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schierling

nhd. bis spez. · 10 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

schierling m.

Bd. 15, Sp. 28
schierling, m. conium maculatum, cicuta virosa, aethusa cynapium, frühnhd. schirling, scherling, schärling, scherlich, schering, cicuta Dief. 117c. 118a; das kraut schürling oder wundscherling. wiszbad. wisenbrünlein 119; mhd. scherlinc Lexer mhd. handwb. 2, 709, ahd. sceriling, scherilinch, scherelinc, scereling, scerelino, scerlinc, serlich Graff 6, 534, daneben scerning ebenda und 551, skerne, scherne, scarnin 551, mndl. scherlinck Kilian, nndl. scheerling, f. die ältere historisch berechtigte form scherling begegnet mundartlich auch heute noch auf nd. sprachgebiet. s. scherling 1 oben theil 8, sp. 2589. der von Adelung ausgesprochenen annahme einer etymologischen verwandtschaft mit scheren (wegen der gekerbten, eingeschnittenen blätter) stehen die älteren formen skerne, skerning entgegen, die augenscheinlich gleicher wurzel wie schierling sind. mehr wahrscheinlichkeit hat die von Graff 6, 530 aufgestellte vermutung eines zusammenhangs mit scharn, mist, unrat (vgl.scharnbulle oben th. 8, sp. 2212), wonach die pflanze von ihren gewöhnlichen standorten den namen erhalten hat. für das gleichbedeutende nd. scharnpipe nimmt auch Adelung diese entstehung an. die formen scheriling, scherning lassen sich damit in einklang bringen, wenn man als ihre grundform skerniling ansetzt. Bedeutung und gebrauch. Tabernaemontanus gibt drei arten von schierling an, 1) schierling, cicuta, 2) stinckend schierling, cicutaria foetida, 3) wasserschierling, cicutaria palustris. (1664) 1170. in neuerer zeit unterscheidet man 1) den gemeinen oder gefleckten schierling, auch schlechthin schierling genannt, conium maculatum Nemnich 1, 1158 (die cicuta des Tabernaem.), 2) den wasserschierling, cicuta virosa Nemnich 1, 1040 (cic. palustris bei Tabernaem.), 3) den kleinen oder gartenschierling, aethusa cynapium, landschaftlich auch schierling schlechthin genannt. Frischbier 2, 270b (bei Tabernaem. gleisz oder hundspeterlein 272 H). diese drei pflanzenarten werden in älterer zeit auch alle als cicuta bezeichnet, und zwar heiszt zur unterscheidung 1) cicuta major, 2) cicuta aquatica, 3) cicuta minor Nemnich. in den folgenden belegen ist jedenfalls meist cicuta virosa gemeint: Dioscorides schreibt, der schierling werde auch under das tödtliche gifft gerechnet, dann er sey tödtlich von wegen seiner kälte. Tabernaemont. (1664) 1171 C; kräuter so im majo blühen: bittonien, müllenblümlein .. schierling. Schnurr (1690) 200; im vergleich: mich schüttelt's jetzt, doch so nur, wie der wind den schierling schüttelt, der in blüte steht, dann fällt der schmuck zu boden. und er sieht im sumpf, an dem er wächs't, sein wahres bild. Hebbel (1891) 1, 239. in bildern: ihn (den psychologen) überrascht es nun nicht mehr, in dem nämlichen beete, wo sonst überall heilsame kräuter blühen, auch den giftigen schierling gedeihen zu sehen, weiszheit und thorheit, laster und tugend in einer wiege beisammen zu finden. Schiller 4, 64; swâ sô daʒ wîp ir wîpheit unde ir herze von ir leit und herzet sich mit manne, dâ honeget diu tanne, dâ balsamet der scherlinc. Tristan 451, 29 Maszmann. schierling für schierlingssaft: gemelter saamen (ameisensamen) zu pulver gestoszen, und ein quintlein mit warmem wein getruncken .. thut gewaltigen widerstand der vergifftung und schädlichkeit des eingenommenen schirlings. Tabernaemont. (1664) 295 F; entweder man stürzte ihn (den verbrecher) in einen schlund, auch in das meer hinunter, oder man richtete ihn mit dem schwerd hin, oder gab ihm schierling zu trinken. Schiller 9, 172; im bilde: du hast als gift'gen schierling sie gebraucht, um deine feinde grimmig zu verderben. Grillparzer 3, 231.
3657 Zeichen · 54 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schierling

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Der Schierling , des -es, plur. inus. eine sehr giftige Pflanze, welche in den Gärten, Feldern und auf den Ruinen Europe…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Schierling

    Goethe-Wörterbuch

    Schierling a die giftige Pflanze; einmal in botan Taxonomie ‘Gefleckter S.’ Die Säfte des S-s sind giftig wie sie der St…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Schierling

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Schierling , der Name mehrer Giftpflanzen. Der gefleckte S. (conium maculatum) . dem Kümmel sehr ähnliche Doldenpflanze,…

  4. modern
    Dialekt
    Schierling

    Rheinisches Wb.

    Schier-ling šī(ə)rliŋ ist verbr. [ šīrliŋktər Neuss-Gohr ; -lęi Birkf-Bundenb ; šērlak Bitb-Dahlem Betting ; šīrlEk Saar…

  5. Sprichwörter
    Schierling

    Wander (Sprichwörter)

    Schierling Frischer Schierling schützt vor Fiebern.

  6. Spezial
    Schierling

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Schier|ling m. (-s,-e) ‹bot› zicüta (-tes) f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schierling

16 Bildungen · 14 Erstglied · 2 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von schierling 2 Analysen

schier + -ling

schierling leitet sich vom Lemma schier ab mit Suffix -ling.

Alternativen: schi+-er+-ling

schierling‑ als Erstglied (14 von 14)

schierlingkraut

DWB

schierling·kraut

schierlingkraut , n. die pflanze schierling: wermuth in wein gesotten und getruncken hilfft denen die grünen coriander, schirlingkraut, wolf…

schierlingsfarbe

DWB

schierling·s·farbe

schierlingsfarbe , f. gedämpfte, unangenehme farbe: wenn ich vor dem bilde des falschen mannes ( Heinrichs IV. von England ) stand, den Sche…

schierlingsgift

DWB

schierling·s·gift

schierlingsgift , n. gift des schierlings. Campe. im bilde: du bist kein thier, denn das ist wahr; kein wolf, kein drach', kein stein, kein …

schierlingssaft

DWB

schierling·s·saft

schierlingssaft , m. saft des schierlings Campe : von dem schierlingsafft. Tabernaemont. (1664) 1171 D .

schierlingsstaude

DWB

schierling·s·staude

schierlingsstaude , f. , im bilde: ein weiberkusz ist für den mann eine schierlingsstaude in einer kräutersuppe. Veit Weber sagen der vorzei…

schierlingstrank

DWB

schierling·strank

schierlingstrank , m. aus schierlingssaft bestehender trank. Campe. in bildlichen wendungen: o der gedanke macht meinen wein zum schierlings…

schierlingswurz

DWB

schierling·s·wurz

schierlingswurz , f. schierling oder wurzel des schierlings: schierlingswurz aus finsterm grund. Macbeth 4, 1 .

schierling als Zweitglied (2 von 2)

wasserschierling

DWB

wasser·schierling

wasserschierling , m. 1) cicuta virosa L. Nemnich 2, 1040 . Leunis bot. 3 2, 247, giftiger w. Holl 402 a . 2 ) der roszfenchel, oenanthe phe…