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peper

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MNWB
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Eintrag · Mittelniederdeutsches Wb.

pēper m.

Bd. 2-2, Sp. 1465
pēper, pepper, +peffer, °pipper (Lüb. Ub. 10, 493), °pöpper (Chr. d. d. St. 16, 359: Schichtbuch; hierher auch Veckinghusen Handelsb. 228?), m. (nur Sg.; Gen. -[e]s): 1. Pfeffer, Piper spec., (meist:) Piper nigrum, (bes.:) die Früchte von Piper nigrum, „(P)Iper latinsch vnde grekisch. Falfel arabisch” (Garde der Suntheit 1492 ll 1r), (nach zeitgenössischen Vorstellungen in verschiedene Sorten differenziert; zur heutigen Sichtweise vgl. 1.1.--1.4.) „piper sy eyn boem de wasset in dem lande Jndia. vnde hefft blade gelick den eenberen bomen. vn̄ bringet lanck saet: dat wert ghenomet macropiper (a macro qd' est longū) dat is lanck peper. Unde wen de gans ripe is: so is he swart. vnde wen he noch nicht gās ripe is so is he wit” (Garde der Suntheit 1492 ll 1r), (sehr verbreitet die Vorstellung der Entstehung dunkler Pfefferkörner durch Raucheinwirkung:) „peper de is wit wen he noch wasset. De ieghenode is vol adderen. so maken denne de lude groten rok. dar mede vordriuen se de adderē. vnde van deme roke vorwandelt sik de peper/ vnde wert swart” (Lucidarius 1485 8r); (dat lant) dâr de p. wasset sehr weit entfernt, im Orient, ȫver mêr dâr de p. engever unde de nēgelken wassen (Chr. d. d. St. 19, 168 u. ö.), (Rda.:) sîn wô de p. wasset sehr weit weg, unerreichbar sein, mîn êrste man hedde wol gērne gesēhen dat ik wêre gewēsen dâr de p. wasset (SL = Meckl. Wb. 5, 307: Nic. Gryse Wedewensp.); — (hochwertige Handelsware; Sprww.:) dêde p.s gûden kôp heft dê pēpert sînen brî (Prov. Comm. 13), []„den peper worupp leggen (vom hohen Preise)” (SL: Brem. Mscr.), ik hōlde mînen p. sô gôt als jûwen safrân (ebd.), (Rda.:) mûsedrek manc den p. (mengen) nicht ganz richtig, fehlerhaft, mit Mängeln (machen); (häufigste Verpackungseinheiten:) bāle/tunne p.(s); — (hochwertige Naturalabgabe, bes. im Osten des nd. Sprachraums:) di krü̂ger van Reynkendorp geft des jâres up sünte Mertens dach 2 punt p.s (Berl. Stb. ed. Clauswitz 26), 2 markpunt êwiges p.s (Livl. Ub. II 2, 547); vgl. pēpergelt; — (bes. in zerstoßener oder gemahlener Form gehandelt und verwendet:) p. mālen/stôten; — (Speisegewürz von intensivem scharfem Geschmack:) „Acre scharp/ hittich/ alse de Peper/ vnd der geliken gewoͤrtz” (Chytr.), „Barsch alse peper ponticus” (Voc. Strals. ed. Damme); — (als Arznei-, Heilmittel:) enciânen mit wîne und ôk ichteswat p.s gesōden gedrunken is gût den de slangen edder ander bö̂se worm stēken edder gebetten heft (Prompt. med. ed. Seidensticker 121), (als Sternutatorium:) blâse ēr gestōten p. in de nāsen sô wirt sê prûstende (Stockh. Arzneib. 116), (in der Humoralpathologie:) de p. sî hê(i)t unde drö̂ge an dēme vêrden grâde (Garde der Suntheit 1492 ll 1r). — 1.1. (in der Vbdg.:) wit p. die Steine der Frucht von Piper nigrum von denen das umgebende Fruchtfleisch entfernt wurde, „alben album piper ben halben habellinum lentepiper” (Voc. Strals. ed. Damme), „PIPPER ALBUM WYT PEPPER LENCO PIPPER de en kumpt hyre tho lande nicht wen den ichteswelcke vth dem SWARTEN PEPER lesen” (Prompt. med. ed. Seidensticker 185); — (als Speisegewürz:) de unrîpe p. als de witte sî scherper van smāke wen de swarte (Garde der Suntheit 1492 ll 1r); — (als Arzneimittel:) wit p. edder lanc p. is gût wur nê(i)n engever is tô artsedîge (Prompt. med. ed. Seidensticker 122); (aus den Samenkörnern Öl gepreßt:) „Olye van witten pepere deben oleum piperis albi oleum deben” (Voc. Strals. ed. Damme); — vgl. 3. — 1.2. (in der Vbdg.:) swart p. die unreif geernteten ganzen Früchte von Piper nigrum, ‚melanopiper', „ben bech fufel melonum piper fulfer zelem fulfa fulfel granum asalem granum regum zilem nigrum piper piper etiopum piper melanum” (Voc. Strals. ed. Damme), „BENNIGRUM MELANUM PIPER SWART PEPPER den drogen de tzarracenen in eynem heten ouene wan he erst ripe is dar vmme dat he langhe ware gud vnde vppe dat he yn anderen landen nicht en wasse” (Prompt. med. ed. Seidensticker 185); — (als Arzneimittel, Sternutatorium:) swart p. gepulvert unde des in de nēsehōle entvangen māket prûsten dat sü̂vert den brēgen van bö̂sen vlôte flecma fleuma ôk melancolîen (ebd.), (als Purgativ der inneren Organe:) []swart p. rô edder gesōden mit honnige gemenget unde genüttet gift dēme vuchten kōlden māgen ôk der lēveren gûde douwinge (ebd. 186); vgl. 4. — 1.3. (in der Vbdg.:) lanc p. die im Ganzen getrockneten Fruchtkolben von Piper nigrum, (auch:) die im Ganzen getrockneten Fruchtkolben von Piper longum (s. auch lancpēper), „darsufel fulful fulfus longum piper macropiper piper longum barbonima” (Voc. Strals. ed. Damme); — (als Arzneimittel:) lanc p. is gût den dê kōlder natûre sint unde tô al den kōlden sü̂ken (Prompt. med. ed. Seidensticker 163). — 1.4. (in der Vbdg.:) runt p. die dem getrockneten Fruchtkolben von Piper nigrum oder Piper longum entnommenen Steine, „piper rotundum” (Voc. Strals. ed. Damme), „de ander peper is runt vnde langelecht. vnde wen me den brikt: so vīdet me korne dar in. vnde de nomet me rūt peper” (Garde der Suntheit 1492 ll 1r). 2. unter Verwendung von Pfeffer zubereitetes Nahrungsmittel. — 2.1. stark gewürzte bes. gepfefferte Brühe in der Fleisch oder Fisch eingelegt wird, „Peper tome schaͤpvlesche etc. Piperatum ... vel piperata” (Voc. Strals. ed. Damme), „jn Capite Januarii Jsliker personen eyn negenogen vth dem peper effte eyn heringk” (Riedel I 22, 81), slach et dan durch als ên p. (J. v. Segen 48). — 2.2. unter Verwendung von Pfeffer u. a. Gewürzen zubereitetes Gericht, Ragout, p. kāken, (auf verschiedene Weise zubereitet:) schâpvlê(i)sch mit sö̂ten p. (Meckl. Jb. 57, 199), brôt tôm swarten p. (Livl. Ub. II 2, 530); (die Zubereitung bei best. Festlichkeiten untersagt:) sal des mândāgs hebb'n twê heste tô dem gebrâde und kê(i)nen p. (Soester Recht 679); vgl. °pēpervlê(i)sch. 3. (in der Vbdg.:) wit p. eine Pflanze deren Samen Pfefferkörnern ähneln, Spring-Wolfsmilch, Euphorbia lathyris?, sūmelke lü̂de hê(i)ten muscum wit p. edder katapūcie (FS Timm 76: Freiberger Arzneimittellehre; vgl. Bresl. Arzneibuch 184). 4. (in der Vbdg.:) swart p. ein Doldenblütler, Bärwurz, Meum athamanticum, oder Peucedanum spec. (officinale?), „bisbes fenicularis cauda porcina feniculus agrestis feniculus porcinus feniculata masmacrum pensedanus pes porcinus” (Voc. Strals. ed. Damme); hierher auch „sisileos” (Zs. Phil. 9, 208)? °Dimin.
6316 Zeichen · 186 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    peper

    Mnd. Handwb. (Lübben/Walther) · +1 Parallelbeleg

    peper, m. Pfeffer; gewürztes Gericht, Ragout = p.-brade.

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Wortbildung

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50 Bildungen · 37 Erstglied · 12 Zweitglied · 1 Ableitungen

peper‑ als Erstglied (30 von 37)

pēperbrâden

MNWB

peper·braden

pēperbrâden , ° pēperkenbrâde (Stammler Lb. 66), f. , m. ( Gen. Sg. -brâden ): unter Verwendung von Pfeffer u. a. Gewürzen zubereitetes Flei…

pēperbrî

MNWB

peper·bri

° pēperbrî , m. : ein stark gewürztes Gericht (Narrenschyp 161).

pepergelt

LW

peper·gelt

peper-gelt, Zins (Gülte) in Pfeffer bestehend; -koke, Pfefferkuchen; -kome, -komel, römischer, Pfeffer-Kümmel; -korn, Pfefferkorn; -krût, Sa…

pēperhandel

MNWB

peper·handel

*° pēperhandel , m. : Geschäftstätigkeit, Handel mit Importgewürzen bes. Pfeffer, de contractôren dê alhîr den p. hebben (Mitt. Hamb. Gesch.…

Peperin

GWB

pepe·rin

Peperin mineralog: Pfefferstein, (in den Albaner Bergen bei Rom auch als Baustoff abgebautes, grünlich-)graues Tuffgestein mit versch Einspr…

Peperīno

Meyers

peper·ino

Peperīno ( Peperin, Pfefferstein ), basaltisches Tuffgestein (s. Basalte , S. 415).

pēperkȫme

MNWB

pēperkȫme ( -koͤme ), -kȫm, -kȫmel, ° -kēme- le (Pomm. Mon.-Bl. 13, 183), ° -kāment (Hanserec. II 7, 597), ° pēpkȫme (Greifswalder ZR 9), pe…

pēperkôke

MNWB

peper·koke

pēperkôke , pepper- , ° pēperkûke (Nd. Jb. 1, 31), m. ( Pl. -n ): stark gewürztes Backwerk, Pfefferkuchen, „placenta” (SL: Hamb. dt.-lat. Gl…

Peperkoller

MeckWB

peper·koller

Wossidia Peperkoller m. Papierkragen: Peperkoller hebben wi bloß in 'n Haben dragen Wo. Seem. 1, 173. Das von Seeleuten übernommene engl. pa…

pēperkōrn

MNWB

peper·korn

pēperkōrn , pepper- , n. ( Pl. -e -en -kōrn -kȫrne [ -koͤrne ] ° -kȫrner [Reval KR 2, 324]) : 1. Samenkorn von Piper nigrum, Pfefferkorn; (a…

pēperkrût

MNWB

peper·krut

pēperkrût , pepper- , n. : (Bez. verschiedener Gewürz- u. Heilpflanzen:) °Saturei, Satureja hortensis, gārtkȫnele p. satureya is in latîne s…

pēperlāke

MNWB

peper·lake

° pēperlāke , f. : gewürzte Brühe, Lake in der Fleisch eingelegt wird, (nur übertr. in der Rda.:) wê sâ ju ênen hêidenschen söldener vȫr Lü̂…

Peperle

Campe

† Der Peperle , — s, Mz . u. ein Name des knotigen glatten Kerbels (Chaerophyllum bulbosum L .).

pēperlîn

MNWB

peper·lin

pēperlîn , n. : stark gewürzte bes. gepfefferte Brühe in der Fleisch oder Fisch eingelegt wird (Kakeboeck A 7 r ).

pēperlinc

MNWB

peper·linc

pēperlinc , pepper- , ° piffer- (Bote Brschw. Weltchr. 39 v ), +° pfiffer- (SL: Hamb. dt.-lat. Gl.), m. ( Pl. -ge ): 1. ein Speisepilz, Echt…

pēpermȫle

MNWB

peper·moele

pēpermȫle , *° -mölle (Hartich Sierk 232), ° -māle (Lemcke Hss. 33), f. : Hand-, Gewürzmühle, „Mola piperis ... piperalium fractillum” (Voc.…

pēpermôs

MNWB

peper·mos

*° pēpermôs ( -moeß ), n. : Gericht das unter Verwendung von Pfeffer u. a. Gewürzen zubereitet wird, (als Tatgegenstand bei straffälligem Ve…

pēperne

MNWB

pēperne s. 2 pēpere(n).

Peperomĭa

Meyers

Peperomĭa Ruiz , et Pav . ( Peperomie ), Gattung der Piperazeen, ein- oder mehrjährige, oft niederliegende Kräuter mit dünnen oder fleischig…

peperoncin

LDWB1

peperoncin [pe·pe·ron·cịŋ] m. (-s) 1 ‹bot› (Capsicum annuum) Paprika m. , Peperoni f . 2 (früt) Chilischote f. , scharfe Paprikaschote f .

Peperoni

Pfeifer_etym

Peperoni Plur. (auch Sg. m. und f.) kleine, scharfe ‘Paprikaschoten’, Entlehnung von ital. peperoni Plur. ‘Pfefferschoten’ (Sg. peperone m.)…

pēperpulver

MNWB

peper·pulver

° pēperpulver , pepper- , n. : gemahlener Pfeffer; (als Arzneimittel:) wê ên swel in der strotten heft dê drinke p. mit rîneme honnige (Prom…

peper als Zweitglied (12 von 12)

bersilienpēper

MNWB

*° bersilienpēper ( Bersillien peper ), bresil-, m. : von Übersee bezogenes Gewürz, (vermutl.:) Capsicum annuum, Paprika, (oder:) Piper long…

ērtpēper

MNWB

ert·peper

ērtpēper „ e. vel druswort crassula”, „crassula maior”. Sedum acre, Mauerpfeffer.

lancpēper

MNWB

lanc·peper

lancpēper Piper longum, Fruchtstand von Chavica off. (Hanserec. I 2, 236; fälschlich lant- Zs. Phil. 9, 208, vgl. auch lãpeper Brschw. KR. 1…

nēgenôgenpēper

MNWB

negenoge·n·peper

° nēgenôgenpēper ( negenogen peper ), m. : Fischgericht aus Neunaugen das unter Verwendung von Pfeffer u. a. Gewürzen zubereitet wurde, nēge…

(rôsînen)pēper

MNWB

rosinen·peper

° (rôsînen)pēper , râsînen- , m. ( Gen. Sg. -s ): ein mit Rosinen zubereitetes stark gewürztes Gericht (Soester Recht 560).

Ableitungen von peper (1 von 1)

pēpere

MNWB

pēpere s. 2 pēpere(n).