Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Scheuche
Scheuche
scheuchen Vb. ‘fort-, verjagen’, in neuerer Zeit auch ‘irgendwohin treiben’, im 15. Jh. aus mhd. schiuhen (s. scheu, scheuen) hervorgegangen, indem sich dessen Spirans vor Konsonanz (z. B. vor -t in flektierten Formen, vgl. er schiucht) verschärft. Die anfangs nur lautlich voneinander abweichenden Verben werden bald auch semantisch unterschieden. – Vogelscheuche f. mit menschlicher Kleidung behängtes Gestell, das die Vögel abschrecken soll, ‘Schreckbild’, frühnhd. vogelscheuch. Das Grundwort ist zu scheuchen gebildet wie frühnhd. scheuhe, schewhe (15. Jh.), mhd. schiuhe ‘(Ab)scheu, Schreckbild’ zu mhd. schiuhen. Zu letzterem vgl. vogelschewe (15. Jh.), Vogelscheue (17. Jh., vereinzelt noch 19. Jh.). Aus Vogelscheuche gekürzt Scheuche f. ‘Schreckbild, Popanz’ (17. Jh.).