1247)
genannt wird. 1212,
nach Schmid
schwäb. wb. 174
heiszt die blaufelche springer
im dritten jahre; springer
auch bezeichnung von squalius leuciscus vulgaris, einer fischart, welche sehr hoch aus dem wasser springen kann. Siebold 203.
sonst auch hasel,
m. oder häsling,
m. genannt (
vgl. theil 4, 2, 546). 2@c@bβ) springer,
bezeichnung einer meereskrabbenart, welche luftsprünge macht, cancer locusta. Nemnich 1, 799,
ebenso auch des kleinen flohkrebses (
s. theil 3, 1815),
cancer pulex. 803. 2@c@gγ) springer
als benennung einer eidechsenart, lacerta agilis. Nemnich 2, 291. 2@c@dδ) springer,
die heuschrecke; springar
cimbr. wb. 235
b;
s. auch oben sprenger,
m., sprengsel,
m., unten springhahn,
m. u. s. w. 2@c@eε) springer,
dasselbe wie unten springspinne,
f. aranea. Nemnich. 2@c@zζ) springer,
eine sich fortschnellende made, die sich in faulen gegenständen findet. ten Doornkaat Koolman 3, 290
a.
vgl. unten springmade,
f. 2@dd) springer,
ein halbwüchsiges schwein, das so weit ist, dasz es zur weide getrieben werden kann. vgl. Crecelius
oberhess. wb. 2, 802. 33) springer,
über eck springende figur im schachspiel: springer im schachspiel,
saltator latruncularius. Stieler 2105; springer im schachspiel. Kramer
dict. 2 (1702), 890
a; springer, im schachspiel,
latrunculus transsiliens. Frisch 2, 309
b; der springer im schache. zwey knaben wollten schach ziehen. weil ihnen ein springer fehlte, so machten sie einen überflüssigen bauer, durch ein merkzeichen, dazu. ey, riefen die anderen springer, woher, herr Schritt vor Schritt? Lessing 1, 141;
Sittah. nimm diesen zug zurück. ... der springer wird unbedeckt. 2, 206 (
Nathan 2, 1);
Saladin. aus dieser klemme seh' ich wohl, ist ohne busze nicht zu kommen. mags! nimm den springer nur.
ebenda; Sittah. ich geh vorbey.
Saladin. du schenkst mir nichts. dir liegt an diesem platze mehr, als an dem springer.
ebenda; Sittah. nicht ganz (
matt); du ziehst den springer noch dazwischen.
ebenda. 44)
in niederdeutschen gegenden springer
anstatt spring,
m. bezeichnung einer quelle. Woeste 252
a. 55) springer,
eine fessel, welche am gehen nicht hindert. vgl.: springer ... fuszeisen, welche an einer kette beide füsse fesseln, dasz sie nur einen kleinen schritt thun können und keinen sprung,
compedes. Frisch 2, 309
b,
doch bleibt das eigentliche namengebende moment dunkel, vgl. oben sprenge,
f.; springer,
compedes, pedicae. wörterbuchquelle bei Schm.
2 2, 703; springer,
eine eiserne stange mit vier schellen. ebenda; springer,
fuszeisen Avé-Lallemant 4, 610. Unger-Khull 528
b. schleget sie in fessel und springer. Mathesius
fastenpred. 47
b; springer anlegen, in nothstall stoszen, das futter abbrechen, helffen zur zucht. Lehmann 148: balt schliesset sie all in die springer und legt sie gfangen in die zwinger! darinnen sie stets müssen wachen und jhn vertrieben werd das lachen. Ayrer 1059, 1
Keller. stockmeister führt Torello an einem springer ein. 1825, 16; kommen Dives und Rebellus, seind gar übel angelegt und gehn an einem springer. 782, 3; wenn man aber unnötige krieg anfehet, und helt sich zu böser geselschafft, ... da hawet man gemeinigklich mit versen hinder sich, oder da einer nicht gar die zincken auffkert, musz er lernen auff den knien, oder im springer und ketten tantzen. Mathesius
Sarepta 22
b; der teuffel unterlasse keins wegs nicht, seine gefangen zauberer und unholden inn der haftung zu besuchen, mit jhnen zu sprachen und jhnen zu rhaten, nichts zu vermelden. ja welchs mehr ist, jhnen die fessel und springer von händen und füssen zu bringen. Fischart
Bodin 173
a; aber das hett ich nicht verstehen können, wie disz zugienge, dasz der sathan einen zauberer oder einer hexin die eisenhand, fessel und springer soll können ledig machen.
ebenda; der marktschreiber zu Essing hat 8 tag den springer tragen müssen (1645).
handschr. quelle bei Schm.
2 2, 703; auch niffelt (
schmerzt) mich hart der springer. Ayrer 782, 33
Keller. 66) springer
in der kleidermode des 16.
und 17.
jahrh. ein in das kleid eingenähter bügel, welcher dazu dient, es in rundlicher wölbung vom körper abstehend zu machen, jedoch ohne die übertreibende wirkung der späteren reifröcke und crinolinen zu erzielen: ein langer, umbschweiffender rock, ein springer,
cyclas, vestis longa et spatiosa foeminis. Corvinus 154
b; bogenrock,
cyclas, alias ein springer,
vestis foeminea: dicitur etiam schlepprock. Stieler 1573;
vgl.: hirbei will ein radt die ungeheure, newe eingeschlekene perdontzen ... edder van figenkorven, starrenden stricken, tonnenbenden edder andern holtenen edder stieven bogeln gemakede und uthgespannene springer, imgliken die schleprocke ... ganz ernstlich vorbaden hebben.
Stralsunder kleiderordn. von 1570
bei Schiller-Lübben 4, 346
a; die schürtzen lang und breit, sind köstlich ausgeneidt, einen springer darunder auff das sie scheinen weit, seiden schnüren an die zöpff, damit binden sie sich um die köpff.
newe zeitungen 1600
bei Adrian
mittheilungen 371. wir wollen auch hiermit die an diesem ort unlangst eingefurte springer, desgleichen die kleinen runden ... paretlein ... verboten haben.
Erfurter stadtordn. N 3
b; denen so auf freiersfüssen gehen, dienets also, wenn sie die lust, ein weib zu nemen ankömt, dasz sie nicht allein darnach sehen, welche einen hübschen kopf und schöne glatte stirn hat, und in einem weiten grossen springer daher gehet schwenzen, wie ein pfawe. Roth
aller christl. hausmütter abc B 5; mit mützen, baretten, krösen, menteln, schauben, röcken, belzen, springern und dergleichen neuen mustern. H 5; auch last uns alle sein fein still, und brauchen gar kein seitenspiell, und auch abschaffen alle däntz, die jungfrawen tragen keine kräntz, darzu die springer und die krausn, auch bunte röck und grosse pausn. Forchheim
clagschrifft 1592; ich schafft mir springer, güldne haubn, gezogne borten, marderschaubn und seidne jopen schön beschnürt, ebs meinem stand wol nicht gebürt. Ringwaldt
treue Eckart J 3
a; ja man braucht springer und berduntzn, und gros gekröse wie die pluntzn, die jetzt mit sündlichen geberdn so ungeschickt getragen werdn, das sie den jungfrawn und geselln ihr maul und angesicht verstelln.
lauter warheit 98. 77) springer,
ein gerät zum fischfang. nach Frommanns
zeitschr. 7, 118
werden dadurch die renken in die tiefe gejagt, wo sie den schweren seewallern und hechten zur beute fallen: dieweil solch fischen mit den rollen und springer dem see grosz nachthaillig.
z. j. 1520,
bei Schm.
2 2, 703; springer, eine art fischernetze. Frisch 2, 309
b. 88) springer,
das im ehemaligen Nürnberger rugsamt befindliche, alle handwerksordnungen enthaltende, über 30
pfund schwere buch. Schm.
2 2, 703,
es war wol angekettet und wurde sowol deshalb, wie auch wegen seiner schwere scherzhaft vielleicht mit springer,
pedica verglichen. Schmeller
vermutet, die bezeichnung vergleiche sich dem renner
als benennung eines registers zum aufsuchen irgend eines punktes, vgl. 2, 111. 99) springer
in der bedeutung von sprung,
m.?: als Lucae am 1. capitel die alte Elisabeth die stimme des grusses der jungfräulichen mutter Mariae hörete, hupffet mit frewden das kind in jhrem leibe, über und wider den gewöhnlichen lauff der natur, dasz der noch nicht reden kondte und sehen, einen zeugen: und der noch nicht gehen kundte, einen springer geben, und den Mesiam der welt mit hoher reverentz empfahen muste. Meyfart
das himml. Jerusalem 2 (1630) 99,
oder ist hier gemeint '
einen springer abgeben'
? heiszt im folgenden einem einen springer geben '
ihm den laufpasz geben'
oder musz oben an springer 5
bei der erklärung angeknüpft werden? das ist bei den stolzen weltjunkern lauter beiszendes salz, lauter widerwärtiger senf, lauter unangenehmer sauerteig, darum geben sie dem evangelio und der ev. frömigkeit einen springer. Herberger
evangelische herzpostille 1611.