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Kartusche

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Meyers
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Kartusche

Bd. 10, Sp. 702
Kartusche (franz. Cartouche, ital. Cartoccio), eigentlich Rolle, Name der in Gestalt von halb aufgerollten Bändern und Blättern ausgeführten Titel von Landkarten, Wappen, Büchern etc. sowie der in der spätern Renaissancezeit aufgekommenen Zierrahmen mit aufgerollten oder umgebogenen Enden, die oft ganze Landschaften und allegorische Figuren darstellten; dann überhaupt rahmenartige Einfassungen von Schildern, wie sie seit der Mitte des 16. Jahrh. in der Architektur und im Kunstgewerbe, namentlich in der Buchverzierung, sehr häufig vorkommen und in ihren Mittelschilden oft Devisen, Namenszüge, Wappen, Embleme u. dgl. enthielten (s. Abbildung), Die Kartuschen sind besonders für die deutsche und holländische Renaissance charakteristisch, haben aber ihre höchste Entwickelung durch den Barock- und Rokokostil erreicht (s. Tafel »Ornamente IV«, Fig. 17). Vgl. Springer, Hundert Kartuschen verschiedener Stile (Berl. 1878); Ströhl, Kartuschen und Umrahmungen (Wien 1888); Gnant, Kartuschen für Schild- und Fassadenmalereien (Ravensb. 1895); »Renaissancekartuschen« (40 Tafeln nach Originalen des 16. Jahrh., Leipz. 1896) und »Barockkartuschen« (40 Tafeln nach Originalen des 17. Jahrh., das. 1896). – Im Geschützwesen heißt K. (franz. gargousse, österreich. Karduse) die in einer Hülle eingeschlossene Pulverladung der Geschütze. Bei ältern Geschützen besteht die Hülle aus einem Kartuschbeutel, aus nicht nachschwelendem Stoff (Seidentuch, Etamin etc.), bei Schnellfeuergeschützen aus einer aus Messing gezogenen Kartuschhülse. Bei erstern Kartuschen ist behufs leichter Entzündung durch die Schlagröhre vor dem Abfeuern ein Durchstechen mittels der Kartuschnadel (ein zugespitzter Stahldraht mit Holzgriff) nötig, bei letztern enthält der Boden, wie bei Patronen, ein Zündhütchen, das durch den Schlagbolzen getroffen wird. Bei Steilbahngeschützen sind Teilkartuschen nötig, weil die Korrektur beim Schießen auch an der Ladung bewirkt wird; bei der Fußartillerie werden diese zur Erleichterung der Bedienung in einem Netzbeutel zusammengehalten, zusammengesetzte Kartuschen. Im Gegensatze zu diesen unterscheidet man die einfachen, die mit ältern Pulversorten oder auch mit rauchlosen gefüllt sind; in letzterm Fall ist eine Beiladung von schnell entzündlichem Pulver zur Sicherheit der Entzündung nötig. – K. heißt auch die bei berittenen Waffen am Bandelier über die Schulter getragene Patronentasche.
2417 Zeichen · 32 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Kartuschef.

    Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

    Kartusche f. die Treibladung enthaltende ‘Hülse der Artilleriegeschosse’, entlehnt (Anfang 17. Jh.) aus frz. cartouche f…

  2. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Kartusche

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Kartusche (franz. Cartouche , ital. Cartoccio ), eigentlich Rolle, Name der in Gestalt von halb aufgerollten Bändern und…

  3. modern
    Dialekt
    Kartuschef.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Kartusche f. : = Kartatsche 1, Kaʳdusch [ KL-Obh ], Kadusch [ WD-Niedkch ]. RA.: Sie isch schnell wie e Kaʳdusch [ BZ-St…

  4. Spezial
    Kartuschef

    Dt.-Russ. phil. Termini

    Kartusche , f картуш , м → FiloSlov Königsring, m → FiloSlov Kartuschenring, m → FiloSlov Namensring, m

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit kartusche

1 Bildungen · 1 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von kartusche

kartusch + -e

kartusche leitet sich vom Lemma kartusch ab mit Suffix -e.

Zerlegung von kartusche 2 Komponenten

kar+tusche

kartusche setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

kartusche‑ als Erstglied (1 von 1)

Kartuschenring

FiloSlov

kartusche·n·ring

Kartuschenring , m картуш , м → FiloSlov Königsring, m → FiloSlov Kartusche, f → FiloSlov Namensring, m