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Porzellan

nhd. bis spez. · 14 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Herder
Anchors
15 in 14 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Herder (Konv.-Lex., 1854–57)

Porzellan

Bd. 4, Sp. 590
Porzellan (vom portugies. porcella, Schale), die schönste und werthvollste Töpferwaare, von blendend weißer Farbe, glatter Oberfläche, glattem muscheligem Bruch, halb durchsichtig, metallisch klingend und von solcher Härte, daß sie am Stahle Funken gibt, auch unveränderlich alle Temperaturen durchgeht, wird aus der sogen. P.erde, einem Gemenge von 1 Theile eisenfreier Thonerde und 3 Theilen Kieselerde fabricirt. Die P.erde wird fein gemahlen, geschlemmt und hierauf in einem großen Behälter mit Kiesel oder Quarz, auch wohl Gyps unter Zusatz von etwas Wasser innig gemengt. Die Masse wird sodann geballt u. an einem feuchten Orte aufbewahrt, damit sie gähre; je länger diese Gährung dauert, desto besser wird die Masse. Nachdem sie noch einmal stark durchgeknetet worden, geschieht die Bildung der Formen, entweder auf der Drehscheibe, oder durch Formen oder aus freier Hand. Sind diese so gebildeten Geschirre gehörig an der Luft getrocknet, so werden sie in besonders dazu eingerichteten Oefen gebrannt, wobei man sie zum Schutz vor Verunreinigung in thönerne Kapseln setzt. Dieses Brennen geschieht zweimal, das erstemal ohne Glasur u. in geringerem Hitzgrade, bloß in Rothglühhitze (Verglühen); hierauf werden die Geschirre mit der Glasurmasse überzogen, einem dünnen Brei aus fein zerriebenem P. mit Zusatz von Gyps als Flußmittel, zum zweitenmal gebrannt u. zwar im stärksten Feuer der Weißglühhitze (Garbrennen). Damit ist das P., wenn es weiß bleiben soll, fertig; eine weitere Bearbeitung erhält es aber gewöhnlich noch durch Bemalen und Vergolden (s. Porzellanmalerei). — Nachdem das P. in China und Japan schon seit Jahrtausenden bekannt gewesen u. seit dem 16. Jahrh. nach Europa eingeführt wurde, erfand es 1706 Böttger (s.d.) in Sachsen, wo man 1710 die erste Fabrik in Meißen errichtete. Trotz des Geheimhaltens verbreitete sich die Erfindung und es entstanden allmählig (zuerst in Wien 1730) zahlreiche P.fabriken in Deutschland, Frankreich, England, Italien etc.; das beste P. ist aber bisher immer noch das deutsche.
2042 Zeichen · 28 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Porzellān

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Das Porzellān , des -es, plur. doch nur von mehrern Arten, die -e, eine im Feuer halb verglasete Masse, welche durch die…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Porzellan

    Goethe-Wörterbuch

    Porzellan mehrf -c- u -el(l)ai- (ebenso in den folgenden Komposita) A als Werkstoff u Erzeugnis 1 Porzellanerde, weißer …

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Porzellan

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Porzellan (vom portugies. porcella , Schale), die schönste und werthvollste Töpferwaare, von blendend weißer Farbe, glat…

  4. modern
    Dialekt
    Porzellan

    Bayerisches Wörterbuch · +5 Parallelbelege

    Porzellan Band 2, Spalte 2,1702

  5. Sprichwörter
    Porzellan

    Wander (Sprichwörter)

    Porzellan 1. Porzelî, bann's noa fällt, es hî. ( Henneberg. ) – Frommann, II, 408, 19. Porzellan, wenn's herabfällt, ist…

  6. Spezial
    Porzellan

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Por|zel|lan n. (-s,-e) 1 (Werkstoff) porzelana (-nes) f. , maiolica (-ches) f. , marlüca (-ches) f. 2 (Geschirr) copes y…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit porzellan

116 Bildungen · 114 Erstglied · 0 Zweitglied · 2 Ableitungen

Zerlegung von porzellan 2 Komponenten

porz+ellan

porzellan setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

porzellan‑ als Erstglied (30 von 114)

porzellanarbeit

DWB

porzellan·arbeit

porzellanarbeit vorstehen. Zedler 28, 1687 . — feine, theuere, weisze, blaue u. s. w. porzellanarten Jacobsson 3, 282 a . —

porzellanartig

GWB

porzellan·artig

porzellanartig (wie Porzellan) schimmernd, glänzend; im Vergl zur Beschreibung einer Struktur Die Emaille-Mahlerei besteht darin, daß man ei…

Porzellanbild

GWB

porzellan·bild

Porzellanbild auf Porzellangrund gemalte bildkünstlerische Darstellung Das durchscheinende Porzellainbild wurde vorgewiesen T12,300,14 v 9.9…

Porzellanbiskuitfliese

GWB

Porzellanbiskuitfliese aus Biskuitporzellan gefertigte Fliese, Ofenkachel A(Gr5,225) 16.1.02 [Protokoll LKruse] Beatrice Frank B.F.

Porzellanblaum

MeckWB

porzellan·blaum

Porzellanblaum f. rundblättriger Steinbrech, saxifraga rotundifolia: Porzlähnblohm Monschr. 3, 825. Me. 3, 971; vgl. Kü. 2, 594.

Porzellanbrennerei

Campe

porzellan·brennerei

○ Die Porzellanbrennerei , Mz. — en , eine Brennerei, d. h. eine Anstalt, wo Porzellan verfertiget und gebrennt wird (Porzellan fabrique ). …

Porzellanbücks

MeckWB

porzellan·buecks

Porzellanbücks f. volkstümliche Bezeichnung für die weißen Hosen der früher in Sta NStrel stationierten Grenadiere Monh. 10, 449 b .

Ableitungen von porzellan (2 von 2)

porzellane

DWB

porzellane , f. cypraea Nemnich 1, 1345 ( s. porzellan), nl. porcelein, meerschnecke, matriculus Dief. 351 b .

Verporzellanen

Campe

Verporzellanen , v. trs . mit einem Überzuge von Porzellan versehen. » Verporzellanen der eisernen Küchengeräthe.« Engl. Miszellen. D. Verpo…