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Schmiele

nhd. bis sprichw. · 10 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

RhWB
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10 in 10 Wb.
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Eintrag · Rheinisches Wb.

Schmiele

Bd. 7, Sp. 1475
Schmiele das Wort, ahd. smelaha, smelawa, mhd. smël(e)he, smële, ist für Bed. 1 Rhfrk Wend-Gehw Heimb, Birkf, an der uNahe, im Hunsr, Mosfrk n. einschl. Hochw, Mos, Westerw u. sich anschliessend im Rip, Nfrk allg. Es fehlen also Belege fast nur von der oNahe, von der Saar (doch Ottw-Neunk, Saarbr-Karlsbrunn, Saarl-Schaffhsn [-īlən m.] Wadgassen, Saarbg-Winchering [-i·l.], hier aber Bed. 2 c), u. zwar durchweg Formen mit -l, –īl, Pl. -lə Rhfrk, -ī:l, Pl. -lən Bitb, SPrüm, Neuw (Wiedscher Teil) [Wittl-Honth Krinkhf -E:l; OÖffl -i·l.; dies auch Prüm-Schlausenb Auw Reuth Nimsreuland; Bernk-Liesenich -e·l.; Daun-Boxbg -ø- Neuw-Isenbg -ē:l; Koch-Ernst -ē:l, Pl. -e·l.ə, Bernk-Gonzerath -e·i.l; Olkenb -ęilχən, Pl. -χər]; uMos von Zell an, NMay, sonstige Eif, NNeuw, Altk, Rip, OBerg, Lennep, Sol (rip.) -i·l., –e-, Pl. -·l.ə(n) [Malm-Bütgenb -ęə·l., Aach-Breinig Bütgenb Walh -ę·l.; Bardenbg -ē:l; Alsd Höngen Herzogenr Merkst -ī·ə.l; Aden-Kaltenborn, Sol-Burschd -i·l.ə(n) Sg. u. Pl.; Waldbr, Gummb-Homburgisch, Remschd -ī:l, –īəl; Aach-Stdt -e·i.l; Gummb-Harschd šnī·ə.l; Bergh-Brüggen šwøl (n.)], Siegld-Netphegeb. OSetzen Geisweid -ēărl; oFerndorft -īəl; NBerg in Lennep, Mettm -īəl, Pl. -lən, in Barm, Elbf u. auch Mettm, Sol (nfrk.) -ēl; Düss -e·l.; SNfrk, SGeld -ī·ə.l, Pl. -īələ; Klevld -ēl, Pl. -lə(n) [MülhRuhr -ēl; n. Ruhr in Dinsl, Rees-Bienen Krudenbg Ringenbg -el]. — Verstreut Mosfrk eine ablautende Form -u·l., Pl. -·l.ə Koch-Greimersbg, Daun-Schönb; -ū:- Prüm-NHersd, Bitb-Usch. — Im übrigen rhfrk., mosfrk. Geb. Formen mit besondern Suffixen, uNahe -ilf, Pl. -wə, dies auch Merz-Rappw, Bernk-Merschd, May; -e·l.f Trier-Möhn; -īləf, Pl. -wən Mos in Trier, Wittl, Bernk; dann -īləm m., meist Pl. t. -mə Birkf-Elchw Schmissbg, Simm, Goar [-Eləm Simm-Laufersw, Zell Lautzenhsn; -ē- Goar-Weiler]; dann verstreut -i·l.əm Neuw-Dierd Linkenb, Altk-Betzd NFischb Hinhsn Mudersb Sassen; Daun-OBetting Stroheich Tetting, Prüm-Steffeln, Schleid-Alend; -e·l.əm Aden-Hausen Kirmutschd, Sieg-Felderhoferbrücke; -ø- Daun-Üxh; -ēləm Schleid-Baasem; -e- Nettersh, Geilk-Lindern; -ęlmər m. Siegld-Dielfen Mittelhees NSchelden Siegen Trupb UWilden; -earməl Eiserf Neunk Wilnsd; -ilmə f. Freudenbg; -aiməl Geisweid Weidenau; šwęlm »Windhalm, apera spica venti« UWilden [für Bed. 2 kommen fast nur diese Bildungen vor]; dann s. noch -it, Pl. -də(n) f. Schmiele; Demin. -χə(n), –lkə(n), –ltšə, –ltjə f.: 1.a. eine langaufgeschossene, saftlose Grasart, aira flexuosa u. caespitosa, bes. die im Walde wachsende Allg. [Straussgras agrostis alba und vulgaris; Windhalm apera spica venti; Honiggras holcus lanatus und mollis Siegld; -i·l. Samenstengel des Wegerichs Rheinb-GrBüllesh Odend, Sieg-Mülld; -ilwər Flughafer, auch von einzelnen Ährchen Kreuzn; Roggentrespe, bromus secalinus uNahe]; man benutzt eine Schm. zum Reinigen der Tabakpfeife, zum Anbinden der Bohnenstengel Allg.; die Kinder fertigen aus ihnen Katzentrappen, –stöhlchen an Sol (rip.); man fädelt Wald- oder Erdbeeren an sie an Siegld, OBerg; man heftet Papierblumen an ihnen an u. stellt sie als Zimmerschmuck in Vasen Altk-Wissen; he wassen eckersch (nur) Schm.ə nicht nur die besondere Grasart, sondern allg. dürres, saftloses Gras, dünne, magere Halme von Gräsern u. Getreide Allg. RA.: Deər (denn dürr, mager) wie en Schm. Koch, Allg.; he hät e Paar Ben (so mager) wie en Schm. Eusk-Langend; su strack (schlank) wie en Schm. Sol-Burschd; se (das Mädchen) äs wie en Schm. schlank u. dünn Prüm, Allg. Datt es so vill wie en Schm. im Ollerschlok (Speicherloch, –türe) sehr wenig Gummb-Berghsn. Wenn am Stephansdag de Schm.ə drifft, gift et en gott Bukweitenjohr (Buchweizenjahr) Dinsl-Gahlen. He ströft (sträuft) Schm.ə zeigt sich unterwürfig, kriechend Grevbr-Wickrathhahn. Better wat as necks, saij de Foss (Fuchs), du satt hei achter de Schm. en schulde (suchte er Schutz vor Regen) sich för Regen Klev. Et es äwwel Schul (Regenschutz), sät de F., du sot he ochter en Schm. Geld-Leuth. Ek sett wat owerwendig (-windig), s. de F., du sot hen achter en Schm. Geld-Pont. Half Bosch, h. Rogg, s. de F., du wor he achter en Schm. gekropen Rees-Ringenbg. Gott help de Lüj, die in't flacke Feld sind, s. de F., duw schulde (suchte er Schutz vor Regen) hen sech achter (onder) en Schm., du hatt hei bei Regen a. en Schm. geseten Klevld. Die ärm Lück (Leute), die em Freien sen (die bussent Dach sen), sat Ülespegel, do soss e em Ren hönder (önner) en Schm. Ahrw-Gelsd, Malm, Prüm. Enne Spreng dör de Schm.ə (imperat. Wortform) ein dürrer Mensch Klev-Appeldorn. Mer ment (meint), mer met (müsste) än (in) en Schm. krochen (kriechen) aus der Haut fahren Prüm. Ene möt en Schm. en de Nas kettele (kitzeln) ihm schmeicheln Kemp-Grefr. — b. übertr. α. sachl. αα. verächtl. armseliges Pflänzchen Aach. — ββ. kleine, biegsame Gerte Trier-Möhn, Kemp-Süchteln. — γγ. verächtl. Pl. magere Beine Bo-Gielsd. — δδ. Angelfaden zum Fischen Aach-Eschw. — εε. verächtl. Pl. dünnes, faseriges Haar Duisb; über die Stirne hängende Haare, bei Frauen Aach-Stdt; Bartflaum, dünner Schnurrbart Klev, Geld. — ζζ. Pl. lange Reihen gemähten Grases Rees-Wesel. — β. persönl. verächtl. αα. lang aufgeschossener, hagerer Mensch, bes. Weib, Mädchen; en düərn Schm. Sieg, Allg.; en schmill Wif Ahrw-Heimersh. — ββ. -i·l.f mageres Schwein May. — 2. andere dünne, schmale Gegenstände. a. Metallzwinge an Geräten, Stöcken, u. zwar -e·l., Pl. -·l.ə Sieg-Vinxel; -eləp, Pl. -wə Meis-Meddersh (1 fehlt); -i·l.f, Pl. -wə May-Kollig (u. 1); -ę·l.fχən, Pl. -χər Wittl-Monzel (1 -īləf); -iləf (1 -ī-) Trier-Stdt; -u·l.əf, Pl. -wə Koch-Hambuch Lutzerath Stdt (1 -i·l.); -ǫ- Bitb-Dudeld (1 -ī:l); -e·l.bər, Pl. -bərn Prüm-Ringhuschd Steffeln (1 -i·l.əm); -e·l.əm, Pl. -mə Sieg (1 -e·l.); -i- Kobl (1 -i·l.); -e·l.əm Neuw (1 -ī:l); -eləm Birkf (1 fehlt); -ī- m. Simm (u. 1) [Simm-Schlierschd -ī- u. -E-); -ęlmər Siegld; -i·l.mərl Pl. -rə m. Sieg-Roleber (1 -i·l.); -i·l.məl, Pl. -lə m. Sieg-Meind (-i·l.). Schelm m. Teil des Tabakpfeifenrohres, in dem der Schlauch sitzt Neuw-Datzeroth. — b. Schwiele, Druckstelle in der Hand, u. zwar -īl, Pl. -lə Birkf-Steinbg (1 fehlt); -il Lennep-Dabringhsn (u. 1), MülhRh-BGladb (u. 1); -ī·ə.l MGladb-Rheydt; -ǫ·l. Altk-Steeg. — c. Tiere. α. Blattlaus an der Unterseite der Gemüsepflanzen, an der vicia faba, u. zwar nach Wk. VII 39 an der Saar, Trier, Bernk, WEif, u. zwar meist Pl. t. -ī:lən Saarbr-Lauterb, Trier-Cordel Eitelsb Konz Mehring Minden Osbg, Bitb-OGeckler Nusbaum, Prüm-Maxw; -i·l.ən Trier-OEmmel Wintersd, Bernk-Lükkenbg Neunk, Prüm-Jucken (in diesem bis jetzt genannten Geb. lautet 1 ebenso; aber an der Mos -īləf); die ganze Saar, wo Schm. 1 sehr vereinzelt ist, hat -ilwən, seltener -e-, ebenso Trier (u. -ī-), Bernk-Merschd [Merz-Brotd -e·l.bən, Trier-Stdt -i·l.f, Pl. -wən, aber -iləf 2 a; Trier-Cönen -ø·l.wən, Trier-Gilzem šwīlən]. — β. -ilwə Pl. Holzwürmer Ottw-Theley. — γ. -īl, Pl. -lə Feuersalamander Neuw-Stebch.
7040 Zeichen · 225 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schmiele

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Die Schmiele , plur. der doch nur absolute oder collective gebraucht wird, die -n. 1) In einigen Gegenden, eine Grasart,…

  2. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Schmiele

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Schmiele , Grasart, s. Aira .

  3. modern
    Dialekt
    Schmielef. (m.)

    Pfälzisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Schmiele f. (m.) : 1. a. allg. Bed. 'in Wald und Wiesen vorkommende Gräser mit langen harten Halmen; hohe Grashalme mit …

  4. Sprichwörter
    Schmiele

    Wander (Sprichwörter)

    Schmiele 1. Dem geht keine Schmiele mehr in den Arsch. ( Königsberg. ) Von einem sehr Fetten. 2. Einem 'ne Smiele dör de…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schmiele

13 Bildungen · 10 Erstglied · 3 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von schmiele

schmielen + -e

schmiele leitet sich vom Lemma schmielen ab mit Suffix -e, auf Verb-Stamm zurückgeführt.

schmiele‑ als Erstglied (10 von 10)

Schmielenbesen

PfWB

schmielen·besen

Schmielen ✝ -besen m. : 'Kehrbesen aus Schmielen zusammengebunden', Schmilwebesem [ Gal-Josbg ]. —

Schmielengras

PfWB

schmielen·gras

Schmielen-gras n. : 'Gras, das viele lange, harte Halme ( Schmiele ) enthält, Schmellegras [LA-Impfl], Schmelme- [ NW-Herxh LA-Birkw Roschb …

Schmielenheu

PfWB

schmielen·heu

Schmielen-heu n. : 'Heu, das viele lange, harte Halme ( Schmiele ) enthält', Schwelmehaai [ LU-Altr ]. —

Schmielenhuppser

PfWB

schmielen·huppser

Schmielen-huppser m. : 1. 'Heuschrecke', Schmelmehuppseʳ [KL-Landstl]. — 2. übertr. 'schmächtiger, magerer Mensch' [Umg. v. Pirmas]. — Rhein…

schmielenstreifer

DWB

schmielen·streifer

schmielenstreifer , in Aachen schmeileströfer schmeichler, augendiener Müller-Weitz 215 . — preusz. schmêlchenzagel, nd. schmêlkezagel, 1) h…

schmielente

DWB

schmielente , f. eine art wilder enten, kleiner als die gewöhnlichen, die von gras und schilf (schmielen) lebt und darin brütet, auch schmal…

schmielerig

RhWB

schmiele·rig

schmielerig -i·l.məriχ Neuw-Asb Linkenb (aber -i·l. »Schmiele«) Adj.: hoch aufgeschossen, hager, schwächlich, von Menschen.

schmielessig

RhWB

schmieles·sig

schmielessig -e·l.əstiχ Schleid-Hellenth Adj.: hochaufgeschossen, hager, schwächlich.

schmiele als Zweitglied (3 von 3)

wasserschmiele

DWB

wasser·schmiele

wasserschmiele , f. das wassersüszgras, glyceria ( aira L. ) aquatica Presl. Nemnich 5, 633 , -schmele 1, 128. —