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Serpentīn

mhd. bis spez. · 8 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
Anchors
8 in 8 Wb.
Sprachstufen
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19

Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Serpentīn

Bd. 18, Sp. 372
Serpentīn (Ophit, Ophiolith, nach der schlangenhautartigen Färbung einzelner Varietäten so genannt), Mineral und zwar wie der Talk ein wasserhaltiges Magnesiumsilikat, ist im reinsten Zustand H2Mg3Si2O8+H2O mit etwas Eisen stellvertretend für Magnesium, findet sich meist dicht, seltener in faserigen oder blätterigen Massen (dünnblätterig als Antigorit, wirrfaserig und dicht als Metaxit) und in Pseudomorphosen nach Olivin und Enstatit (früher als Serpentinkristalle betrachtet), grün, gelb, braun und rot, meist düster gefärbt, oft bunt gefleckt, geädert oder gestreift. Die hellern, rein gefärbten, gelben oder grünen, durchscheinenden, bisweilen mit Kalkspat verwachsenen Varietäten (Ophicalcit) bezeichnet man als edlen, zum Unterschied vom undurchsichtigen oder gemeinen S. Härte 3–4; spez. Gew. 2,5–2,7. Der S. ist durchweg sekundärer Entstehung, durch Zersetzung aus wasserfreien Magnesiumsilikaten (wie Olivin, Enstatit, Chondrodit etc.) entstanden. So findet er sich häufig als Umwandlungsprodukt dieser Mineralien und der aus ihnen gebildeten Gesteine, wie Olivinfels, Olivingabbro, Olivindiabas, und zwar, wie die letztern, in mächtigen Stöcken und Lagern im Gebiete der kristallinischen Schiefer; ferner kommt er auch derb, eingesprengt und in Adern vor. Hauptfundorte des weitverbreiteten Minerals sind: Zöblitz u. a. O. in Sachsen, Reichenstein in Schlesien, Böhmen, Vogesen, Fichtelgebirge, Steiermark, Tirol, Snarum in Norwegen etc. Da S. politurfähig ist und sich auf der Drehbank verarbeiten läßt, so benutzt man ihn zu architektonischen Zwecken (Altar des Domes von Brixen, Hofkirche in Dresden, Petrikirche in Chemnitz etc.), Denksteinen, Säulen, Vasen, Ornamenten, Leuchtern, Reibschalen, Wärmsteinen etc.; auch dient er wegen seiner Feuerbeständigkeit zu Ofengestellen, Herd- und Brandmauern. Er wird besonders verarbeitet in Zöblitz, wo die Serpentinsteindreher schon 1600 eine Innung bildeten. Pikrolith ist dem edlen S. (oder Beilstein) ähnlich, aber härter, kantendurchscheinend, findet sich in letzterm meist in Platten und als Überzug. Faseriger S. bildet den Serpentinasbest und Chrysotil (s. Asbest).
2150 Zeichen · 23 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    serpentinsubst.

    Findebuch (Mhd. Wortschatz) · +1 Parallelbeleg

    * serpentin subst. Kräutername Rqv.II

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Serpentin

    Adelung (1793–1801) · +1 Parallelbeleg

    Der Serpentin , oder Serpentin-Stein, des -es, plur. inusit. eine Art Specksteines, welcher eine grünliche und schwärzli…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Serpentin

    Goethe-Wörterbuch

    Serpentin ‘Serpentim’ N9,355u356 nach LA II 8B/1,35 ‘Serpentin’ zu lesen; abgekürzt ‘Serpent.’ LA II 8A,692 1 rhombisch …

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Serpentin

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Serpentin , Ophit , d.h. Schlangenstein, Felsart, gewöhnlich dunkelgrün mit verschiedenfarbigen Flecken, tritt in Beglei…

  5. Spezial
    serpentin

    Ladinisch-Deutsch (Mischí)

    serpentin [ser·pen·tīn] m. (mineral) Serpentin m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit serpentin

13 Bildungen · 12 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von serpentin

serpent + -in

serpentin leitet sich vom Lemma serpent ab mit Suffix -in.

Zerlegung von serpentin 2 Komponenten

serpe+n+tin

serpentin setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

serpentin‑ als Erstglied (12 von 12)

Serpentinart

GWB

serpentin·art

Serpentinart (nicht näher bestimmte) Varietät des Serpentins (vgl s v Pkt 1a); als Material eines Artefakts die Käfern, wahrscheinlich ägypt…

serpentinartig

GWB

serpentin·artig

serpentinartig dem Serpentin (vgl s v Pkt 1a) ähnlich; mBez auf eine von einem Fluß mitgeführte Geröllmasse [ die Alp ] bringt meist Kalk, w…

Serpentinbruch

GWB

serpent·inbruch

Serpentinbruch Fund, Vorkommen von gebirgsbildendem Serpentin (vgl s v Pkt 1a) Die Serpentin-Brüche bey Einsiedel sind bekannt, daß aber der…

Serpentinfels

Meyers

serpentin·fels

Serpentinfels ( Serpentin ), Gestein, das vorwiegend aus Serpentin besteht, daneben aber auch wohl noch mehr oder weniger zersetzten Olivin,…

Serpentinmörser

GWB

serpentin·moerser

Serpentinmörser aus Serpentin (vgl s v Pkt 1a) als handwerklichem Material hergestellter Mörser Quittung wegen der Serpentin Mörser A(Knitte…

Serpentinstein

GWB

serpentin·stein

Serpentinstein a Gesteinsformation mit Bestandteilen von Serpentin (vgl s v Pkt 1a) od diesem ähnlichen Steinen wie Feldspat; als eine Urgeb…

Ableitungen von serpentin (1 von 1)

serpentine

DWB

serpentine , f. schlangenwindung. von den krümmungen eines flusses Jacobsson 7, 340 a . — dazu serpentintanz, m. eine besondere art des solo…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „serpentin". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 11. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/serpentin/meyers
MLA
Cotta, Marcel. „serpentin". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/serpentin/meyers. Abgerufen 11. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „serpentin". lautwandel.de. Zugegriffen 11. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/serpentin/meyers.
BibTeX
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