Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
pflaumen
pflaumen
Pflaume f. Der Name der dunkelblauen (auch gelben) Steinfrucht ahd. phrūma (11. Jh.; doch vgl. früher bezeugtes phrūmboum, 9. Jh.), mnd. mnl. prūme, nl. pruim und (mit Wechsel von r zu l bei Entlehnung aus dem Lat.; s. auch Schilf) ahd. phlūma (11. Jh.), mhd. phlūme, mnd. aengl. plūme, engl. plum ist entlehnt aus vlat. *prūma, dem als Sing. aufgefaßten kollektiven Plur. von vlat. *prumum n., einer im nordwestlichen Balkan, einem Zentrum der Pflaumenkultur, entstandenen Nebenform zu lat. prūnum ‘Pflaume’, beide aus griech. prū́mnon (προῦμνον). Vlat. *prūma gelangt mit der griechisch-römischen Obstkultur über die Goten und andere Germanenstämme längs der Donau zu den Burgundern, über got. und burgund. Vermittlung (neben lat. prūna, als fem. Sing. aufgefaßter neutr. Plur.) ins Galloroman. und von dort ins Westgerm. Vgl. Germania Romana 2 (1968) 416 ff. und FEW 9, 496 f. (an)pflaumen Vb. ‘necken, verspotten, beschimpfen’ (Anfang 20. Jh.), wohl ausgehend von der Vorstellung jmdn. ‘mit faulen, matschigen Pflaumen bewerfen’ (wie ähnlich veräppeln, s. d.).