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schlunzen

nhd. bis Dial. · 4 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
4 in 4 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

schlunzen

schlunzen

schlendern Vb. ‘gemächlich, nachlässig, entspannt gehen’, Übernahme (17. Jh.) von gleichbed. mnd. slenteren, nd. slendern, slentern, nl. slenteren in die Studentensprache, dann in die Literatursprache. Mit Ablaut entspricht ostfries. sluntern ‘schlottern, schlaff hängen, sich schlottrig bewegen’. Das Verb läßt sich mit 2schlingen, Schlitten (s. d.) an dort genanntes ie. *(s)leidh- ‘schlüpfrig, gleiten’ anschließen; es ist vielleicht als Iterativbildung aufzufassen zu einem Verschiebung von t zu z aufweisenden nhd. 1schlenzen Vb. ‘müßig, nachlässig herumgehen, sich herumtreiben, tändeln’ (17. Jh.), das Schlenzen und Scharwenzen (‘Tändeln und Liebedienern’) mit den Weibern (Goethe), mhd. slenzen ‘liebkosend tändeln’ (14. Jh.); vgl. dazu mhd. slenzic ‘müßig, träge’, auch (ablautend) gleichbed. schlunzen Vb. (19. Jh.). – Schlendrian m. ‘Schlamperei, Liederlichkeit, althergebrachter Brauch’, bereits früh latinisiert den schlenttrianum triben ‘in gewohnter Weise vorgehen’ (Seb. Brant, 1495, hier abschätzig ‘nach der alten Leier handeln’), auch (nordd., md.) ‘nachlässiger Mensch’ (Ende 17. Jh.). Wohl (das Humanistenlatein spöttisch nachahmend) gebildet in Anlehnung an die lat. Endung -(i)ānus, vgl. lat. hortulānus ‘zum Garten gehörig’ (hortulus ‘Gärtchen’), castellānus ‘zum castellum gehörig’, auch substantiviert ‘Bewohner eines befestigten Ortes’, entsprechend Mariānus ‘Anhänger des Marius’; von daher wird Schlendrian teils als Personenbezeichnung (wie Grobian, s. d.), teils (obwohl im Lat. bei Wörtern solcher Endung nicht üblich) als Verbalabstraktum gebraucht. Oder liegt in letzterem Falle eine Zusammensetzung vor mit Jahn m. ‘bei landwirtschaftlicher u. ä. Arbeit sich bildender Gang, Reihe’, z. B. ‘die Reihe des gemähten Getreides oder Grases, in Reihen gestapeltes abgehauenes Busch- oder Strauchholz’, mhd. jān ‘Gewinn, fortlaufende Reihe (der Reime), Reihe gemähten Grases, geschnittenen Getreides’? Dieses steht mit n-Suffix und einer Ausgangsbedeutung ‘Arbeitsgang’ zu der unter Jahr (s. d.) angegebenen Wurzel ie. *ei- (oder *ei̯ə-?) ‘gehen’. Schlendrian wäre dann als ‘nachlässig, ohne viel Überlegung ausgeführte, althergebrachte Art und Weise (zu arbeiten)’ aufzufassen.
2206 Zeichen · 52 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    schlunzenverb.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +1 Parallelbeleg

    schlunzen , verb. mit schleppendem kleide, nachlässig, müszig gehen Liesenberg 196 , müszig gehen, nachlässig gekleidet …

  2. modern
    Dialekt
    schlunzen

    Rheinisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    schlunzen -u-, –o-, –ō- Verbr. wie Schlunze u. Birkf-Herrst schw.: 1. intrans. unsauber, unordentlich in Kleidung, Körpe…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schlunzen

2 Bildungen · 1 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von schlunzen 2 Komponenten

sch+lunzen

schlunzen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schlunzen‑ als Erstglied (1 von 1)

schlunzen II

RhWB

sch·lunzenii

schlunzen II -u- Kreuzn-Münster Sarmsh schw.: ein Schläfchen halten; s. lunzen. — Abl.: die Schlunzerei, das Geschlunz.

Ableitungen von schlunzen (1 von 1)

verschlunzen

PfWB

 ver-schlunzen schw. : = verschlampen 1, verschlunze [ Gal-Josbg ]. — Zu Schlunze 'schlampige Frau'. — Rhein. VII 1404 ; Saarbr. 220.