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pfiff

nhd. bis spez. · 13 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

pfiff m.

Bd. 13, Sp. 1696
pfiff, m. ein zuerst bei Aler (1727) auftretendes wort, gebildet vom plur. prät. des verbums pfeifen, wie griff von greifen, kniff von kneifen u. a. mrhein. und den Rhein aufwärts bis in die Schweiz auch mit unverschobenem anlaute piff. 11) das pfeifen und der pfeifende ton, sibilus Aler 1527b: ein leiser, feiner, heller, greller, schneidender, langgezogener pfiff u. dergl.; endlich erklang ... ein schneidender pfiff. Göthe 21, 60; er versteht jeden pfiff der vögel (kennt sie am pfiffe, am gesange). F. Müller 3, 66; der jagd gelerm und pif. balladen (1776) 54, in den werken 2, 365 pfif; und jetzt ertönt am stillen platze, wie losung — ein verhaltner pfiff. Lenau (1880) 2, 155; des dampfwagens wilder pfiff. Kerner lyr. ged. (1847) 20; mit grellem pfiffe durchkeucht das dampfgespann des doms geläut. Geibel neue ged. (1883) 153; der hund versteht den pfiff (des herrn), folgt auf den pfiff und darnach übertragen auf den pfiff gehen, schnell folgen Spiesz henneb. idiot. 181; auf eines pfiff etwas geben, ad minimum voluntatis indicium obedire. Frisch 2, 50d; gegensatz auf einen pfiff nicht geben Hederich 1771 oder auf eines pfieff (so) nicht viel geben, ne tanti quidem facere aliquem Steinbach 2, 178. 22) pfiff dient auch (in bezug auf die kurze zeit seiner dauer) zur bezeichnung von etwas geringem, wertlosem und wird in diesem sinne als negation oder als verstärkung derselben gebraucht: dem (winzer) gilt es einen pfif, mir seine riesen (trauben) aufzutischen. Kl. Schmidt poet. briefe (1782) 133; ich blieb nicht einen pfiff mehr. Voss Shakesp. 2, 345; sie achten die lustigmacher nicht einen pfiff mehr. Lessing 3, 50; ein streit um einen pfiff. Auerbach ges. schriften 17, 162; die sache ist keinen pfiff wert; davon verstehst du, weiszt du einen (oder keinen) pfiff; einen pfiff sollst du davon haben Schm.2 1, 422. Höfer 2, 323. Lexer kärnt. wb. 24; daher auch zur bezeichnung eines geringen getränkemaszes, das gleichsam in der zeitdauer eines pfiffes, in einem schluck ausgetrunken wird (vgl. pfeifen 11 und Grimm kl. schriften 2, 180), leipzigerisch ein kleines glas branntwein Albrecht 182a, oberd. (pfälz. piff), ein halbes seidel oder ein halber schoppen Schm. a. a. o. Höfer 2, 15. Schöpf 497. Seiler Basler mundart 28. vgl. knips 2, schnaps, schnitt. 33) in bezug auf den lockpfiff des vogelstellers oder (wie Adelung vermutet) in bezug auf das pfeifen des taschenspielers, womit er die aufmerksamkeit der zuschauer von seinem handgriffe abzulenken versucht, heiszt es den pfiff verstehen, wissen, wie mans anstellen musz jemanden zu berücken Adelung 3, 730, schweiz. (Zürich) er versteht den piff Stalder 1, 171; darnach verallgemeinert ein fein und schlau angelegter oder ausgeführter plan zur erreichung eines andern als dem äuszern anscheine nach vermuteten zweckes; vgl. die synonyma finte, kniff, kunstgriff. 3@aa) im singular: ihr pfiff .. hilft ihnen nichts. Lessing 10, 103; dieses klingt so billig ... und doch ist es im grunde mehr nicht, als pfiff, oder armseligkeit. 191; tempelherr. der pfiff ist gar nicht übel; die einfalt vor der schurkerei voraus zu schicken. 2, 337 (Nathan 5, 5); alter pfiff (acumina) der buhlerin, die bald ein armband ... das ihr gestohlen sei, bejammert. Wieland Hor. br. (1790) 1, 267; gegen den Sokrates ... wird mir dieser pfiff nichts helfen. werke 9, 38; meinst du, vogt, wir merken den pfiff nicht? Pestalozzi 1, 45; mein pfiff ist, ihm zutrauen zu seinem weibe beizubringen, er musz sie wohl kennen, dasz sie keine von den sturmfesten ist. Lenz 1, 274; pfiff des advocaten. Göthe 57, 297; nur muth! noch ist es nicht miszglückt, geduld und pfiff zum letzten knoten! 41, 280; das ist eben der pfiff. Schiller 3, 30 (Fiesko 1, 3); der pfiff eines mohren. 100 (3, 7); nur musz er den pfiff nicht bis zum einbruch in meine grundsätze treiben. 375 (kabale 1, 5); der eigentliche pfiff für das gewerbe mangelt ihr ganz und gar, und alle die kleinen kunstgriffchen, die man anwenden musz, das männervolk in athem zu halten. 542; einen pfiff im kopfe groszbrüten. J. Paul uns. loge 1, 14; (schelme,) die keinen heller in der tasche, keinen pfif im kopfe haben. Arnim schaub. 2, 235. 3@bb) im plural: so geht er (Göze) mit pfiffen um, deren sich nur eine theologische mämme schuldig macht. Lessing 10, 191; ach das sind alles pfiffe. Hermes Soph. (1776) 2, 42. 44; horch! der verstehts. der hat pfiffe. Göthe 8, 200; doch da erleb ich neue pfiffe. 12, 294; (ich) hab allerlei pfiff ersonnen. 5, 252 H.; ausgepumpt sind deine pfiffe, und zum teufel deine kniffe! Schiller 1, 213; lern mich die pfiffe nicht. 2, 84 (räuber, schausp. 2, 3); neulich erfuhren wir .., dasz ein reicher graf .. einen process von einer million durch die pfiffe jenes advokaten durchgesetzt hätte. 86; ich will pfiffe ausspinnen, darüber euch der verstand stille stehen soll. 226 (trauerspiel 1, 4); weil sie selber einmal so lange bei ihr in der stadt gewesen, dasz sie recht gut eilftausend pfiffe mit wegbringen konnte. J. Paul uns. loge 1, 10; bei pfiffen und kniffen, die ich producire, schreit jeder richter: miracula! Körner 248a; das ist der pfiffigste von deinen pfiffen. Platen 2, 91.
5221 Zeichen · 108 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Pfiff

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Der Pfiff , des -es, plur. die -e, der durch Pfeifen hervor gebrachte Ton. 1) Eigentlich, wo es besonders von demjenigen…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Pfiff

    Goethe-Wörterbuch

    Pfiff 1 beim Pfeifen entstehender schriller (signalhafter) Ton er [ Wilhelm auf der Suche nach seinem Sohn ] ..ließ von …

  3. modern
    Dialekt
    Pfiff

    Bayerisches Wörterbuch · +7 Parallelbelege

    Pfiff Band 2, Spalte 2,585

  4. Sprichwörter
    Pfiff

    Wander (Sprichwörter)

    Pfiff 1. Auf Pfiffe folgen Griffe. Der schlaueste Betrüger entgeht dem Arm der Gerechtigkeit nicht. 2. Ueber die preussi…

  5. Spezial
    Pfiff

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Pfiff m. (-[e]s,-e) sciüre (-ri) m. , scibl (-i) m. ▬ einen Pfiff geben trá (peté) n sciüre.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit pfiff

60 Bildungen · 50 Erstglied · 7 Zweitglied · 3 Ableitungen

pfiff‑ als Erstglied (30 von 50)

pfiffeln

SHW

pfiff-eln Band 1, Spalte 795-796

pfiffaladarie

PfWB

pfiffaladarie : Kehrreim in dem für Speyer verbürgten Spiellied »Es kommt ein Herr mit einem Pantoffel«. Der Spielverlauf ist dem bei Adē be…

pfiffarling

KöblerAhd

pfiffarling , st. M. (a) Vw.: s. pfifferling*

pfiffarling*

EWA

pfîfariAWB m. ja-St., Gl. 2,340,6. 7 (Hs. 9. Jh., Zeit des Gl.eintrags unbekannt); 4,21,59 (2. Viertel des 9. Jh.s, alem.[-frk.]). 229,27 (w…

pfiffchen

DWB

pfiff·chen

pfiffchen , n. , dimin. zu pfiff: ich werde schon mit einem megarischen pfiffchen ( s. pfiff 3) mir helfen müssen. Wieland die Acharner 3 . …

pfiffe

FWB

1. ›krankhafter (hautähnlicher) Belag auf der Zunge von Vögeln, Pips‹; daraus folgend ›Nasenverstopfung‹; ütr. auf den Menschen: ›Schnupfen‹…

pfiffeln

DWB

pfiff·eln

pfiffeln , verb. : wann er pfeifen, lautenschlagen, singen ... gehört, hat er gesagt: wem soll doch das pfifflen und das golen? .. es kann v…

Pfiffelsbirnen

RhWB

Pfiffels-birnen pifəltsbīrən Saarl-Stdt 1870 Pl. t.: P.! abschl. Antw.

pfiffen

PfWB

pfiffen schw. : ' ein kleines Glas Wein trinken ', piffe (pifə) [VPf]; vgl. pfiffeln 2, büffen .

Pfiffenerd

ElsWB

pfiffen·erd

Pfiffenerd 2; vgl. auch: Erdnuss, Erdrauch. Für Arzneien gilt noch: ‘Bittererd, Magnesium carbonicum, Füli Erde’ Pharm. 1.

Pfiffer

Idiotikon

pfif·fer

Pfiffer Band 5, Spalte 1086 Pfiffer 5,1086

pfiffera

KöblerAhd

pfif·fera

pfiffera , st. F. (ō)?, sw. F. (n)? nhd. „Pfiffer“, Pfifferling, Gelbling, Echter Gelbling, ein Speisepilz, Rettich ne. chanterelle ÜG.: lat…

Pfiffereⁿ

Idiotikon

Pfiffereⁿ Band 5, Spalte 1086 Pfiffereⁿ 5,1086

Pfifferknüppelchens

RhWB

Pfiffer-knüppelchens pifərgnibəlχəs Saarbr Sg. t. n.: Plumpsacksp; s. Pfeifer-.

Pfifferkraut

Campe

pfiffer·kraut

Das Pfifferkraut , — es, Mz . u. das Tausendgüldenkraut (Gentiana centaureum L .).

Pfifferle

RhWB

pfiff·erle

Pfifferle pifərle  Saarl-Stdt 1870 n.: Querpfeifer.

Pfifferli

Idiotikon

Pfifferli Band 5, Spalte 1087 Pfifferli 5,1087

pfifferling

DWB

pfiff·erling

pfifferling , m. 1 1) was pfefferpilz, pfefferschwamm (heiszen wol pfifferling umb des heiszen geschmacks willen Bock kräuterb. 309 a ), ahd…

pfifferling

FWB

1. ›würziger Speisepilz mit gelbem Hut und dicken Lamellen, Pfefferpilz‹.; 2. ütr. ›Unbedeutendes, Wertloses‹; dann auch zur Verstärkung der…

Pfifferliⁿg

Idiotikon

Pfifferliⁿg Band 5, Spalte 1086 Pfifferliⁿg 5,1086

pfifferstiel

DWB

pfiffer·stiel

pfifferstiel , m. stiel des pfifferlings, zur bezeichnung von etwas ganz wertlosem Frisch 2, 53 a . Schm. 2 1, 423: wir hetten gern der pfen…

pfiff als Zweitglied (7 von 7)

Anpfiff

BWB

Anpfiff Band 2, Spalte 2,573

G(e)pfiff

Idiotikon

G(e)pfiff Band 5, Spalte 1086 G(e)pfiff 5,1086

Hüenerpfiff

Idiotikon

Hüenerpfiff Band 5, Spalte 1085 Hüenerpfiff 5,1085

Ableitungen von pfiff (3 von 3)

Gepfiffe

RhWB

Ge-pfiffe gəpef Bitb , Prüm . Malm Sg. t. n.: 1. das Pfeifen mit dem Munde. RA.: Den as bis (böse) am (im) G. er sitzt arg in der Klemme Prü…

gepfiffen

MeckWB

gepfiffen pfiffig, schlau: dee is gepfiffen Wa; in einem Märchen heißt es: 'gepfiffen muß man sein' Wa Lopp .

pfiffe

DWB

pfiffe , s. pfiffi.