nimmermehr,
adv. verneintes immermehr (
th. 4
2, 2076),
ein durch nochmaliges mehr
verstärktes nimmer,
um dadurch den tonlos gewordenen und nicht mehr gefühlten zweiten theil desselben (
s. nimmer 2)
zu ersetzen; mhd. niemer mêre, nimmer mêr
und zusammengerückt niemermêr, niemermê, nimmermêre,
md. nimmirmê (
wb. 2, 155
a),
mnd. nimbermer, numbermer. Schiller-Lübben 3, 208
b. 11)
verstärktes nimmer 1,
niemals mehr, nie wieder, durchaus nicht mehr: denn diese Egypter, die ir heute sehet, werdet ir nimmermehr sehen ewiglich.
2 Mos. 14, 13; vermeinendt, sy sech mich nimermer.
F. Platter 175
B.; mit groszen schmertzen (
sie) ihren letzten abschiedt machten, denn keins dem andern nimmermehr zu gesicht kam.
buch d. liebe 256
b; es sahe keiner den andern nimmer mehr. 256
d; das es zu keiner vestung nimmermehr gebauwen werden solte. Wurstisen 24; ich sah mein hauszfraw nimmerme. Murner
Än. G 3
b; den wöll sie haben zu der eh recht lieb, sunst kein man nimmermeh. H. Sachs 2, 5, 25; es fellet mir nimmermehr so ein. Hayneccius
H. Pfriem 579; und sellemols und nümmemeh. Hebel (1843) 1, 54,
schweiz. nimmemeh, nümmemeh, nummemeh. Stalder 2, 237. Seiler 224
b; die kinder freuen sich auf den harnisch der männer, und diese weinen, dasz sie nimmermehr kinder sind. Schiller 2, 352;
verstärkt: nimmermehr wieder. Weisze
die verwandelten weiber 3, 5; nimmer und nimmermehr: ich finde sie (
ruhe) nimmer und nimmermehr. Göthe 12, 177;
überfüllt durch nochmaliges mehr,
das also dreimal vertreten ist: sie wird mit toller brunst dich nimmermehr mehr kwäln. Lohenstein
Armin. 2, 1448
a. 22)
verstärktes nimmer 2,
als nachdrückliche verneinung: ja ja, .. es ist ein ee, gerüwt uns beide niemermee.
fastn. sp. 891, 25; nun mag ich disen tag nymermer überwinden.
Tristrant 87, 10
Pfaff; das wil er nimmermer vergessen. Keisersberg
sünden des munds 20
c; gott güsset sich in die seelen mit aller seiner kraft und hoffet niemerme nutzes von ir.
seelenp. 3
b; ein solcher mensch .. mag niemerme zu ruwen kommen. 90
b; ich werde nimer mehr darnider ligen.
ps. 10, 6; las mich nimer mehr zu schanden werden. 31, 2; wer da lebet und gleubet an mich, der wird nimer mehr (
goth. ni — aiv) sterben.
Joh. 11, 26; das wöll gott nimmermehr. Agricola
sprichw. nr. 597; der wirdt zu schanden nimmer mehr. H. Sachs 1, 336, 22; so kompstu nimmermehr zu schanden. Scheidt
Grob. 1277; weil ich dorfft wagen nimmermehr. Fischart
flöhhatz (1573) 640; (
ich könnte) dich nimmermehr gngsam verklagen. 728; der ist auch nimmermehr ein christ, der nit fürn nechsten mühsam ist. J.
V. Andreae
christenburg 63; kein zung es nimmer mehr ausspricht. Kehrein
kirchenl. 1, 153, 5; ach weiche nimmermehr, erhalt mich stets bei dir. Olearius
geistl. singekunst 326; was grosze freuden mir bracht, als ich unsern allerliebsten zu ritter schlagen sah, ich nimmermehr erzehlen mag.
buch der liebe 239
b; ihr wolgezogenes liebes kind diesem kerlen ... nimmermehr zu geben.
polit. stockf. 271; wo ihnen die hölle nicht von rechtswegen zu gehören thäte, sie nimmermehr durch ander mittel dazu gelangen solten. Philander (1650) 1, 28; nimmermehr wird der kristall so weisz erscheinen als ihre gewölbte stirn. 1, 92; oftmals liest man titel von büchern, aus denen man den eigentlichen inhalt der bücher wohl nimmermehr errathen sollte. Rabener 2, 170; das ding ist nimmermehr richtig. Engel 5, 29; der quell von stätigen vergnügen ist nimmermehr bei dir versigen. Haller
über die ehre 233; las fahren, kind, sein herz dahin! er hat es nimmermehr gewin! Bürger (1778) 84; wo lebte wol .. ein thier, das nimmermehr geliebet würde? 167; bei mir wird er nimmermehr audienz bekommen. Schiller 2, 141 (
räuber, schausp. 4, 2); nimmermehr hätte dieser erfahren sollen, dasz. 3, 423 (
kabale 3, 1); sie fühlte sich hingerissen, den mann zu verehren, den sie nimmermehr lieben konnte. 4, 238; nimmermehr
dient zur nochmaligen nachdrücklichen hervorhebung eines vorausgehenden nimmer: nimmer, nimmermehr hienieden fänd' ich süszeren genies (
genusz). Bürger (1778) 107; so wundervoll vereint, uns nimmer, nimmermehr zu trennen! Wieland
Oberon 5, 84; zu ihr mich bringen? nimmer, nimmermehr. Schiller 14, 87 (
braut von Mess. 2, 3);
wiederholt: Blanka. da nehmen sie ihr bildnis zurück ...
Julius. nimmermehr! nimmermehr! Leisewitz
Julius 2, 2; nun und nimmermehr,
jetzt und zukünftig nie. Stieler 2373: verlasz mich nun und nimmermehr. Kehrein
kirchenl. 1, 2, 6; verzagt doch nun und nimmermehr! Günther 48; nun und nimmermehr willst du zum mörder werden an dem kinde. Schiller 6, 167;
in der älteren sprache auch wie nimmer
in verbindung mit einer anderen negation: so gewün ich nimmer mer kein ru.
fastn. sp. 159, 9; ohne das verstehet man nimmermehr nichts davon. Luther
tischr. 2
a; ich were nimmermehr kein geistlicher worden, wenn. Schuppius 15.