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rackern

nhd. bis spez. · 8 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
8 in 8 Wb.
Sprachstufen
4 von 16
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10
Verweise raus
13

Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

rackern verb.

Bd. 14, Sp. 35
rackern, verb. wie ein racker thun, vgl. abrackern th. 1, 85; ein über die mundarten weit verbreitetes, niedriges wort, das sich niederdeutsch und oberdeutsch wol selbständig bildete. denn wenn es niederd. zunächst die bedeutung entfaltete unflätige sachen wegschaffen Schütze 3, 271, ostfries. rakkern, ûtrakkern, reinigen, ausräumen, von schmutz u. s. w. säubern ten Doornkaat-Koolman 3, 9a, und hier an racker schinderknecht und abtrittfeger angeknüpft ist, geht mittel- und oberdeutsches rackern vielmehr auf das aus dem niederdeutschen eingedrungene schimpfwort und seine eigenthümliche entfaltung zurück, wobei auch an racker schindermäsziges elendes vieh gedacht ist, und meint ein elendes und verächtliches quälen und schinden: so hessisch sich rackern, sich abrackern, mühselig schwere arbeit thun, mit der redensart an der Diemel ein ackersmann ein rackersmann. Vilmar 313; nassauisch sich rackern, körperlich sich anstrengen, besonders durch niedrige arbeit sich quälen, verstärkt sich abrackern. Kehrein 320; in Nordböhmen sich rackern, abrackern, sich abmühen. Fromm. 2, 237, ebenso in Schlesien, Obersachsen, Düringen, hier auch etwas zusammenrackern, vermögen zusammenschinden; in Baiern rackern und sich rackern, sich durch niedrige arbeit quälen, abmühen, schinden. Schm. 2, 41 Fromm.; ebenso in Kärnten sich raggern, sich plagen, abmühen, etwas zammeraggern durch mühe, harte arbeit zusammenbringen. Lexer 203; tirol. raggern, sich abmühen, schinden, hart arbeiten, schinden und raggern. Schöpf 527; schwäb. sich rakkern, abrakkern, sich kümmerlich abarbeiten, zusammenrakkern, mühselig ein vermögen zusammenbringen. Schmid 423; schweiz. raggern, rackern, abraggern, erraggern, verraggern. Stalder 2, 255; in Appenzell raggera, knausern, knickern. Tobler 358b; im Aargau raggere, auch mit stumpfem messer schneiden. Hunziker 200, vergl. dazu unter racker; wahrscheinlich sogar, dasz das schwäb. und schweiz. verbum racken sich erst nach rackern gebildet hat, und nicht umgekehrt, wie es auf den ersten blick scheint. rackern in der angegebenen begriffsentfaltung kehrt nun nach Niederdeutschland zurück, und erst neue nd. idiotiken verzeichnen übereinstimmend mit mitteld. und oberd. brauch rackern sich abquälen bei einer schweren arbeit. Curtze 493b, aus Waldeck; rackern, plagen, quälen, sik afrackern, sich abquälen, abarbeiten. Woeste 208a. 15a, aus Westfalen.
2403 Zeichen · 36 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Rackern

    Campe (1807–1813) · +2 Parallelbelege

    † Rackern , v. rec . Sich rackern , in Baiern, mühsame und undankbare Arbeit verrichten. D. Rackern .

  2. modern
    Dialekt
    rackernschw.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    rackern schw. : ' sich abarbeiten, abquälen ', rakkere [verbr., Journ. 4/1787 215 Schandein Bav. IV,2 247 Krämer Gal 171…

  3. Sprichwörter
    Rackern

    Wander (Sprichwörter)

    Rackern Woräm rackerscht te dich? Te messt jo doch îsst schtärwen. ( Siebenbürg.-sächs. ) – Schuster, 540. Meist ironisc…

  4. Spezial
    rackern

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    ra|ckern vb.intr. 1 (schwer arbeiten, sich abquälen) stracé (-cia) 2 (unnütz arbeiten) ragagné (-gna), lambiché (-ch ë i…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit rackern

22 Bildungen · 0 Erstglied · 20 Zweitglied · 2 Ableitungen

Zerlegung von rackern 2 Komponenten

rack+ern

rackern setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

rackern als Zweitglied (20 von 20)

abrackern

DWB

abrackern , decoriare, defatigare, abschinden, heftig abmühen: man hatte sich aber auf dem vertrackten strome so abgerackert. Tieck nov. 9, …

Herackern

Campe

her·ackern

○ Herackern , v. I) intrs . mit sein , ackernd oder pflügend herkommen, nahen. Uneigentlich, das Wasser gleichsam ackernd, in demselben Furc…

überackern

DWB

ueber·ackern

überackern , v. , über etwas hin den pflug führen. untrennbare comp. part.: überackert Steinbach 1, 9 ; Adelung 4, 745 ; mit umlaut im stamm…

unterackern

DWB

unter·ackern

unterackern , trennbares verb. ( vereinzelt im part. praet. unterackert Krünitz 199, 318 ). subarare unterackern, -eckern Diefenbach gl. 559…

verackern

DWB

ver·ackern

verackern , verb. ackernd zubringen, durch ackern aufbrauchen: den ganzen tag verackern. Heinsius volksth. wb. 4, 2, 1260 .

vorackern

DWB

vor·ackern

vorackern , verb. , einem v., in seiner gegenwart ackern oder auch ihm im ackern zuvorkommen Adelung ; letztere bedeutung jetzt nicht mehr v…

zerackern

DWB

zer·ackern

zerackern , verb. , 1) den erdboden mit dem pfluge zerfurchen, eig. wol nur von der brache: man soll ... die brachfelder z. zu dem sAeyet Se…

Ableitungen von rackern (2 von 2)

verrackern

RhWB

ver-rackern: sich v., sich abarbeiten Bernk-Merschd .

zerrackern

DWB

zerrackern , verb. , zu tode schinden, durch schwere arbeit erschöpfen, abschinden; zu rackern ( th. 8, 35); ein wort der niederen sprachsph…