schlabbern,
verb. ,
weiterbildung zu schlabben,
in nd. und md. gegenden gebräuchlich; in hochd. form schlappern,
s. die stelle aus Garg. unter 2. 11)
wie ein hund leckend trinken, schlürfend essen: schlabbern, vom laut den ein hund macht, wann er friszt oder saufft,
lambere liquidum, lambendo bibere. Frisch 2, 185
b.
das verbum soll sicherlich das charakteristische geräusch, mit dem der hund schlürft, nachahmen. nd. slabberen
von den enten, die mit den schnäbeln im wasser klappern, um etwas nahrung zu suchen oder wasser einzuschlucken. brem. wb. 4, 794. Schütze 4, 111.
übertragen auf den menschen, gierig, geräuschvoll, besonders auch in kleinen absätzen schlürfen, schmatzend essen (
z. b. bei breiigen speisen),
dann so essen oder trinken, dasz man sich besudelt (
s. sich beschlabbern
th. 1,
sp. 1570, sich schlabbern,
cibis ex ore defluentibus se inquinare. Apherdian.
bei Frisch
a. a. o.),
häufig soll auch nur eine roh behagliche und geräuschvolle art des schlürfens bezeichnet werden: nld. slabberen,
ligurire jus tepidum Kilian; slabberen,
unter dem trinken tropfen herabfallen lassen, mit dem trinken oder essen sich beschmutzen. brem. wb. 4, 794. Schambach 192
b. Danneil 193
b. Woeste 238
a. ten Doornkaat Koolman 3, 189
a. Frischbier 2, 278
a. Sallmann
mundart in Esthland 26
b. Vilmar 351, schlappern (
Henneberg) Frommann 3, 133, (
Lippe) 6, 478,
in derselben anwendung engl. to slabber.
naturgemäsz begegnet das wort in der schriftsprache selten: und inmittels, weil er also schluckende und schlabberende einher ritte.
junker Harnisch 110 (1669).
in milderer anwendung: da es sonsten den wein scheut und wasser schlabbert. Holtei
Lammfell 3, 170;
so sagt man: es gab viel zu schlabbern. schlabber die suppe aus. Hans, komm bottemelk schlabbre. Frischbier 2, 278
a. 22)
ausgehend von der ursprünglichen bedeutung des wortes in bildlicher anwendung: schlappart nit auff chorherrisch die wort in euch, wie der hund die sup, sonder kauet und wider kauet sie wie die küh.
Garg. 22
a. 33)
aus dem begriff des hastigen und gedankenlosen, der in der eben angeführten stelle mit schlabbern
verbunden wird, entwickelt sich die übertragene anwendung des verbums; es bezeichnet zunächst das gedankenlose hinschwatzen, das undeutliche, monotone herplappern und nachplappern unverstandenen zeuges, wie es z. b. kinder thun: nd. een gebed her slabbern,
es undeutlich, hastig, ohne verstand und antheilnahme hersagen. brem. wb. 4, 794,
vgl. Dähnert 425
b. Danneil 193
b. Vilmar 351; das schlabbert er nur so hin. Frischbier 2, 278
a; ihr schlabbert all euer gebet hinweg, wolt mit gewalt nichtes verstehen. Hesz
judenspiegel (1602) 97; besehet disz erste capitel genesis wol an, schlabberts nicht also übereinander, gleich euer gebrauch und gewohnheit ist. 56.
dann überhaupt im sinne von schwatzen, plappern: na slabbern,
nach schwatzen, uut slabbern,
ausplaudern, verklatschen. brem. wb. 4, 795; ut slabbern gaan,
schwatzvisiten machen. Schütze 4, 111,
vgl. Albrecht 200
b. Schultze 43
b. Kleemann 19
a,
daher geschlabber,
geschwätz. 44)
für das monotone klappernde geräusch der mühlräder wird in einer hübschen stelle des Renners slappern
gebraucht: daʒ (
wasser) treip zwei reder krefticlîch, die slapperten mit einander glîch: hilf oder lâʒ, hilf oder lâʒ! diu erd sî trocken oder naʒ, sô hab wir doch guot tac unt naht; uns wirt sô manec sac her brâht. 7887.
da hier das eintönige schwatzen der mühlräder wesentlich ist (J. Grimm in der
zeitschr. f. deutsches alterthum 4, 512),
so darf man dieses slappern
entsprechend dem unter 3
geschilderten gebrauche auffassen als hochd. form zu nd. slabbern;
doch vgl. Schm. 2, 530
unter schlappern, 531
unter schleppern.