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Schindel

mhd. bis spez. · 17 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

RhWB
Anchors
19 in 17 Wb.
Sprachstufen
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33

Eintrag · Rheinisches Wb.

Schindel

Bd. 7, Sp. 1133
Schindel das Wort urkdl. scindela Mettlach XII, scundele Prüm 1222, schindelen Aach 1334, schendelen Aach 1656, ist im Rhfrk, Mosfrk, Siegld u. Aach ganz vereinzelt bezeugt u. in der Bed. verschieden; -əl, Pl. -ələ, –əln f.: 1.a. še·ŋ.əl m. Holzschindel aus Eichenholz für Dächer, Veranden, Giebelabdeckungen Aach-Stdt. — b. ša·n.dəl aus Stroh u. Lehm, ordentlich durcheinandergeschmiert, gefertigte dünne, brettartige Unterlage unter dem Strohdache, zur Dichtung des Strohdaches Bitb-Speicher; šinəl, –e- Siegld (NW. šiŋəl; NO. auch šenər); im Siegld wurde für die Sch.n wie für die Deckschauben (s. Schauf) nur Haubergstroh verwandt, das durch seinen starken Kieselsäuregehalt besonders hart und dauerhaft ist, und zwar wurden dafür gleichmässig gewachsene Halme ausgesucht; das Herstellen hiess Schenneln schdriche (streichen); es geschah auf einer alten Tür oder einigen Brettern, die man über zwei Sägeböcke legte; man breitete darauf das Stroh, ohne die auf dem Koarnbǫck ausgeschlagenen Ähren zu entfernen, so zu einer dünnen Lage aus, dass die unteren Halmenden eine ausgerichtete Linie bildeten. Dann legte man in ¾-Höhe der Halme einen dünnen Haselnussstock (Heasselnschdǫck) und klappte die darüber hinausstehenden Enden der Halme über den Stock um; das so entstandene Strohviereck wurde nun mit einem Lehmbrei bestrichen und durchtränkt; da das Haubergstroh etwa 120 cm lang ist, so ergaben sich etwa 90 cm hohe Platten. Die Breite war in Hainchen 25 bis 30 cm, in Netphen und anderswo etwa 50 cm. Da die Schbarrn (18 cm breite, 15 cm dicke Vierkanthölzer aus Eichenholz) mit jeweils etwa 75 cm Zwischenräumen auf dem Dach lagen, so kamen in Hainchen von Sparren zu Sparren 3 Schenneln nebeneinanderzuliegen und auf diese 3 ebenso breite Dachschauben; s. weiter bei Strohdecker; šinəl Holzlatte, wie man sie früher in die Zwischenräume unter die Dachziegel legte Saarbr-Sulzb (RA.: Der es so därr (mager) wie e Sch.; əsu ram (hager) wie enə Sch. Aach-Breinig). — c. šindəl Holzsch. zur Bekleidung der Westseite des Giebels Gummb-Berghsn (um 1880, veralt.), Koch-Weiler, Simm-Riegenr. — d. ši·n.dəl senkrechter Stab im Fachwerk des Hauses Kobl-Güls. — e. ša·n.dəl Dachziegel, Dachpfanne Trier-Fell Mehring Geizenbg; -ø- m. Bernk-Cues. — f. -a- Stein-, Schieferplatte Trier-Fell Mehring; še·ŋ.əl (in der Windmühle) Erk-Vossem. — g. ši·n.dəln Pl. kleine eiserne Plättchen, die schuppen- oder dachziegelartig das zwischen die Planken eines Moselschiffes eingekeilte Moos bedecken Bernk-Neumag. — h. šindəl Holzband, aus langen astfreien Dörnern (Brombeerstämmchen) hergestellt u. gevierteilt, beim Korbflechten benutzt zum Binden u. Einflechten Saarbr-Sulzb. — 2. übertr. a. ši·n.dəl Schienbein uWupp 1870 (nur im RhKlaaf). — b. šu·n.dəl Kopfschuppe Bernk-Stdt. — c. šindəl verächtl. alte, magere Kuh Saarbr-Ludw.
2841 Zeichen · 59 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    schindelstswf.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +3 Parallelbelege

    schindel stswf. schindel. ahd. scindala, scintila Graff 6,522. imbrex sumerl. 10,5. tegula das. 18,74. 50,75. voc. o. 4,…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schindel

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Die Schindel , plur. die -n, kleine gespaltene Breter, besonders so wie an manchen Orten die Dächer damit gedeckt werden…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Schindel

    Goethe-Wörterbuch

    Schindel nur Pl (einfaches, dünnes u minderwertiges, in ländlichen Bergregionen verbreitetes) als Dachziegelersatz verwe…

  4. modern
    Dialekt
    Schindel

    Elsässisches Wb. · +5 Parallelbelege

    Schindel [ʿSìl S. Rädersd. Steinbr. f. Tagolsh. ; ʿSentl O. Str. ; ʿSæl M. ; ʿSenl Ndhsn. Dachstn. ; ʿSel K. Z. Loren…

  5. Sprichwörter
    Schindel

    Wander (Sprichwörter)

    Schindel 1. Eine ungenagelte Schindel verjagt der Wind. – Schlechta, 195. 2. 'S is kêne Schindel uf'm Dache, dîde seine …

  6. Spezial
    Schindel

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Schin|del f. (-,-n) scianora (-res) f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schindel

96 Bildungen · 90 Erstglied · 5 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von schindel 2 Komponenten

schin+del

schindel setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schindel‑ als Erstglied (30 von 90)

schindelbaum

DWB

schindel·baum

schindelbaum , m. arbor ad scindulas findendas commoda Frisch 2, 183 c , ' ein groszer, geschleisziger waldbaum ' Schm. 2, 430 ; vergl. schi…

schindelboum

Lexer

schindel·boum

schindel-boum stm. schintelpaum, baum woraus schindeln gemacht werden Tuch. 76, 24. vgl. schindelholz.

schindelbrett

DWB

schindel·brett

schindelbrett , n. : ein bette welches sie meistentheils mit schindelbrettern zusammen geklammert. Jucundiss. 113.

Schindelbǖscheⁿ

Idiotikon

Schindelbǖscheⁿ Band 4, Spalte 1769 Schindelbǖscheⁿ 4,1769

Schindelchorn

Idiotikon

Schindelchorn Band 3, Spalte 474 Schindelchorn 3,474

schindeldach

DWB

schindel·dach

schindeldach , n. tectum scandulare Dasyp. Frisch 2, 183 a , mit schindeln gedecktes dach Jacobsson 3, 604 a . mhd. s. Lexer handwb. 2, 749 …

schindeldecker

DWB

schindel·decker

schindeldecker , m. dachdecker, der mit schindeln deckt, scandulis tegens, scandularius. Frisch 2, 183 c . Jacobsson 3, 604 a .

schindeldürr

DWB

schindel·duerr

schindeldürr , adj. dürr wie eine schindel Albrecht 200 a , schweiz. schindletür Hunziker 220 .

schindeleisen

DWB

schinde·leisen

schindeleisen , n. werkzeug der schindelmacher, um die nuthen ( fugen ) in die schindeln zu hauen, instrumentum ad sulcandas scindulas, ad c…

Schindelē²me

WWB

schinde·leme

Schinde-lē²me m. Schinge - weißer Ton im Untergrund (Vulkanasche des Laacher Vulkans) ( Bri Nf).

schindeler

DWB

schin·deler

schindeler , m. scandularius, dicitur etiam schindelmacher, sector, et cavator scandularum. Stieler 1800 , vgl. Schm. 2, 430 .

Schindeleⁿ I

Idiotikon

Schindeleⁿ I Band 8, Spalte 900 Schindeleⁿ I 8,900

schindeleⁿ II

Idiotikon

schindeleⁿ II Band 8, Spalte 924 schindeleⁿ II 8,924

schindelfackel

DWB

schindel·fackel

schindelfackel , f. : wir kamen endlich mit schindelfackeln nach 8 uhr daselbst an. Göthe an frau v. Stein 1, 258 .

schindelfuge

DWB

schindel·fuge

schindelfuge , f. sulcus scandulae, rima ad commissuram, pars bisulca. Frisch 2, 183 c .

schindel als Zweitglied (5 von 5)

dachschindel

DWB

dach·schindel

dachschindel , f. scandula, lamina tecti Henisch 650 . Maaler 397 . dachschindeln, kleine dünne bretter, die an der einen langen kante schar…

lehmschindel

DWB

lehm·schindel

lehmschindel , f. schindeln von lehm und stroh bereitet: die lehmschindeln geben ein gutes festes dach. Jacobsson 6, 439 b .

schrībschindel

KöblerMhd

schrībschindel , st. F. Vw.: s. schrībschindele*

strichschindel

DWB

strich·schindel

strichschindel , f. , wie streichschindel, mit lehm ( ton u. dgl. ) zum schutz gegen feuer bestrichene schindel: strichschindeln werden spot…

Ableitungen von schindel (1 von 1)

schindele

MNWB

schindele (° schingele [Seibertz Ub. 2, 94]), f. , Schindel, Holz-, Schieferschindel zum Dachdecken. schindelblok, ~dak, ~ērde.

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „schindel". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 11. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/schindel/rhwb?formid=S05103
MLA
Cotta, Marcel. „schindel". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/schindel/rhwb?formid=S05103. Abgerufen 11. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „schindel". lautwandel.de. Zugegriffen 11. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/schindel/rhwb?formid=S05103.
BibTeX
@misc{lautwandel_schindel_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„schindel"},
  year         = {2026},
  howpublished = {lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern},
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