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spachen

mhd. bis Dial. · 4 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
5 in 4 Wb.
Sprachstufen
3 von 16
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5

Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

spache(n) m. f.

Bd. 16, Sp. 1826
spache(n), m. f. dürres holz, reis. westgerm. wort unbekannter herkunft. in ältester zeit auch in starker form: ags. spæc dünner zweig, glossiert framen, cremium. Bosworth-Toller 898a, daneben spraec sarmentum (beides nur in glossen). 903b, wozu isl. sprek, n. stecken. da ebenso wie hier auch bei sprechen die anlaute sp und spr wechseln (ags. sprecan und specan, engl. speak, auch ahd. spehhan neben sprehhan Graff 6, 369, s. auch unten spechten, u. s. w.), so ist die vermutung von ten Doornkaat Koolman 3, 260 f. und Franck 926 nicht unwahrscheinlich, dasz eine ableitung zu dieser wurzel in der ursprünglichen bedeutung 'ein geräusch machen' vorliegt (vgl. schwed. spraka, n. sprage knistern, knacken, prasseln und Fick3 3, 355), vgl. Skeat 578b. sonst nur im deutschen bekannt: mnd. spaken 'abgefallene dürre äste und zweige' (spaicken in einer Barmer urk., gewöhnlich sprocken, vgl. das.) Schiller - Lübben 4, 299b. nl. spaecke, pertica Kilian, holl. spaak, vgl. Franck 926 und zur bedeutung unten 2, b. ahd. spah, -ch, spahha, -cha, spacho, sarmentum, cremium, ramus, malleolus, dazu spahhahi, cremium. spahhîn, virgeus. Graff 6, 320 f. (sarmentum spah Wadstein kl. alts. sprachdenkm. 79b, 4); mhd. spache als schwaches masc. oder fem., [] dürres reisholz. Lexer handwb. 2, 1062. Scherz - Oberlin 1524: cremium ... spacha, spach. Dief. gloss. 156b; malleolus hamar vel spacha. 344c; sarmentum ... spachun, sprok. nov. gloss. 327a. nhd. aus der gewöhnlichen umgangs- und litteratursprache geschwunden, dagegen erhalten in technischem sprachgebrauche (hier häufig in der niederdeutschen form spake, s. unten 2, d) und in mundarten: schwäb. spach, m. span. Schmid 497; bair. der, die spachen, auch spachten (Oberpf.) 'holzspan stärkster art, wie sie z. b. in zäune geflochten werden', zau ~spahhe~. Schm. 2, 654; österr. spach'n Hügel 150b, spchen Schöpf 681; dagegen kärnt. spâkn holzspan. Lexer 235; siebenb. spàch, f. holzscheit. Kramer 124; thür. spachen, m. groszer splitter, stückchen holz; in Leipzig spacken in der wendung nicht ein spacken holz, auch nicht das mindeste; nassauisch-westerw. spacher, f. Schmidt 220. Kehrein 1, 379. die form mit anorganischem t s. auch unten 2, b (zu ende). c. nd. spacke, f. holzscheit, kluft holz. Schambach 202b, spake, spâk, speke, 'starker holz-stecken oder stange zum umdrehen der ankerwinde oder zum heben und umwälzen von schweren gegenständen, windebaum, hebebaum'. ten Doornkaat Koolman 3, 260 (daraus schwed. spak, m. hebel?). 11) dürres reis oder stecken, reisholz. so im mhd. der dürre zustand wird oft ausdrücklich betont: als ob mit donres duʒʒenbreche ein groʒʒer walt mit durren spachen. jüng. Tit. 3919; daʒ in die lide erkrachen muʒʒen in der wise,als ob sie sin geznt uʒ durren spachen. 4557; verwendet z. b. zu zäunen (vgl. 2, c): der zûn dûht in ze dicke und ze hôch, mit den zenen er dannen zôch ein spachen. Reinhart 49; man hôrte swert da klingen und schefte vil erkrachen als eines zûnes spachen, die der wint kan derren. Konr. v. Würzburg troj. krieg 32743. und als brennmaterial: sie hieʒʒen vur machen von holzze und von sphachen. Herbort v. Fritzlar 8110 (vgl. die anm.); fur von durren spachen. 15753; si hieszen ein fewer machen da von darn spachen. quelle bei Schm. 2, 654. besonders wird das krachen (infolge der dürre, im feuer, im winde u. s. w.) hervorgehoben. der reim spachen : krachen ist geradezu stehend in mhd. dichtung (s. auch die vorstehenden stellen): dô wurden an den stunden sîn hende alsô gewunden, daʒ si begunden krachen als die dürren spachen. Parz. 210, 10; dem minnetôten wîbe ... begonde ir herze krachen, reht als ob tûsent spachen krachten von des viuwers nôt. Heinr. v. Freiberg Tristan 6580. auch für das heu der nachernte, nachmahd, grummet, s. Heyne hausaltert. 2, 131. 22) nhd. meist ein gröszeres und festeres holzstück bezeichnend. so in mundarten für span oder holzscheit, s. oben. ferner in bestimmten technischen gebrauchsweisen: 2@aa) bei den förstern spachen hauen, späne ('ist ein dem holzquantum nachtheiliger kunstgriff der holzhauer, besonders wenn diesen die spachen und spähne um einen billigen preis oder gar als accidenz überlassen werden'). Jacobsson 7, 372b. Krünitz 156, 134. übertragen spachen abhauen, einem fehler abgewöhnen. Schmid 497. 2@bb) weit verbreitet ist spache für radspeiche, wobei wol lautliche vermischung im spiele ist, vgl. speiche. so stets holl. spaak, vgl. Franck 926, westf. spâke, f. Woeste 248b. ferner frühnhd.: die suw ... stiesz den wolff stürmlich in das güsbett (leitung des mühlwassers) und zuket in der stark flusz des waszers über ab durch das rad und zerstieszen im die spachen syne gelider ellenglich. Steinhöwel Aesop s. 216 Österley; Alberus im lexico beym wort weg hat spach und speiche, radius. Frisch 2, 296b; ferner in österr. mundarten Hügel 150b. Schöpf 681 (auch bei Scherz-Oberlin 1524 wird spache mit radius erklärt, für die angezogenen belege unzutreffend). — pfälz. spächte speichen. Autenrieth 133. 2@cc) nassauisch-westerw. spacher starker holzspan, stäbchen, für zäune und fachwerkwände. Schmidt 220. Kehrein 1, 379 (hier auch spache 'stück von pfählen in weinbergen, die zum weitern gebrauche zu kurz oder zu schwach sind'); dazu spachergerte, f., woraus spachern gemacht werden, und spachern verb. [] (s. das.). ebenda. mit eingeschobenem t: spachten-zäune, sepes vimineae. Frisch 2, 288c, spachterzäune, 'aus spitzen pfählen gemacht zum schutze um felder und gärten gegen wildschaden'. Kehrein weidmannsspr. 274. 2@dd) nd. spake in den küstenmundarten (ostfries., s. oben) bezeichnet einen hebel oder windebaum (ebenso schwed. spak). 'spake, ein jeder hölzerner hebebaum, der sich mit der hand regieren läszt, vorzüglich die, welche bey den spillen und bey dem geschütz gebraucht werden.' Jacobsson 7, 373a. Krünitz 156, 141; spaaken, hölzerne bäume zur umdrehung der winde beim bratspill. Karmarsch-Heeren3 1, 156; hand- oder spillspaken, die hebebäume für das brat- und gangspill; nothspake, stärkere spake zur unterstützung des bratspills, wenn der anker zu fest im grunde sitzt; 'die am umkreise eines steuerrades befindlichen kurzen handhaben, an denen dasselbe herumgedreht wird, heiszen auch spaken, sie sind die äuszeren enden der radspeichen'. Bobrik 643, s. auch Campe (unter spake).
6397 Zeichen · 187 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    spachenswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +1 Parallelbeleg

    spachen swv. BMZ bersten machen, spalten. schilte sp. Loh. 5206. Beliand 1368.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    spache(n)m. f.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +1 Parallelbeleg

    spache(n) , m. f. dürres holz, reis. westgerm. wort unbekannter herkunft. in ältester zeit auch in starker form: ags. sp…

  3. modern
    Dialekt
    Spachen

    Südhessisches Wörterbuch

    Spachen Band 5, Spalte 1101-1102

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit spachen

7 Bildungen · 3 Erstglied · 2 Zweitglied · 2 Ableitungen

Ableitung von spachen

spaen + -chen

spachen leitet sich vom Lemma spaen ab mit Suffix -chen, auf Verb-Stamm zurückgeführt.

spachen‑ als Erstglied (3 von 3)

Spachen II

RhWB

Spachen II, Spacher das Wort, zu mhd. Lexer spach »dürr«, ahd. spahha f., spahho m. »Reisig«, ist in den Weinbaugeb. an der uNahe als šbaxə …

spachen als Zweitglied (2 von 2)

gespachen

DWB

ges·pachen

gespachen , m. holzsplitter Birlinger volksth. aus Schwaben 2, 124 , mhd. spache, ahd. spacho und spacha.

verspachen

DWB

vers·pachen

verspachen , daneben auch verspachten, verb., vor trockenheit springen, bersten, auch transitiv im sinne von bersten machen. das wort ist be…

Ableitungen von spachen (2 von 2)

gespachen

DWB

gespachen , m. holzsplitter Birlinger volksth. aus Schwaben 2, 124 , mhd. spache, ahd. spacho und spacha.

verspachen

DWB

verspachen , daneben auch verspachten, verb., vor trockenheit springen, bersten, auch transitiv im sinne von bersten machen. das wort ist be…