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seraph

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

seraph m.

Bd. 16, Sp. 618
seraph, m. ein engel höherer ordnung, aus hebr. ף (eigentlich name einer giftigen schlangenart der wüste —?, s. Siegfried-Stade hebr. wb. 764a), durch die bibel und kirchensprache verbreitet, vgl. Weigand 2, 701. schon im ahd. üblich: seraphin dhea angilâ. Isidor 20, 4; syrafin 22; cerubyn inti siraphin. Murbacher hymn. 7, 7, 1, in beiden fällen aus der lat. vorlage beibehalten. mhd. s. Lexer hdwb. 2, 889. bemerkenswert ist die pluralbildung. hier ist nhd. am üblichsten die hebräische endung seraphim: seraphim stunden uber jm. Jes. 6, 2; da flog der seraphim einer zu mir. 6; die cherubim unnd seraphim haben nunmehr länger denn fünfftausendt jahr die göttliche essentz unnd wesen betrachtet. J. M. Meyfart d. himmlische Jerus. 1, 285 (vgl. unten); diese allmacht der menschlichen sprache zu den gedanken der cherubim und seraphim. Hamann 1, 108; himmlische jüngling, seraphim. Klopstock 6, 237; dir hören, wenn du das schwert im tief zerrissenen busen der göttlichen mutter beweinst, mitweinende serafim zu. Wieland 5, 38 (Amadis 13, 3); sphären und der Olymp, seraphim, cherubim. Schiller 1, 43; seelenvolle harmonieen wimmeln ... aus den saiten, wie aus ihren himmeln neugebohrne serafim. 216; es haben engel einzuläuten dies fest die glocken selbst gerungen und seraphim, die oberst prangen, sind selbst als boten ausgegangen. Arndt ged. 332. im mhd. scheint die form einmal vorzukommen: do geschuof er drî chôre ... der dritte heiʒet seraphym. Diemer ged. 3, 14, allerdings im reim auf darin, und unmittelbar nach cherubin. demnach ist vielleicht auch hier seraphîn beabsichtigt, welche form, vermutlich aus dem syrischen stammend, unter einflusz der lat. kirchensprache sonst im mhd. (und ahd., s. oben) ausschlieszlich herrscht, vgl. Grimm gramm. 4, 467; z. b.: einen (chor) hieʒ er cherubîn,dar nâch [wâren] seraphîn. genes. 1, 12 Diemer; cherubin und seraphin kunnen dich nicht zu vollen ansehen. Brun von Schonebeck 1399; cherubîn und seraphîn und swaʒ der herren mohten sîn. erlösung 391; der newnde chor stund offen ..., der ist gehaiʒʒen seraphin (: hin). Suchenwirt 41, 1392 so auch noch vereinzelt im nhd.: ein strahl, wie Miltons serafin auf die empörten engel schiessen. Wieland 21, 283 (Klelia 5, 266). in auffälliger verwendung: von der himelischen speis, die der künig auf serafin liesz hie der cristenheit. H. Sachs dicht. 1, s. 8, 7 Gödeke ('eine der bei den meistersängern üblichen bezeichnungen für das metaphysische'). daneben wird der plur. auch nach deutscher weise gebildet, so unverändertes seraph schon bei Luther: es stunden zween seraph bey jm daran. 8, 365b. häufiger seraphe in neuerer zeit: Gottsched ist sehr ergrimmt, dasz durch Klopstock so viel seraphe und engel in die welt gekommen sind. Nicolai bei Lessing 13, 6. ebenso in der Kautzsch'-schen bibelübersetzung. (Smend alttestam. rel.-geschichte sagt sarafe.) — durch miszverständnis der hebr. pluralendung sind nicht selten die formen seraphim, -in auch als sing. verwendet: serafim, der, seraphinus, dicuntur angeli, supremae hierarchiae, quales etiam cherubini et throni. Stieler nachsch. 27a; schon mhd.: du der wisheit ein seraphim. Brun v. Schonebeck 340. (ebenso mittellat. seraphinus, franz. séraphin, ital. serafino.) zu ihnen wird dann ein neuer plural mit deutscher endung gebildet, so seraphime oder gewöhnlich seraphinen (s. Wieland unter 2, vgl. auch seraphisch): von dem gesang unnd klang der cherubinen unnd seraphinen sind die uberschwellen desz hauses erbebet worden. J. M. Meyfart das himml. Jerus. 1, 228 (daneben seraphim, s. oben); er ist ob serafinen. H. Sachs dicht. 1, 50, 18 Gödeke; du herr der seraphinen, dem tausend engel dienen. kirchenlied von Benj. Schmolck; mich däucht, ob säh mein geist den unsichtbaren gott, ... der seraphinen herrn, den herrscher Zebaoth. Brockes 1, 157. 11) im eigentlichen sinne: gott, der die stimme des thons, der erde und asche so .. wohlklingend, als das jauchzen des cherubs und seraphs macht. Hamann 1, 91; wer über den schwindlichten graben vom lezten seraph zum unendlichen sezt, wird auch diesen sprung ausmessen. Schiller Fiesko 3, 2; weit über euerm haupt, schöpft, in den höchsten sphären, der seraf götterlust aus dem vollkommnen quell. Wieland suppl. 1, 228 (nat. d. dinge 4, 513); vom mogolen bis zum griechschen seher, der sich an den lezten seraf reyht. Schiller 1, 287. 22) auf menschen übertragen (wie engel): eine welt pöbelseelen wiegt so eine einzige nicht auf, geschaffen, aus myriaden ausgewählt, seraph oder teufel zu werden. Fr. Müller 2, 170. — ironisch von mönchen: ein traumgesicht von jener art, die oft, trotz skapulier und bart, Sankt Franzens fette serafinen in schwüler sommernacht bedienen. Wieland 10, 157. so auch: die weiber schienen nur erpicht, den theuern waldseraph zu sehen. Lessing 1, 114 ('der eremit'). 33) seraphe, f., für giraffe Oken 7, 1323.
4902 Zeichen · 128 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    SERAPHstm.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +3 Parallelbelege

    SERAPH stm. seraph. Frl. KL. 8,1. plur. seraphîm Diemer 3,14. seraphîn Exod. D. 1,12. glaube 3162. die trône und ouch di…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    SeraphDer

    Campe (1807–1813) · +2 Parallelbelege

    △ Der Seraph , — s, Mz. — e (Seraphim , welches die Mehrzahl im Hebräischen ist), ein Hebräisches Wort, welchem hier nur…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Seraph

    Goethe-Wörterbuch

    Seraph (flammender) sechsflügeliger Engel der Anbetung; einmal im Vergl Wie leicht und zierlich, klar und zart gewoben,|…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Seraph

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Seraph , s. Seraphim .

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit seraph

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seraph‑ als Erstglied (17 von 17)

seraphicus

GWB

seraphicus ‘Pater s.’ s Pater/pater Claudia Ristau C.R.

seraphide

DWB

seraph·ide

seraphide , f. findet sich ganz vereinzelt als femininbildung zu seraph: sie asz. da schwanden kutte und scapulier und stock. von seraphiden…

seraphim

DWB

seraphim , -in , s. seraph . seraphinisch, s. seraphisch.

Seraphīmenorden

Meyers

seraphim·e·norden

Seraphīmenorden , Schwedens ältester und höchster Orden, das blaue Band genannt, angeblich von Magnus II. Ladulås 1285 gestiftet, von König …

seraphimgestalt

DWB

seraphim·gestalt

seraphimgestalt , f. : 's gibt gräber, die wie wetternacht an unserm horizonte stehn ... und doch, wenn abendroth erwacht, mit ihren goldnen…

seraphîn

MNWB

sera·phin

seraphîn , m. , Seraph, Engel hoher Ordnung (mlat. seraphinus; hebr. serâphîm).

Seraphina

RhWB

seraph·ina

Seraphina nur selten in der Kurzf. fīn Rip; tsirəf Schleid-Eicks n.: der weibl. Vorn.

seraphinenorden

DWB

seraphin·e·norden

seraphinenorden , m. ordre des séraphins; ein schwedischer, angeblich 1334 gestifteter orden, s. Eggers 2, 893 ff.

seraphisch

DWB

seraph·isch

seraphisch , adj. nach art eines seraphs, englisch, erhaben. Campe, vgl. Weigand 2, 701 : eine hohe seraphische weiszheit. Rollenhagen ind. …

Seraphische Brüder

Meyers

seraphisch·e·brueder

Seraphische Brüder ( Seraphischer Orden ), soviel wie Franziskanerorden; seraphische Regel , die Regel der Franziskaner; seraphischer Pater …

seraphseele

DWB

seraph·seele

seraphseele , f. : geusz aus dein gift ..., doch auf mich nur, nicht auf diese reine seraphseele. Müllner schuld 2, 4 .

seraphsflügel

DWB

seraph·s·fluegel

seraphsflügel , m. : und hätte ein wesen seraphsflügel und ist die liebe nicht, spurlos zieht es dahin. Auerbach dorfgesch. 3, 49 ; Pyoteriu…

seraphsfusz

DWB

seraphsfusz , m. : der geist schwingt sich mit seraphsfusz von Lunens horn zum Sirius. Seume ged. 135 (1826) .

seraphsschwinge

DWB

seraph·s·schwinge

seraphsschwinge , f. : wer sind die hundert arme dort. um die der dank die serafsschwingen breitet? Schubart 2, 57 .

Seraphthīn

Meyers

Seraphthīn , s. Maul- und Klauenseuche , S. 460.

seraphīn

KöblerMnd

seraphīn , M. nhd. Seraphin, Seraph, Engel hoher Ordnung ÜG.: mlat. seraphinus, hebr. serâphîm Hw.: vgl. mhd. seraph, mnl. seraphijn I.: Lw.…

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APA
Cotta, M. (2026). „seraph". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/seraph/dwb?formid=S26914
MLA
Cotta, Marcel. „seraph". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/seraph/dwb?formid=S26914. Abgerufen 12. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „seraph". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/seraph/dwb?formid=S26914.
BibTeX
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