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Puste

mnd. bis spez. · 9 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
9 in 9 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Puste

Puste

pusten Vb. ‘blasen, Luft ausstoßen, (schwer) atmen, außer Atem sein, keuchen’. Mnd. nd. pūsten ‘blasen, hauchen’ wird im 18. Jh. in die hd. Literatursprache aufgenommen, erscheint jedoch vereinzelt bereits in Wörterbüchern des 15. Jhs. als frühnhd. pusten, busten und wohl schon um 1300 im Ordensland in einer Präfixbildung mhd. (md.) anbūsten ‘blasend anfachen’ (zu erschließen aus der Präteritalform būste an). Daneben steht diphthongiertes frühnhd. (md.) pausten (bei Luther ‘mit starkem Hauch redend hervorbringen’), das im Nhd. untergeht, in obd. pfausten ‘schnauben, schwer atmen, trotzen’ aber noch länger fortlebt; vgl. ferner nl. poesten ‘blasen’, schwed. pusta ‘keuchen, pusten, anblasen’. Weiterhin gehören hierzu (ohne t-Formans) spätmhd. pūsen, frühnhd. pausen, bausen ‘aufgeblasen sein, sich blähen, schwellen, strotzen’, nhd. Pausback (s. d.), frühnhd. pfusen, pfausen ‘schnauben, blasen, schwer atmen’ (so noch obd., auch im Sinne von ‘schmollen, trotzen’). Umgangssprachlich jmdm. etw. pusten ‘geringschätzig blasen, schnauben, um seinen Unwillen kundzutun’ (19. Jh.), übertragen ‘jmdm. etw. verweigern’. Verwandt sind außerdem aengl. pos ‘Schnupfen’, anord. pūstr ‘Ohrfeige’, schwed. (mundartlich) pysa ‘schnauben, schwellen, überkochen’. Sie gehen sämtlich wie Busen (s. d.) auf eine s-Erweiterung der ursprünglich wohl lautnachahmenden Wurzel ie. *b(e)u-, *bh(e)u-, *b(h)ū- ‘aufblasen, schwellen’ zurück. – Puste f. ‘Atem’, übertragen ‘Kraft zum Aushalten, Durchstehvermögen’ (19. Jh.), zu pusten; vgl. mnd. pūst ‘das Blasen’. Pusteblume f. verblühter Löwenzahn, dessen zurückgebliebene Fruchtstände von Kindern weggepustet werden (zuerst bezeugt im 19. Jh. in nd. Mundart, doch wohl älter). Pusterohr n. ‘Blasrohr’ zum Anfachen des Feuers (18. Jh.), dann auch Kinderspielzeug zum gezielten Fortblasen kleiner Kugeln oder Bolzen; vgl. mnd. pūster ‘Blasrohr, (kleiner) Blasebalg’.
1899 Zeichen · 61 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    pûstef.

    Mittelniederdeutsches Wb.

    ° pûste ( puesche [Mitt. Anh. Gesch. 7, 183] l. puste ), f. ( Pl. -n ): 1. dickes weich gefülltes Kissen, Polster, Pfühl…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    pustem. f.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +1 Parallelbeleg

    pust , m. , puste , f. das pusten, blasen, der atem, mnd. der pûst Schiller-Lübben 3, 391 b ; schles.: jagt uns unser al…

  3. modern
    Dialekt
    Pustef.

    Pfälzisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Puste f. : ' Atem ', Puscht (pūšd) [KL-Lind ( Höh 132)]. Südhess. I 1252 ; Rhein. VI 1233 .

  4. Sprichwörter
    Puste

    Wander (Sprichwörter)

    Puste 1. Dabei geht einem der Pûst (die Puste) aus. – Frischbier, 594; Frischbier 2 , 3029. Das ist zu viel, das überste…

  5. Spezial
    Puste

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Pus|te f. (-) (Atem) fle m. ▬ die Puste verlieren perde le fle; resté zënza fle.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit puste

47 Bildungen · 45 Erstglied · 1 Zweitglied · 1 Ableitungen

puste‑ als Erstglied (30 von 45)

Pūstebakke

WWB

Pūste-bakke f. [ Ahs Hfd Lippe Wie Dor Sos Wbg Enr Isl Arn Mes Wal Olp] 1.1. (Pl.) Pausbacken, sehr volle, runde Backen (Lippe Oesterh ). He…

pūstebakkig

WWB

pūste-bakkig Adj. pausbäckig ( Isl Is).

Pūstebal

WWB

puste·bal

Pūste-bal m. weißer Ball des verblühten Löwenzahnes ( Mes Br).

Pūsteblō¹me

WWB

puste·blome

Pūste-blō¹me f. [verstr.] reifer, verblühter Löwenzahn (Taraxacum officinale) mit schirmartigen Fruchtständen, die man abpusten kann ( WmWb …

Pusteblume

Pfeifer_etym

puste·blume

pusten Vb. ‘blasen, Luft ausstoßen, (schwer) atmen, außer Atem sein, keuchen’. Mnd. nd. pūsten ‘blasen, hauchen’ wird im 18. Jh. in die hd. …

pûstebü̂re

MNWB

puste·buere

° pûstebü̂re , f. ( Pl. -n ) : Kissenbezug, Bezug eines Polsters (Lüneb. Test. 286).

Pūsteinde-Fūst

WWB

Pūste-in-de-Fūst m. Löwenzahn (Taraxacum officinale) ( Lst An).

Pūstekop

WWB

puste·kop

Pūste-kop m. [ Hfd Lippe] schmaler Kopf mit dicken Backen (Frbg.).

Pustekuchen

Pfeifer_etym

puste·kuchen

Pustekuchen! emotionaler, spöttischer Ausdruck der Ablehnnung ‘mitnichten!, denkste!, von wegen!’ (Berlin 20. Jh.), anknüpfend an älteres gl…

pûstemēkere

MNWB

puste·mekere

pûstemēkere , pûstenmēker , m. ( Gen. Sg. -s ) : Handwerker der Kissen, Polster herstellt.

puster1

LDWB1

puster 1 [pụ·ster] I adj. (-tri, -tra) pustertalerisch II m. (-tri) (porsona) Pustertaler m.

puster2

LDWB1

puster 2 [pụ·ster] m.sg. (dialet de Puster) Pustertalische n ., Pustertaler Dialekt.

Pusterich,Püstrich

GWB

Pusterich,Püstrich 1 in Anspielung 1) auf den Pfarrer JFWPustkuchen-Glanzow als Verf einer ‘Wanderjahre’-Fälschung 5 1 ,188 Goethe u Pustkuc…

puste als Zweitglied (1 von 1)

Ableitungen von puste (1 von 1)