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sickern

nhd. bis spez. · 7 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
7 in 7 Wb.
Sprachstufen
3 von 16
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12
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10

Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

sickern verb.

Bd. 16, Sp. 756
sickern, verb. allmählich und tropfenweise flieszen. eine iterativbilduug zu dem germanischen verbum sîhan, vgl. seihen (sp. 205 ff.), seigen (sp. 187) und (das zweite) siegen, sowie Kluge6 364a. Weigand 2, 706. (eine ganz parallele bildung ist auch sickeln, s. oben.) in den ältern germanischen sprachstufen auffallenderweise nicht bezeugt, nur ags. vereinzelt sicerian Bosworth-Toller 870a. auch die nhd. schriftsprache verhält sich lange ablehnend gegen das wort: ab hoc siek puto venire verbum sickern, et durchsickern, humectari, inhumigari, humore penetrare. Stieler 1654 (s. auch unter siefern); gesickert (ich habe et bin) praes. ich sickere, guttatim percolor. Steinbach 2, 589. neben sickern findet sich auch siekern, so bei Adelung ('nur im gemeinen leben üblich') und Jacobsson 4, 160a (bei Campe als nebenform), s. auch siegern. in der litteratur ist sickern erst im 19. jahrh. geläufig geworden; der älteste bekannte beleg steht vielleicht bei Kant: die glorie in der höhle von Antiparos ist blos das product eines sich durch gipslager durchsickernden wassers. 7, 217 (krit. der urtheilskr. 1790 § 58). — mundartlich ist sickern in Deutschland allgemein verbreitet: schwäb. sikern, seigern, tropfenweis rinnen Schmid 494, sickern, sintern, abrinnen Schm. 2, 222 (schwäb.); tirol. sikern Schöpf 674; in Handschuhsheim (sikan) Lenz 65b, henneb. (durch)sickern durchdringen, -tröpfeln, -quellen Reinwald 1, 151, vgl. 2, 117. Spiesz 234; rheinisch (Koblenz, Jülich, Berg) sickern Klein 1, 154; hess. sêkern Vilmar 385 (daneben sockern 387, suttern 408); thür. siker Hertel sprachsch. 228, nordthür. seikere, langsam herabflieszen Kleemann 21a; siebenbürg. sîkern Kramer 123; nd. sîkern ten Doorkkaat Koolman 3, 182b. Danneil 192b, und sickern Mi 79a (dazu sîker rinne, rinnsal, furche im watt, wodurch wasser abflieszt ten Doornkaat Koolman a. a. o. Stürenburg 246a). — vergl. ferner die zusammensetzungen ab-, aus-, durch-, einsickern (theil 1, 120. 972. 2, 1685. 3, 295), heraus-, hervor-, hindurch-, über-, vor-, zu-, zusammensickern. — neben sickern finden sich im gleichen sinne theils verwandte bildungen, wie sicknen, siegern (s. diese), seigern (2, sp. 202), theils lautliche varianten mit abweichendem vocal: sückern, söckern (s. Stieler unter siefern), sockern (Vilmar 387), süchern (Stalder 2, 417), theils ähnliche bildungen aus andern wurzeln, wie siefern, nd. siepen, siepern, sippern, zippern; sintern; suttern (Vilmar 408), s. diese. 11) im eigentlichen sinne von flüssigkeiten, 'nach und nach in unmerklich kleinen tropfen durch eine feine öffnung dringen' Campe, in diesem sinne mit sein conjugiert. wodurch sickern: das wasser sickert durch den lockern felsen. ebenda; das wasser sickert durch den hut, aqua guttatim per pileum transit. Steinbach 2, 589; so trug man den toten vorbei an den gräbern, durch die pferdedecke sickerte blut. Anzengruber3 2, 225; sein blut, dem wamms entquollen, rinnt ab in furch' und spur; warm sickert's durch die schollen. Freiligrath5 3, 75. übertragen: nur einzele tropfen des mondlichts sickerten durch zerstreuete mit zweigen übersponnene bergöffnungen durch. J. Paul Tit. 2, 192. woraus sickern: es ist wein aus dem fasse gesickert. Campe; wo ich es (das strohlager), um es vor der aus den wänden sickernden feuchtigkeit zu schützen, bald hier-, bald dahin breitete. Gutzkow ritter vom geist 5, 410; und mit thränend eignen augen schaute ich die dicken tropfen aus den groszen steinen sickern, und ich hörte weheklagen die gebrochnen tempelsäulen. Heine 1, 448 (Jehuda ben Halevy 2). ferner: wie's krüglein, das am brunnenstein zersprang und dessen inhalt sickert auf den grund. Lenau 2, 526 Koch (don Juan 839). überhaupt langsam und tropfenweise flieszen, von quellen: dort ergieszt der volle see sein übermasz in ein fliesz .. hier bespült es elsenbüsche, .. sickert über die nassen wiesen. Alexis hosen12 s. 6; eine junge esche, welche mitten in einer waldlücke auf einem niedrigen erdwalle emporwuchs, von einer sickernden quelle getränkt. Keller 1, 202; nur selten schwillt zu einem kleinen bache der wasserstreif, der sickernd über kiesel rinnt. Anzengruber3 5, 280. im bilde, nur noch langsam rinnen, versiegen: der müde strom des heil'gen lebens in deinen adern sickert schon. Lenau 2, 273 Koch (Savon. 11, v. 1786). thüringisch auch für 'fein regnen', vgl. sickerwetter. Hertel sprachsch. 228. 22) mit verschobener beziehung, flüssigkeit durchdringen lassen: das fasz siekert. Adelung; das fasz sickert, hat gesickert (beachte den unterschied im hilfszeitwort). Campe; wenn sich die abendröthe drängt an sickernden geschiefers lauge. Droste - Hülshoff 1, 127. oberhessisch auch von langsamem trinken: was sêkerst du so lang? Vilmar 385. so nd. sikern 'vorzugsweise von gefäszen, die nicht fest schlieszen, aus denen vielmehr die flüssigkeit tropfenweise hervorquillt'. Danneil 192b f. 33) nicht hierher gehören nürnbergisch sicken, sickern, säuerlich werden (für zicken) Schm. 2, 222 und würzburg. sickira quälen, beunruhigen Sartorius 115 (s. sekieren sp. 403).
5130 Zeichen · 101 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Sickernv., ntr

    Campe (1807–1813) · +2 Parallelbelege

    Sickern , v. ntr . 1) Mit sein , nach und nach in unmerklich kleinen Tropfen durch eine feine Öffnung dringen. Das Wasse…

  2. modern
    Dialekt
    sickernschw.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    sickern schw. : ' ganz langsames (Aus-)laufen von Flüssigkeiten ', sickere (sigərə) [verbr. WPf mancherorts VPf], sickre…

  3. Spezial
    sickern

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    si|ckern vb.intr. trafogne (-ogn, trafognü), se infiltré, jí sot, trá sot.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit sickern

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Zerlegung von sickern 2 Komponenten

sick+ern

sickern setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

Ableitungen von sickern (1 von 1)

versickern

DWB

versickern , verb. arefieri, imbibi. Stieler 1654 ; ich versickere, interaresco. Steinbach 2, 589 . richtig bestimmt Campe die zusammensetzu…