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Pfuscher

nhd. bis spez. · 13 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Campe
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15 in 13 Wb.
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Pfuscher Der

Bd. 3, Sp. 644b
Der Pfuscher, — s, Mz. gl. 1) Der zischende Laut, welchen das Schießpulver verursacht, wenn es z. B. von der Pfanne eines Feuergewehres abbrennt. Pulver auf die Pfanne schütten, um einen Pfuscher zu machen, um es mit einer zischenden Flamme abbrennen zu lassen. Einen solchen Pfuscher von umhergestreutem Pulver nennt man in der Schweiz ein Pfüpfi. Uneigentlich und in weiterer Bedeutung, ein Fehler, Versehen, weil das Abbrennen des Pulvers von der Pfanne, wenn man schießen will, nicht sein soll. Ei= nen Pfuscher machen. 2) Eine Person, welche pfuschet; die Pfuscherinn, eine solche weibliche Person. So nennt man schon eine Person, welche eine Arbeit eilig und oben hin, also schlecht macht, einen Pfuscher. I engerer und gewöhnlicher Bedeutung aber versteht man darunter eine Person, welche eine Handlung, Arbeit unternimmt, verrichtet ohne die gehörige Kenntniß und Geschicklichkeit dazu zu haben. Besonders, in den Handwerken, Künsten  eine Person, welche ein Handwerk, eine Kunst  treibt, ohne es oder sie auf die hergebrachte ordnungsmäßige oder zunftmäßige Art gelernt zu haben, und ohne auf die einmahl eingeführte Art dazu berechtiget zu sein, welche dasselbe oder dieselbe also mittelmäßig oder schlecht treibt, die aber von den zünftigen Meistern auch dann noch Pfuscher genannt wird, wenn sie durch viele Aufmerksamkeit und Übung sich die größte Geschicklichkeit darin erworben hat, weil sie das Gewerbe, die Kunst  nicht zunftmäßig erlernte und nicht Mitglied einer Zunft ist. Der Pfuscher im ersten Falle heißt auch ein Sudler, Prudler, Hümpler, Störer  und ist ein Stümper, im andern Falle kann er aber ein vortrefflicher Arbeiter, und ein innungsmäßiger Meister sehr wohl ein Stümpfer sein. »Wer zu einer Kunst nicht die gehörigen Anlagen mitbringt, bleibt ewig ein Stümper darin, wer sich im Vertrauen auf seine natürlichen Talente (Gaben), ohne sie lange geübt und ausgebildet zu haben, an schwere Arbeiten in einer Kunst wagt, und daher etwas Mittelmäßiges oder Schlechtes zu Stande bringt, der ist ein Pfuscher in dieser Kunst, man sagt er pfuschert in einer Kunst, die er nicht versteht, weil er sie nicht gehörig gelernt hat.« Eberhard. Manche Handwerker belegen die Pfuscher in ihrem Gewerke noch mit eigenen Namen. So heißt ein Pfuscher bei den Schneidern ein Böhnhase, bei den Färbern ein Fretter, bei den Tuchmachern ein Ludler und Ludelmacher, bei den Raschmachern ein Eschweihe, bei den Beckern ein Wetschelbecker, bei den Fleischern ein Lästerer und Buhle, bei den Weißgerbern ein Fellnäpper, Schotte, bei den Kürschnern ein Zunähter, bei den Buchdruckern ein Hudler 
2618 Zeichen · 17 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    1. Pfúscher

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    1. Der Pfúscher , des -s, plur. ut nom. sing. S. das vorige.

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Pfuscher

    Goethe-Wörterbuch

    Pfuscher a jd, der ein nicht zunftgemäß erlerntes Handwerk ausführt; je einmal im Vergl u im Bild; auch in Berührung mit…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Pfuscher

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Pfuscher , zur Zeit des Zunftwesens diejenigen, die ohne der Zunft anzugehören oder ein besonderes Privilegium zu besitz…

  4. modern
    Dialekt
    Pfuscher

    Elsässisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Pfuscher m. Pfuscher, schlechter Arbeiter allg.

  5. Sprichwörter
    Pfuscher

    Wander (Sprichwörter)

    Pfuscher 1. D' Pfuscher esse 's Brod und d' Mödeler lyde Noth. ( Solothurn. ) – Schild, 57, 20. Um zu sagen, dass Pfusch…

  6. Spezial
    Pfuscher

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Pfu|scher m. (-s,-) pozer (pozri) m. , slober (-bri) m. , páltena (-nes) m. , pastroz (-oc) m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit pfuscher

18 Bildungen · 12 Erstglied · 6 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von pfuscher

pfusch + -er

pfuscher leitet sich vom Lemma pfusch ab mit Suffix -er.

pfuscher‑ als Erstglied (12 von 12)

pfuscherei

DWB

pfusche·rei

pfuscherei , f. das treiben und werk eines pfuschers, das gepfusche. Stieler 1453 : wie mich vor kurtzer zeit ein ungereimter bogen mit mein…

Pfúscherēy

Adelung

pfusche·rey

Die Pfúscherēy , plur. die -en. 1) Das Pfuschen in der zweyten Bedeutung des Zeitwortes, und ohne Plural. 2) Dergleichen obenhin, in der Eil…

pfuscherhaft

DWB

pfusch·erhaft

pfuscherhaft , adj. und adv. in der weise eines pfuschers. Stieler 1452 : schlechte pfuscherhafte gewerbtreibende sind nicht selten die grös…

Pfuscherhandel

DRW

pfuscher·handel

Pfuscherhandel, m. obrigkeitlich nicht genehmigter Handel mandat wider den pfuscherhandel der bauren, hausirer und landstreicher 1671 Kamptz…

pfuscherheer

DWB

pfuscher·heer

pfuscherheer , n. grosze menge von pfuschern: getrost! izt würgt das pfuscherheer mit henkers hand das volk nicht mehr, das mittel ist jetzt…

pfuscherin

DWB

pfusch·erin

pfuscherin , f. eine pfuschende weibliche person im gegensatz zur meisterin. Stieler 1453 : dasz sie ( die thessalischen zauberinnen ) in ih…

pfuscherisch

DWB

pfusche·risch

pfuscherisch , adj. und adv. was pfuscherhaft: der allergröszte verdrusz, den man diesem pfuscherischen volke anthun kann. Göthe an Meyer be…

pfuscher als Zweitglied (6 von 6)

Kurpfuscher

RDWB1

Kurpfuscher m см. RDWB1 Quacksalber

Kurpfuscher

Pfeifer_etym

kur·pfuscher

Kur f. ‘Heilverfahren’, besonders ‘mit dem Aufenthalt in einem Badeort oder Sanatorium verbundene medizinische Behandlung’. Lat. cūra ‘Sorge…