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Pogg'

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MeckWB
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Eintrag · Mecklenburgisches Wb.

Pogg' f., m., m.

Bd. 5, Sp. 518
Wossidia Pogg' (pǫχ oder paƷ), Pl. Poggen (pǫgŋ, pǫ oder p) f., selt. m. Frosch, auch Kröte; Blähsucht des Rindviehs (s. 2); Laien schreiben außer Pogg noch Poog, Poag, Pag', Porch, seltener Pork, im Pl. Pong'n; in der Bedeutung Frosch der vorherrschende Name des Landes, abgesehen von Arten, als Benennung der Kröte dünn, zumeist im Nordteil des Landes, verstreut, vgl. Karte 'Kröte' D. WA. 4 und Helm. Claus in Nd. Jb. 81, 111; in dieser Bedeutung früh durch die Adjektive quâde und brêt gekennzeichnet: 'eine quade Pogge, de springet em int Angesychte' Gry. Lb. 1, N 2a; 1, D 3b; 'eine quade pogge' (Ro 1582) Bartsch 2, 14; 'berne ene brede poggen' Rost. Arzn. 16a; sonst tritt Pogg' als Name der Kröte in Zss. auf: Füer-, Ierd'-, Krœt-, Quad-, Qual-, Rit-, Schorf-, Schorr-, Stein-, Tüffel-, Wäuhlpogg', s. die Namensliste der Kröte bei Wo. V. 2, S. 332—335; in einem nördlichen Landesteil heißt der Frosch aber überwiegend Quaducks u. ä. (s. d. und D. WA. 13, 2), in der Landesmitte auch Kollducks u. ä. (s. d.). 1. Frosch a. liter. Belege: rana 'eine Pogge' Chytr. 389; Pogge Niem. Idiot. 20; Pogg Monschr. 4, 337; Pogg Mi 64a; 'ne Pag' Reut. 4, 469; de Pag' Wo. V. 2, 8. b. in Bildern und Vergleichen: an denn' is nich so väl Godes, as de Pogg' Hoor hett WaWaren@SchwarzSchwarz; de geiht as de Pogge im Mandschien d. i. mit spanschen Schritten Mantz. Ruh. 24, 62; du perrst so hochbeint, as wenn dei Pogg' in 'n Manschin hüppt HaHagenow@RedefinRed; swinplietsch as ne Pogg' in 'n Manschin Bri. 4, 201; denn setst du dor as de Pogg up 't Glattis (hilflos) Reut. 4, 398; dat rägent so väl, dat de Poggen versupen StaStargard@WulkenzinWulk; dee gifft sick ok as de Poggen in 'n Sod muß schließlich nachgeben RoRostock@KühlungsbornKühl; dat geiht, as wenn de Pogg' birs't der Wagen fährt sehr langsam SchwSchwerin@PinnowPinn; sünd mihr Poggen as Nägenogen mehr Mädchen als Burschen auf dem Tanzplatz HaHagenow@RedefinRed; kolt as ne Pogg'; von einer Arbeit, die nicht vorangeht: dat is grad', as wenn du Poggen uppe Hill staakst RoRostock@KühlungsbornKühl. c. Redensarten und Sprichwörter: de Poggen hebben kein Hoor, wil de Snur von de Timmerlüd' früher von Poggenhoor maakt wäst is Gü; iron. vom Prahlhans: dei is dor ok schuld an, dat dei Poggen kein Hoor hebben PaParchim@DobbertinDobb; dei perrt alle Poggen up 'n Kopp der Stolze StaStargard@HelptHelpt; hei hett woll Poggen fräten ist schlecht aufgelegt SchwSchwerin@PampowPamp; wur Poggen sünd, dor sünd ok Areboors Bri. Volkssp. 27; dat is, as wenn de Ad'bor ne Pogg' œwersluckt das ist schnell beschafft HaHagenow@RedefinRed; vom ungeschickten Mäher sagt man: dei will Poggen stäken HaHagenow@RedefinRed; du meihst jo alle Poggen dei Bein af Wa; man kan de Pogge wol so lang treden, bet se quickt Mantz. Ruh. 24, 58; wenn man de Pogg' perrt, denn quarrt s' Bri. Volkssp. 22; jung' Welt is lustig, hadd' de oll Fru seggt, hadd' Poggen uppe Kor, wenn se eenen upsett't hadd', wiren sœben wedder runhüppt Ro; dat flutscht, säd' de Düwel, dor scheert he de Pogg' de Hoor HaHagenow@RedefinRed; dat wir dunn, as dei Poggen Schauh drögen zu Olimszeiten WaWaren@PenzlinPenzl. d. Wetterregeln: wenn dei Poggen vör Maidag mucken, möten sei nah Maidag hucken weil das Wetter kalt wird MaMalchin@BrudersdorfBrud; wenn dei Poggen mucken, lett dei Hääkt dat Leiken sin Lupl; Gemüse muß man säen, ehe die Poggen rufen StaStargard@KrickowKrick; wenn dei Poggen quarren, kann man dei Fuusthandschen an dei Sit bringen WaWaren@LansenLans; Petri Stuhl (22. Febr.) Brickt dei Poggen dat Mul SchwSchwerin@GadebuschGad; wenn dei Poggen racken, maakt sick dei Aal los RoRostock@MüritzMür; wenn dei ierst Pogg' bargan hüppt, ward 't 'n natten Sommer GüGüstrow@GülzowGülz; wenn dei Poggen nägen Dag' hinner 'n anner schrigen, gifft 't 'n gaud' Flaßjohr ebda; wenn dat Kuurn wollfeil ward, dat Order bringt dei Pogg' WaWaren@SchwarzSchwarz. e. Aberglaube und Brauch: Unterirdische in Froschgestalt Bartsch 1, 90; zu Kindern: gah nich int Water, dor sitt dei swart Pogg' in, dei bitt di inne Bein RoRostock@MatersenMat; mööst nich in 'n Sod kiken, denn haalt di dei Pogg' Gres; wenn dei Poggen tau 'n iersten Mal quarren, möt 'n sick an dei Ierd' walen, denn kriggt 'n dit Johr dat Hartspann nich Börg; von jem., der geistig (blaß) aussieht, sagt man: denn' hett ne Pogg' räden Niekr; von alten Jungfern heißt es: sei möten Poggen nah Jerusalem driben, möten Poggen häuden; sei kamen nah dei Grot Wisch, möten raupen, as dei Poggen quarken WaWaren@VipperowVipp; Knabenspiel: Poggen hüppen laten Steine übers Wasser werfen LuLudwigslust@PolzPolz; wer zuletzt mit den Kühen am ersten Pfingstmorgen austrieb, mußte früher eine Pogg' aftrecken, der zweitletzte sie halten und der drittletzte sie greifen (1930) WaWaren@SchwarzSchwarz; Krebse wurden mit abgezogenen Fröschen hölkert PaParchim@GoldbergGoldb. f. übertr.: für das Portemonnaie beim Kartenspiel WaWaren@Groß FlotowGFlot; dei Poggen quarren der Magen knurrt HaHagenow@WittenburgWitt; Deutungen des Froschrufes Wo. V. 2, 1043—1049, z. B. ein Froschgespräch: Vaddersch Vaddersch, wenn backst, wenn backst? Morgen morgen. Ick ok ok ok ok 1043 b; Kosewort zu einem Kind: min lütt Pogg' Wa; sachlich: das Stückchen Holz, das man zwischen Eisen und Höwt des Hakens legt, wenn das Hakisen tau forsch, d. h. zu gerade in die Erde zeigt und dadurch up dei Näs' geiht Camm. in Nd. Jb. 48, 37. g. m. Geschlecht: 'n Pogg' HaHagenow@LankLank; eenen Pogg' Ro. 2. Bläh-, Trommelsucht des Rindviehs; dabei bläht sich der Bauch auf; tritt namentlich ein, wenn die Kühe gegen Wind frischen nassen Klee weiden; schon von Col. Oec. 1, 404b erwähnt; Mi 64a; dei Kauh hett dei Pogg' krägen RoRostock@ReddelichRedd; dei Pag' hebben Gü; Mittel gegen das Aufblähen werden empfohlen Land. Ann. 1827, S. 487; 1828, S. 536; 1849 I, S. 24; Drev. Acker. 299; häufigstes Sympathiemittel ist das Eingeben eines lebenden Frosches Gü; Pa Parchim@GanzlinGanzl; ein anderes Mittel: der Kuh ein Seil von Roggenstroh ins Maul geben und es zubinden, darauf soll sie aderkaugen, so daß die Luft austreten kann RoRostock@Hohenfelde bei DoberanHohenfD; die Kuh mit einem Strohband aufzäumen, danach nimmt der Kuhhirt den Kuhschwanz in die Hand und die Kuh wird durch einen Hund gehetzt, durch das Rücken am Schwanz und den ins Maul dringenden Wind gehn die Blähungen ab Bartsch 2, 152; man ziehe der Kuh die Zunge heraus und spreche: Pog', ick knip di, Pog', ick bit di, und dann in die Zunge gebissen, daß Blut kommt Staak 167; ebda und 168 andere Segen; De Pogg' un de Pol, De güngen in de Schol, De Pol de sang, De Pogg' de slang Schill. Kr. 2, 4a. Etymologisch aus einer germ. Wurzel *pug- schwellen. — Mnd. pogge f., m. — Br. Wb. 3, 348; Dä. 356a; Da. 159a; Kü. 2, 578; Me. 3, 1080.
6310 Zeichen · 108 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. modern
    Dialekt
    Pogg'f., m., m.

    Mecklenburgisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Pogg' ( pǫχ oder paƷ ), Pl. Poggen ( pǫgŋ, pǫ oder p ) f. , selt. m. Frosch, auch Kröte; Blähsucht des Rindviehs (s. …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit pogg

141 Bildungen · 137 Erstglied · 2 Zweitglied · 2 Ableitungen

pogg‑ als Erstglied (30 von 137)

Pogg'ei

MeckWB

Pogg'-ei Pl. -eier n. in der Rda. Pogg'eier köpen umhergaffen; vgl. Kap-ei.

poggeln

MeckWB

poggeln Torfwiesen mit Erde befahren, ein von Dr. Joh. Heinr. v. Thünen auf Tellow nach dem Verfahren des alten Pogge ( s. Pogg' m. ) gescha…

poggen

MNWB

poggen s. puchen.

Poggenǟrs

WWB

Poggen-ǟrs [Stf] Froschhintern; idW.: He häff ’n Kopp äs ’n Poggenǟs hat eine Glatze ( Stf El).

Poggenauge

Campe

poggen·auge

Das Poggenauge , — s, Mz. — n , eine Art schädlicher Pilze. Nemnich.

Poggenbiter

MeckWB

poggen·biter

Poggenbiter m. heißt der Storch: Adebor, du Poggenbiter Wo. V. 2, 1248; Beiname eines Mannes, der so nipern aussah Ro Kühl .

Poggenblatt

MeckWBN

poggen·blatt

Wossidia Poggenblatt n. eine Wasserpflanze, vielleicht Froschlöffel, s. Plümerstengel.

Poggenblaut

MeckWB

poggen·blaut

Poggenblaut n. Froschblut; Rda. dei hett Poggenblaut erwärmt sich für nichts Sta Fürst ; Fettschicht auf gekochter Milch Gü Bork .

Poggendeich

Campe

poggen·deich

Der Poggendeich , — es, Mz. — e , im Wasserbaue, ein kleiner Sommerdeich, oder Beuferung um ein Außenfeld.

Poggendorf

Herder

poggen·dorf

Poggendorf , Joh. Christian, Physiker, geb. 1796 zu Hamburg, zuerst Pharmaceut, studierte sodann zu Berlin, machte bald Aufsehen durch einig…

Poggendorff

Meyers

Poggendorff , Johann Christian , Physiker, geb. 29. Dez. 1796 in Hamburg, gest. 24. Jan. 1877 in Berlin, erlernte seit 1812 die Pharmazie, s…

poggenei

KöblerMnd

pogge·nei

poggenei , N. nhd. Froschei, Froschlaich Q.: Stockh. Arzneib. 130 (um 1450) E.: s. pogge, ei (1) L.: MndHwb 2, 1611 (poggeney) Son.: örtlich…

Poggeneier

WWB

poggen·eier

Poggen-eier Pl. [nördl. OWestf Stf Tek Mün Wdf Bek Pad] Froschlaich.

poggeney

MNWB

pogge·ney

° poggeney , n. ( Pl. -eyger ) : Froschlaich, (als Bestandteil in Mitteln zur Haarentfernung:) nüm de muschelen und bern sê unde stôt sê tô …

Poggenfell

MeckWB

poggen·fell

Poggenfell n. Froschhaut; im Neckreim: Jogen Pogen Ollgesell, Flick din Schauh mit Poggenfell Wi NBuk ; Wo. V. 4, 88 a.

Poggenfiest

MeckWB

poggen·fiest

Poggenfiest m. a. Spr. entstelltes Pofiest: 'brade dar poggenvist up' auf erfrorene Füße zu legen Rost. Arzn. 68 a .

Poggenfiggel

WWB

Poggen-figgel altes, stumpfes Messer (Frbg.) ( Lhs Dr).

Poggenfiller

WWB

poggen·filler

Poggen-filler m. [nördl. OWestf (außer Lippe) Stf Tek Mün Wdf Lhs Bek] altes stumpfes Messer.

poggenfleesch

KöblerMnd

poggenfleesch , N. Vw.: s. poggenvlēsch

Poggenfräter

MeckWB

Poggenfräter m. Froschfresser, Spitzname der Franzosen Bri. 3, 166.

Poggengras

Campe

poggen·gras

† Das Poggengras , — es, Mz . u. die Krötenbinse (Juncus bufonius L .); auch ≠ Poppengras .

pogg als Zweitglied (2 von 2)

Krœtpogg'

MeckWBN

Wossidia Krœtpogg' f. Kröte Schö Schönberg@Warnow Warn .

Pußpogg'

MeckWBN

Wossidia Pußpogg' f. Erdkröte, bufo bufo Giese Tiern. 18.

Ableitungen von pogg (2 von 2)

Gepogg'

MeckWB

Gepogg' s. Pogg' .

pogge

DWB

pogge , f. und m. frosch, kröte, ein nd. wort Schiller-Lübben 3, 357 . Schottel 1377 , vgl. pocke : die Meckelburger nennens die pogge. Cole…

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Cotta, M. (2026). „pogg". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 15. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/pogg/meckwb?formid=P02429
MLA
Cotta, Marcel. „pogg". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/pogg/meckwb?formid=P02429. Abgerufen 15. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „pogg". lautwandel.de. Zugegriffen 15. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/pogg/meckwb?formid=P02429.
BibTeX
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  author       = {Cotta, Marcel},
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