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rettig

mhd. bis Dial. · 6 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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6 in 6 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

rettig m.

Bd. 14, Sp. 828
rettig, m. raphanus. II. Herkunft und form. die falsche schreibung mit g statt ch im auslaute ist erst in neuerer zeit üblich geworden. Schottel 1385, Stieler 1605, Steinbach schreiben noch rettich, Frisch 2, 60c rättich. rettich schreibt auch noch Schiller Turandot 2, 3 in der ausgabe von 1802 (werke 13, 379): beharrt ihr aber drauf, so steht ein rettich des gärtners fester, herr, als euer kopf. Adelung und Campe schreiben rettich. das wort mit der nutzpflanze haben die Deutschen von den Römern übernommen, vgl. Hehn kulturpflanzen u. hausthiere5 405. ahd. ratich ist entstanden aus lat. radicem; das ursprünglich lange â râtich (vgl. Weigand 2, 467) wird früh gekürzt. ags. entspricht rädic oder rædic. schon ahd. erscheint das wort umgelautet retich Graff 2, 492. die unumgelautete form erhält sich indesz sehr lange. mhd. retich und rætich, daneben ratich. mhd. wb. 21, 583b. Weigand a. a. o. ratich, rätich, rethich Dief.-Wülcker 819. Dief. 484b. nd. reddick, redeck Dief. a. a. o. mnld. reddigh, reddick Kilian. IIII. Bedeutung. II@11) in neuerem sprachgebrauch bezeichnet man mit rettig die bekannte, scharf schmeckende wurzel, sowie die ganze pflanze (raphanus sativus). im älteren sprachgebrauch wird rettig in umfassenderer bedeutung gebraucht (so auch für radieschen) und die einzelnen arten durch zusätze bezeichnet: rafanus sûre rætich, radix milter rætich. mhd. wb. 21, 583; schwarzer rettig, heidenrettig, monatrettig, meerrettig, rübrettig oder rübenrettig; rætich ist chalt und veuht ... und gît guot bluot und senftet den durst und machet den slâf unde leschet den huorgeluste. arzneib. (Diemer b. 13) im mhd. wb. 21, 583b; wiʒʒ, daʒ der rätich an kraft haiʒ und fäuht ist und pringt wind in dem leib ... er ist dem haupt schad und den zenden und dem drüʒʒel und den augen. wer in iʒʒet vor tisch, dem macht er daʒ eʒʒen swimment in dem magen und ruot niht, aber wer in iʒʒet nâch anderm eʒʒen, dem macht er den leip vertig und senkt daʒ eʒʒen hin ab. Megenberg 418, 30; etliche gärtner heiszen allein den runden rettich mit diesem nahmen, den kleinen und langlechten aber nennen sie radis. Hohberg 1, 481b; ge hin, es ist doch nit so spat, pring ein rettich oder salat! H. Sachs fastn. sp. 6, 22, 265 neudruck; rettich, muntz, kohl, kurbsen, reisz, petersilg, würmlein roth und weisz ... davon jhr wasserherren zehrt, sind bey meinem geschlecht unwerth. Rollenhagen froschm. Ll 6b. II@22) uneigentlich als name einer schnecke, bulla rapa: die rübe, der rettich, das radieschen, das knollhorn, die seeflasche. Nemnich. II@33) scherzhaft im schlesischen rettiche für schläge, prügel: da hats rettiche gesetzt, er hatt rettiche bekommen. vgl. Albrecht Leipz. mundart 192b.
2731 Zeichen · 74 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    rettig

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer)

    rettich , rettig s. retich, s. rætec.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Rêttig

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Der Rêttig , des -es, plur. die -e, der Nahme verschiedener, mit starken, eßbaren Wurzeln versehener Pflanzen und besond…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Rettig

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57)

    Rettig (Raphanus) , Pflanzengattung aus der Familie der Cruciferae (s. d.), mit verschiedenen, durch die Cultur hervorge…

  4. modern
    Dialekt
    Rëttig

    Elsässisches Wb.

    PfWB LothWB RhWB Rëttig [Ráte Pfetterhsn. ; Ræte Olti. ; Rátik Hi. Urbis Su. M. ; Ráti Katzent. ; Ratik Mütt. Heidolsh…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit rettig

43 Bildungen · 14 Erstglied · 27 Zweitglied · 2 Ableitungen

Ableitung von rettig

retten + -ig

rettig leitet sich vom Lemma retten ab mit Suffix -ig, auf Verb-Stamm zurückgeführt.

Zerlegung von rettig 2 Komponenten

ret+tig

rettig setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

rettig‑ als Erstglied (14 von 14)

Rettigbirn

Campe

rettig·birn

Die Rettigbirn , Mz. — en , eine Sorte Birnen; wahrscheinlich von ihrer Gestalt.

rettigkraut

DWB

rettig·kraut

rettigkraut , n. polygonum hydropiper, wegen seines brennenden geschmackes so genannt. Pritzel-Jessen.

rettigöl

DWB

rettig·oel

rettigöl , n. rättichöl, ausz rättich gemacht, raphaninum oleum Maaler 325 a .

Rettigsaat

Campe

rettig·saat

Die Rettigsaat , Mz. — en . 1) Die Saat der Rettige. 2) ≠ Schwarze Rettigsaat , der Raden (Agrostemma githago L .). Nemnich.

rettigsamen

DWB

rettig·samen

rettigsamen , m. die samenkörner des rettigs: Democritus spricht, wer sein hend reib mit zeitigem rätichsâmen, der müg slangen angreifen und…

Rëttigschnitz

ElsWB

rettig·schnitz

Rëttigschnitz m. wie hochd. Str. U. ‘Dyn Zung isch jo spiz, un räss wie Reddischniz wo nit recht gsalse sinn’ Pfm. IV 4.

rettigung

DWB

rettig·ung

rettigung , f. , ungewöhnlich für rettung: wir sullent auch für übl nicht haben, ob die bischove und ander pfaffen mit gaistlich oder mit we…

rettigunge

Lexer

rettigunge stf. rettung Mw. 268 ( 1323 ). Chr. 2. 186,2 var. Schm. Fr. 2,175.

rettig als Zweitglied (27 von 27)

Ölrettig

Campe

Der Ölrettig , — es, Mz. — e , eine Art in China einheimischer Rettige mit kleinen Wurzeln, aber vielen Ästen und Schoten, so daß er viele S…

Ackerrêttig

Adelung

acker·rettig

Der Ackerrêttig , des -es, plur. inusit. eine Art des Hederiches, mit länglich runden einfächerigen Schoten, und entweder gelben, oder weiße…

drahtbrettig

MeckWB

draht·brettig

Wossidia drahtbrettig steif und grob von der Schafwolle Sta Stargard@Koldenhof Kold .

Frührettig

Campe

frueh·rettig

Der Frührettig , des — es, Mz. die — e , eine Art früher, schwarzer Rettige, die im Mai gesäet wird.

Kantrettig

Campe

kant·rettig

Der Kantrettig , des — es, Mz. die — e , ein Name des gemeinen Rettiges. Nemnich.

Meerrêttig

Adelung

meer·rettig

Der Meerrêttig , des -es, plur. inus. eine Art des Löffelkrautes, dessen lange dünne und scharfe Wurzel in den Küchen bekannt ist, wo sie, a…

Monathsrêttig

Adelung

Der Monathsrêttig , des -es, plur. die -e, eine Art kleiner weißer runder Rettige, welche gleichfalls den ganzen Sommer hindurch gesäet werd…

Monatrettig

Campe

monat·rettig

Monatrettig ) , — es, Mz. — e , eine Art kleiner, runder und weißer Rettige, welche man den ganzen Sommer hindurch säen kann.

Öhlrêttig

Adelung

Der Öhlrêttig , des -es, plur. die -e, eine Art Rettige mit ganz kleinen Wurzeln, aber mit vielen Schoten und Ästen, aus dessen häufigen Sam…

Rübenrêttig

Adelung

rueben·rettig

Der Rübenrêttig , des -es, plur. inus. in einigen Gegenden, der gewöhnliche schwarze Rettig; zum Unterschiede von dem Meerrettige.

sandrettig

DWB

sand·rettig

sandrettig , m. eine art runder rettige, die nach Johannistag gesäet werden. Campe.

sommerrettig

DWB

sommer·rettig

sommerrettig , m. eine rettigart, die im mai gesät wird, frührettig. Campe, sommerrettich, raphanus major variegatus. Nemnich wb., schwarzer…

waldrettig

DWB

wald·rettig

waldrettig , m. der merrettig: waldretich, von den Frantzosen reffort sauvage geheissen. Thurneisser von wassern (1612) 161 .

wassermeerrettig

DWB

wassermeer·rettig

wassermeerrettig , m. gelber wassermeerrettich bei Nemnich 4, 1308 die veränderliche wasserkresse, nasturtium ( sisymbrium L. ) amphibium R.…

Wasserrettig

Campe

wasser·rettig

Der Wasserrettig , — es, Mz. — e , eine Art Kresse in stillen stehenden Wassern, deren Wurzeln den Radieschen gleichen und gegessen werden k…

winterrettig

DWB

winter·rettig

winterrettig , m. , im sommer gesäter und überwinternder rettig ( raphanus sativus ) gegenüber dem sommerrettig, vgl. Holl pflanzenn. 298 b …

zwiebelrettig

DWB

zwiebel·rettig

zwiebelrettig , m. : die dritte arth der rettiche nennet man zwibelrettiche, darumb, das sie gantz rund ... wachsen M. Grosser anleyt. z. d.…

Ableitungen von rettig (2 von 2)

errettigen

DWB

errettigen , was erretten: damit auch die frembden nicht trostlos verlassen und für schanden und offen sünden errettiget sein mögen. Luther …