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¹Slippe

mnd. bis Dial. · 4 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

WWB
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5 in 4 Wb.
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Eintrag · Westfälisches Wb.

¹Slippe f.m.

Bd. 5, Sp. 74
¹Slippe f.m. [verbr.] 1.1. Rockzipfel, Rockschoß; Zipfel vorn oder hinten am Manneshemd (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@AltenaAl); vorderer Teil eines Kleides oder eines Rockes (Kr. Unna u. die krfr. Stadt HammUnn Kr. Unna u. die krfr. Stadt Hamm@HilbeckHi); Einschnitt an Unterrock und Kleid, hinten oberhalb der Taille (Kr. MeschedeMes Kr. Meschede@BödefeldBö). De Hemden hadden fröhr Schlippen (WmWb). Am Slipp’m packen (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl). — 1.2. Schleppe; langer, am Boden nachschleifender Teil des Kleides [Kr. HalleHal Wal]. — 2. die zum Tragen von Gegenständen zusammengefasste Schürze; (hochgenommene (Kr. DetmoldDet Kr. Detmold@HeidenHn)) (an den Zipfeln gefasste (Kr. HerfordHfd Kr. Herford@GohfeldGo)) Schürze; durch Aufheben der Schürzenzipfel entstehende Trage (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor WWB-Source:252:SchleefSchleef). En Schlippen vull Schwetsken (Pflaumen) (Kr. MindenMin Kr. Minden@HahlenHa). Ne gantse Slippe vull (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl). Se harr ne ganze Slipp vull Appeln (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@WettringenWt). Holt de Slippe up! (Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@OestrichÖs). Kind in de Schlippe, Lichte öwwer de Schulder un met de Schuuwkaor nao’n Gaorden hen Arbeiten mit einem Kleinkind: es wurde vor der Brust in eine Schürze gebunden (WmWb). — Ra.: Se häng immer an Mooders Schlippe ist unselbstständig, abhängig (WmWb); kanns mi doch nich ümmers an de Schlipp hangen zu einem unselbstständigen Kind (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@KatenhornKa). Din Moder häff di auk nich in de Schlipp däör de Wiält druaogen du bist hart erzogen (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@KatenhornKa). Dao ha ’se all weer een under de Schlippe ist wieder schwanger (WmWb). — Sprichw.: Ne Frau kann mēä inn’e Slippe ūt’m Hūse drēägen, at ’n Mann met vǟier Peäre rinfäüen kann (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl || mehrf.). Wat de Bua met Pea un Wagen teohäope bringt, dat kann suine Friu medda Schlibb’m iud’noeine bringen (Kr. HerfordHfd Kr. Herford@GohfeldGo || mehrf.). — 3. Gehrock, Hemd (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@LüdenscheidLü). — 4. Schoß der Mutter, wenn sie ein Kind aufnimmt; Schoß des Mannes oder der Frau (Kr. BrilonBri Kr. Brilon@RixenRi). De Mouer hiät iähre Blage up de Slippe (Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@OestrichÖs). Dū wäs mi te swōa op de Slippe (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl). Kuemm up miene Schlipp! Mutter zum weinenden Kind, da braucht es keine tröstenden Worte mehr (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@RheineRh). Gaoh, nimm dat Kind äss up de Slipp! (Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. Gladbeck@LavesumLa). Sik op de Schlipp setten (Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. Gladbeck@RecklinghausenRh). — Sprichw.: Klaine Kinner trēät de Mauder op de Slippe, graute op’t Heät kleine Kinder, kleine Sorgen; große Kinder, große Sorgen (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl || ähnl. mehrf.). — 5. Feldsalat (Kr. LippstadtLst Dr). ⟨Slippen bzw. Slipp’m m. [Kr. MindenMin sowie die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor MSauerl], sonst Slippe, Slippen (Slipp’m) [Kr. MindenMin Kr. HerfordHfd Kr. HalleHal Kr. DetmoldDet Kr. HöxterHöx Bür], Slip [(nur schwer von→ ¹Slip zu trennen) Kr. SteinfurtStf Kr. CoesfeldKos Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Kr. LüdinghausenLhs Bek] jeweils f. — Vokalismus: ü [Kr. HöxterHöx Kr. BürenBür Bri], sonst i. — Differenzierung: Slippen f. ‘aufgenommene Schürze’ vs. Slippen m. ‘Rockschoß’ (Kr. MindenMin Kr. Minden@HahlenHa); Slippe f. ‘Schoß (einer Person)’ vs. Slipp’m m. ‘Rockschoß’ (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor Wl)⟩ ¶ WWB-Source:238:RhWbRhWb 7,1353: Schlipp V, Schlippe, Schlippen; WWB-Source:207:NdsWbNdsWb 11,87: Slippe¹; HnVwb 3,242: Schlippe, Schlippen. — Vgl.→ ¹Slip und zu Bed. ‘Schleppe’→ Sliᵉpe (unter ²sliᵉpen). Zus.:→ Al-dāges~, Hiᵉmed~, Sundāges~.
2710 Zeichen · 58 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    slippeF., M.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    slippe , F., M. nhd. Mantelkragen, Zipfel, Gewandzipfel, Rockschoß, am Saum (M) (1) zusammengefasster Vorderteil des Gew…

  2. modern
    Dialekt
    ¹Slippef.m.

    Westfälisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    ¹Slippe f.m. [verbr.] 1.1. Rockzipfel, Rockschoß; Zipfel vorn oder hinten am Manneshemd ( Alt Al ); vorderer Teil eines …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit slippe

26 Bildungen · 26 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

slippe‑ als Erstglied (26 von 26)

slippelōpen

KöblerMnd

slippelōpen , st. V. nhd. entschlüpfen, entkommen (V.) Q.: Nigel 40 E.: s. slippe, lōpen (1) L.: MndHwb 3, 275 (slippelôpen) Son.: örtlich b…

Slippendauk

MeckWB

Slippendauk m. ein dreislippig gelegtes Tuch Wi Kirchd .

Slippendreªgen

WWB

Slippen-dreªgen n. [Isl] das Bringen der Hochzeitsgeschenke.

Slippenkittel

MeckWB

slippen·kittel

Slippenkittel m. leinener Kittel mit langen Slippen, allgemeine Bauerntracht in den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts Wo. Ernt. 46.

Slippenrock

MeckWB

slippen·rock

Slippenrock m. Männerrock mit langen Slippen; auch zu Pferde trugen die Männer einen Slippenrock aus grünem Linnen Ha Bes . Me. 4, 556.

Slippenrok

WWB

slippen·rok

Slippen-rok m. [WMünsterl Tek Dor Enr Isl] Gehrock, langer Rock ( Tek Le ), Rock mit Schößen ( Dor Wl ), mit→ ¹Slippe n ( Enr Sw ); Cutaway.…

Slippenstiert

MeckWB

Slippenstiert m. dämonischer Geist, der ein langes Hemd trägt Ha Granz .

slipperich

KöblerMnd

slipp·erich

slipperich , Adj. nhd. schlüpfrig ÜG.: lat. lubricus Hw.: s. slīperich, slüpperich, slibberich; vgl. mhd. slipferic E.: s. slipper, ich (2) …

slipperichhēt

KöblerMnd

slipperichhēt , F. nhd. Schlüpfrigkeit, Glätte, Heuchelei E.: s. slipperich, hēt (1) W.: s. nhd. Schlüpfrigkeit, F., Schlüpfrigkeit, DW 15, …

slipperichēt

KöblerMnd

slipperichēt , F. Vw.: s. slipperichhēt*

slipperig

WWB

slippe·rig

slipperig Adj. [Wal] (vom Brot) wasserstrei fig, schliffig (Frbg.). ⟨ slipperig [Wal], ›sliᵉperig‹ [Mes] ⟩

Slipperschir

MeckWB

slipper·schir

Slipperschir f. Schere, die über die Eisenbahnschwellen gelegt wird, um sie zu heben und fortzuschaffen (1932) Ro Wustr .

Slipperte

WWB

Slipperte f. [ Isl KSauerl Alt] 1. Wiesen-, Schlangenknöterich (Polygonum bistorta) bzw. dessen Blätter, die als Salat oder Gemüse gegessen …