Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Scharteke f.
Scharteke f.
Scharteke f. ‘wertloses oder unhandliches altes Buch’. Mnd. scartece, schartēke ‘Schriftstück, Urkunde, altes Buch’ (16. Jh.) ist eine Weiterbildung von gleichbed. mnd. scharte, scherte, dessen Herkunft bisher nicht überzeugend erklärt ist; wahrscheinlich geht es auf lat. charta ‘Papyrusblatt, (aus Papyrus hergestelltes) Schreibmaterial und das darauf Geschriebene, Schriftstück, Brief’, spätlat. auch ‘Urkunde’ (s. Charta) zurück und ist im Anlaut möglicherweise von afrz. mfrz. chartre ‘Brief, Urkunde’ (wohl aus lat. chartula ‘kleines Schriftstück, kleiner Brief’, s. chartern) beeinflußt. Der Ausdruck ist vermutlich in der Schülersprache der Lateinschulen entstanden (vielleicht Deminutivum mit latinisierender Akzentuierung, vgl. mnd. partēke ‘Brotschnitte als Almosengabe für fahrende Schüler’); bereits im 16. Jh. ist er allgemein verbreitet (Luther, Paracelsus u. a.). Er steht im 19. Jh. auch für ‘schlechtes Theaterstück, abgenutzter, wertloser Gegenstand’ sowie (als Schimpfwort) für ‘alte Frau’.