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Sangen

mhd. bis Dial. · 8 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
11 in 8 Wb.
Sprachstufen
4 von 16
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Sangen

Bd. 3, Sp. 1279
* Die Sangen, sing. inus. ein im Hochdeutschen völlig unbekanntes Wort, welches mehrmahls in der Deutschen Bibel vorkommt, wo es gesengte oder geröstete Ähren bedeutet. Willt du ein Speiseopfer dem Herrn thun von den ersten Früchten, sollt du die Sangen, am Feuer gedörret, klein zerstoßen opfern, 3 Mos. 2, 14. Und sollt kein neu Brod, noch Sangen, noch Korn zuvor essen, Kap. 23, 14. Sie aßen am andern Tage des Passah ungesäuert Brod und Sangen, Jos. 5, 11. Boas legte der Ruth Sangen vor, Ruth 2, 14. Eine Epha Sangen, 1 Sam. 17, 17. In welchen Stellen Michaelis dafür geröstet Korn setzt. Im Hebräischen befindet sich das Wort קלי, von קלה, rösten, und Ludolf glaubte, daß es in diesen Stellen den Kaffeh bedeute, welchen man gemeiniglich für ein Getränk von weit jüngerer Erfindung hält. Das Wort Sangen ist so wohl im Ober- als Niederdeutschen selten, und es scheint, daß Luther es bloß aus ältern Übersetzungen entlehnet habe; denn nach dem Frisch heißt es in der alten 1483 gedruckten Deutschen Bibel, Jos. 5, 11: sie aßen von den Sangen der Erden, wo die Vulgata setzet: comederunt de frugibus terrae. Man leitet es gemeiniglich von sengen ab, weil die Sangen eigentlich ein Büschel Ähren sind, die man am Feuer abgesenget, und die Körner auf diese Art geröstet[] hat. Allein, es scheinet, daß dieses Wort ein Bündel oder Büschel überhaupt bedeute. Frisch selbst führet aus Fritsch Var. Tract. die Stelle an: wenn jemand aus den Hopfenbergen die Sangen wegtrüge oder sonst dem Hopfen Schaden zufügete; wenn hier anders nicht durch einen Schreib- oder Druckfehler Sangen für Stangen gesetzet worden. In Killians Holländ. Wörterbuche wird Sangh, Sanghe durch Fasciculus spicarum erkläret, allein in van Hoogstratens Woordboeck findet sich dieses Wort nicht.
1764 Zeichen · 23 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    sangenswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +3 Parallelbelege

    sangen swv. BMZ singen Herb. 3162. vgl. vrôsangen, wânsangen.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Sangen

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    * Die Sangen , sing. inus. ein im Hochdeutschen völlig unbekanntes Wort, welches mehrmahls in der Deutschen Bibel vorkom…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Sangen

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Sangen , am 15. Aug. (Mariä Himmelfahrt, im Volksmund Mariä Kräuterweih, Unsrer Lieben Frauen Würzweihe ) in kath. Kirch…

  4. modern
    Dialekt
    sangen

    Lothringisches Wb. · +2 Parallelbelege

    sangen s. singe n .

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit sangen

15 Bildungen · 9 Erstglied · 6 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von sangen 2 Komponenten

san+gen

sangen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

sangen‑ als Erstglied (9 von 9)

Sangenweg

SHW

Sangen-weg Band 5, Spalte 65-66

Sangengraben

PfWB

sangen·graben

Sangen-graben m. : FlN, amtl. Im Sangengraben, mda. Im Sanggrawe [ KU-Relsbg ]; zu Sange . —

Sangenharke

RhWB

sangen·harke

Sangen-harke -hęrk Geld-Kevelaer f.: Schleifharke, zum Zus.harken der auf dem Felde liegenden Ähren.

sangenkraut

DWB

sangen·kraut

sangenkraut , n. conium maculatum, schierling Nemnich ; so genannt nach seinen dolden, s. sange .

Sangennoors

MeckWB

Sangennoors m. Scheltname des Fuchses im Tiergespräch in der Reimformel de olle Hangennoors, de olle Sangennoors Wo. V. 2, S. 5.

Sangenwoog

PfWB

Sangen-woog m. : FlN, amtl. Am Sangenwoog, mda. Am Sangeʳwoog [ KU-Relsbg ].

sangen als Zweitglied (6 von 6)

vrōsangen?

KöblerMhd

*vrōsangen? , V. nhd. „freudig singen“ Hw.: s. vrōsangen (2) E.: s. vrō, sangen

vrōsangen

KöblerMhd

vrōsangen , st. N. nhd. Freudengesang, Halleluja, Frohlocken Q.: Rol (um 1170) E.: s. vrōsanc W.: nhd. DW- L.: Lexer 299a, Hennig (vrōsangen…

wānsangen

KöblerMhd

wān·sangen

wānsangen , st. N. nhd. Hoffnungsgesang, Freudengesang, Freudengeschrei Q.: Neidh, Rol (um 1170) E.: s. wān, sangen W.: nhd. DW- L.: Lexer 3…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „sangen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 9. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/sangen/adelung
MLA
Cotta, Marcel. „sangen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/sangen/adelung. Abgerufen 9. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „sangen". lautwandel.de. Zugegriffen 9. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/sangen/adelung.
BibTeX
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