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Ordonnánz

nhd. bis spez. · 11 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Ordonnánz

Bd. 15, Sp. 106
Ordonnánz (franz.), Befehl, Verordnung, militärische Dienstvorschrift; dann ein Soldat, der einem höhern Vorgesetzten zugeteilt wird, um seine Befehle zu überbringen. Je nach Stellung und Rang des Vorgesetzten und der Art der Dienstleistung wird zu diesem Dienst ein berittener (Meldereiter, s. d.) oder unberittener Ordonnanzunteroffizier oder ein Gemeiner (O. schlechthin) verwendet. In einigen Armeen sind eigne Truppengattungen zum beständigen Ordonnanzdienst bei höhern Offizieren bestimmt, wie in Deutschland die (berittenen) Stabsordonnanzen bei den Truppenbefehlshabern vom Brigadekommandeur aufwärts, die Leibgendarmen bei dem Kaiser und der Kaiserin. Ordonnanzoffiziere werden neben den Adjutanten zu höhern Führern kommandiert für die Dauer von Übungen, für Gefechtstage, bei Inspizierungen. Bei einigen Souveränen haben Ordonnanzoffiziere ganz die Stellung persönlicher Adjutanten. Außerdem werden in Deutschland auch die zur Bedienung in Offiziersspeiseanstalten oder zum Kochen in Mannschaftsküchen verwendeten Soldaten Kasino- oder Tisch-, bez. Küchenordonnanzen genannt. Ordonnanzanzug heißt im deutschen Heere der Anzug mit Seitengewehr und Helm. – In Österreich gibt es im Frieden ständige Ordonnanzoffiziere für den zur Disposition des Allerhöchsten Oberfehls gestellten General der Kavallerie Erzherzog Franz Ferdinand, die beiden Landwehroberkommandanten und den ersten Generaladjutanten des Kaisers. Von Mannschaftsordonnanzen unterscheidet man solche für den Kasernen-, Kanzlei-, Lazarett- und Wachtdienst. Im Krieg erhalten die statt der Korpskommandanten zurückbleibenden Militärkommandanten einen nichtaktiven Offizier als Ordonnanzoffizier; alle höhern Kommandanten in der Front Ordonnanzoffiziere, z. B. der Brigadier 1, der Infanteriedivisionär 2, der Kavalleriedivisionär 4. Den niedern Ordonnanzdienst bei Stabs- und Hauptquartieren bestreitet die Stabskompanie und der Stabskavalleriezug. Eine besondere Ordonnanztruppe für den Gebirgskrieg besitzt die österreichische Armee in der Division berittener Tiroler und der Eskadron berittener Dalmatiner Landesschützen. Ordonnanzmäßig, vorschriftsmäßig, daher z. B. Ordonnanzwaffen (Ordonnanzgewehre etc.), die in den Armeen zum Dienstgebrauch eingeführten Waffen, im Gegensatz zu Luxuswaffen.
2273 Zeichen · 23 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Ordonnanz

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Die Ordonnanz , S. Adelung Ordinanz .

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Ordonnanz

    Goethe-Wörterbuch

    Ordonnanz milit: Soldat, der (im Auftrag eines Offiziers) Befehle überbringt; Meldegänger als eine O. hereintrat und im …

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Ordonnanz

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Ordonnanz , militärisches Gesetz, insbesonders eine Vorschrift für einzelne Zweige des Dienstes; Ordonnanzen , Militärs,…

  4. modern
    Dialekt
    Ordonnanz

    Schweizerisches Idiotikon · +2 Parallelbelege

    Ordonnanz Band 1, Spalte 443 Ordonnanz 1,443

  5. Spezial
    Ordonnanz

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Or|don|nanz f. (-,-en) ordinanza (-zes) f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit ordonnanz

24 Bildungen · 16 Erstglied · 8 Zweitglied · 0 Ableitungen

ordonnanz‑ als Erstglied (16 von 16)

Ordonnanzen

Meyers

Ordonnanzen ( Ordonnances ), in Frankreich vor der Revolution von 1789 alle Erlasse des Königs; auch für die königlichen Edikte vom 26. Juli…

Ordonnanzgericht

DRW

ordonnanz·gericht

Ordonnanzgericht, n. vereinzelte Bez. für ein Militärgericht [im Streit um den Nachlaß eines Offiziers droht ein Beteiligter,] des herrn gen…

Ordonnanzkompanien

Meyers

Ordonnanzkompanien , durch die Ordonnanz von Orléans vom 2. Nov. 1439 von König Karl VII. von Frankreich und den Generalständen geschaffene …

Ordonnanzkurse

Meyers

Ordonnanzkurse . In der österreichisch-ungarischen Armee im Feld auf 7–15 km voneinander aufgestellte Briefordonnanzposten (1 Unteroffizier …

ordonnanzmäßig

PfWB

ordonnanz·maessig

ordonnanz-mäßig Adv. : ' gehörig, sehr ', nur im Zusammenhang mit Schlägen: ordnanzmäßich Schläg gewe [ LU-Böhl ]. Ich hanne ordonanzmäßig v…

ordonnanzmäßig

DRW

ordonnanz·mäßig

ordonnanzmäßig, adj. u. adv. (an)ordnungsgemäß, vor allem bezogen auf die Versorgung von Soldaten vgl. Ordnung (II 8) solle der gesammten cr…

ordonnanz als Zweitglied (8 von 8)

Reichsordonnanz

DRW

reich·s·ordonnanz

Reichsordonnanz, f. wie Reichverpflegungordonnanz vgl. Ordonnanz (I) ist beliebt worden, denenselben [staabs-officiers] ad interim, biß zu d…

Servisordonnanz

DRW

servis·ordonnanz

Servisordonnanz, f. landesherrliche Verordnung über das Servis uͤber diese verordnete servis ordonnance haben sich unsere unterthanen weder …

Servitienordonnanz

DRW

servitien·ordonnanz

Servitienordonnanz, f. wie Servisordonnanz [Titel:] futter- und servitien-ordonnance vor die fuͤrstl. wuͤrtembergis. mannschafft [Stuttgart …

Sommerordonnanz

DRW

sommer·ordonnanz

Sommerordonnanz, f. Grdw. auch frz. -ordonnance Verordnung über Sommerverpflegung und Sommersold vgl. Ordonnanz (I), Sommerverpflegungsordon…

Speisungsordonnanz

DRW

speisung·s·ordonnanz

Speisungsordonnanz, f. Verordnung über die Verpflegung von Militärangehörigen vgl. Ordonnanz (I) stehet in der contribuenten option und wahl…