Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Physiognomie f.
Physiognomie f.
Physiognomie f. ‘äußere Erscheinung eines Lebewesens, besonders der Gesichtsausdruck’. Spätmhd. physonomīe, frühnhd. physonomy, phisonomei, phisomye, phisemy (15. Jh.), nhd. Physionomey (16. Jh.), Physionomie (bis Anfang 19. Jh.) ‘Mienendeutung, Gesichtsausdruck, Gesichtszüge’ sind Entlehnungen aus mlat. phis(i)onomia, phisomia. Dies ist hervorgegangen aus spätlat. physiognōmia, griech. physiognōmía (φυσιογνωμία), wohl Verkürzung (oder fehlerhafte Schreibung?) von griech. physiognōmonía (φυσιογνωμονία) ‘Fähigkeit, die Natur, den Charakter eines Menschen aus den Gesichtszügen zu erkennen’. Zugrunde liegt das Kompositum griech. physiognṓmōn (φυσιογνώμων), zusammengesetzt aus griech. phýsis (φύσις) ‘Natur, natürliche, körperliche Beschaffenheit, Wuchs’ (s. Physis) und gnṓmōn (γνώμων) ‘Kenner, Beurteiler’, Nomen agentis zu griech. gignṓskein (γιγνώσκειν) ‘erkennen, kennenlernen’. Nhd. Physiognomie ist gelehrte Wiederaufnahme des griech.-lat. Wortes im späteren 16. Jh. – physiognomisch Adj. ‘die Physiognomie betreffend’ (16. Jh.), spätlat. physiognōmicus; vgl. griech. physiognōmonikós (φυσιογνωμονικός).