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schleck

nhd. bis sprichw. · 7 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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8 in 7 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

schleck

Bd. 15, Sp. 547
schleck , m. näscherei, leckerbissen, guter bissen, mhd. slec, sleckes mhd. wb. 2, 2, 397a. Lexer mhd. handwb. 2, 964. slecken, verb. und schleck, m. stehen in nächster beziehung zu ahd. slicken, schlingen (Graff 6, 786), verwandt ist altnord. sleikja, lecken, schlürfen. mit berücksichtigung der bekannten anlautserscheinung dürfen wir slicken, slecken mit den gleichbedeutenden ahd. leckon, ags. liccian, denen griech. λιχνεύειν, lat. lingere verglichen wird, zusammenstellen. Noreen urg. lautlehre s. 207. das verhältnis von schlicken, schlecken zu nd. slick, schlamm ist ebenso aufzufassen, wie das von schlampen zu schlamp, schlamm, s. oben schlamp sp. 435. alemannisch in der schreibung schläck, so durchaus bei Maaler 354d. das charakteristische wort ist in der neueren sprache ungebräuchlich geworden, Campe bezeichnet es als landschaftlich. die hochd. mundarten dagegen bewahren schleck in lebendigem gebrauch. vgl. Schmeller 2, 505. Lexer 219. Hügel 138a. Stalder 2, 325. Tobler 388a. Hunziker 222. Seiler 254a. 11) schleck bezeichnet zunächst wahrscheinlich bissen oder schluck, soviel als man lecken oder schlürfen kann (vgl. unten 3); gewöhnlich im sinne von leckerei, näscherei, guter bissen, leckere speise: schläck (die) guote meisterlose bisszle oder mündvolle (verdruckt für mundvölle), cupes, cupedia, cupedula, deliciae; neüw schläck erfinden, invenire novam voluptatem Maaler 354d; nit ist uns nott das wir schleck haben. Keisersberg bilg. 112a; die best schleckt (über das t sieh Schade's anm.) und was guots vor der hellen ist fressen und sufen. sat. u. pasqu. 3, 64, 17; von Aser kumpt sein feyszt brot und er wirdt den königen schläck geben. Züricher bibel (1530) gen. 49, 20 (Aser, pinguis panis ejus, et praebebit delicias regibus. vulg.); frasz er gar by alles das im feszlin was, und vermeint es were so vast ein guter schleck. Esopus (1555) 132b; der schnäpf hat gar ein lieblich fleisch, darumb wirt er für ein schläck gehalten. Heuslin Gesners vogelb. 111b; jre leber ist ein sonderer schleck, ist sehr feiszt. Forer fischbuch 172a; haltens ettliche für ein schleck. thierb. Alberti Magni übers. von Ryff (1545) 8a; von keinem tier werden mer schleck bereitet, dan von der sau. Eppendorff Plin. 8, 50 p. 86; fraw, deren er zuo keiner zeit ein schleck vergundt. Wickram rollw. 30, 20 Kurz; wie solche hanfgebutzte apoteckergeschirr und weinbüchssen von auszen häszlich und greszlich uberausz scheinen, unnd doch zu innerst mit herrlichem schleck und confect seind geschicket unnd gespicket. Fischart Garg. 19b; als nu der ritter vernam, dasz der vogel der wort nicht wolt geschweigen, entzog er jhm den schleck (die gewohnten leckerbissen). buch d. liebe 238b; sonst ist unnöhtig, die karpfen in einem teiche zu speisen, ... sie gewöhnen sich an den schleck und nehmen hernach die natürliche weide nicht. Hohberg 2, 503a; die hânt ir willeclîch verkorn her gast dur einen armen sleck. Martina 217c, 65; heiligen pfleger, nement war, das üwer keiner nit verfar, umb ein schlecklin geb ein schleck. Murner narrenbeschw. 35, 54; (die sau gibt) protten wurst und speck im salz und pfeffer guetten schleck. meisterges. (ms. Berol.) nr. 143; brachten noch ein stücklein roh speck, das sie für ein besonder schleck, für einen krancken wolten sparen. Rollenhagen froschm. Fb; vereinzelt auch von einem 'guten tropfen': das ander (wasser) usz der apoteck trinckent die narren für ein schleck. Murner narrenbeschw. 94, 38. weiter dann je nach dem zusammenhange im sinne von 'leckere mahlzeit, leckere kost': als nun der hausknecht war hinwegk, ging d' stattmaus wider zu jrm schleck. Fischart 2, 53, 1952 Kurz; freier, überleitend zu der unter 2 belegten anwendung von schleck: er ist nie vil in unser kleinen stat gewesen, es ist sonderlich nit vil guts schlecks da, auch wenig schöner junkfrauen. Schade sat. u. pasqu. 3, 286, 46. besondere redensarten, sprichwörtliches: wer alle schleck versuchen wil, der verbrennet auch zu zeiten das maul gern. Frey gartengesellschaft 92a (cap. 90); wenn einer einen stanck macht, so macht er den säwen ein schleck. Lehmann 1, 718; schleck wil strych haben, lüsternheit bestraft sich selbst. Franck sprichw. 2, 89a (vgl.süeʒer slic hât sûren slac. renner 752); schleck mit schleck fahen, gleiches durch gleiches erjagen. 8a. schleck dem dreck gegenüber gestellt: der bettlertreck uber den herrenschleck (ein verkehrtes verhältnis). Fischart groszm. (kloster 8, 574); dann so man fragt, ob sie (die apotheker) dis und das haben? ob es schon erlogen, sprechen sie doch nimmer nein, und geben alsdann einem armen mann, treck für schleck. Philander 1, 453; schleck sind nit alle gut. Franck sprichw. 1, 119b; es ist kein schleck, was die küh under dem schwantz hacken (backen?). Fischart groszm. (kloster 8, 632); der ehelich standt ist kein schleck. sprichw. (1591 bei Egenolff) 103a; so schweiz.: es ist eke schlek, nichts angenehmes Hunziker 222; ken schleck seh, kein angenehmes geschäft sein Tobler 388a; wer wil röm. schleck, frag die nasz, dasz er vor schmeck. Fischart bienenk. 80b. hochdeutsche mundarten bewahren schleck im sinne von leckerbissen, s. Schm. 2, 505. Frommanns zeitschr. 6, 202. 170. Hügel 138a (hier auch in besonderem sinne für eine weiche latwerge zum schlecken bei krankheit). 22) die ältere sprache verwendet schleck häufig auch in einer freieren bedeutung, wie leckerhaftigkeit, schwelgerei, schlemmerei; besonders gern gebraucht es so Keisersberg: der do anhing den lüsten und dem schleck. post. 1, 5b; er sol seinem schleck nit gnuog sein. narrensch. 26a; in schleck in fürwitz der gesichtt, gehörd, unnd ander siner synn. seelenpar. 2a; dem glust und schleck nit nach heng. 39a; da hat die notdurfft genuog mit einem gemsze und hering. aber der schleck hat mit fünff oder sechsz trachten nit ein bengen, wa dem echt nach gehengett würt. 202d; also wa folle land seind, da ist grosze boszheit, als wir hie zu Straszburg seind, da haben wir alle schleck und muotwil. emeis 16d; (ich) halt keyn messigkeit, far stets dem sleck noch. bilgersch. 203c; ist es sach, dasz der schleck dich treibt, das du gern das und das essest und trünkest. herr kunig 75a; der schleck steet nit allein in rephünern, fasent und andern köstlichen speisen, aber in unordelichem unmäszigem glust. pred. 121b (1510); (sie) thienen dem schleck und der fresserey. Hutten 4, 298 Böcking; das solchs uszer groszem schleck und imagination .. und mit beiwonender weinfeuchte beschehen ware. Zimm. chron.2 2, 290, 11; sein schleck mit den krepsen ist vor jaren in Frankreich kommen. 4, 187, 3; es wölle dann iemand dem schleck nachvolgen. Frölich Stobäus 510; ist dem schleck und frasz ergeben. 132; wo aber je der fürwitzig schleck sich deren (der frösche) nicht enthalten wolte, so seie man doch vor denen gewarnet, so in mosigen pfitzen und bächen wonend. Wirsung arzneibuch (1572) 611; billich jn kunfftig armuot fellt wer stäts noch schleck und füllen stelt und sich den brassern zuo geselt. Brant narrensch. (überschrift); idoch ists, wie ir selber sagt, dasz ir euch schlecks halb also wagt. Fischart 2, 76, 2828 Kurz; verführt euch also stoltz und schleck, das man euch also plöck und stöck. 69, 2549; ganz frei: aber wie unflätig sie seindt, so können sie doch wol doctorisch gehen, und sich ausbutzen mit dem maul, mit dem schlecke, mit gewandt, unnd anderm spengelwerck. Paracelsus chir. schriften 128 A. 33) bemerkenswert ist eine anwendung von schleck im schweiz, die auf eine ältere allgemeinere bedeutung des wortes zurückweist (s. oben unter 1): en schleck hung, so viel honig, als am finger klebt, den man in den topf taucht Tobler 388a; 'strich milch, dinte u. s. w. mit dem finger oder dergleichen gemacht' Stalder 2, 325. 44) mhd. slec personifiziert, leckermaul (wol verkürzt aus slecke, schwaches masc.): Reinhart der ungetriuwe slec; Krimeln gaber dô den ebers spec. Reinhart 2093. vgl. hierzu aus späterer sprache: beuteltrescher, schleck, eulenspiegler. Fischart groszm. (kloster 8, 616). 55) als name eines kartenspiels: ich sprach, spielt eins das haist der schleck. H. Sachs 1 (1558), 518b; auch ist ain spil, nent man den schleck, zog mir oft all mein gelt hinweck. fastn. sp. 7, 87, 37 neudruck.
8325 Zeichen · 169 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    SchleckDer

    Campe (1807–1813) · +1 Parallelbeleg

    † Der Schleck , — es, Mz. — e . 1) Die Handlung da man schlecket. 2) Ein Bissen, oder soviel als man beim Schlecken auf …

  2. modern
    Dialekt
    Schlëck

    Elsässisches Wb. · +4 Parallelbelege

    Schlëck [ʿSlak Hi. M. Dü. Mutzig Lobs. ; ʿSlæk Str. ] m. 1. Leckerbissen. Rda. Dis is t m i r e S. eine kleine Mühe, ein…

  3. Sprichwörter
    Schleck

    Wander (Sprichwörter)

    Schleck 1. Es ist kein Schleck, was die Kühe unter dem Schwanze hacken. – Fischart, Prakt., in Kloster, VIII, 632. 2. Sc…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schleck

96 Bildungen · 88 Erstglied · 2 Zweitglied · 6 Ableitungen

Zerlegung von schleck 2 Komponenten

sch+leck

schleck setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schleck‑ als Erstglied (30 von 88)

schleckeln

SHW

schleck-eln Band 5, Spalte 405-406

schleckbecke

DWB

schleck·becke

schleckbecke , m. bäcker der schleckwerk, zuckerzeug macht: schläckbeck (die), als die läbkuochen machend, pistor dulciarius. Maaler 354 d .

schleckbissen

DWB

schleck·bissen

schleckbissen , m. , dazu die diminutive schleckbiszlein, -bissel, -biszle, n., schläckbiszle, illecebra, cupedula Maaler 354 d ; schleckbis…

Schleckdings

PfWB

schleck·dings

Schleck-dings n. : ' Süßigkeit, Naschwerk ', Schleckdings [ BZ-Nd'ottb ]; Syn. s. Guts 1.

Schlecke1

PfWB

Schlecke 1 f. : 1. 'Zunge', scherzh., Schleck [ NW-Erph ]. — 2. 'Näscherei'. Un' for die Schleck wie for die Stopp 'stopfende Sättigung' / I…

schleckel

DWB

schleckel , n. leckerei, näscherei, diminutiv zu schleck; prägnant: kleiner lebkuchen Schm. 2, 505 ; der ausgepreszte und durch einkochen ve…

schlecken

DWB

sch·lecken

schlecken , verb. , in nd. gegenden zäh werden, erharten. Schambach 194 a , gewöhnlich schlicken.

schlecker

DWB

sch·lecker

schlecker , m. fette, schlüpfrige thonerde Frischbier 2, 283 b ( für nd. slicker); slecker neben slacker und slickerweder, naszkaltes, schmu…

schleckerbissen

DWB

schleck·erbissen

schleckerbissen , m. , diminutiv schleckerbissel, schleckerbiszlein, n. leckerei, köstlicher bissen. cupedia, schleckerbiszlein Dief. 163 a …

schleck als Zweitglied (2 von 2)

Arschleck

Wander

arsch·leck

Arschleck Er denkt, Arschleck ist sein Vetter. ( Schles. ) Die Franzosen sagen von einem an Verstand sehr schwachen aber ebenso sehr für sic…

geschleck

DWB

geschleck , als m. verstärkung von schleck, m. ( Keisersberg post. 88 ), mhd. slec, als n. verbalsubstantiv zu schlecken lecken, unverkürzt …

Ableitungen von schleck (6 von 6)

beschlecken

DWB

beschlecken , was belecken: das allerschnödest beschleckent sie. und wen ein hund zuo dem andern kumpt, so schmackt ( riecht ) er im nit for…

geschleck

DWB

geschleck , als m. verstärkung von schleck, m. ( Keisersberg post. 88 ), mhd. slec, als n. verbalsubstantiv zu schlecken lecken, unverkürzt …

Schlecke

RhWB

Schlecke -k, Pl. -kə(n) f.: 1. Zuckerzeug, Bonbon; breng mech Schl.ə möt! MGladb-Korschenbr . — 2. scherzh., strafend, die Zunge der Kinder;…

verschlecken

DWB

verschlecken , verb. durch naschen verthun. das wort kann nicht weit verfolgt werden, es weist auf einfaches slëcken ( doch auch nur aus spä…