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Scherbel

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RhWB
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Eintrag · Rheinisches Wb.

Scherbel

Bd. 7, Sp. 1052
Scherbel, Schirbel das Wort ist im ganzen Geb. verbr. da, wo nicht Scherbe herrscht (doch kann hier u. da auch Schirbel stehen, u. Scherbe beschränkt sich nur auf die übertr. Bed.), u. zwar Rhfrk an der uNahe šęăwəl; sonst šErwəl, –ē-, in Birkf -īərw-; an der rhfrk. Saar širwəl u. -ę- u. in Saarbr-Stdt auch -u- [Saarbr-Völkl -irb-]; in Saarl, Merz -i·r.w- u. -ę- oft im gleichen Orte [Saarl-Stdt -irb-; Bous Holzmühle Hostenb Lisd Schaffhsn Wadgassen -irm-]; Saarbg -i·r.w- [-ø·r.b- Wellen]; in Trier-Mos, n. Mos, Wittl, Bitb šīă(r)b-, in OBitb -īărw- [Trier-Stdt -ø·r.w –u. -ø·r.b-]; Bernk-Mos -ērb-; Zell, Koch, May -i·r.w-, Kobl -ę·r.w-, dies auch Neuw (nicht kurköln.), Altk; Siegld -iərw-, sonst in der Eif -i·r.b- (auch Bernk-Rhaunen, Bitb-Hütting) bis einschl. Prüm, Schleid, Aden, Ahrw-Sinzig u. noch in kurköln. Neuw; Rip u. SNfrk (wo nicht Scherbe) -i·r.v- u. -e-; OBerg in Waldbr -īə(r)b-; Gummb-Homburgisch -ēə(r)w-; Gummb-Schwarzenbergisch, Wippf (nfrk.) -ęrw-, dies auch NBerg in Lennep, Barm, Mettm; Elbf, Sol, Düss -irw-, –e-; Klevld -ęrw-; Pl. -ələ, –əln [Klevld -əlts]; Demin. -əlχə(n), -əlkə, –əltšə, –əltjə f. [n. in Schleid, Aden-Liers, Rheinb, Eusk; sonst Rip m. (auch f.), Daun-Tettschd, Lennep, Elbf, Klevld; vielfach da, wo Sch. 1 f. ist, herrscht für die übertr. Bed. n.: 1. Scherbe; Glas-, Pottsch.; bass uf, sust gir et gleich wiere Sch.ə Rhfrk, Allg.; hei hät et jo dichtig Sch.ə gen Koch, Allg.; Sch.ə machen bes. im Streit alles kurz u. klein schlagen Saarl, Allg.; du wells wall Sch.n maken! Unheil anrichten Elbf; de Krog (Krug) as an (in) dausent Sch.n gangen Bitb, Allg.; et es alles e Sch.n Merz, Allg.; ohne Sch.ə gehr et bei us net ab, wann ebbes ze duhn es; do dervor sorge scho die ongezoəne Kenn Bernk-Crummenau, Allg. RA.: Er singt (so schlecht) wie en Sch. Goar-Wiebelsh. Wann zwei hart Deppe ofenanner stussen, get et Sch.ə übertr. von eigenwilligen Menschen Koch. Schiᵉrwᵉln on grachigᵉ (Wagen) hālᵉ dᵉrlängst Siegld. Wenn mᵉr Schiᵉrwᵉln macht, lacht dᵉr Mäckᵉs (der mit irdener Ware u. dgl. hausiert) Hilchenb. — 2. übertr. a. sachl. α. verächtl. ken Sch. em Haus han kein Küchengeschirr, Ausdr. für Armut Trier, Allg. — β. Zahnstumpf; al hant bloss noch Sch. en der Mongd (Mul) Gummb, Allg.; ech han eckersch (nur) noch en paar Sch.ə en der Mul Rip, Allg. — γ. verächtl. jedes verschlissene Werkzeug, ech han nur noch en Sch. –schöpp; Sch.ə altes Gerümpel; en al Sch. altes, stumpfes Messer; en Sch. eingekerbter Klicker Ottw-Merchw, Goar-O Heimb, Schleid, Eusk, Bo, Sieg; pack dein Sch.n, on da gähschte! dein Lumpenzeug Merz-Saarhölzb. — δ. Stück einer zerschlagenen Luppe; Pl. Schlacken, die aus den alten Hochöfen kamen und in der Bochᵉmēl zu Sand zerstampft wurden, ehe die schottischen Hochöfen die Schlacke durch eine Schlackenform abliessen und gleich mit Hilfe von Wasser zu Sand granulierten Siegld. — ε. Rest eines Apfels Köln-Weiss, Sch.n Abfall beim Behauen des Schiefers Koch. — ζ. vertrocknete Blätter, die bei der Berührung in Stücke zerfallen Bergh-Blatzh. — η. Schale von Früchten, z. B. die Nosssch. Bitb-NWeis; leeres Schneckenhaus Malm-Grüffl. — θ. verächtl. Kopf, auch Hirnsch., in folg. Wend.: Hen hat ebbes em Sch. hat etwas vor, führt etwas im Schilde, — vill em Sch. hat viel Grütze, Verstand, ist begabt, — neist em Sch. ist dumm; wat mag den em Sch. hon? vorhaben; (wat dau en der Sch. host, dat h. de dren du bist eigensinnig; him ös et nöt en der Sch. geht es nicht nach seinem Willen; den hat änen em Sch. er ist bezecht; dem es et em Sch. net richtig; et rappelt dem gewaltig em Sch. er ist nicht recht gescheit; den hot ebbes em Sch., et huh em Sch. er ist stolz, eingebildet Mosfrk, Rhfrk, Siegld, Waldbr, Sieg; et es mer durch de Sch. gang ich habe es vergessen Merz; äm än (Ohrfeige) iwer de Sch. haue Birkf. — fer et Sch. h. Bernk, Daun; ech stige (steige) der op det Sch.! Siegld-Hilchenb; ech kommen der an det Sch.! Neuw-Rodenb. — b. persönl. α. verächtl. alt Sch. alte Frau, die nicht mehr im Vollbesitz ihrer Kräfte ist, auch die verkommen ist Rhfrk, Saar bis Merz, Köln-Stdt; dat Sch. mecht och net mih lang met Merz. Bas Bärwel (Barbara), alt Sch.! Neckr. Saarbr-Sulzb. — β. verächtl. dumm Sch. dummes Weib, das etwas nicht recht begreifen kann ebd., Köln-Stdt, NBerg. — γ. verächtl. mageres Weib ebd. u. Saarbg. — δ. bewundernd, eine kleine, emsige, kluge Frau, besonders Mädchen Kobl-Kettig, Prüm, Schleid, Ahrw. — ε. verächtl. ein gerissenes, durchtriebenes, verschmitztes, zanksüchtiges Weib; ungezogenes, dreistes kleines Mädchen Prüm, Schleid, Ahrw, Rheinb, Eusk, Sieg, MülhRh, auch e verkihrt Sch., e Secksch. (Seich-) Neuw, Altk; e huffärdig Sch. hoffärtiges Mädchen Schleid, Wippf-Dohrgaul; e verröckt Sch. gefallsüchtig Altk-OLahr; e geck (doll) Sch. mannstolles Weib Rip; e faul Sch. träges Weib ebd.; du ärm Sch. armes Würmchen, Kind (kosend) Bo-Volmershv. — ζ. verächtl. Mann mit krummen Beinen Dür-Geich. — η. Sch.ə Neckn. derer von Simm-Uhler. — θ. verächtl. Schwätzer Barm. — ι. verächtl. Besitzerin eines Porzellangeschäftes Kobl-Stdt. — κ. verächtl. Grandsch. leicht erregbarer, nörgelnder Mensch WMosfrk (s. Grind-). — λ. alt Sch. verächtl. alte, magere Kuh Rhfrk, Siegld. — Abl.: dat Geschirvel(s) verächtl. Haufen Scherben kleiner minderwertiger Dinge [Geschervel Steinsplitter, z. B. von Schieferstein Malm].
5438 Zeichen · 187 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schêrbel

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Der Schêrbel , des -s, plur. ut nom. sing. S. das vorige.

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Scherbel

    Goethe-Wörterbuch

    *Scherbel Dimin kleines Bruchstück eines irdenen (antiken) Gefäßes Gespr(He1,472) AHerder 9.3.89 Juliane Brandsch J.B.

  3. modern
    Dialekt
    Scherbelm.

    Mecklenburgisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Scherbel m. Tanz Wa.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit scherbel

22 Bildungen · 21 Erstglied · 1 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von scherbel 2 Komponenten

scher+bel

scherbel setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

scherbel‑ als Erstglied (21 von 21)

Scherbelapotheke

RhWB

scherbel·apotheke

Scherbel-apotheke širwəlabədēkə Siegld-Siegen f.: im Spr. zu Nikolaus: Klos, wo kommsde her? Sewe Meile hennerm Mond us der Sch.

scherbelesen

DWB

scherbe·lesen

scherbelesen , n. auflesen der scherben: zerbrach einmal eine schöne schal' und wollte schier verzweifeln ... erst rast' ich aus, dann weint…

Scherbelfeld

RhWB

scherb·elfeld

Scherbel-feld še·r.vələ- Sieg-Siegbg n.: Acker hinter dem Nordfriedhof in der Aulgasse, mit Resten der ehemaligen Siegburger Töpferei.

scherbelig

RhWB

scherbelig Adj.: 1. a. -e·r.v- scherbenartig, muschelig Köln-Stdt ; en hot alles kraus on schīrbelig geschlohn zu Scherben Trier-Mehring . —…

Scherbelkätt

RhWB

Scherbel-kätt (-katharina) šīăbələ- Wittl n.: im Neckr. hinter einem Fastnachtsnarren: Hiringsnos, botz dei Nos (Nase), räderäde rätt, Sch.,…

Scherbelkarre

RhWB

scherbel·karre

Scherbel-karre še·r.vəltskā:r MüEif f.: scherzh. der Wagen des durchs Land fahrenden Händlers mit Porzellan udgl.

scherbellenkopf

DWB

scherbellenkopf , m. , niederd. scherbellenkop, auch schabellenkop, larve, maske, fratzengesicht, wie sie knaben am Martini-abend zu mummere…

Scherbelmaul

PfWB

scherbel·maul

Scherbel-maul n. : ' Mund mit Zahnstümpfen und -lücken '. Die horre alt Scheʳwelmaul [ KL-Fischb ].

scherbeln1

PfWB

scherbeln 1 schw. : 1. 'tanzen', scheʳwele [Zweibr ( Wilms Alph. 48) Kaislt]. — 2. a. 'gehen, wandern'. Ich kärchel un schärwel gemietlich d…

scherbeln2

PfWB

scherbeln 2 'hobeln' s. schärbeln ;

scherbelstein

DWB

scherbel·stein

scherbelstein , m. eine art seifenstein, auch topfstein, pfannenstein, lavetstein, ollaris lapis. Nemnich.

scherbel als Zweitglied (1 von 1)

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „scherbel". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 13. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/scherbel/rhwb
MLA
Cotta, Marcel. „scherbel". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/scherbel/rhwb. Abgerufen 13. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „scherbel". lautwandel.de. Zugegriffen 13. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/scherbel/rhwb.
BibTeX
@misc{lautwandel_scherbel_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
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  urldate      = {2026-05-13},
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