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Schw_s;rt

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Adelung
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Schw_s;rt

Bd. 3, Sp. 1745
Das Schw_s;rt, des -es, plur. die -er, Dimin. das Schwertchen, Oberd. Schwertlein. 1) Eigentlich, das größte und breiteste hauende Gewehr, dergleichen die alten stärkern Deutschen zu ihrer Vertheidigung gebrauchten. Das Schlachtschwert, welches in Schlachten gebraucht wurde, und so groß war, daß es nicht an der Seite, sondern mit beyden Händen auf der Achsel getragen werden mußte. Das Ritterschwert, welches die Ritter trugen, und in ihren Übungen gebrauchten. Die Churschwerter, welche Sachsen als das Zeichen des Erz-Marschallamtes in seinem Wapen führet. Das Richtschwert, womit die Enthauptung geschiehet, und welches zwar breit, aber gemeiniglich nicht mehr so lang ist als ehedem. Mit dem Schwerte hingerichtet werden, enthauptet werden. Jemanden zum Schwerte verurtheilen, enthauptet zu werden. Seitdem man angefangen, sich statt der alten schwerfälligen Waffen leichterer zu bedienen, und die Hurtigkeit an die Stelle der alten männlichen Stärke treten zu lassen sind auch die Schwerter aus dem Gebrauche gekommen, und dafür kleinere so wohl hauende als stechende Gewehre eingeführet worden, welche denn auch ihre eigenen Nahmen bekommen haben. Die alten Schwerter sind nur noch bey gewissen feyerlichen Gelegenheiten üblich; indessen pflegt man das Wort in der höhern Schreibart noch häufig für ein jedes hauendes Gewehr zu gebrauchen. Mit dem Schwerte darein schlagen, offenbare Gewalt gebrauchen. Ein Schwert hält das andere in der Scheide, gleiche Stärke verhindert den Ausbruch der Gewaltthätigkeiten. Mit Feuer und Schwert verheeren, mit Brennen und Blutvergießen. In der höhern Schreibart wird es auch oft figürlich für offenbare Gewaltthätigkeit, für den Krieg selbst gebraucht, in welchem Verstande es auch in der Deutschen Bibel häufig vorkommt. 2) Figürlich, wegen einiger Ähnlichkeit in der Gestalt. An den Schiffen ist es ein breites dickes Bret, welches an den Bort fest gemacht, und in das Wasser hinab gelassen wird, wenn der Wind das Schiff auf diese Seite zu sehr neiget. Bey den Buchbindern ist ein Holz in Gestalt eines Schwertes, die Duernen oder Triternen in einander zu stecken.[]Anm. Bey dem Ottfried, Willeram u. s. f. Suert, im Nieders. Schweerd, im Angels. Sweort, im Engl. Sword, im Schwed. Svärd. Wachter leitete es von dem Gothischen sveran, ehren, Frisch aber von schwer ab. Richtiger läßt man es von wehren, Gewehr, oder auch von Schwer, so fern es ehedem Wunde, Verletzung, bedeutete, und mit sehren in versehren gleichbedeutend war, abstammen. Wirklich findet man, daß es ehedem von weit kleinern Gewehren gebraucht worden. In Boxhorns Glossen ist Suert ein Dolch, und Frisch selbst erkläret Stabschwert durch einen Degen, welchen man in einem Stabe bey sich trug. In alten Oberdeutschen Schriften wird dieses Wort beständig Schwert geschrieben, und im Plural lautet das t merklich hart. Erst in den spätern Zeiten fing man an Schwerdt zu schreiben, ohne Zweifel aus keinem andern Grunde, als die Oberdeutsche Schreibart mit der weichern Niederdeutschen, welche Schwerd schreibt und spricht, zu vereinigen. Um der zwey End-Consonanten willen müßte dieses Wort geschärft gesprochen werden, Schwếrt, und so sprechen es auch manche Gegenden wirklich, dagegen die meisten, selbst im Hochdeutschen, es dehnen, Schw_s;rt. Diese Dehnung hat ihren Grund in der Etymologie, weil das t ein bloßer Ableitungslaut ist, der die gedehnte Wurzelsylbe nicht ändern kann. Eben das gilt auch von Schwarte, Herd, Pferd u. s. f. welche insgesammt gedehnt werden.
3487 Zeichen · 41 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schw_s;rt

    Adelung (1793–1801)

    Das Schw_s;rt , des -es, plur. die -er, Dimin. das Schwertchen, Oberd. Schwertlein. 1) Eigentlich, das größte und breite…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schw_srt

22 Bildungen · 18 Erstglied · 4 Zweitglied · 0 Ableitungen

schw_srt‑ als Erstglied (18 von 18)

Schw_s;rtbohne

Adelung

schw_srt·bohne

Die Schw_s;rtbohne , plur. die -n, eine Art der Schminkbohnen, mit breiten fleischigen Schoten, und kleinen Bohnen; wegen der Ähnlichkeit in…

Schw_s;rtel

Adelung

Der Schw_s;rtel , des -s, plur. ut nom. sing. eine Art Lilien mit schwertförmigen Blättern, welche auch Schwert-Lilien heißen, und wohin so …

Schw_s;rtfêger

Adelung

schw_srt·feger

Der Schw_s;rtfêger , des -s, plur. ut nom. sing. dessen Gattinn die Schwertfegerinn, ein Handwerker, welcher die Theile eines Schwertes, ode…

Schw_s;rtfísch

Adelung

schw_srt·fisch

Der Schw_s;rtfísch , des -es, plur. die -e. 1) Eine Art Hayen mit einem Rüssel, welcher sich in einem glatten beinartigen Schwerte endiget, …

Schw_s;rtgróschen

Adelung

schw_srt·groschen

Der Schw_s;rtgróschen , des -s, plur. ut nom. sing. ein Nahme der ehemahligen Chursächsischen, besonders des 15ten Jahrhundertes, wegen der …

Schw_s;rtlehen

Adelung

schw_srt·lehen

Das Schw_s;rtlehen , des -s, plur. ut nom. sing. in dem Lehenrechte, ein Mannlehen, weil das Schwert ein eigentliches Gewehr des männlichen …

Schw_s;rtmage

Adelung

schw_srt·mage

* Der Schw_s;rtmage , des -n, plur. die -n, ein jetzt veraltetes Wort, einen männlichen Verwandten oder einen Verwandten von der väterlichen…

Schw_s;rtorden

Adelung

schw_srt·orden

Der Schw_s;rtorden , des -s, plur. ut nom. sing. ein ehemahliger Ritterorden in Liefland, welcher sich nachmahls mit dem Deutschen Orden ver…

Schw_s;rtschlag

Adelung

schw_srt·schlag

Der Schw_s;rtschlag , des -es, plur. die -schläge, ein Schlag mit dem Schwerte. Besonders im figürlichen Verstande; eine Stadt, ein Land ohn…

Schw_s;rtschleifer

Adelung

schw_srt·schleifer

Der Schw_s;rtschleifer , des -s, plur. ut nom. sing. eine Art Schleifer, welche Schwerter, Degen, Schermesser und andere feine Sachen schlei…

Schw_s;rtseite

Adelung

schw_srt·seite

Die Schw_s;rtseite , plur. die -n, die Seite der Schwertmagen, d. i. der Verwandten von väterlicher Seite; im Gegensatze der Spill- oder Kun…

Schw_s;rtstange

Adelung

schw_srt·stange

Die Schw_s;rtstange , plur. die -n, bey den Vogelstellern, eine Art breiter Stangen in Gestalt eines Schwertes, welche sich bey den Vogelher…

Schw_s;rttanz

Adelung

schw_srt·tanz

Der Schw_s;rttanz , des -es, plur. die -tänze, eine Art feyerlicher Tänze mit bloßen Schwertern oder Degen, dergleichen noch an einigen Orte…

Schw_s;rttheil

Adelung

schw_srt·theil

Das Schw_s;rttheil , des -es, plur. die -e, ein größten Theils veraltetes Wort, das Erbtheil eines Schwertmagen, d. i. männlichen Verwandten…

Schw_s;rtträger

Adelung

schw_srt·traeger

Der Schw_s;rtträger , des -s, plur. ut nom. sing. derjenige, welcher einem andern bey gewissen feyerlichen Gelegenheiten das Schwert vorträg…

schw_srt als Zweitglied (4 von 4)

Fēuerschw_s;rt

Adelung

feuer·schw_srt

Das Fēuerschw_s;rt , des -es, plur. die -er, in den Lustfeuerwerken, ein hölzernes hohles Schwert, welches mit Schwärmern, Feuerbutzen, Ster…

Hếnkerschw_s;rt

Adelung

henker·schw_srt

Das Hếnkerschw_s;rt , des -es, plur. die -er, das Schwert des Henkers, d. i. Scharfrichters; das Richtschwert.

Ráchschw_s;rt

Adelung

rach·schw_srt

Das Ráchschw_s;rt , des -es, plur. die -er, ein zur Rache, d. i. zur Bestrafung des Verbrechens, bestimmtes Schwert. Figürlich werden in der…

Schláchtschw_s;rt

Adelung

schlacht·schw_srt

Schláchtschw_s;rt , des -es, plur. die -er, eine veraltete Art großer Schwerter, welche man nicht an der Seite, sondern in den Händen auf de…